Serien-Updates

Veröffentlicht in Serienjunkietum Mit Tags, , , , , , , , , , , , , , bei Mittwoch, 14. Mai 2008 von mediensucht

Auf dem Seriensektor hat sich nach dem Autorenstreik am Anfang des Jahres Vieles getan. Einige Serien wurden abgesetzt, Verträge verlängert, Konzepte geändert. Hier mal ein paar Infos zu Serien, die ich bereits besprochen bzw. empfohlen habe:

Pushing Daisies
Meine aktuelle Lieblingsserie wird zum Glück verlängert. Der Autorenstreik hatte laut serienjunkies hauptsächlich positive Auswirkungen. Finanzielle und konzeptionelle Probleme konnten behoben werden. Kleinere, durch den Streik bedingte Schwierigkeiten will man noch in den Griff bekommen. Im Herbst geht es in den USA weiter. Ein Sendetermin für die erste Staffel in Deutschland (ProSieben) steht leider immer noch nicht fest.

How I Met Your Mother
Die Gastauftritte von Frau Spears haben HIMYM wohl die verdiente vierte Staffel gebracht. Ein Problem sei wohl nicht die Gesamtzahl der Zuschauer, sondern die Zahl der Zuschauer in der gewünschten Zielgruppe. Über einen Senderwechsel wurde nachgedacht. Mir gefällt die Serie auch ohne Britney Spears, deshalb große Freude über die Verlängerung. Ein Sendetermin für die erste Staffel auf ProSieben ist mir nicht bekannt.

Doctor Who
Nach den Querelen um die Absetzung auf ProSieben hat man einen neuen Sendeplatz gefunden, auf dem die Serie nun besser ankommt. Doctor Who läuft nun immer sonntags ab 17:00 Uhr.

Chuck und Heroes
Die beiden Serien Chuck und Heroes laufen ab Herbst immer montags im Doppelpack auf NBC. RTL2 wird ab Herbst die zweite Staffel in Deutschland senden. Ab Juni soll es zu Chuck ein Comic geben. Chuck wurde von ProSieben lizensiert, ein Sendetermin steht mal wieder nicht fest!

weitere Serien
House M.D. ist weiterhin eine der erfolgreichsten Serien in den USA und Deutschland. Mit einer Absetzung ist also nicht zu rechnen. Battlestar Galactica wird nach der aktuell laufenden vierten Staffel beendet. Die Handlung neigt sich dem gewollten Ende zu. Außerdem sind die Produktionskosten wohl zu hoch. My Name Is Earl läuft in der dritten Staffel in den USA. RTL will ab Herbst mit der Ausstrahlung der ersten Staffel beginnen.

Kurzkommentare - April 2008

Veröffentlicht in Cinemanie Mit Tags, , , bei Dienstag, 13. Mai 2008 von mediensucht

Der April war mal wieder sehr dünn, was meine Filmsichtungen anbetrifft, weshalb ich das Einstellen der Kurzkommentare zu den gesehenen Filmen bisher schlicht vergessen habe. Veronica Mars hat mir den Kopf verdreht …

Lissi und der wilde Kaiser
Der war ja gar nicht mal so gut. Inszenatorisch ansprechend, wie man es von Bully gewohnt ist, inhaltlich aber eine billige Revue von Uraltwitzen, die man schon 30 Mal besser in der Bullyparade gesehen hat. 2/10

Caramel (Sneak)
Rrelativ inhaltsleere Frauendramödie mit teils wirklich tollen Szenen, die aber insgesamt eher belanglos und durchschnittlich daherkommt. 5/10

Fleisch ist mein Gemüse (Sneak)
Auweia, wie schlecht war das denn!?! Vom Buch hört man ja eher Gutes. Der Humor des Filmes war überhaupt nicht meiner. Stupide Späße auf Karnevalsniveau gepaart mit nerviger Musik (naja, die gehörte wohl dazu) und groben handwerklichen Fehlern ergeben eine deutsche Komödie, die ich keinem empfehlen kann. Für ein paar nette Ideen und wenige gute Lacher: 2-3/10

Muse - Haarp
Mir schlackern jetzt noch die Ohren … Hammer! 10/10

Der Rote Baron
Handwerklich war der Film nicht so schlecht, wie erwartet. Besonders die Luftkämpfe sahen ganz ordentlich aus. Das Drehbuch war schlicht unterirdisch. So ist der Film eine langatmige Geschichtsverfälschung. Heady und Prahl sind fehlbesetzt, Fiennes nur da, um einen großen Namen zu präsentieren. Irgendwie schade, dass bei großen deutschen Produktionen immer versucht wird, ausgerechnet das schmalzige Hollywoodkino nachzuäffen. 3/10

Der fliegende Händler (Sneak)
Der Regisseur hätte mal lieber bei seinen Dokumentationen bleiben sollen. Wenn die Schauspieler nicht gewesen wären, könnte man den Film als nette Naturdoku sehen. So bedient er mal wieder das Klischee vom lebensunfähigen Städter, der auf dem Land zum Leben findet. Gähn! 2/10

1. Mai (Sneak)
Dieser deutsche Episodenfilm über Geschehnisse um den 1. Mai war bis auf einige Längen interessant und unterhaltsam. Die auf Doku machende Kameraarbeit nervte aber gewaltig. So 6/10

Ratatouille
Der Film ist zurecht in meiner letztjährigen Top10. Wird immer besser! 10/10

Abbitte
Brillant gemachtes Historiendrama! Weiterhin 10/10

Homer real

Veröffentlicht in Sucht des Tages Mit Tags, , , , bei Samstag, 10. Mai 2008 von mediensucht

Wollten wir nicht alle schon mal wissen (naja, nicht wirklich alle und nicht mal ich selbst), wie Homer Simpson im realen Leben aussehen würde, wenn man ihm auf der Straße (oder in einem Kernkraftwerk) begegnen würde? Auf dem pixeloo-Blog gibt es ein Bild vom “realen” Homer zu sehen. Dazu kann man sich noch die “Realos” anderer Comic-Figuren anschauen (z.B. Super-Mario).

