Archive for the Glotzophonie Category

TV-Tipp: CHUCK ab heute auf Pro7

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum on Samstag, 22. August 2009 by mediensucht

Gute Nachrichten von der Serienfront: Ab heute Abend läuft auf Pro7 endlich die grandiose Serie Chuck. Jeden Samstag 17:00 Uhr kann man sich von Chuck Bartowski, seinen schrägen Kollegen im Buy More und seinen Beschützern, den Agenten Sarah Walker und John Casey, auf amüsante und actionreiche Art und Weise unterhalten lassen. Eine der besten Serien der letzten Jahre.

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Eurovision Song Contest 2009

Posted in Glotzophonie with tags , , , , , , , , , , , , on Sonntag, 17. Mai 2009 by mediensucht

Tja, gestern/heute strahlte die ARD mal wieder den Eurovision Song Contest aus. Früher gab es da tatsächlich eine bunte Mischung aus Songs mit einem ordentlichen nationalen Einschlag, der einen schönen Querschnitt durch das musikalische Europa darstellte. Heute zählen nur noch Retortenpopnummern auf Englisch mit Modeltypen als Interpreten. Nur noch selten gibt es Lieder in Landessprache und mit landestypischem Repartoire (dieses Jahr beispielsweise ausgerechnet aus Russland). Nach einer Stunde war mir das Ganze dann auch zu viel, weshalb ich mir lieber auf ZDF im Aktuellen Sportstudio nochmals den grandiosen Sieg des VfL in Hannover anschaute.

Russia Eurovision 2009

Hier trotzdem das Endergebnis des Contests (D mal wieder hinten):

1. Norwegen: Alexander Rybak mit „Fairytale“ (387 Punkte)

2. Island: Yohanna mit „Is it true?“ (218 Punkte)

3. Aserbaidschan: AySel & Arash mit „Always“ (207 Punkte)

4. Türkei: Hadise mit „Düm Tek Tek“ (177 Punkte)

5. Großbritannien: Jase Ewen mit „It’s my Time“ (173 Punkte)

6. Estland: Urban Symphony mit „Rändajad“ (129 Punkte)

7. Griechenland: Sakis Rouvas mit „This is our Night“ (120 Punkte)

8. Frankreich: Patricia Kaas mit „Et s’il fallait le faire“ (107 Punkte)

9. Bosnien und Herzegowina: Regina mit „Bistra voda“ (106 Punkte)

10. Armenien: Inga & Anush mit „Jan-Jan“ (92 Punkte)

11. Russland: Anastasija Prichodko mit „Mamo“ (91 Punkte)

12. Ukraine: Svetlana Loboda mit „Be my Valentine“ (76 Punkte)

13. Dänemark: Brinck mit „Believe again“ (74 Punkte)

14. Moldawien: Nelly Ciobanu mit „Hora din Moldova“ (69 Punkte)

15. Portugal: Flor-de-lis mit „Todas a ruas do amor“ (57 Punkte)

16. Israel: Noa & Mira Awad mit „There must be another Way“ (53 Punkte)

17. Albanien: Kejsi Tola mit „Carry me in your Dreams“ (48 Punkte)

18. Kroatien: Igor Cukrov mit „Lijepa Tena“ (45 Punkte)

19. Rumänien: Elena mit „The Balkan Girls“ (40 Punkte)

20. Deutschland: Alex swings, Oscar sings mit „Miss Kiss Kiss Bang“ (35 Punkte)

21. Schweden: Malena Ernman mit „La voix“ (33 Punkte)

22. Malta: Chiara mit „What if we“ (31 Punkte)

23. Litauen: Sasha Son mit „Love“ (23 Punkte)

24. Spanien: Sorya mit „La Noche es para mi“ (23 Punkte)

25. Finnland: Waldos People mit „Lose Control“ (22 Punkte)

Da ist die Veranstaltung von Raab zumindest musikalisch interessanter!

Zur Qualitätsdebatte um das deutsche Fernsehen

Posted in Glotzophonie with tags , , , , on Samstag, 18. Oktober 2008 by mediensucht

Alle Welt – naja, zumindest die deutschen Feuilletons – regen sich über die Qualität des deutschen Fernsehens auf. Marcel Reich-Ranicki wird als Held gefeiert, der sich der Verblödung des TV entgegenstellt. Dass die Qualität der Fernsehlandschaft zu wünschen übrig lässt, ist allerorts unbestritten. Bezüglich der Ursachen wird gestritten. Über eines müssen wir uns aber im Klaren sein: Über das, was im TV gesendet wird, entscheiden die Senderchefs nicht wirklich. Der Zuschauer hat die Fernbedienung in der Hand … und ist zu blöd, damit umzugehen.

