Archiv für Film

Kurzkommentare – Februar 2010

Posted in Cinemanie with tags , on Samstag, 27. Februar 2010 by mediensucht

Im Februar gab’s zum normalen Programm noch ein paar Berlinale-Filme, die hier zuerst stehen:

La Pivellina
Halbdokumentarischer Film über eine Zirkusfamilie, der ein Kind zuläuft, was ziemlich langweilig und uninteressant ist. 3/10

I`m In Trouble
Belanglose Geschichte eines Koreaners, der mit dem Leben nicht zurecht kommt. Leider wird der komödiantische Ton des Anfangs im Weiteren vernachlässigt, was dem Film nicht gut tut. 4/10

Sex&Drugs&Rock&Roll
Andy Serkis in Höchstform, teilweise aber mit Tendenz zum Overacting. Das Musikerporträt des ziemlich unsympathischen Ian Dury bleibt leider in den gewohnten Bahnen, nur ein paar nette Spielereien bilden einen Rahmen um die sonst sehr konventionelle Verfilmung. 6/10

Red Hill
Recht einfacher, aber doch sehr atmosphärischer „Western“ aus Australien, bei dem es blutig und recht spanndend zugeht. 7/10

A Woman, A Gun And A Noodle Shop
Eine kleine Hommage an den Coen-Brüder-Erstling „Blood Simple“ mit vielen Anleihen und Referenzen. Yimous Variante spielt allerdings im alten China. Der Regisseur bleibt optisch seinem Stil treu. Mit wunderbaren Bildern zaubert er die mit Slapstick gespickte Handlung auf die Leinwand. Prima! 9/10

Greenberg
Ein unsympathischer „Held“ in einer teils schrägen, teils plumpen Geschichte, die von Beziehungs- und Lebensunfähigkeit handelt. Mittelmäßig! 5/10

A Somewhat Gentle Man
Erfrischend zynischer norwegischer Film mit Stellan Skarsgard im Coen-Brüder-Stil, gemischt mit der kühlen skandinavischen Sturheit. Gut. 8/10

Caterpillar
Überaus penetranter Apell gegen den Krieg, der mit ewig gleichen Szenen die psychologischen Auswirkungen des Krieges demonstriert. Eine Frechheit für den Zuschauer! 1/10

Die Frisöse
Durchgeknallter und mit zu vielen Klischees gespickter Film von Doris Dörrie, dessen Hauptdarstellerin es aber trotzdem irgendwie schafft, sympathisch zu erscheinen. So 7/10

Der Räuber
Kühle Analyse eines gestörten Langstreckenläufers, der mit Banküberfällen sein Geld „verdient“. Insgesamt bleibt der Film aber ebenso unnahbar wie seine Hauptfigur. 5/10

Der Ghostwriter
Ein Politikthriller von Roman Polanski ohne wirkliche Höhepunkte, der es aber dennoch schafft, durchgehend eine spannende Atmosphäre aufzubauen und selten zu langweilen. 7/10

Shutter Island
Spannender und gewitzter Psychothriller von Scorsese mit einem glänzenden DiCaprio fast perfekt gemacht. Kann man beinahe schon erwarten vom Altmeister. Fein! 9/10

Sherlock Holmes
Amüsante und temporeiche Variante des klassischen Stoffes mit zwei bestens aufgelegten Hauptdarstellern. Regisseur Ritchie schafft es aber nicht, wirkliche Höhepunkte zu setzen. Dennoch unterhaltsam! 7/10

Wolfman
Klassisch gemachter Bestienthriller mit vielen Referenzen an das Genre, dem es aber an eigener Raffinesse fehlt. Belanglose Hommage. 5/10

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Top10-Listen 2009 (Film)

Posted in Cinemanie with tags , , , on Samstag, 6. Februar 2010 by mediensucht

Bevor ich meine TOP-Filmliste 2009 veröffentliche, hier ein paar Top10-Listen zu verschiedenen Kategoriene, die sich natürlich nur auf die Filme beziehen, die ich tatsächlich aus dem Jahr 2009 bereits gesehen habe.