via ehrensenf.de

Und hier noch der Vorspann “in echt”:

Veronica Mars

Veröffentlicht in Serienjunkietum Mit Tags, , , , , , , , , , bei Freitag, 9. Mai 2008 von mediensucht

Nachdem es vor einiger Zeit angeblich einen Hype um Veronica Mars gab (den ich natürlich verpasste), es zumindest aber nach den Absetzungsplänen von The CW großen Protest gab (tausende Mars-Riegel wurden vor dem The CW-Büro aufgefahren), widmete ich mich vor einiger Zeit auch mal dieser hoch-gelobten Serie von Rob Thomas. Die Pressebilder der Protagonisten ließen eher auf eine dumme Teenieserie schließen, doch schon nach Sichtung der ersten Folge war auch ich im Veronica Mars-Fieber. Das geht schon mit dem Vorspann los. Die fetzige Musik von den Dandy Warhols war genau mein Fall. Und von 08/15-Highschool-Getue keine Spur. Natürlich spielt die Serie an einer Schule, auf platte Liebeleien a la Beverly Hills 90210 wird aber zum Glück verzichtet. Es geht vielmehr um’s handfeste Verbrechen.

Veronica ist die Tochter des ehemaligen Sheriffs Keith Mars, dem sie nach der Schule bei seiner aktuellen Arbeit als Detektiv hilft. Von ihm hat sie sich so einige Tricks abgeschaut, weshalb sie ein gewisses Talent hat, Dinge wiederzufinden oder Rätsel zu lösen. Sie ist an ihrer Schule zwar nicht sonderlich beliebt, man bittet sie aber oft um Hilfe. Neben kleineren Fällen, die meist innerhalb einer Folge gelöst werden, gibt es ein großes, staffelumfassendes Ereignis, das die Protagonisten beschäftigt. So geht es in der ersten Staffel um nichts Geringeres als den Mord an Veronicas bester Freundin Lilly und das Verschwinden ihrer Mutter im Zusammenhang mit den Ereignissen um den Mord. Diese Kriminalfälle sorgen zunächst für ordentlich Spannung, doch Veronica Mars ist weit komplexer. Die Serie spricht beispielsweise gesellschaftliche Themen an, wie den Wegfall der Mittelschicht in der (fiktiven) kalifornischen Stadt Neptune. Man gehört entweder zur Oberschicht oder man arbeitet für sie. Das trifft sowohl auf die Erwachsenen zu als auch auf den Mirkokosmos einer Schule.

Ein weiterer Pluspunkt der Serie ist der mir sehr zusagende Humor. Er ist eine wunderbare Mischung aus Zynismus und Ironie, gespickt mit vielen Zitaten aus der Popkultur. So ist auch der Soundtrack als schlicht brillant zu bezeichnen, trifft er doch genau meinen Geschmack. So richtig mitgerissen von der zu bewegten Bildern verwendeten Musik wurde ich zuletzt bei Garden State. Von Zach Braff gibt es aber keine Spur weit und breit! Schön auch, dass sich die „Helden“ in Veronica Mars die „richtigen“ Filme ansehen oder aus ihnen zitieren – beispielsweise The Big Lebowski oder eben Garden State.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Kristen Bell ist Veronica Mars. Die Besetzung kann man als „perfekt“ bezeichnen! Bell verkörpert diese rebellische Außenseiterin mit ihren Gefühlen und Macken ausgezeichnet. In den Nebenrollen ist zuweilen Prominenz aus der amerikanischen Serienwelt zu bewundern. So wurden etwa Richard Grieco (21 Jump Street/Booker), Robert Maschio (SCRUBS) oder die bezaubernde Alyson Hannigan (HIMYM) besetzt. Einige Kritiker meckern an der deutschen Synchronisation, die meines Erachtens aber nicht so schlecht ist. Die „süße“ Stimme von Bell wird von Manja Döring natürlich nicht getroffen, größere Fehler konnte ich aber nicht ausmachen. Die Synchronsprecherriege ist durchaus namhaft, so wird Veronicas Vater Keith (Enrico Colantoni) etwa von Detlef „George Clooney“ Bierstedt gesprochen.

Leider wurde Veronica Mars nach einer leicht verkürzten dritten Staffel eingestellt. Es gab zwar noch einen Trailer zur vierten Staffel, in der Veronica beim FBI anfangen sollte, zur Umsetzung kam es aber leider nicht mehr. Die Zuschauerzahlen waren wohl doch zu schlecht, da halfen auch leichte konzeptionelle Änderungen in der dritten Staffel nichts. Über deren Wert wird unter den Fans gestritten. Mit einer Konzentration auf die einzelnen kleineren Fälle sollte spontaneren Zuschauern ein Zugang zur Serie geschaffen werden. Insgesamt wirkte sich der große Pluspunkt der staffelübergreifenden Komplexität der Handlung wahrscheinlich doch zu negativ aus. Dass die Verunstaltung des Titelsongs in der dritten Staffel zum Aus führte, sind nur Gerüchte!^^ Qualität setzt sich leider nicht immer durch. Die Sichtung der drei Staffeln Veronica Mars lohnt aber in jedem Fall, aber bitte von Folge 1 an!

