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Kurzkommentare – Februar 2010

Posted in Cinemanie with tags , on Samstag, 27. Februar 2010 by mediensucht

Im Februar gab’s zum normalen Programm noch ein paar Berlinale-Filme, die hier zuerst stehen:

La Pivellina
Halbdokumentarischer Film über eine Zirkusfamilie, der ein Kind zuläuft, was ziemlich langweilig und uninteressant ist. 3/10

I`m In Trouble
Belanglose Geschichte eines Koreaners, der mit dem Leben nicht zurecht kommt. Leider wird der komödiantische Ton des Anfangs im Weiteren vernachlässigt, was dem Film nicht gut tut. 4/10

Sex&Drugs&Rock&Roll
Andy Serkis in Höchstform, teilweise aber mit Tendenz zum Overacting. Das Musikerporträt des ziemlich unsympathischen Ian Dury bleibt leider in den gewohnten Bahnen, nur ein paar nette Spielereien bilden einen Rahmen um die sonst sehr konventionelle Verfilmung. 6/10

Red Hill
Recht einfacher, aber doch sehr atmosphärischer „Western“ aus Australien, bei dem es blutig und recht spanndend zugeht. 7/10

A Woman, A Gun And A Noodle Shop
Eine kleine Hommage an den Coen-Brüder-Erstling „Blood Simple“ mit vielen Anleihen und Referenzen. Yimous Variante spielt allerdings im alten China. Der Regisseur bleibt optisch seinem Stil treu. Mit wunderbaren Bildern zaubert er die mit Slapstick gespickte Handlung auf die Leinwand. Prima! 9/10

Greenberg
Ein unsympathischer „Held“ in einer teils schrägen, teils plumpen Geschichte, die von Beziehungs- und Lebensunfähigkeit handelt. Mittelmäßig! 5/10

A Somewhat Gentle Man
Erfrischend zynischer norwegischer Film mit Stellan Skarsgard im Coen-Brüder-Stil, gemischt mit der kühlen skandinavischen Sturheit. Gut. 8/10

Caterpillar
Überaus penetranter Apell gegen den Krieg, der mit ewig gleichen Szenen die psychologischen Auswirkungen des Krieges demonstriert. Eine Frechheit für den Zuschauer! 1/10

Die Frisöse
Durchgeknallter und mit zu vielen Klischees gespickter Film von Doris Dörrie, dessen Hauptdarstellerin es aber trotzdem irgendwie schafft, sympathisch zu erscheinen. So 7/10

Der Räuber
Kühle Analyse eines gestörten Langstreckenläufers, der mit Banküberfällen sein Geld „verdient“. Insgesamt bleibt der Film aber ebenso unnahbar wie seine Hauptfigur. 5/10

Der Ghostwriter
Ein Politikthriller von Roman Polanski ohne wirkliche Höhepunkte, der es aber dennoch schafft, durchgehend eine spannende Atmosphäre aufzubauen und selten zu langweilen. 7/10

Shutter Island
Spannender und gewitzter Psychothriller von Scorsese mit einem glänzenden DiCaprio fast perfekt gemacht. Kann man beinahe schon erwarten vom Altmeister. Fein! 9/10

Sherlock Holmes
Amüsante und temporeiche Variante des klassischen Stoffes mit zwei bestens aufgelegten Hauptdarstellern. Regisseur Ritchie schafft es aber nicht, wirkliche Höhepunkte zu setzen. Dennoch unterhaltsam! 7/10

Wolfman
Klassisch gemachter Bestienthriller mit vielen Referenzen an das Genre, dem es aber an eigener Raffinesse fehlt. Belanglose Hommage. 5/10

Top10-Listen 2009 (Film)

Posted in Cinemanie with tags , , , on Samstag, 6. Februar 2010 by mediensucht

Bevor ich meine TOP-Filmliste 2009 veröffentliche, hier ein paar Top10-Listen zu verschiedenen Kategoriene, die sich natürlich nur auf die Filme beziehen, die ich tatsächlich aus dem Jahr 2009 bereits gesehen habe.

Hauptdarstellerinnen

1. Anne Hathaway in Rachels Hochzeit
2. Heike Makatsch in Hilde
3. Penélope Cruz in Zerrissene Umarmungen

4. Kate Winslet in Zeiten des Aufruhrs
5. Kate Winslet in Der Vorleser
6. Johanna Wokalek in Die Päpstin
7. Mélanie Laurent in Inglourious Basterds
8. Keira Knightley in Die Herzogin
9. Naomi Watts in The International
10. Maya Rudolph in Away We Go

Hauptdarsteller

1. Leonardo DiCaprio in Zeiten des Aufruhrs
2. Sean Penn in Milk
3. Sharlto Copley in District 9

4. Christian Ulmen in Maria, ihm schmeckt´s nicht!
5. Henry Hübchen in Whisky mit Wodka
6. Vincent Cassel in Public Enemy No. 1
7. Mickey Rourke in The Wrestler
8. John Krasinski in Away we go – Auf nach irgendwo
9. Joseph Gordon-Levitt in (500) Days of Summer
10. Lee Pace in The Fall

Nebendarstellerinnen

1. Marisa Tomei in The Wrestler
2. Emily Blunt in Sunshine Cleaning
3. Blanca Portillo in Zerrissene Umarmungen

4. Rosario Dawson in 7 Leben
5. Christina Applegate in The Rocker
6. Rose Byrne in Knowing
7. Nadja Uhl in Männerherzen
8. Sigourney Weaver in Avatar
9. Julia Ormond in Der seltsame Fall des Benjamin Button
10. Zoe Saldana in Star Trek

Nebendarsteller

1. Christoph Waltz in Inglourious Basterds
2. August Diehl in Inglourious Basterds
3. Josh Brolin in Milk

4. Zachary Quinto in Star Trek
5. Sylvester Groth in Whisky mit Wodka
6. Ulrich Tukur in Das weiße Band
7. Zach Galifianakis in Hangover
8. Jeffrey Dean Morgan in Watchmen
9. Michael Shannon in Zeiten des Aufruhrs
10. Jack White in It might get loud

Ensemble

1. Inglourious Basterds
2. Das weiße Band
3. Milk

4. Watchmen – Die Wächter
5. Public Enemies
6. Der seltsame Fall des Benjamin Button
7. Star Trek
8. Sunshine Cleaning
9. State of Play
10. Inside Hollywood

Special Effects

1. Avatar – Aufbruch nach Pandora (James Cameron)
2. Der seltsame Fall des Benjamin Button (David Fincher)
3. 2012 (Roland Emmerich)

4. District 9 (Neill Blomkamp)
5. Star Trek (J.J. Abrams)
6. Watchmen – Die Wächter (Zack Snyder)
7. Harry Potter und der Halbblutprinz (David Yates)
8. The Fall (Tarsem Singh)
9. The Spirit (Frank Miller)
10. Transformers – Die Rache (Michael Bay)

Drehbuch

1. Quentin Tarantino für Inglourious Basterds
2. Michael Haneke für Das weiße Band
3. Justin Haythe für Zeiten des Aufruhrs

4. David Hayter, Alex Tse für Watchmen – Die Wächter
5. Pedro Almodovar für Zerrissene Umarmung
6. Peter Docter, Bob Peterson für Oben
7. Tony Gilroy für Duplicity – Gemeinsame Geheimsache
8. Simon Beaufoy für Slumdog Millionär
9. Eric Singer für The International
10. Dustin Lance Black für Milk