Hauptdarstellerinnen

1. Anne Hathaway in Rachels Hochzeit
2. Heike Makatsch in Hilde
3. Penélope Cruz in Zerrissene Umarmungen

4. Kate Winslet in Zeiten des Aufruhrs
5. Kate Winslet in Der Vorleser
6. Johanna Wokalek in Die Päpstin
7. Mélanie Laurent in Inglourious Basterds
8. Keira Knightley in Die Herzogin
9. Naomi Watts in The International
10. Maya Rudolph in Away We Go

Hauptdarsteller

1. Leonardo DiCaprio in Zeiten des Aufruhrs
2. Sean Penn in Milk
3. Sharlto Copley in District 9

4. Christian Ulmen in Maria, ihm schmeckt´s nicht!
5. Henry Hübchen in Whisky mit Wodka
6. Vincent Cassel in Public Enemy No. 1
7. Mickey Rourke in The Wrestler
8. John Krasinski in Away we go – Auf nach irgendwo
9. Joseph Gordon-Levitt in (500) Days of Summer
10. Lee Pace in The Fall

Nebendarstellerinnen

1. Marisa Tomei in The Wrestler
2. Emily Blunt in Sunshine Cleaning
3. Blanca Portillo in Zerrissene Umarmungen

4. Rosario Dawson in 7 Leben
5. Christina Applegate in The Rocker
6. Rose Byrne in Knowing
7. Nadja Uhl in Männerherzen
8. Sigourney Weaver in Avatar
9. Julia Ormond in Der seltsame Fall des Benjamin Button
10. Zoe Saldana in Star Trek

Nebendarsteller

1. Christoph Waltz in Inglourious Basterds
2. August Diehl in Inglourious Basterds
3. Josh Brolin in Milk

4. Zachary Quinto in Star Trek
5. Sylvester Groth in Whisky mit Wodka
6. Ulrich Tukur in Das weiße Band
7. Zach Galifianakis in Hangover
8. Jeffrey Dean Morgan in Watchmen
9. Michael Shannon in Zeiten des Aufruhrs
10. Jack White in It might get loud

Ensemble

1. Inglourious Basterds
2. Das weiße Band
3. Milk

4. Watchmen – Die Wächter
5. Public Enemies
6. Der seltsame Fall des Benjamin Button
7. Star Trek
8. Sunshine Cleaning
9. State of Play
10. Inside Hollywood

Special Effects

1. Avatar – Aufbruch nach Pandora (James Cameron)
2. Der seltsame Fall des Benjamin Button (David Fincher)
3. 2012 (Roland Emmerich)

4. District 9 (Neill Blomkamp)
5. Star Trek (J.J. Abrams)
6. Watchmen – Die Wächter (Zack Snyder)
7. Harry Potter und der Halbblutprinz (David Yates)
8. The Fall (Tarsem Singh)
9. The Spirit (Frank Miller)
10. Transformers – Die Rache (Michael Bay)

Drehbuch

1. Quentin Tarantino für Inglourious Basterds
2. Michael Haneke für Das weiße Band
3. Justin Haythe für Zeiten des Aufruhrs

4. David Hayter, Alex Tse für Watchmen – Die Wächter
5. Pedro Almodovar für Zerrissene Umarmung
6. Peter Docter, Bob Peterson für Oben
7. Tony Gilroy für Duplicity – Gemeinsame Geheimsache
8. Simon Beaufoy für Slumdog Millionär
9. Eric Singer für The International
10. Dustin Lance Black für Milk

Kameraführung

1. Colin Watkinson für The Fall
2. Robert Richardson für Inglourious Basterds
3. Larry Fong für Watchmen – Die Wächter

4. Claudio Miranda für Der seltsame Fall des Benjamin Button
5. Anthony Dodd Mantle für Slumdog Millionär
6. Brandon Trost für Crank 2: High Voltage
7. David Higgs für Rock’N’Rolla
8. Frank Griebe für The International
9. Christian Berger für Das weiße Band
10. Dan Mindel für Star Trek

Regie

1. Quentin Tarantino für Inglourious Basterds
2. Tarsem Singh für The Fall
3. Zack Snyder für Watchmen – Die Wächter

4. Danny Boyle für Slumdog Millionär
5. Michael Haneke für Das Weiße Band
6. J.J. Abrams für Star Trek
7. Guy Ritchie für Rock’N’Rolla
8. Tom Tykwer für The International
9. Ali Samadi Ahadi für Salami Aleikum
10. Kathryn Bigelow für Tödliches Kommando – The Hurt Locker

Größte Enttäuschung

1. Che – Revolucion (Steven Soderbergh)
2. Der seltsame Fall des Benjamin Button (David Fincher)
3. 2012 (Roland Emmerich)

4. Julie & Julia (Nora Ephron)
5. Die Päpstin (Sönke Wortmann)
6. Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (Tony Scott)
7. Terminator – Die Erlösung (McG)
8. Public Enemy No. 1 – Todestrieb (Jean-François Richet)
9. Sunshine Cleaning (Christine Jeffs)
10. Hangover (Todd Phillips) Weiterlesen