Garden State

Veröffentlicht in Cinemanie Mit Tags, , , , , , , , , bei Donnerstag, 8. Mai 2008 von mediensucht

Wo wir gerade bei Lieblingsfilmen sind … sind wir nicht? Trotzdem: Einer meiner Lieblingsfilme ist Garden State von Zach Braff. Der ist nämlich total schön (nicht Braff, sondern der Film!). Um es aber mal mit ein paar mehr Worten zu schreiben (Spoilerwarnung):

Wow! Man ist überrascht und fasziniert, was aus diesem Typen, der bei SCRUBS eher naiv trottelig daherkommt, an Genialität entspringt. Zach Braff hat mit Garden State einen Coming of Age-Film gedreht, der äußerst komplex und dennoch so herzlich leicht inszeniert ist. Genaugenommen ist es eher ein Coming to Life-Film, der aber durchaus auch als Appell an die Jugend zu sehen ist, endlich erwachsen zu werden und zu LEBEN. Braff spricht so viele Themen an und wirft so viele Fragen auf, die man sich in jungen Jahren selbst gestellt hat und sich vielleicht sogar jetzt noch stellt. Doch nie wird ein mahnender Zeigefinger erhoben. Braff lässt durch seine Geschichte und die intelligenten Dialoge seine Figuren und nicht zuletzt sich selbst als Hauptfigur sprechen. Keine Szene ist sinnlos oder gar langweilig. Der Film strahlt am Ende eine emotionale Wärme aus, die zu Herzen geht. Fantastisch!

Es geht um den jungen Mann Andrew Largeman (Zach Braff), der von seinem bisherigen Leben desillusioniert ist und eher dahinvegetiert. Als arbeitsloser Schauspieler muss er im Chinarestaurant kellnern. Eines Tages bekommt er vom Vater (Ian Holm) den Anruf, seine Mutter sei gestorben, doch selbst auf der Beerdigung bleibt er seltsam unbeteiligt. Seine alte Heimat hat sich ihm entfremdet. Plötzlich schneit Samantha (Natalie Portman) in sein Leben …

Zach Braff ist schon ein kleines Wunderkind! In seinem Alter solche Filme herauszuhauen, wo soll das noch hinführen? Die Story könnte man als einfach, aber genial bezeichnen. Über die Gesamtlänge des Filmes entblättert sich allmählich Andrews bisheriges Leben wie ein Puzzle, das langsam Sinn ergibt und ebenso langsam zu der Selbsterkenntnis führt, die notwendig ist, erwachsen zu werden und zum Leben zu finden. Eigentlich klassisch angelegt, hilft ihm beim Erkenntnisgewinn eine fremder Mensch, der unerwartet anders ist, ein Augenöffner. Samantha gewinnt durch ihre Offenherzigkeit sein Vertrauen, ihr kann er sich öffnen, Dinge aussprechen, die er selbst seinen Eltern nicht anvertrauen konnte/wollte. Dieses neue Selbstvertrauen hilft ihm, am Ende auch mit seinem Vater ein reinigendes Gespräch zu führen. Während wir am Anfang noch einen deprimierten Kellner in einem Chinarestaurant sehen, der sich von den Gästen schikanieren lässt, sehen wir am Ende einen lebensfrohen jungen Mann, der sich traut, ein neues Leben anzufangen.

Braff hat es auch handwerklich drauf. Hier kommen ihm wahrscheinlich seine vielen und frühen Dreherfahrungen zu Gute. Mit 14 debütierte er an der Seite von Gwyneth Paltrow im TV. Mit Woody Allen drehte er MANHATTAN MURDER MYSTERY. Collin Farrell ist sein Freund. Er muss wohl öfter genauer aufgepasst haben. Alles ist wunderbar in Szene gesetzt, ein gutes Spiel mit Kamerawinkeln und Licht. Der Einsatz der Musik und der Musiktexte ist immer treffend. Der Soundtrack ist einer der besten der letzten Jahre. Braff habe ich übrigens meinen ersten Kontakt mit den Shins zu verdanken, die hier gleich zwei Songs zum Soundtrack beisteuerten. Interessant auch, dass Braff die weibliche Hauptrolle (un-)eigennütziger Weise mit seiner Traumfrau besetzte, die hier auch großartig und fein akzentuiert spielt.

Ich war beim ersten Sehen (es sind ein paar Sichtungen dazugekommen) tief beeindruckt und hätte nicht gedacht, dass mir so ein Coming of Age-Film beim ersten Sehen so vollständig zusagen könnte. Ein fantastischer Film eines jungen Mannes mit hervorragenden Zukunftsaussichten. Man kann nur auf Weiteres gespannt sein.

10/10 Pillen zur Entwöhnung

(ähnlich auch bei kino.de)

MUSE - HAARP

Veröffentlicht in Beschallungsabhängigkeit Mit Tags, , , , , , bei Mittwoch, 7. Mai 2008 von mediensucht

Achja, eines wollte ich noch loswerden:

LEGEN … wait for it … DARY!!!

The Philosophy of Computergames

Veröffentlicht in Sucht des Tages Mit Tags, , , , , , bei Dienstag, 6. Mai 2008 von mediensucht

Ein Medium, was ich bisher völlig vernachlässigt habe, ist das Computerspiel. Um einer Bitte einer geschätzten Dame nachzukommen, mache ich nun etwas Werbung für eine Konferenz zum Thema „The Philosophy of Computergames“, die Ende der Woche in Potsdam stattfindet. Neben der eigentlichen Tagung (8.-10. Mai) gibt es am Donnerstag im 103Club noch Live-Art-Perfomances in Sachen Kunst und Videospiel, die ich hiermit ebenfalls empfehle. Weitere Infos dazu hier.

Hier der offizielle Text zur Tagung:

Als dritter Teil einer Reihe findet die diesjährige internationale Konferenz “The Philosophy of Computer Games” vom 8. bis 10. Mai 2008 an der Universität Potsdam statt. Ziel ist es, Computerspiele aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. Neben den renommierten Spieledesignern und -theoretikern Ian Bogost und Jesper Juul werden weitere namhafte Forscher sprechen. Ein Höhepunkt der Tagung ist die am 9. Mai um 18.00 Uhr stattfindende Podiumsdiskussion zum Thema “Online Welten - Offene virtuelle Welten als Herausforderung für die Games Forschung und die Games Industrie”. Nach der Eröffnungsrede des “Multi User Dungeon” (M.U.D.) - Erfinders Richard Bartle werden lokale und internationale Vertreter der Industrie und Forschung über die Zukunft und Entwicklung offener virtueller Welten diskutieren.
Der lokale Veranstalter DIGAREC (Digital Games Research Network) an der Universität Potsdam liefert mit seinem multiperspektivischen Ansatz aus Medienwissenschaft, Medienrecht, Psychologie, Kulturgeschichte und Design eine Grundlage für die Theorie der Computerspiele und ihre Analyse. Das Forschungsnetzwerk DIGAREC ist ein Pool aus interdisziplinär arbeitenden Forschern, das das Wissen und die Ressourcen seiner Mitglieder zusammenführt und produktiv nutzt.