Kameraführung

1. Colin Watkinson für The Fall
2. Robert Richardson für Inglourious Basterds
3. Larry Fong für Watchmen – Die Wächter

4. Claudio Miranda für Der seltsame Fall des Benjamin Button
5. Anthony Dodd Mantle für Slumdog Millionär
6. Brandon Trost für Crank 2: High Voltage
7. David Higgs für Rock’N’Rolla
8. Frank Griebe für The International
9. Christian Berger für Das weiße Band
10. Dan Mindel für Star Trek

Regie

1. Quentin Tarantino für Inglourious Basterds
2. Tarsem Singh für The Fall
3. Zack Snyder für Watchmen – Die Wächter

4. Danny Boyle für Slumdog Millionär
5. Michael Haneke für Das Weiße Band
6. J.J. Abrams für Star Trek
7. Guy Ritchie für Rock’N’Rolla
8. Tom Tykwer für The International
9. Ali Samadi Ahadi für Salami Aleikum
10. Kathryn Bigelow für Tödliches Kommando – The Hurt Locker

Größte Enttäuschung

1. Che – Revolucion (Steven Soderbergh)
2. Der seltsame Fall des Benjamin Button (David Fincher)
3. 2012 (Roland Emmerich)

4. Julie & Julia (Nora Ephron)
5. Die Päpstin (Sönke Wortmann)
6. Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (Tony Scott)
7. Terminator – Die Erlösung (McG)
8. Public Enemy No. 1 – Todestrieb (Jean-François Richet)
9. Sunshine Cleaning (Christine Jeffs)
10. Hangover (Todd Phillips) Weiterlesen

Kurzkommentare – Januar 2010

Posted in Cinemanie with tags , on Mittwoch, 3. Februar 2010 by mediensucht

Soul Kitchen
Sehr guter Hamburg-Film mit Tempo, Witz, Dramatik und gut aufgelegten Schauspielern, der sehr viel Spaß macht. 9/10

Das Kabinett des Dr. Parnassus
Für einen Gilliam erstaunlich logisch, wenn auch typisch skurril und fantasievoll. Ledgers Tod wird gut durch die „Ersatz“-Schauspieler und die eingebauten Storytricks kompensiert. Hat mir gut gefallen. 7-8/10

Boogie Nights
Erste Sichtung überhaupt. Die langen Kamerafahrten und die „schwebende“ Inszenierung haben mich gleich begeistert. Trotz seiner beachtlichen Laufzeit gibt es kaum Längen. Für mich neben „Punch Drunk Love“ der beste PT Anderson. 8-9/10

Rescue Dawn
Christian Bale praktiziert mal wieder Method-Acting in diesem Überlebensfilm von Werner Herzog. Leider bleibt die Inszenierung relativ ereignisarm und uninspiriert. Hat man irgendwie schon ein duzend Mal in ähnlicher Weise gesehen. Schade um die Mühen. 6/10

Catch A Fire
Erstaunlich unpathetisch erzähltes Anti-Apartheidsdrama, das sich aber zu wenig Zeit für seine Charaktere nimmt. Insgesamt eher mittelmäßig. 6/10

Rachels Hochzeit
Relativ intensiv vorgetragenes und mit großartigen Schauspielerleistungen überzeugendes Familiendrama, das durch seine dämliche Wackelkameraführung wieder einiges an Atmosphäre kaputt macht. Ich muss nicht andauernd daran erinnert werden, dass ich gerade einen Film sehe. 7/10

Dazu noch etliche Serienfolgen (Heroes, How I Met Your Mother, Chuck, Dexter, Desperate Housewives, Better Off Ted etc) gesehen.

Kurzkommentare – Dezember 2009

Posted in Cinemanie with tags , , , , on Dienstag, 5. Januar 2010 by mediensucht

Zunächst wünsche ich ein gesundes neues Jahr!

Da ich ja bekanntlich einen kleinen Cinemaxx-Boykott gestartet habe, hielten sich meine Kinobesuche im Dezember in Grenzen. Mit 2012 testete ich ein kleineres Kino in der Nähe. Dazu kam eine Sneak im FaF in Berlin. Mit meinem Avatar-Besuch musste ich dann aus Mangel an Alternativen meinen Boykott kurz unterbrechen, der dieses Jahr sowieso etwas aufgeweicht wird – dazu liebe ich Kino einfach zu sehr. Hier die Eindrücke in Kurzform:

2012
Optisch tatsächlich ab und zu sehr beeindruckend, sonst bleibt der Film aber weit hinter Day After Tomorrow zurück. Auch ein Katastrophenfilm muss und kann inhaltlich mehr bieten. 2012 bleibt da sehr schwach. 3/10

Avatar 3D
Ähnliches Problem wie bei 2012. Optisch setzt der Film aber Maßstäbe! Brillante Animationen und atemberaubender Detailreichtum können leider nicht über die dünne Geschichte und vor allem die eindimensionalen und platten Charaktere hinwegtäuschen. Da ist teilweise Fremdschämen angesagt. Komischerweise bleibt Avatar aber dennoch ein beeindruckendes Kinoerlebnis. 7-8/10

Triff die Elisabeths
Dämliche französische Variante von Cool Runnings. Schwarze Familie fährt in den Ski-Urlaub in die Berge und stellt sich dabei sehr seltsam an. Kein dummes Klischee wird ausgelassen. Blödsinn! 2/10

Kurzkommentare – November 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Sonntag, 6. Dezember 2009 by mediensucht

Männerherzen
Positive Überraschung! Unterhaltsame und äußerst sympathische deutsche Dramödie mit gutem Tempo und einer guten Mischung aus witzigen und anrührenden Szenen. 8/10

All Inclusive
Ziemlich wortlastige Beziehungskomödie, die eher von ihren Schauspielern lebt, als inhaltlich zu fesseln. Streckenweise recht amüsant, oft werden aber die Klischees zu überstrapaziert. Dennoch so kurzweilig, dass der Film nicht weh tut. 6/10

Salami Aleikum
Wunderbar durchgeknallte Culture-Clash-Komödie mit einigen Längen, die aber durch den starken Bollywoodanstrich und die erfrischende Machart fast durchweg begeistern kann. 7/10

Nur drei Mal im Kino im Monat November! Warum? Dazu im nächsten Beitrag mehr …

Kurzkommentare – Oktober 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Sonntag, 1. November 2009 by mediensucht

Das weiße Band
Beeindruckendes Erziehungsdrama von Michael Haneke, das ordentlich an die Nieren geht. Gute schauspielerische Leistungen und das Fehlen von musikalischer Untermalung schaffen eine beklemmende Atmosphäre aus Spannung und Angst. Ein sehr interessanter Versuch, den Ursachen für das Starkwerden des Nationalsozialismus auf die Spur zu kommen. Nur schlechte Ausleuchtung trübt den Eindruck etwas. 9/10

(500) Days of Summer
Nette Liebesgeschichte, die mal nicht die üblichen Hollywoodpfade beschreitet. Die Mitte des Film hat einige Längen und wirkt teilweise zu gewollt „anders“. Sonst ist der Film aber amüsant und anrührend und das „Paar“ erfrischend schräg und sympathisch. 7/10