Kurzkommentare – Januar 2010

Posted in Cinemanie with tags , on Mittwoch, 3. Februar 2010 by mediensucht

Soul Kitchen
Sehr guter Hamburg-Film mit Tempo, Witz, Dramatik und gut aufgelegten Schauspielern, der sehr viel Spaß macht. 9/10

Das Kabinett des Dr. Parnassus
Für einen Gilliam erstaunlich logisch, wenn auch typisch skurril und fantasievoll. Ledgers Tod wird gut durch die „Ersatz“-Schauspieler und die eingebauten Storytricks kompensiert. Hat mir gut gefallen. 7-8/10

Boogie Nights
Erste Sichtung überhaupt. Die langen Kamerafahrten und die „schwebende“ Inszenierung haben mich gleich begeistert. Trotz seiner beachtlichen Laufzeit gibt es kaum Längen. Für mich neben „Punch Drunk Love“ der beste PT Anderson. 8-9/10

Rescue Dawn
Christian Bale praktiziert mal wieder Method-Acting in diesem Überlebensfilm von Werner Herzog. Leider bleibt die Inszenierung relativ ereignisarm und uninspiriert. Hat man irgendwie schon ein duzend Mal in ähnlicher Weise gesehen. Schade um die Mühen. 6/10

Catch A Fire
Erstaunlich unpathetisch erzähltes Anti-Apartheidsdrama, das sich aber zu wenig Zeit für seine Charaktere nimmt. Insgesamt eher mittelmäßig. 6/10

Rachels Hochzeit
Relativ intensiv vorgetragenes und mit großartigen Schauspielerleistungen überzeugendes Familiendrama, das durch seine dämliche Wackelkameraführung wieder einiges an Atmosphäre kaputt macht. Ich muss nicht andauernd daran erinnert werden, dass ich gerade einen Film sehe. 7/10

Dazu noch etliche Serienfolgen (Heroes, How I Met Your Mother, Chuck, Dexter, Desperate Housewives, Better Off Ted etc) gesehen.

Kurzkommentare – Dezember 2009

Posted in Cinemanie with tags , , , , on Dienstag, 5. Januar 2010 by mediensucht

Zunächst wünsche ich ein gesundes neues Jahr!

Da ich ja bekanntlich einen kleinen Cinemaxx-Boykott gestartet habe, hielten sich meine Kinobesuche im Dezember in Grenzen. Mit 2012 testete ich ein kleineres Kino in der Nähe. Dazu kam eine Sneak im FaF in Berlin. Mit meinem Avatar-Besuch musste ich dann aus Mangel an Alternativen meinen Boykott kurz unterbrechen, der dieses Jahr sowieso etwas aufgeweicht wird – dazu liebe ich Kino einfach zu sehr. Hier die Eindrücke in Kurzform:

2012
Optisch tatsächlich ab und zu sehr beeindruckend, sonst bleibt der Film aber weit hinter Day After Tomorrow zurück. Auch ein Katastrophenfilm muss und kann inhaltlich mehr bieten. 2012 bleibt da sehr schwach. 3/10

Avatar 3D
Ähnliches Problem wie bei 2012. Optisch setzt der Film aber Maßstäbe! Brillante Animationen und atemberaubender Detailreichtum können leider nicht über die dünne Geschichte und vor allem die eindimensionalen und platten Charaktere hinwegtäuschen. Da ist teilweise Fremdschämen angesagt. Komischerweise bleibt Avatar aber dennoch ein beeindruckendes Kinoerlebnis. 7-8/10

Triff die Elisabeths
Dämliche französische Variante von Cool Runnings. Schwarze Familie fährt in den Ski-Urlaub in die Berge und stellt sich dabei sehr seltsam an. Kein dummes Klischee wird ausgelassen. Blödsinn! 2/10

Kurzkommentare – November 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Sonntag, 6. Dezember 2009 by mediensucht

Männerherzen
Positive Überraschung! Unterhaltsame und äußerst sympathische deutsche Dramödie mit gutem Tempo und einer guten Mischung aus witzigen und anrührenden Szenen. 8/10

All Inclusive
Ziemlich wortlastige Beziehungskomödie, die eher von ihren Schauspielern lebt, als inhaltlich zu fesseln. Streckenweise recht amüsant, oft werden aber die Klischees zu überstrapaziert. Dennoch so kurzweilig, dass der Film nicht weh tut. 6/10