Das Programm und weiter Informationen finden sich unter www.gamephilosophy.org.

Termin: 8.-10. Mai 2008, je 9:30 - 18:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10
Haus 8 / Raum 0.60/0.61
D-14469 Potsdam

Jeder ist eingeladen!

Deutscher Filmpreis 2008 - Die Gala

Veröffentlicht in Cinemanie, Geschwätzigkeit Mit Tags, , , , , , , , , , , , bei Samstag, 26. April 2008 von mediensucht

Gestern wurde in Berlin mit einer festlichen Gala der Deutsche Filmpreis 2008 (Lola) vergeben. Durch den Abend führte Barbara Schöneberger. Großer Gewinner war Fatih Akin mit seinem Drama Auf der anderen Seite. „Überschattet“ wurde auch diese Veranstaltung durch die Zänkereien zwischen der Deutschen Filmakademie und Til Schweiger, der wohl einfach zu blöd war, seinen an den Kinokassen sehr erfolgreichen Film Keinohrhasen für die Nominierung bei der Akademie regelkonform einzureichen. Schweiger saß mit störrischer bis peinlich berührter Miene im Publikum und wurde „Opfer“ der ein oder anderen spöttischen Bemerkung.

Das Konzept der Gala orientierte sich (wie übrigens auch die Wahlprozedur) an den amerikanischen Oscars. Ein Gastgeber / eine Gastgeberin führt mehr oder minder witzig durch den Abend, bekannte Persönlichkeiten präsentieren als Laudatoren die Gewinner, deren Danksagungen durch ein dudelndes Orchester unterbrochen werden. Nach zwei Jahren Michael „Bully“ Herbig als Showmaster durfte nun also Barbara Schöneberger ans Mikro und präsentierte ihre in verschiedene Kleider gepressten Rundungen. Frau Schöneberger singt jetzt, das weiß inzwischen wahrscheinlich jeder. Trotzdem musste die Dame ihre miserablen Gesangskünste mit dämlich umgetexteten Schlagern auch hier „zum Besten“ geben. Ebenso die Einspieler mit Schöneberger - etwa als „Waldmeisterin“ in Unsere Erde - waren nur peinlich. Repräsentierte sie mit ihrer erbärmlichen Performance eventuell die (bis auf Ausnahmen) schlechte Qualität der deutschen Komödie des letzten Jahres? Immerhin führte sie recht zügig durch den Abend, so dass diese Gala nur halb so lang wie eine Oscarverleihung war. Dass es doch witzig zugehen kann zeigte dann ausgerechnet „Bully“ Herbig, der mit Sissy und der wilde Kaiser einen jener Tiefpunkte 2007 setzte, mit seiner kurzen und humorvollen Laudatio.

Trotz anders lautender Äußerungen von Frau Schöneberger war das deutsche Filmjahr 2007 ein eher schlechtes. Wenn der beste deutsche Film 2007 (der nicht nominierte Black Book von Paul Verhoeven) eigentlich eine ausländische Produktion ist und die immerhin für den Preis der besten weiblichen Hauptrolle nominierte brillante Carice van Houten gar keine Deutsche ist, dann stimmt etwas nicht im Lande Fritz Langs. Im Rahmen dieser Möglichkeiten ist die diesjährige Preisvergabe dennoch als gerechtfertigt zu bezeichnen. Nina Hoss kam zwar in Yella nicht ganz an van Houtens Leistung in Black Book heran, ist aber momentan die wohl beste deutsche Schauspielerin. Abräumer war der Deutschtürke Fatih Akin, der mit seinem Culture-Clash-Drama über Tod und Liebe die Preise für Schnitt, Film, Regie und Drehbuch einheimste und mit seinem Film wohl die meisten Akademiemitglieder begeisterte. Angesichts der Preisflut schwankte Akin in seinen Danksagungen zwischen seiner eigentlichen aufmüpfigen Opposition gegen die Akademie und kindlicher Freude. Prinzessinnenbad als besten Dokumentarfilm auszuzeichnen, gleicht einem Witz – schade für Pepe Danquarts bildgewaltigen Am Limit. Freude dagegen über die Auszeichnung für Armin Völckers Leroy als besten Kinder- und Jugendfilm.

Dass es inzwischen überhaupt eine solche Gala für den deutschen Film gibt, ist lobenswert. Dennoch liegt noch einiges im Argen. Es gibt einige Ansatzpunkte für Reformen. Öffentliche Fördergelder sollten nicht von einer privaten Institution (Deutsche Filmakademie) vergeben werden. Man sollte den Preis und die Vergabe der Gelder trennen. Einige Strukturen innerhalb der Akademie wären auch zu überdenken, vor Allem was den Kontakt zum Zielpublikum betrifft. Das Konzept der eigentlichen Gala geht in die richtige Richtung, auch wenn es noch kleinerer Verbesserungen bedarf. Global gesehen scheint der deutsche Film auf dem richtigen Weg, man sollte sich aber nicht auf den ersten Lorbeeren (letztjährige Oscars) ausruhen.