Die Päpstin
Die extrem naive Erzählweise (Kindermärchen) und die konventionelle Inszenierung wird der doch recht interessanten Geschichte nicht gerecht. Da bringen auch gute Schauspieler und opulente Ausstattung nichts. Schade! 4/10

Away we go
Mendes goes Independent Movie und auch das macht er wieder hervorragend! Ein durchgängig äußerst sympathischer Film mit sympathischen „Helden“, denen die Facetten des Lebens vorgeführt werden und die dabei einen eigenen Weg finden wollen. Schön! 8/10

All The Boys Love Mandy Lane
Bis auf den zugegebenermaßen netten Schluss ein ziemlich langweiliger Scheiß, den kein Mensch braucht. 2/10

live on stage: Jennifer Rostock, a-ha, Maximo Park und Muse samt Vorgruppen (alle großartig bis auf The Horrors)

Kurzkommentare – September 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Sonntag, 11. Oktober 2009 by mediensucht

Wie öfter viel zu spät: Der September-Filmrückblick

G.I. Joe
Selten dämliche Spielzeugverfilmung mit uninspirierter Handlung und schlechten Effekten. Dennis Quaid macht nur noch Mistfilme. 1/10

Julie und Julia
Langweilige Lebenswegfindungsgeschichte mit einer süßen Amy Adams und einer unterforderten Meryl Streep. Zu wenig anrührende Momente und zu wenig gutes Essen. 4/10

It Might Get Loud
Schon interessant, wie diese drei verschiedenen Typen an das Thema Stromgitarrenmusik heran gehen. Mir haben aber die Spannungen (positiv oder negativ) zwischen den Musikern gefehlt, die wohl da waren, durch die konservative Machart der Doku aber größtenteils ausgeblendet wurden. 6-7/10

Whisky mit Wodka
Ein gutes Ensemble in einem typischen Dresen-Film, in dem es ums Altwerden geht. Typische amüsante und psychologische Herangehensweise von Dresen an das Thema. Nett! 7/10

Destrict 9
Witziger, aber auch politisch interessanter Ansatz, dieses Genre (SciFi) zu bearbeiten. Gute Umsetzung, wenngleich der Film gegen Ende hin seinen anfangs beschrittenen Weg verlässt und in Richtung Actionballerdrama geht. Insgesamt großartige Unterhaltung. 8/10

Oben
Guter Animationsfilm mit brillantem Anfang, der aber gegen Ende hin wie schon Wall-E zu sehr auf Action und Klamauk setzt. „Ratatouille“ bleibt vorerst unerreicht. 7/10

Wild at Heart
Durchgeknallter Roadmovie von David-Lynch als Mischung aus Gaga-Komödie und Liebesdrama mit wunderbar grenzdebilen Dialogen, abgedrehtem Overacting, großartigen Bildern und einem schrägen Soundtrack. Macht Spaß! 8/10

Pelham 123 (der aktuelle von Scott)
Ab und zu mit witzigen Sprüchen unterhaltend, selten spannend und viel zu vorhersehbar, da völlig ohne Überraschungen und Wendungen. Die fast schon üblichen Logiklöcher sind teilweise tiefer als die Schlaglöcher in Deutschlands Straßen. Trotz niedriger Erwartungen ziemlich enttäuschend. 4/10

Inglourious Basterds

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , on Montag, 24. August 2009 by mediensucht

inglourious_basterds_1Quentin Tarantino ist neben M. Night Shyamalan und Michael Mann wohl einer der missverstandensten Regisseure unserer Zeit. Kill Bil 2, Death Proof und nun wieder Inglourious Basterds rufen zum Teil Unverständnis hervor, hauptsächlich geschürt durch falsche Erwartungen. Dabei sollte doch schon seit Reservoir Dogs klar sein, worauf es Tarantino ankommt. Und das sind eben nicht nur flotte Sprüche und Splatteraction. Regelmäßige Verwirrung stiften dabei auch die Vorabtrailer, die etwas anderes suggerieren und damit vielleicht Publikum anlocken, das nur enttäuscht werden kann. So gesehen verwundern die nicht erwartungsgemäßen Zuschauerzahlen der letzten Tarantinofilme wenig. Ich zähle mich inzwischen gern zu den „Tarantinojüngern“ und gebe daher zu, nicht ganz objektiv an das Thema heranzugehen. Andererseits laufe ich dabei auch Gefahr, dass meine hohen Erwartungen enttäuscht werden. Zum Glück war das bei Inglourious Basterds nicht der Fall – im Gegenteil!

Tarantino probiert sich immer wieder gern an neuen Genres des Films und bedient sich dabei ebenso gern zahlreicher Filmzitate aus der Filmgeschichte. Nach Gangsterfilm, Pulp Fiction, Black Power-Hommage, Rache-Epos und 70er-Trash-Referenz sehen wir nun Tarantinos Version eines Kriegsfilms. Der ausgewiesene Film-Nerd belässt es aber nicht bei einem Genre, sondern vermischt seinen Kriegsfilm mit Western und – thematisch naheliegend – mit deutschen Vorkriegs- bzw. Nazifilmen. Der Westerneinschlag ist unübersehbar und berührt damit uramerikanische Freiheitsgefühle. Die titelgebenden „Inglourious Basterds“ sind ein Haufen jüdischer „Cowboys“ und ihr nuschelnder Anführer Aldo Raine (Brad Pitt), die ins nazibesetzte Frankreich eingeschleust werden und fortan auf Nazijagd gehen. Sie sollen bei den Nazis Angst und Schrecken verbreiten, was sie mit ihren brutalen Methoden auch schaffen. Ganz uramerikanisch skalpieren sie ihre Opfer, was Tarantino auch genüsslich zeigt. Krieg ist eben kein Zuckerschlecken. Faszinierend dabei ist, dass es sich bei den Basterds vorwiegend um durchgeknallte Milchbubis handelt. Der psychisch labilen Naziführung mit ihren 08/15-Visagen werden ebenso durchgeknallte Normalos gegenübergestellt.inglourious_basterds_2

Die Basterds sind aber – entgegen den Vermutungen, die man nach Ansicht der Trailer haben könnte – nur ein kleiner Teil des in fünf Kapitel eingeteilten Films. Eigentlicher „Star“ des Films ist SS-Oberst und Judenjäger Hans Landa, der von Christoph Waltz so meisterhaft gespielt wird, dass er alle anderen Mitwirkenden in den Schatten stellt. Landa ist der Gegenentwurf zu den Basterds. Er handelt intelligent und gerissen, verlegt den Terror in den Kopf der Opfer und ist damit weit unberechenbarer als die Basterds. Schon das erste Kapitel ist auf psychischer und inszenatorischer Ebene eine Wucht. Inszeniert wie ein Revolverduell im Wilden Westen, versucht Landa einen französischen Bauern nach dem Versteck einer jüdischen Familie auszufragen. Es dominieren Detailaufnahmen, die auch kleineste Gefühlsregungen in den Gesichtern zeigen. Landa ist ruhig und freundlich, der psychologische Druck, den er ausübt, aber gewaltig. Sergio Leone hätte seine Freude an der Szene.