Salami Aleikum
Wunderbar durchgeknallte Culture-Clash-Komödie mit einigen Längen, die aber durch den starken Bollywoodanstrich und die erfrischende Machart fast durchweg begeistern kann. 7/10

Nur drei Mal im Kino im Monat November! Warum? Dazu im nächsten Beitrag mehr …

Kurzkommentare – Oktober 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Sonntag, 1. November 2009 by mediensucht

Das weiße Band
Beeindruckendes Erziehungsdrama von Michael Haneke, das ordentlich an die Nieren geht. Gute schauspielerische Leistungen und das Fehlen von musikalischer Untermalung schaffen eine beklemmende Atmosphäre aus Spannung und Angst. Ein sehr interessanter Versuch, den Ursachen für das Starkwerden des Nationalsozialismus auf die Spur zu kommen. Nur schlechte Ausleuchtung trübt den Eindruck etwas. 9/10

(500) Days of Summer
Nette Liebesgeschichte, die mal nicht die üblichen Hollywoodpfade beschreitet. Die Mitte des Film hat einige Längen und wirkt teilweise zu gewollt „anders“. Sonst ist der Film aber amüsant und anrührend und das „Paar“ erfrischend schräg und sympathisch. 7/10

Die Päpstin
Die extrem naive Erzählweise (Kindermärchen) und die konventionelle Inszenierung wird der doch recht interessanten Geschichte nicht gerecht. Da bringen auch gute Schauspieler und opulente Ausstattung nichts. Schade! 4/10

Away we go
Mendes goes Independent Movie und auch das macht er wieder hervorragend! Ein durchgängig äußerst sympathischer Film mit sympathischen „Helden“, denen die Facetten des Lebens vorgeführt werden und die dabei einen eigenen Weg finden wollen. Schön! 8/10

All The Boys Love Mandy Lane
Bis auf den zugegebenermaßen netten Schluss ein ziemlich langweiliger Scheiß, den kein Mensch braucht. 2/10

live on stage: Jennifer Rostock, a-ha, Maximo Park und Muse samt Vorgruppen (alle großartig bis auf The Horrors)

Kurzkommentare – September 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Sonntag, 11. Oktober 2009 by mediensucht

Wie öfter viel zu spät: Der September-Filmrückblick

G.I. Joe
Selten dämliche Spielzeugverfilmung mit uninspirierter Handlung und schlechten Effekten. Dennis Quaid macht nur noch Mistfilme. 1/10

Julie und Julia
Langweilige Lebenswegfindungsgeschichte mit einer süßen Amy Adams und einer unterforderten Meryl Streep. Zu wenig anrührende Momente und zu wenig gutes Essen. 4/10

It Might Get Loud
Schon interessant, wie diese drei verschiedenen Typen an das Thema Stromgitarrenmusik heran gehen. Mir haben aber die Spannungen (positiv oder negativ) zwischen den Musikern gefehlt, die wohl da waren, durch die konservative Machart der Doku aber größtenteils ausgeblendet wurden. 6-7/10

Whisky mit Wodka
Ein gutes Ensemble in einem typischen Dresen-Film, in dem es ums Altwerden geht. Typische amüsante und psychologische Herangehensweise von Dresen an das Thema. Nett! 7/10

Destrict 9
Witziger, aber auch politisch interessanter Ansatz, dieses Genre (SciFi) zu bearbeiten. Gute Umsetzung, wenngleich der Film gegen Ende hin seinen anfangs beschrittenen Weg verlässt und in Richtung Actionballerdrama geht. Insgesamt großartige Unterhaltung. 8/10

Oben
Guter Animationsfilm mit brillantem Anfang, der aber gegen Ende hin wie schon Wall-E zu sehr auf Action und Klamauk setzt. „Ratatouille“ bleibt vorerst unerreicht. 7/10

Wild at Heart
Durchgeknallter Roadmovie von David-Lynch als Mischung aus Gaga-Komödie und Liebesdrama mit wunderbar grenzdebilen Dialogen, abgedrehtem Overacting, großartigen Bildern und einem schrägen Soundtrack. Macht Spaß! 8/10

Pelham 123 (der aktuelle von Scott)
Ab und zu mit witzigen Sprüchen unterhaltend, selten spannend und viel zu vorhersehbar, da völlig ohne Überraschungen und Wendungen. Die fast schon üblichen Logiklöcher sind teilweise tiefer als die Schlaglöcher in Deutschlands Straßen. Trotz niedriger Erwartungen ziemlich enttäuschend. 4/10