Seltsam war die TV-Übertragung durch die ARD. Als Karoline Herfurth die Laudatio für die beste männliche Hauptrolle hielt, gab es einen unvermittelten Schnitt und Frau Schöneberger war wieder zu sehen, wie sie eine abgeänderte Ankündigung für Frau Herfurth machte. Die Laudatio schien dann auch eine Variante zu sein. Gab es da technische Probleme (Stromausfall) im Saal oder Fehler in der Ansage? Vielleicht könnte mich einer der Anwesenden mal aufklären … ;-)

Der Rote Baron

Veröffentlicht in Cinemanie Mit Tags, , , , , , , , , , , , bei Montag, 21. April 2008 von mediensucht

Die Fälscher

Manfred von Richthofen war ein kaltblütiger Killer in der Luft – ein Killer mit Prinzipien, aber ein Killer! Die deutsche Propaganda des ersten Weltkrieges machte ihn zu einem Helden und alle Welt glaubte ihr. Diese Schönfärbung einer Person wirkt bis heute, wie man am Film Der Rote Baron von Nikolai Müllerschön sieht.

Wie in vielen Dokumentationen und Veröffentlichungen über Manfred von Richthofen der heutigen Zeit zu sehen bzw. zu lesen ist, böten sein vielschichtiger Charakter und sein kurzes Leben genügend Stoff und vor allem genügend interessante Reizpunkte, um einen zweistündigen Film attraktiv und unterhaltend zu füllen. Doch leider beschränken sich Müllersohn und sein Team darauf, eine deutsche Version der Flyboys zu drehen, der letztes Jahr zurecht ohne viel Aufsehen in den Kinos unterging. Man wollte einmal mehr großes Hollywoodkino machen, schaute aber an der falschen Stelle ab. Was nützt ein aufwendig ausgestatteter und mit imposanten Fliegerkämpfen angereicherter Film über eine weltbekannte Persönlichkeit, wenn man sich nicht die Mühe macht, vernünftig zu recherchieren bzw. ein spannendes Drehbuch auszuarbeiten und so in keiner Minute dieser historischen Figur gerecht wird. Viel lieber stellt man die Hauptperson eindimensional als Gutmensch dar, der nur widerwillig im Krieg ist, erdenkt sich eine billige Liebesgeschichte, die einfach nur langweilt.

Der Rote Baron ist leider zu einer Geschichtsverfälschung erster Kajüte verkommen. Richthofen wird als Pazifist der Lüfte dargestellt, der seine Gegner nicht töten will, der den Luftkampf rein sportlich sieht und den Feind respektiert. Das ist Weichspülerei. Richthofen war vielmehr ein Menschenjäger, der sehr wohl den gezielten Tod seines Gegners herbeiwünschte. Er ließ für jeden Abschuss einen kleinen Metallbecher fertigen, um seine Erfolge „zu sammeln“. Die Brutalität des Krieges verabscheute er zwar, war sich aber seiner speziellen Killerinstinkte bewusst: „Es liegt nicht jedem Menschen, im letzten Augenblick noch die volle Geistesgegenwart zu behalten, ruhig zu zielen über Visier und Korn und Kopf aufsitzen zu lassen. Diese Art Menschenjagd muss tatsächlich geübt werden.“ Um in der damaligen Zeit 80 Gegner vom Himmel zu holen, bedarf es schon einer gewissen Härte und inneren Kälte, im Film wird dagegen strikt fair agiert und romantisiert.

Das Ende Richthofens böte viel Raum zu Interpretationen. Nach seiner Kopfverletzung 1917 bekommt er einen Knacks in der Seele, wird unvorsichtig und noch trotziger. So folgt Richthofen am 21.4.1918 einem gegnerischen Anfänger viel zu nah über den feindlichen Stellungen und wird von australischem Bodenfeuer getroffen. Der Film verkürzt hier stark, lässt den Tod völlig offen. Wie konnte es zu solchem Leichtsinn kommen? Wieso hat Richthofen seine eigenen Regeln verletzt? Gab es Todessehnsucht? Viele interessante Fragen, die der Film nicht stellt.

Neben den hier schon angedeuteten Drehbuchschwächen gibt es auch Fehler in der Besetzung. Lena Headey als Krankenschwester und große Liebe Richthofens sieht zwar gut aus, ist für die Rolle aber schlicht zu alt. Ebenfalls zu alt erscheint Till Schweiger als Voss, der nicht so recht in die junge Garde passen will. Und Axel Prahl lässt General von Hoeppner zu einer Witzfigur verkommen. Sonst gehen die Schauspielleistungen in Ordnung, Matthias Schweighöfers (Richthofen) Können wurde nicht ausgereizt, Joseph Fiennes ist verschenkt. Optisch empfand ich den Film als gelungen. Die Flugszenen sahen spektakulär aus, die Ausstattung war prächtig. Die Kameraführung kann man als konventionell bezeichnen, was dem Thema angemessen erscheint. Ein bisschen mehr Innovation in der Machart hätte dem Film aber sicher nicht geschadet.

In Deutschland ist man handwerklich durchaus in der Lage, große (historische) Stoffe umzusetzen, scheitert aber (wie zum Teil die amerikanischen Vorbilder auch) an der Beherzigung der Grundlagen für einen guten Film. Das schlechte Drehbuch ist das Hauptmanko des Films, darüber können gute Ausstattung und schöne Optik nicht hinwegtäuschen. Der Rote Baron ist leider weder etwas für geschichtlich Interessierte, noch taugt er als spannender Unterhaltungsfilm. Schade um das viele Fördergeld!

Nur 3/10 Pillen zur Entwöhnung!

(auch auf kino.de)

Lola Visionen (Nachbetrachtung)

Veröffentlicht in Cinemanie, Geschwätzigkeit Mit Tags, , , , , , , , , , bei Mittwoch, 16. April 2008 von mediensucht

Hier der Vollständigkeit halber ein kleiner Rückblick auf die Veranstaltung Lola Visionen im Filmtheater am Friedrichshain vom 16.04.08 (heute):

Trotz geringer Werbemaßnahmen war die diesjährige Podiumsdiskussion der Regisseure der für den Deutschen Filmpreis nominierten Filme im Vergleich zum letzten Jahr recht gut besucht. Das Publikum bestand vorwiegend aus Filmschaffenden. Schade, dass mangels besserer Öffentlichkeitsarbeit der Abend eher den Charakter einer exklusiven Insiderveranstaltung hatte, was ja dem eigentlichen Gedanken dahinter widerstrebt.