inglourious_basterds_3

Achtung: Spoiler – Der nächste Abschnitt verrät das Ende des Films.
Als die Naziführung in einem kleinen französischen Kino die Premiere eines Heldenfilmes feiern will, bietet sich den Basterds die einmalige Chance, die komplette Führungsriege der Nazis mit einem Schlag auszulöschen. Sogar Hitler höchstpersönlich hat sein Erscheinen angekündigt. Allerdings stellen sich die Basterds alles andere als clever an. Auch die französische Kinobesitzerin plant – vorwiegend aus Rachegelüsten gegen die Mörder ihrer Familie – eine feurige Überraschung. Natürlich ist es konsequent von Tarantino, dass am Ende beide Pläne aufgehen und die Geschichte umgeschrieben wird. Damit kann ich zwar leben, das Scheitern der Basterds und der Triumph der Kinobesitzeren hätten mir aber besser gefallen. Cleverness siegt über rohe Gewalt. Wunderbar dagegen die Wahl der Örtlichkeit. Tarantino opfert „sein“ Kino, um das Übel zu vernichten. Auch in der Inszenierung des Showdowns bedient sich Tarantino bei den großen deutschen Filmen der Vorkriegszeit (z.B. Metropolis).
Spoiler-Ende

Neben Waltz sind noch eine Reihe anderer deutschsprachiger Schauspieler zu sehen, die aber mehr oder weniger hinter Waltz abfallen. Am Nahesten kommt ihm noch August Diehl, der einen ähnlich cleveren SS-Mann spielt. Diane Heidkrüger (fka. Kruger) als deutsches Starlet steht im Schatten von Mélanie Laurent, die als Kinobesitzerin Shoshanna Dreyfus nicht nur optisch fasziniert. Tarantinos Kumpels Brad Pitt und Eli Roth dürfen sich mal austoben und nach Herzenslust nuscheln bzw. ballern. Mit Robert Richardson an der Kamera lässt Tarantino optisch nichts anbrennen. Musikalisch bedient er sich bei Altbekanntem – Westernklänge, die es etwa schon in Kill Bill 2 ähnlich zu hören gab, und martialisches Schlachtengetöse deutscher Propagandafilme.

inglourious_basterds_4

Quentin Tarantino liefert mit Inglourious Basterds einen für ihn typischen Film ab – mit all den Zitaten und Selbstzitaten –, lässt aber eine Entwicklung und vor allem eine qualitative Steigerung erkennen. Optisch waren seine Filme immer schon sehenswert, besonders erwähnenswert sind bei Tarantinos neuestem Werk aber die ausgefeilten Dialoge, die interessanten Charaktere und auch eine gewisse inhaltliche Tiefe, die den Zuschauer auch noch eine Zeit lang nach der Sichtung mit dem Film beschäftigt (so denn der Zuschauer überhaupt dazu fähig ist). Ein großes Kompliment geht nochmals an Christoph Waltz, den man für seine Leistung mit Preisen überschütten sollte. Und damit nehme ich das Wort dann auch in den Mund und bezeichne „Inglourious Basterds“ als Meisterwerk.

M10

Kurzkommentare – Juli 2009

Posted in Cinemanie with tags , , on Freitag, 7. August 2009 by mediensucht

Etwas verspätet und wetter- bzw. urlaubsbedingt ziemlich spärlich:

Harry Potter und der Halbblutprinz
Hat mir insgesamt doch recht gut gefallen, obwohl der Film weniger auf Action setzt und vielmehr versucht, das Zwischenmenschliche in den Vordergrund zu stellen. Das gelingt erstaunlich oft, wenn es auch teilweise ins Alberne geht. Leider kam die Riddle-Story etwas zu kurz. 6-7/10

Wanted
Ist rein optisch ein sehr unterhaltsamer Film, wenn da nicht diese dämliche Geschichte mit ihrer bedenklichen Aussage wäre. Und die Jolie ist definitiv nicht schön! 4/10

Brüno
Fand ich einen Tick besser als Borat, weil er zielgenauer bloßstellt und weniger albern ist. Dennoch nicht ganz mein Humor. 6/10

Transformers 2
Die Schauwerte ermüden spätestens nach einer Stunde. Die plumpe Story und die eintönige Action dominieren über ein paar wenige gute Szenen. Kann man sich sparen! 3/10

Selbst ist die Braut
Hatte mal Lust auf eine klassische RomCom und wurde nicht enttäuscht. Besonderes gibt es allerdings nicht zu erwähnen. Seichte Story recht witzig verarbeitet mit den üblichen Genrebestandteilen. Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich gegen Sandra Bullock nicht wirklich etwas sagen kann, weil die mir schon immer sympathisch ist … ;o) 6-7/10

Kurzkommentare – Mai und Juni 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Dienstag, 30. Juni 2009 by mediensucht

Ich brauche Urlaub. Nicht einmal zum Bloggen komme ich noch. Ein paar Tage muss ich auf den Urlaub noch warten. Damit im Juni wenigstens noch ein Beitrag hinzukommt, hier die Kurzkommentare zu den Filmen, die ich im Mai (den Beitrag hatte ich damals vergessen) und Juni sah:

Wolverine
Fand ich gar nicht schlecht. Kann aus objektiven Gesichtspunkten nicht mal sagen, warum das so ist. Ich habe mich jedenfalls subjektiv gut unterhalten gefühlt. 7/10

Duplicity
Technisch fein umgesetztes, verzwicktes Gaunerstück, dass doch einiges Mitdenken vom Zuschauer abverlangt. Aber allein die Dialoge zwischen Owen und Roberts sind schon sehr unterhaltsam. Gut! 7-8/10

Schwarze Schafe
Ziemlich abgedrehter Episodenfilm, teilweise lustig, teilweise doof, teilweise sehr unterhaltsam, teilweise zu gewollt. 6/10

Star Trek
Größtenteils gelungener Neuanfang mit viel Action und Humor, der richtig Spaß macht (siehe hier). 9/10

Knowing
Unlogischer Sciencefictionblödsinn mit ein paar Schauwerten, vielen Klischees und einer strunzdummen Geschichte! 2/10

Die Herzogin
Schönes Kostümdrama mit einer zu dürren Keira Knightley. 8/10

Public Enemy No.1 – Mordinstinkt (Teil 1)
Spannendes und kurzweiliges Kriminellenporträt aus Frankreich mit ordentlich Action, das kurz vor dem Abspann zuviel aus dem 2. Teil verrät. 7-8/10

Illuminati
Besser, als erwartet. Vom Thema für mich sowieso interessant, ist der Stoff auch recht ordentlich umgesetzt und Hanks stört mich weniger in der Rolle als noch im 1. Teil. 6/10

Trauzeuge gesucht
Hatte mir von Jason Segel und Paul Rudd mehr erwartet. Dünne Story mit den üblichen Lovestory-Elementen. Langweilig! 3/10

Kung Fu Panda
Technisch brillant, nur inhaltlich für mich nicht so spannend. Insgesamt noch einigermaßen unterhaltsam. 6/10

Battlestar Galactica aus 1978
Hat schon erstaunlich viel Staub angesetzt. Trotz schlechter Effekte und übelster Schauspielerei war es dennoch interessant zu sehen, was die Grundlage für die beste Scifiserie der letzten Jahre war. 4/10

Terminator: Die Erlösung
Gute Action als Teil einer ziemlich platten Story. Man hätte sich vielleicht auf eine Hauptfigur konzentrieren sollen, wobei hier Wright wesentlich interessanter ist als Connor. Die arme Bryce Dallas Howard ist total verschenkt. Knappe 4/10 (genauer hier)

Sunshine Cleaning
Mir war nicht ganz klar, was der Film eigentlich wollte. Er zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben zweier Schwestern, die versuchen, mit ihrem Leben klar zu kommen. Zu offensichtlich auf Independentmovie gemacht, dafür aber zu wenig einnehmend. 6/10

Public Enemy No.1 – Todestrieb
Leider in allen Belangen schlechter als Teil 1. Die Action ist weniger mitreißend, die Figuren gröber gezeichnet, der innere Zusammenhang lockerer, weil wild aneinandergereihte Ereignisse/Szenen. So 5/10.

Drag Me To Hell
Nimmt sich zu ernst, um von mir ernst genommen zu werden. Klischees in Massen, nur wenige gute Szenen, größtenteils vorhersehbar und langweilig. Die kurzen augenzwinkernden Momente haben mir noch am Besten gefallen. Nicht mein Genre. 2/10

Die Welle
Recht ordentlich umgesetztes und zeitgemäßes Remake mit einem immer noch aktuellen Thema. 7/10

Revolver
Typischer Ritchie, der allerdings am Ende einen auf Lynch macht, was ihm nicht unbedingt gut bekommt. Hat trotzdem über weite Strecken Spaß gemacht. 7/10

Mamma Mia
Völlig durchgeknalltes Abba-Musical, das im Gegensatz zu „Across the universe“ weniger auf Historie und mehr auf Blödelei setzt. Nicht wirklich mein Fall. 3/10

Che – Revolucion (Teil 1)
Viel zu schwarz/weiß gemalter erster Teil, der Che viel zu positiv darstellt. Der Ansatz, die Geschichte strikt nach Ches Tagebüchern zu erzählen, ist da schon der falsche Ansatz. Habe wenig Hoffnung, dass es der zweite Teil besser macht, und uns noch etwas vom wahren Che (dem Verbrecher) zeigt. Die filmische Umsetzung ist einigermaßen OK. Erst einmal ohne Wertung.

edit:
State of Play
Etwas zu gewollt gesellschaftskritisch wirkender, aber durchaus spannender Medienthriller mit Starbesetzung. 7/10

Limits of Control
Ähm, ja!?!

Star Trek (2009)

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , , , on Dienstag, 12. Mai 2009 by mediensucht

Star-Trek-1Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Er gewöhnt sich an so ziemlich alles. Der Kinozuschauer muss neuerdings immer mehr schlechte Filme ertragen (Frühjahrsloch?), darum soll es hier aber zum Glück nicht gehen. Kinofilmserien sind eher selten. In den letzten Jahren gab es davon eigentlich nur zwei. James Bond steht schon seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts in über 20 Filmen seinen Mann. Ende der 70er hatte dann Star Trek: Der Film Premiere. Die auf einer Fernsehserie basierende Reihe brachte es mit größeren Pausen auf 10 Filme. Bei Paramount hatte man sich an die Einnahmen aus den Star Trek-Filmen und den Serien gewöhnt. Nachdem aber die Prequel-Serie Enterprise trotz guter Qualität im TV scheiterte und die „Nächste Generation“ im Kino schon zu alt war, entschied man bei Paramount, ausgerechnet dem „Serientäter“ J.J. Abrams, der zuvor eigentlich mit Star Trek nichts am Hut hatte, das Heft in die Hand zu geben. Wie bei Bond dachte man an ein Prequel, frei nach dem neuerdings modernen Rezept: Wie alles begann …!

Es ist ein großer Vorteil der Produktionen aus Amerika, dass man, wenn einmal Malz und Hopfen verloren sind, gern etwas riskiert, um den Karren aus dem Dreck zu holen. Abrams bekam weitestgehend freie Hand. Seine Drehbuchautoren schrieben eine Paramountvorlage nach Abrams Wünschen um. Aus Sorge vor unfreiwilliger Komik sollte echter Humor ein Bestandteil werden. Um eine gute Portion Action muss man sich bei Abrams sowieso keine Sorgen machen. Bei den Hauptrollen entschied man sich gegen die großen Namen (Matt Damon war einmal als Kirk im Gespräch) und für größere Ähnlichkeit zu den Originalcharakteren. Ganz unbekannt sind die Schauspieler aber nicht, die wir auf der Leinwand zu Gesicht bekommen. Man griff beispielsweise im Pool der Seriendarsteller zu. Heroes-Bösewicht Zachary Quinto kommt nicht nur einem jungen Spock sehr nahe, er hat auch kaum noch etwas mit dem Heroes-Monster Sylar gemeinsam. Herr der Ringe-Eomer Karl Urban spielt „Pille“-McCoy, Shaun of the Dead Simon Pegg gibt den Scherzkeks Scotty, House-Blondine Jennifer Morrison gebärt als Kirks Mutter. Als letzter Posten wurde Chris Pine (debütierte in Emergency Room) als Kirk gecastet, der seine Sache ordentlich macht. Neben Leonard Nimoy, der eine kleine Rolle als alternder Spock hat, ist Eric Bana als Bösewicht Nero der einzige große Name des Ensembles.

Star-Trek-3

Die Geschichte an sich ist eine typische Sciencefictionstory mit den fast schon üblichen Raum-Zeit-Spielereien. Das Schöne ist aber, dass sich Abrams neben all der für Star Trek fast schon unüblichen Action Zeit für seine Charaktere nimmt. Zwar kann nicht jedes Mitglied der Crew ausführlich beleuchtet werden, doch gerade Kirk und Spock kommen dem Zuschauer erstaunlich nahe. Natürlich gibt es noch ausreichend Raum für Fortsetzungen. Die Mischung stimmt hier aber schon hervorragend. Dialoge und Actionszenen sind ausgezeichnet getimt. Übermäßig viele Gedanken über die Rachegeschichte des Nero sollte man sich allerdings nicht machen. Sie dient wirklich nur als Aufhänger, uns die Charaktere näher zu bringen und vor allem die Beziehungen der Figuren untereinander anzulegen und auszubreiten.

Der Neubeginn von Star Trek ist also insgesamt als durchaus gelungen zu bezeichnen. Abrams macht vieles richtig und nur wenig falsch. Der Film überzeugt durch gute Action, Humor und Charaktertiefe, ist spannend und dynamisch erzählt. Das Setting ist durch gut gemachte Spezialeffekte realistisch (im Rahmen eines Sciencefictionfilms), nur das Drehbuch ist an einigen Stellen zu chaotisch und platt. Wenn man sich hier bei einer Fortsetzung etwas mehr an die Grundgedanken der Serie (Moral, Ethik) hält und dennoch den äußerst unterhaltsamen Charakter dieses Films beibehält, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und empfehle den Film (auch  Nicht-Trekkies) weiter.

m09

Kurzkommentare – April 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Freitag, 1. Mai 2009 by mediensucht

Die übliche Monatsübersicht zu meinen Filmsichtungen:

Shine A Light
08/15-Konzertmitschnitt, dessen Regisseur zufällig Martin Scorsese ist. Völlig überbewertet! 4/10

Monsters vs. Aliens
Dreamworks zeigt, dass es nicht immer Pixar sein muss. Der Spagat zwischen kindgerechter Geschichte mit entsprechenden Botschaften und angenehmer Erwachsenenunterhaltung mit Horrorfilmanspielungen gelingt gut. 7/10

Der Kaufhauscop
Was für ein strunzdämlicher, langweiliger Film. Schade um den sympathischen Kevin James! 2/10

Milk
Ordentliches Biopic mit guten Schauspielleistungen, dem es mir allerdings etwas an Esprit und Intensivität fehlte. 7/10

Gran Turino
Ruhiger, kleiner Film von und mit Clint Eastwood, der mir aber oft zu berechenbar war, um mich vollends zu überzeugen. 7/10

Männersache
Darüber lacht also Deutschland. Na dann: Gute Nacht! 2/10

Crank 2
Herrlich abgedrehter Spaß, der doch – verglichen mit Teil 1 – tatsächlich noch einen Zahn zulegen kann und das Tempo bis zum Ende hält. 7/10

Radio Rock Revolution
So ein dämlicher Blödsinn. Nix Gute-Laune-Film, nur öde Story mit albernen Gags. Für die gute Musik noch 2/10.