Durch den Abend führte wiederum Heike-Melba Fendel, die durch immens lange Fragen mit extremen Verschachtelungen „glänzte“. Obwohl sie am Ende ihrer Frage nicht mehr wusste, worauf sie eigentlich hinaus wollte, gelang es ihr versehentlich erstaunlich gut, für eine interessante Plauderrunde zu sorgen. Da einige Regisseure der in der Hauptkategorie nominierten Filme verhindert waren, gesellten sich zu Robert Thalheim (Am Ende kommen Touristen) und Christian Petzold (Yella) noch die zwei Jugendfilmregisseure Armin Völckers (Leroy) und Anna Justice (Max Minsky und ich) sowie Dokumentarfilmerin Bettina Blümner (Prinzessinnenbad).

Nach der Vorführung kurzer Filmausschnitte ging es anfangs thematisch um die verschiedenen Werdegänge der Regisseure und ihre Beziehung zu den Drehorten ihrer aktuellen Filme. Daraus entwickelte sich eine Diskussion über Schauspielerführung, Drehbuchschreiben, die Zukunft des Films und den Unterschied zwischen Kino- und Fernsehproduktionen. Christian Petzold profilierte sich als selbstbewusster Filmemacher mit eigenen Methoden und Ansichten, die ich interessant fand, wenn ich auch nicht immer einer Meinung mit ihm war. Den Part des schelmischen und unbekümmerten „Witzboldes“, den letztes Jahr Marcus H. Rosenmüller innehatte, übernahm diesmal Armin Völckers, dessen teils schon recht einfache Ansichten mir am ehesten lagen. Ebenfalls sehr sympathisch erschien mir Anne Justice, die sich ordentlich einbrachte und, ihrer filmischen Herkunft bewusst, das Fernsehen verteidigte. Recht schüchtern beantwortete Robert Thalheim die Fragen, er kam mit der seltsamen Art der Fragenstellung durch Frau Fendel nicht sonderlich gut zurecht. Etwas suspekt kam mir Bettina Blümner vor, was aber weniger an ihrer Person als an ihrer Dokumentation lag. Ich bin der Meinung, dass Prinzessinnenbad ein erschreckendes Bild der deutschen Jugend zeigt und die Heldinnen als dumme, asoziale Gören outet. Blümner denkt aber, sie hätte eine Dokumentation über das Erwachsenwerden mit sympathischen Mädchen gedreht. Zudem wirkte sie als einzige Dokumentarfilmerin bisweilen als Fremdkörper in der Runde.

Insgesamt war diese Ausgabe der Lola Visionen wieder eine gerade für Filminteressierte äußerst lohnende Veranstaltung. Der Zuhörer erfuhr interessante Hintergrundinformationen bzw. witzige Insiderdetails und er lernte ganz unterschiedliche Typen von Menschen kennen, die es alle irgendwie zum Film geschafft haben. So war und ist Lola Visionen Information und Inspiration … und damit eigentlich etwas für ein größeres Publikum ;o)

LOLA Festival - LOLA Visionen

Veröffentlicht in Cinemanie Mit Tags, , , bei Donnerstag, 10. April 2008 von mediensucht

Da am 25. April der Deutsche Filmpreis (LOLA) verliehen wird, findet im Vorfeld wieder das LOLA Festival statt, auf dem die für den renommiertesten deutschen Filmpreis nominierten Filme nochmals gezeigt werden. Zudem gibt es am Mittwoch, den 16. April, eine Diskussionsveranstaltung mit den Regisseuren der fünf in der Hauptkategorie nominierten Filme.

Zunächst aber ein paar Worte zum Preis: Den Deutschen Filmpreis gibt es eigentlich schon seit 1951. Er wurde bis 2004 von einer Kommission aus Politikern und Kirchenvertretern bzw. vom Bundesinnenminister vergeben. Erst 2003 wurde die Deutsche Filmakademie gegründet, die nun nach Vorbild der amerikanischen Oscars die Preisträger durch ihre Mitglieder bestimmen lässt. Zunächst werden also aus einer Liste von Einreichungen die Nominierten für die verschiedenen Kategorien bestimmt. Mit einem zweiten geheimen Wahlgang ermittelt man dann die Gewinner der Kategorien. Die Preisevergabe findet am Ende bei einer festlichen Gala statt.

Die Nominierten stehen nun also fest. Vom 16. bis 20. April können die nominierten Filme der Kategorien „Bester Spielfilm“, „Bester Dokumentarfilm“ und „Bester Kinder- und Jugendfilm“ nochmals im Kino gesehen werden. Eine Liste der teilnehmenden Städte und Kinos gibt es hier. Das Programm steht auch fest und kann hier eingesehen werden.

Am 16. April findet im Filmtheater am Friedrichshain in Berlin um 19:30 Uhr die Diskussionsveranstaltung „LOLA Visionen“ statt, an der sich die Regisseure der für den Deutschen Filmpreis nominierten Filme beteiligen werden. Sie stellen ihre Filme vor, sprechen über ihre Arbeit und beantworten Fragen des Publikums. Für nur 5 € ist jeder Filmfan bei der Veranstaltung willkommen!

Die Regisseure bei LOLA Visionen: Bettina Blümner (PRINZESSINNENBAD), Anna Justice (MAX MINSKY UND ICH), Christian Petzold (YELLA), Robert Thalheim (AM ENDE KOMMEN TOURISTEN) und Armin Völckers (LEROY).