Brügge sehen … und sterben
Beim zweiten Sehen viel melancholischer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Immer noch großartig! 9/10

Cloverfield
Gefällt mir vom Konzept und der Umsetzung her weiterhin. Die Logiklöcher kann man dabei gern außer Acht lassen. 7/10

Baader Meinhof Komplex
Leicht besser als beim ersten Sehen. Der innere Zusammenhang dieser historischen Abarbeitung fehlte mir dennoch. 6-7/10

Kurzkommentare – März 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Dienstag, 31. März 2009 by mediensucht

Der Urlaub ist vorbei, dann kann es ja weiter gehen mit dem Blog. Filmisch war mal wieder etwas weniger los im Monat März – dafür außerhalb des Kinos mehr. Hier soll es aber um die gesehenen Filme gehen:

Watchmen
Mir hat die Verfilmung des komplexen Stoffes sehr gut gefallen. Die kleineren Macken fallen nicht weiter ins Gewicht. Snyder lässt sich ausreichend Zeit für die Charakterzeichnung, nimmt kleinere nötige Änderungen an der komplexen Story vor und transportiert mit seiner Machart den Stoff ausgezeichnet in die heutige Zeit (nicht inhaltlich sondern filmisch). 9/10

Marley & ich
Nett! 7/10

Hilde
Wann hat die Makatsch eigentlich gelernt, so verdammt gut zu spielen. Sie versucht nicht nur, die Knef zu kopieren, sondern bringt noch erstaunlich viel eigene Persönlichkeit in ihr Spiel. HILDE macht zum Glück die Fehler von LA VIE EN ROSE nicht, erzählt nur einen Ausschnitt aus dem Leben der Knef und verschachtelt ihn nicht zu sehr. Schönes Biopic! 9/10

The Wrestler
Naja! Da hatte ich mehr erwartet. Aronofsky ist sehr nah an seinem Helden, der von Rourke auch klasse gespielt wird. Der gibt ziemlich viel von sich preis, spielt am Ende aber „nur“ sich selbst. Bisweilen nervte mich die Kamera gewaltig, das ist einfach nicht meine Philosophie von Kino. Die Geschichte ist ziemlich altbacken, aber intensiv erzählt. Sei’s drum, insgesamt ein guter Film. 7/10

Inside Hollywood
Eigentlich eine witzige Satire auf Hollywood, nur leider wurden die Klischees bisweilen zu stark strapaziert. Zudem gefiel mir die Kameraführung teilweise gar nicht. So 6-7/10

Rock’N’Rolla
Endlich mal wieder ein guter Ritchie, weil cool, witzig und super umgesetzt. Der rockt! 8/10

Slumdog Millionär
Ein typischer Boyle, was leider auch bedeutet, dass der Film gegen Ende nachließ. Großartiger und dichter Anfang mit toller Atmosphäre. Am Ende ging dem Film wegen einiger Negativpunkte die Luft aus. Die älteren Darsteller waren mir z.B. eher unsympathisch. 7/10

The Fall
Brillante Bilder mit einer netten und zum Teil sehr witzigen Geschichte, die bisweilen arg seltsam ist und so ihre Längen hat. Trotzdem sehenswert. 7-8/10

James Bond – Ein Quantum Trost
Der Film wird leider auch beim zweiten Sehen nicht besser. Ärgerlich! 3/10

Zudem habe ich endlich die 3. Staffel von Dexter geschaut.

Kurzkommentare – Februar 2009

Posted in Cinemanie with tags , , on Sonntag, 1. März 2009 by mediensucht

Zeit für die Kurzkommentare zu den Filmen, die ich im Februar sah:

Igor
Schräger und amüsanter Animationsfilm mit einem etwas zu verkitschten Schluss, aber vielen witzigen Einfällen und sympathischen Charakteren. 8/10

Dr. Horrible’s Sing-Along Blog
Diese kleine Internettrilogie überrascht mit einer abgefahrenen Geschichte, tollen Gesangseinlagen und einem unerwarteten Schluss. Neil Patrick „HIMYM Barney“ Harris ist wohl die Idealbesetzung für die Hauptrolle. Das Ding ist zurecht schon fast Kult. 9/10

Der seltsame Fall des Benjamin Button
Gute Schauspieler, großartige Ausstattung und wunderbare Bilder konnten mich dennoch nicht wirklich überzeugen. Die Geschichte hat mich nicht gepackt. Vielleicht war der Film zu lang, vielleicht zu überraschungsarm, vielleicht zu „sauber“. Es bleiben 6-7/10

Cashback
Schade eigentlich, dass der es nicht ins Kino schaffte. Erzählt wird eine etwas seltsame Geschichte über einen Jungen, der nach einer Trennung Schlafprobleme hat und die Zeit anhalten kann. Hat mich atmosphärisch etwas an den wunderbaren Garden State erinnert. Es gab viele tolle Kameraeinstellungen und skurille Storyeinfälle. Eine äußerst positive Überraschung. 9/10

Joint Security Area
Der Erstling von Park Chan-Wook schwankt zwischen sehr gut und naja. Das politisch brisante Thema wird gut transportiert, ich habe aber nach wie vor einige Probleme mit der koreanischen Mentalität, was einige Handlungen schwer nachvollziehbar macht. Trotzdem hat der Film einige gute intensive Momente. So 7-8/10

The Spirit
Tja, was soll ich sagen: Der hat mir irgendwie gefallen, wahrscheinlich, weil ich das Gezeigte nach den vielen Negativkritiken nicht so ernst nahm. So habe ich mich teils köstlich amüsiert, ob das nun von den Machern gewollt war oder nicht. Die Optik gefällt mir sowieso. 6-7/10

The International
Optisch sehr ansprechende Inszenierung eines brisanten Themas, dass zwar spannend umgesetzt ist, dem es aber insgesamt doch an politischer Relevanz fehlt. Interessant ist die Einbindung von Architektur in das filmische Konzept. Und ja, der Film sieht teilweise aus wie von Michael Mann. 7-8/10

American History X
Tatsächlich zum ersten Mal gesehen und schwer beeindruckt gewesen. Kraftvolle Inszenierung und ein Edward Norton, der schon in jungen Jahren ordentlich rockt. Sehr gut! 10/10

Akte X – Jenseits der Wahrheit
Warum hat man diesen Film gedreht? Vielleicht um die Beziehung zwischen Mulder und Scully zu einem würdigen Abschluss zu bringen? Der Teil ist dann auch der interessanteste des Films, er wird aber leider viel zu halherzig bearbeitet. Im Vordergrund steht eine dämliche Geschichte, die nicht mal einer Serienfolge würdig wäre. Zudem fehlte auf der DVD eine Tonspur, die Scully Deutsch und Mulder Englisch sprechen lässt. Die Synchronstimme von Mulder geht gar nicht. 3/10

Er steht einfach nicht auf dich
RomCom von der Stange mit Starbesetzung. Muss man nicht gesehen haben, tut aber auch nicht weh. 5/10

Bolt
Eindeutig auf ein jüngeres Publikum eingestellt, ist BOLT dennoch extrem unterhaltsam und auch technisch brillant gemacht. 8/10

96 Hours
Dümmlicher Rache-Action-Reißer mit einer zweifelhaften Aussage, der damit leider in die völlig falsche Richtung geht. 2/10

Der Ja-Sager
Jim Carrey wieder in seiner Standardrolle in einem Standardfilm mit einem Standardende. Ohne Überraschungen, dennoch teils erstaunlich unterhaltsam. 4/10

Der Vorleser
Literaturverfilmung, die sehr nah an der Vorlage bleibt und dabei für den Buchkenner weniger spannend ist. Die Umsetzung ist insgesamt ordentlich, Winslet gut, bei Weitem aber nicht in ihrer besten Rolle. 6-7/10

81st Annual Academy Awards – Die Oscars 2009

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , on Montag, 23. Februar 2009 by mediensucht

Die Oscars 2009 – Sieger und Kommentare

Es ist zwar jedes Jahr das Gleiche, man schaut die Oscars, amüsiert sich mehr oder weniger, ärgert sich über manch „politische“ Entscheidung der Academy, schaltet aber dann nächstes Jahr wieder ein. So war ich dieses Mal auch wieder live dabei. Als deutscher Normalkinobesucher habe ich einige Filme, die nominiert waren, noch nicht gesehen, da sie hier noch nicht offiziell angelaufen sind. So bleiben mir als Anhaltspunkte zur Bewertung nur die Trailer und das Œuvre der Nominierten. Hier mein kleiner Rückblick:

Die Show: Dieses Jahr durfte Hugh Jackman im Kodak Theatre als Host ans Mikro. Als langjähriger Musicaldarsteller sollte Jackman keine größere Mühe mit dem Job gehabt haben. Und gleich zu Anfang stellte er sein Können unter Beweis. Schöne Musicalnummer, die auch gleich Standing Ovations provozierte. Ganz im Zeichen des Musicals stand dann auch der Abend. Die Präsentatoren der Sieger waren zwischendurch mal mehr, mal weniger witzig. Einige Hänger und viel Werbung gab’s auch wie üblich. Insgesamt eine ziemlich biedere Show ohne Überraschungen in der Inszenierung.

Die Gewinner (in Reihenfolge der Präsentation):

Nebendarstellerin (Actress in a Supporting Role)
Nominierte:
Amy Adams in “Glaubensfrage” (”Doubt”)
Penélope Cruz in “Vicky Cristina Barcelona”
Viola Davis in “Glaubensfrage” (”Doubt”)
Taraji P. Henson in “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
Marisa Tomei in “The Wrestler”
Gewinnerin: Penélope Cruz in “Vicky Cristina Barcelona”
Kommentar: Ich habe auf Marisa Tomei getippt, Cruz geht aber auch in Ordnung. Interessant, dass Cruz nicht Woody Allen dankte, sondern Almodovar, der sie „groß“ gemacht hat und an dem sich Allen wohl auch bei Cruz‘ Rolle in „Vicky Cristina Barcelona“ orientiert hat.

Originaldrehbuch [Writing (Original Screenplay)]
Nominierte:
“Frozen River”
“Happy-Go-Lucky”
”Brügge sehen … und sterben?” (”In Bruges”)
“Milk”
“Wall-E”
Gewinner: Milk
Kommentar: Habe in diesem starken Feld auf „Milk“ getippt, der ja auch gewonnen hat. Konnte den Film leider bisher nicht sehen, da ich auf einem „Dorf“ lebe ;o) Sehr emotionale Dankesrede von Dustin Lance Black.

Drehbuch nach einer Vorlage [Writing (Adapted Screenplay)]
Nominierte:
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“Glaubensfrage” (”Doubt”)
“Frost/Nixon”
“Der Vorleser” (”The Reader”)
“Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Gewinner: “Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Kommentar: Wieder richtig getippt und auch „Slumdog Millionär“ habe ich nicht gesehen. Der erste Oscar für den Film.

Animierter Spielfilm (Animated Feature Film)
Nominierte:
“Bolt”
“Kung Fu Panda”
“Wall-E”
Gewinner: Wall-E
Kommentar: Pixar rockt. Immer! „Bolt“ war allerdings auch gut. „Kung Fu Panda“ habe ich verpasst, der wird aber noch nachgeholt.

Animierter Kurzfilm [Short Film (Animated)]
Nominierte:
“La Maison en Petits Cubes” (Japan)
“Lavatory – Lovestory” (”Ubornaya istoriya – lyubovnaya istoriya”, Russland)
“Oktapodi” (Frankreich)
“Presto” (USA)
“This Way Up” (Großbritannien)
Gewinner: “La Maison en Petits Cubes” (Japan)
Kommentar: Zum Sieger kann ich nicht viel sagen. „Presto“ von Pixar fand ich super, auf den hätte ich auch getippt.

Ausstattung (Art Direction)
Nominierte:
“Der fremde Sohn” (”Changeling”)
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“The Dark Knight”
“Die Herzogin” (”The Duchess”)
“Zeiten des Aufruhrs” (”Revolutionary Road”)
Gewinner: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Kommentar: Historische Filme haben hier immer die größten Chancen. „Button“ spielt gleich über mehrere Jahrzehnte, was rein optisch schon einiges hermacht. Dieser Oscar war zu erwarten.

Kostüm (Costume Design)
Nominierte:
“Australia”
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“Die Herzogin” (”The Duchess”)
“Milk”
“Zeiten des Aufruhrs” (”Revolutionary Road”)
Gewinner: Die Herzogin
Kommentar: Und auch hier ist die Academy sehr berechenbar. Kostümschicken gefallen in dieser Kategorie immer, mir übrigens auch ;o)

Makeup
Nominierte:
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“The Dark Knight”
“Hellboy II: Die goldene Armee” (”The Golden Army”)
Gewinner: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Kommentar: Und nochmals eine vorhersehbare Entscheidung. Es war aber auch großartig, was das Maskenteam hier geleistet hat, wobei auch ein paar Computer nicht unbeteiligt gewesen sein dürften.

Kamera (Cinematography)
Nominierte:
Tom Stern für “Der fremde Sohn” (”Changeling”)
Claudio Miranda für “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
Wally Pfister für “The Dark Knight”
Chris Menges & Roger Deakins für “Der Vorleser” (”The Reader”)
Anthony Dod Mantle für “Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Gewinner: Anthony Dod Mantle für “Slumdog Millionär”
Kommentar: Hier habe ich auf Button getippt, es gab aber den zweiten Oscar für „Slumdog Millionär“. Was ich bisher sehen konnte, ist viel Handkamera, was relativ atmosphärisch wirkte und das Leben in Indien gut vermittelte. Mal sehen …

Kurzfilm [Short Film (Live Action)]
Nominierte:
“Auf der Strecke” (Deutschland/Schweiz)
“Manon On The Asphalt” (”Manon sur le bitume”, Frankreich)
“New Boy” (Irland)
“The Pig” (”Grisen”, DK)
“Spielzeugland” (Deutschland)
Gewinner: “Spielzeugland” (Deutschland)
Kommentar: YES! Ein Oscar für („Ost-„) Deutschland! Bei den Kurzfilmen waren wir aber schon immer gut!