Noch ein Tipp für die Presseabteilung der Deutschen Filmakademie: Mit etwas mehr (cleverer) Werbung werden auch die Veranstaltungen um den Filmpreis herum ein Erfolg! ;-)

Kurzkommentare - März 2008

Veröffentlicht in Cinemanie Mit Tags, , bei Dienstag, 1. April 2008 von mediensucht

Im Tal von Elah (Sneak)
Thematisch nicht neu, aber in dieser Umsetzung durchaus interessant. Die für Haggis typische Symbolik darf natürlich auch nicht fehlen. Ein Manko war das teils unnötige Langziehen einiger Szenen, was sich negativ auf den Fluss auswirkte. So 7/10

No Country For Old Men
Zweite Sichtung. Ich kann beim besten Willen nichts finden, was ich den Coens anlasten könnte. Bleibt bei klaren 10/10

The Other Boleyn Girl
Nach der Berlinale noch mal in der Sneak gesehen. Das Konzept “Drama” geht wunderbar auf, deshalb kann man dem Film seine vielleicht etwas konservative Umsetzung nicht vorwerfen. Ein intensives Kammerspiel mit guten Darstellern! 8/10

Michael Clayton
Mmh! Weiß auch nach ein paar Tagen nicht, was ich davon halten soll. Mal sau-spannend, mal arg langgezogen, gute Schauspieler (wobei ich bei den Oscars klar Cate Blanchett für “I’m Not There” Tilda Swinton vorgezogen hätte), ordentliche Bilder von Elswit und eine durchwachsene Story, die mal fesselt, aber ab und zu auch verdammt altbacken daherkommt. Irgendwas zwischen 6/10 und 8/10

Juno (Sneak)
War doch ganz nett. Insgesamt zwar harmlos, aber oft witzig und erfrischend. Schöner seichter Unterhaltungsfilm ohne große Nachwirkung. 7/10

Machtlos - Rendition
Was habe ich mich aufgeregt! Ich weiß schon, warum ich kaum Politmagazine schaue. Die Umstände sind natürlich klar und der Film funktioniert meinem Hirn auch nur als Stichwortgeber. Dass es in der heutigen, angeblich zivilisierten und fortgeschrittenen Welt immer noch möglich ist, dass “gebildete” Verantwortungsträger Wirkung mit Ursache verwechseln und den gesunden Menschenverstand abschalten, wird mir nie begreiflich sein. Achja, der Film war insgesamt recht ordentlich, wenn auch vorhersehbar. Ohne Wertung.

Mal wieder Ratatouille
PIXAR rocken - in jeder Hinsicht: wunderschöne Geschichte, witzig, einfühlsam und technisch brillant umgesetzt!

Die Ermordung des Jesse James …
Zweite Sichtung und von Langeweile nichts zu spüren. Ja, der Film ist lang, dennoch möchte ich auf keine Szene verzichten, da sonst auch Tiefe verloren ginge. Der Film ist ein absolut faszinierendes Porträt zweier zweifelnder Gestalten, die mit dem Begriff Held versuchen umzugehen. Und wer die Brillanz von Deakins nicht erkennt, hat keine Ahnung, so!

Ansonsten: Serien, Serien, Serien … (siehe Kategorie)

How I Met Your Mother

Veröffentlicht in Serienjunkietum Mit Tags, , , , , , , , , , , , , , bei Donnerstag, 27. März 2008 von mediensucht

How I Met Your Mother (kurz HIMYM) ist eine amerikanische Sitcom, die in den letzten Tagen damit Schlagzeilen machte, dass Britney Spears darin eine kleine Rolle spielte und die Einschaltquote in die Höhe katapultierte. Eine hohe Zuschauerzahl hat die Serie wirklich verdient, aber nicht wegen Frau Spears, sondern weil sie witzig und sehr unterhaltsam ist. Die Show läuft zur Zeit mit der 3. Staffel in den USA und soll im Sommer oder Herbst auch in Deutschland auf Pro7 ausgestrahlt werden.

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Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es um einen Typen, der im Jahre 2030 seinen Kindern erzählt, wie er in „unserer“ Zeit, deren Mutter kennen lernte. Der Typ heißt Ted Mosby und ist Architekt. Schon in der ersten Folge verliebt sich Ted (Josh Radnor) in die Nachrichtensprecherin Robin Scherbatsky (Cobie Smulders). Die ersten Dates gehen aber derartig in die Hose, so dass die Beziehung im Folgenden zwischen Freundschaft und Liebe hin und her wechselt. Zudem wären da noch Teds bester Freund Marshall Eriksen (Jason Segel) und dessen Verlobte Lily Aldrin (die bezaubernde Alyson Hannigan), deren Beziehung anfangs ausgezeichnet zu funktionieren scheint. Eine Garantie für Lacher ist aber Barney Stinson (Neil Patrick Harris), der überall behauptet, Teds bester Freund zu sein und meist nur Frauen und Blödsinn im Kopf hat. Bei ihm reiht sich ein witziger Satz an den nächsten, weshalb er wohl die beliebteste Figur der Serie ist. Daneben gibt es immer wieder Gastauftritte von „Showgrößen“ wie Mandy Moore, Enrique Iglesias oder Heidi Klum und Stars aus anderen Serien.

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HIMYM wird als Sitcom ganz klassisch in Studios produziert und mit Bandgelächter versetzt. Auch mit der Grundkonstellation von fünf Freunden in New York und den Themen Liebe und Sex begeht HIMYM keine neuen Pfade. Die Serie ist in ihren Grenzen aber derart gut und abwechslungsreich geschrieben, dass man immer wunderbar unterhalten wird wie zu guten alten FRIENDS-Zeiten. Die Charaktere sind allesamt liebenswert und sympathisch, die Geschichten realitätsnah, ohne aber die für ein Comedyformat nötigen kleine Übertreibungen zu vergessen. Wer also mal wieder in die Welt der Sitcoms eintauchen will, sich mit fünf jungen New Yorkern anfreunden will oder einfach nur jeweils gute zwanzig Minuten prächtig unterhalten werden will, sollte sich How I Met Your Mother auf CBS online, aber spätestens demnächst auf Pro7 im TV anschauen. Viel Spaß!