Nebendarsteller (Actor in a Supporting Role)
Nominierte:
Josh Brolin in “Milk”
Robert Downey Jr. in “Tropic Thunder”
Philip Seymour Hoffman in “Glaubensfrage” (”Doubt”)
Heath Ledger in “The Dark Knight”
Michael Shannon in “Zeiten des Aufruhrs” (”Revolutionary Road”)
Gewinner: Heath Ledger in “The Dark Knight”
Kommentar: Klar wie Kloßbrühe. Mit dem Tipp konnte man kein Geld verdienen. Emotionale Momente bei den Dankesreden der Famile.

Dokumentationsfilm (Documentary Feature)
Nominierte:
“The Betrayal – Nerakhoon”
“Encounters At The End Of The World”
“The Garden”
“Man On Wire”
“Trouble The Water”
Gewinner: Man On Wire
Kommentar: Keine der Dokus gesehen. Kein weiterer Oscars für Deutschland und Werner Herzog.

Dokumentation – Kurzfilm (Documentary Short)
Nominierte:
“The Conscience Of Nhem En”
“The Final Inch”
“Smile Pinki”
“The Witness – From The Balcony Of Room 306?
Gewinner: Smile Pinki
Kommentar: Warum nicht … ;o) (???)

Visuelle Effekte (Visual Effects)
Nominierte:
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“The Dark Knight”
“Iron Man”
Gewinner: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Kommentar: Den Sieger hatte ich auch so getippt. Der nächste Oscar für „Button“. Insgesamt auch die für mich beste technische Leistung.

Tonbearbeitung (Sound Editing)
Nominierte:
“The Dark Knight”
“Iron Man”
“Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
“Wall-E”
“Wanted”
Gewinner: The Dark Knight
Kommentar: Wiederum richtig getippt. The Dark Knight ist nicht nur optisch gut gemacht, auch die Soundleute leisteten beeindruckende Arbeit. Verdienter Oscar.

Tonmischung (Sound Mixing)
Nominierte:
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“The Dark Knight”
“Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
“Wall-E”
“Wanted”
Gewinner: Slumdog Millionär
Kommentar: Auch hier hatte ich auf „The Dark Knight“ getippt, das war dagegen der nächste Oscar für „Slumdog Millionär“, wo wohl auch soundmäßig die Atmosphäre von Bombay hervorragend eingefangen wurde.

Schnitt (Film Editing)
Nominierte:
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“The Dark Knight”
“Frost/Nixon”
“Milk”
“Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Gewinner: Slumdog Millionär
Kommentar: Und schon wieder „Slumdog Millionär“. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der zumindest gut gemacht ist.

Filmmusik [Music (Score)]
Nominierte:
Alexandre Desplat für “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
James Newton Howard für “Defiance”
Danny Elfman für “Milk”
A. R. Rahman für “Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Thomas Newman für “Wall-E”
Gewinner: A. R. Rahman für “Slumdog Millionär”
Kommentar: Ähm, schon wieder. Das war dann auch der einzige Komponist, den ich nicht kannte. Von den anderen Vier war man gute Arbeit gewöhnt, der Inder ist wohl auch gut. Hier war ich zuvor aber so verwegen und hatte auf Rahman gesetzt ;o)

Filmsong [Music (Song)]
Nominierte:
“Down To Earth” von Peter Gabriel and Thomas Newman (”Wall-E”)
“Jai Ho” von A.R. Rahman und Gulzar (”Slumdog Millionaire”)
“O Saya” von A.R. Rahman und Maya Arulpragasam (”Slumdog Millionaire”)
Gewinner: “Jai Ho” von A.R. Rahman und Gulzar (”Slumdog Millionaire”)
Kommentar: Und nochmal. „Down To Earth“ hätte ich es auch gegönnt, „Jai Ho“ geht aber auch in Ordnung. Sehr markanter Song.

Nicht englischsprachiger Film (Foreign Language Film)
Nominierte:
“Der Baader Meinhof Komplex” (Deutschland)
“Die Klasse” (”Entre les murs”, Frankreich)
“Departures” (”Okuribito, Japan)
“Revanche” (Österreich)
“Waltz With Bashir” (Israel)
Gewinner: Departures
Kommentar: Oha, das ist eine Überraschung. Mit Deutschland hätte ich nicht wirklich gerechnet, dagegen eher mit Israel. So kamen wir wieder in den „Genuss“ von etwas japanischem Kamikaze-Englisch.

Regie (Directing)
Nominierte:
David Fincher für “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
Ron Howard für “Frost/Nixon”
Gus Van Sant für “Milk”
Stephen Daldry für “Der Vorleser” (”The Reader”)
Danny Boyle für “Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Gewinner: Danny Boyle für “Slumdog Millionär”
Kommentar: Nach der Preisflut keine Überraschung mehr. Auch wenn mir Boyles Filme nicht immer 100%ig gefielen, behandelten sie doch immer ein völlig neues Thema, an dem Boyle sich probierte. Auf diesen Film hatte ich hier getippt und bin ich gespannt, ihn endlich zu sehen.

Hauptdarstellerin (Actress in a Leading Role)
Nominierte:
Anne Hathaway in “Rachels Hochzeit” (”Rachel Getting Married”)
Angelina Jolie in “Der fremde Sohn” (”Changeling”)
Melissa Leo in “Frozen River”
Meryl Streep in “Glaubensfrage” (”Doubt”)
Kate Winslet in “Der Vorleser” (”The Reader”)
Gewinner: Kate Winslet in “Der Vorleser”
Kommentar: Zwei Worte: Na endlich!

Hauptdarsteller (Actor in a Leading Role)
Nominierte:
Richard Jenkins in “The Visitor”
Frank Langella in “Frost/Nixon”
Sean Penn in “Milk”
Brad Pitt in “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
Mickey Rourke in “The Wrestler”
Gewinner: Sean Penn in “Milk”
Kommentar: Hatte ich so getippt, auch wenn man zuvor eher von einem klaren Sieg von Mickey Rourke ausgegangen ist, der wohl nie wieder so eine Rolle spielen wird. Penn ist zwar oft nah am Overacting, seine Performance als Harvey Milk war wohl dennoch beeindruckend.

Bester Film (Best Picture)
Nominierte:
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” (”The Curious Case Of Benjamin Button”)
“Frost/Nixon”
“Milk”
“Der Vorleser” (”The Reader”)
“Slumdog Millionär” (”Slumdog Millionaire”)
Gewinner: Slumdog Millionär
Kommentar: Der große Gewinner der Oscar-Nacht ist also die Low-Budget-Produktion „Slumdog Millionär“, die sich klar gegen die Mega-Produktion „Benjamin Button“ durchgesetzt hat. Wirklich unerwartet kam das aber nicht.

Das war’s dann für dieses Jahr ohne große Überraschungen. Bis zum nächsten Jahr …