Children Of Men

Veröffentlicht in Cinemanie Mit Tags, , , , , , , bei Mittwoch, 26. März 2008 von mediensucht

Da ich mit King Kong gerade bei Lieblingsfilmen bin, möchte ich allen, die ihn noch nicht gesehen haben, einen Film aus dem Jahr 2006 empfehlen: Children Of Men

Circus Maximus

children_of_men0.jpgAb und zu - und in letzter Zeit leider viel zu selten - passiert es, dass man aus dem Kino kommt und dieses Gefühl hat, das wohl ein Kind nach seinem ersten Zirkusbesuch haben sollte - zumindest in unserer Klischeevorstellung. Es ist ein Gefühl aus Staunen, teils aus Furcht (vor den Raubtieren etwa), teils aus Entzückung, das gerade eben Dargebotene noch nie zuvor so gesehen zu haben. So ein Gefühl ist in der heutigen Zeit mit ihrer Flut an Eindrücken aus den Massenmedien sicherlich nur noch schwer zu erzeugen, doch ab und zu gibt es Lichtblicke und The Children of Men von Alfonso Cuarón ist einer davon.

Cuarón wirft den Zuschauer augenblicklich ins Geschehen, ohne sich mit langen Erklärungen aufzuhalten. Er präsentiert ihm die wissenswerten Einzelheiten über Zeit, Ort und Lebensumstände der Menschen so nebenbei, gewissermaßen im Vorübergehen (und das ist wörtlich zu nehmen). So ist der Zuschauer sofort in der Geschichte involviert, wird gezwungen auf Details am Rande zu achten, um zu verstehen - eigentlich ein einfacher Trick, um die Konzentration des Zuschauers zu fordern.

Schon die erste Szene mit ihrem kleinen Schockmoment macht dem Zuschauer klar, wir befinden uns in naher Zukunft, die Zeiten sind rau geworden. Die Menschheit ist aus ungeklärten Gründen zeugungsunfähig geworden, das Chaos ist ausgebrochen, nur in England herrscht “dank” rigoroser Einwanderungspolitik eine vage Ordnung. Theo (Clive Owen) versucht dank einigermaßen geregelter Arbeit mit den Umständen zurecht zu kommen, wird aber mehr oder weniger zufällig mit einer Aufgabe betraut, die quasi lebenswichtig ist - für die ganze Menschheit!

Die (zumindest für mich) schon sehr interessante Geschichte ist bei einem guten Film die eine Sache. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die filmische Umsetzung. Hier setzt Cuarón Maßstäbe. Ich muss zugeben, dass ich eine solch brillante Arbeit seit langem nicht gesehen habe. Cuarón bzw. Bildgenie Emmanuel Lubezki ist mit der Kamera hautnah bei den Protagonisten. Es gibt duzende Szenen, die den Zuschauer direkt am Geschehen teilhaben lassen, ihn aufsaugen. Dabei nervt Cuarón nicht etwa mit übermäßig eingesetzter Wackelkamera, seine Kamera ist vielmehr permanent in Bewegung. Die Einstellungen sind teilweise endlos (ohne Schnitt). Oft ist mir der Mund offen geblieben vor Erstaunen, wie eine Szene wohl so umgesetzt werden konnte. Die Action ist teils hart und überraschend, sie macht einem regelrecht Angst. Insgesamt reiht sich fast eine beeindruckende Szene an die andere.

Fast nebensächlich mutet da die Feststellung an, dass sich auch die Schauspielerleistungen sehen und der Soundtrack hören lassen kann. Clive Owen als gehetzter und zweifelnder Held brilliert zum wiederholten Mal. Die Nebenrollen sind hochkarätig besetzt (Julianne Moore, Michael Caine). Der Score ist immer unterstützend und nie nervend, die eingesetzten Songs bieten kleine psychologische Oasen der Erholung.

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In meiner Schwärmerei bin ich geneigt, mehr vom Inhalt preiszugeben, mir juckt es in den Fingern, einzelne brillante Szenen zu beschreiben. Da dies aber eine einigermaßen spoilerfreie Werbung für den Film sein soll, ende ich mit der Aufforderung: Schaut Euch diesen Film (auf DVD) an und verpasst nicht eines der beeindruckendsten Filmerlebnisse des Jahres 2006! Willkommen im Circus Maximus!

10/10 Pillen zur Entwöhnung

(auch auf kino.de)

Rohe Ostern!

Veröffentlicht in Sucht des Tages Mit Tags, , , , bei Sonntag, 23. März 2008 von mediensucht

Nicht nur, dass vor gut zweitausend Jahren die Nagel- und Holzpreise schlagartig in die Höhe schossen – nein, es wurde auch das Ei erfunden. Zunächst gab es Schwierigkeiten, das Gelb genau in der Mitte zu platzieren. Außerdem hatte man mit der Verpackung Probleme, die bis heute noch nicht wirklich gelöst wurden. Vor einigen Jahren klärte man das daraus resultierende Transportproblem, in dem man einem knuffigen Hasen einen Korb auf den Rücken schnallte und das verwirrte Tierchen mit samt den Eiern durch die Welt schickte. Der wachsende Autoverkehr und eine Gruppe grüner Hippieaktivisten zwang die Industrie aber, die lebenden Hüpfer durch Schokohasen zu ersetzen, deren Hoppelgeschwindigkeit nun leider gegen Null tendiert. Achtet also im Straßenverkehr auf silbrig-glänzende Langohren mit Eierkörben und wischt den Schaden zur Not mit einem Lappen weg! Und: Eier gehören in den Ei-Pott (Neudeutsch für Eierbecher)! In diesem Sinne:

Das Mediensucht WebLog wünscht frohe Ostern!

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