Auch beim Fernsehen herrscht die Marktwirtschaft, das Programm unterliegt demzufolge auch Angebot und Nachfrage. Immer wieder versuchen es auch intelligentere Formate auf dem Markt, werden aber vom Zuschauer nicht nachgefragt. Realityshows und einfältige Comedy-Serien haben dagegen hohe Einschaltquoten. Leider kommen die öffentlich rechtlichen Sender seit Jahren ihrem Sendeauftrag nicht nach und versuchen, die privaten Sender zu kopieren, anstatt die Qualität hochzuhalten. Die immensen TV-Gebühren werden lieber in dämlichen Shows (Wetten, dass …? gehört inzwischen leider auch dazu) verpulvert.

Sehen wir der Realität ins Auge. Solange der Zuschauer nicht bereit ist, Qualitätsfernsehen mit höheren Einschaltquoten zu belohnen (die schrägen Kriterien der Quotenmessung sind ein anderes Thema), können wir ewig auf besseres Fernsehen warten und debattieren. Der Bildungsbürger verzichtet immer mehr auf`s Fernsehen und weicht auf andere Medien aus. Leider sieht es in den Kinos auch nicht besser aus. Im Endeffekt wird RTL-Chef Zeiler Recht behalten, wenn er sagt, die Aufregung um Reich-Ranicki sei irrelevant. Das ist nur ein Strohfeuer. Warum sollte die gesellschaftliche Verblödung ausgerechnet vor dem Fernseher halt machen?

Um nicht völlig schwarz zu malen, noch ein paar Worte zur Ehrenrettung des Fernsehens. Noch gibt es gute Sendungen im TV. Einige brillante Serien aus den USA schaffen es immer wieder nach Deutschland, auch wenn das Terrain immer schwieriger wird. Auch in Deutschland produziertes Fernsehen kann sich sehen lassen. Viele deutsche Krimiserien der Öffentlich-rechtlichen sind hervorragend gemacht und an deutschen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen wie dem heute-journal können sich auch die Amis eine Scheibe abschneiden. Ab und zu steht eben „öffentlich-rechtlich“ noch für Qualität.

Der Auslöser für die Debatte, die Preisverleihung an Reich-Ranicki, wirft Rätsel auf. Wer kam auf die seltsame Idee, einem Literaturkritiker, der vor einiger Zeit mal eine kleine Sendung im Spätprogramm des ZDF hatte, einen Fernsehehrenpreis zu verleihen? Gibt es nicht genügend verdiente Fernsehschaffende? Hat man dem Produzenten der Show ZDF Zugeständnisse machen müssen? Es muss doch klar gewesen sein, wie ein Literaturfan, der kaum vor dem Fernseher sitzt, reagiert, wenn ihm die Essenz des Blöden in ausführlicher Art und Weise dargeboten wird. Den Schock Atze Schröder muss man als 88-Jähriger erst mal verkraften. Amüsant war es dennoch, bei der Rede von Reich-Ranicki die entsetzten Gesichter einiger sogenannter „ Stars“ des deutschen Fernsehens zu sehen. Am Ende kann man sich aber nur so helfen: Gezielt fernsehen oder gar nicht erst die Glotze einschalten.

Bilder: Welt, Spiegel (dpa)

TV-Tipps: Californication & Dexter

Posted in Glotzophonie with tags , , , , on Montag, 29. September 2008 by mediensucht

Ab heute Abend 22:15 Uhr laufen auf RTL 2 die Serien Californication und Dexter. In Californication spielt David Duchovny einen nicht mehr ganz so erfolgreichen Schriftsteller in der Midlife-Crisis, der sich in Sex und Alkohol flüchtet . Ab 22:55 Uhr mordet dann Dexter (Michael C. Hall) in Serie und darf seine Taten als polizeilicher Forensiker gleich wieder vertuschen. Bei diesen zwei freundlichen Psychopathen ist für gute Unterhaltung garantiert! Mal sehen, wie lange sie durchahlten …

Pushing Daisies: Deutscher Starttermin

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum with tags , on Freitag, 26. September 2008 by mediensucht

Man glaubt es kaum, nun scheint es endlich auch in Deutschland loszugehen: Der offizielle Starttermin für die erste Staffel von Pushing Daisies ist Mittwoch, der 22. Oktober 2008, 21:15 Uhr auf Pro7. Damit entwickelt sich der Mittwoch zu meinem ganz persönlichen Serienabend. Nach Pushing Daisies mache ich nämlich gleich weiter mit Samantha Who und Scrubs. Eine feine Sache!

Drei Wochen zuvor – am 1. Oktober – beginnt übrigens die zweite Staffel von Pushing Daisies in den USA. Ich bin gespannt (und eigentlich guter Dinge), ob das hohe Niveau gehalten werden kann. In jedem Fall ein spannender Kampf um die Positionen in meiner diesjährigen Lieblingsserien-Top3 (mit Chuck und The Middleman).

TV-Tipp: aktuelle Serienstarts auf Pro7

Posted in Glotzophonie with tags , , , , , on Mittwoch, 3. September 2008 by mediensucht

So langsam kommt auch in Deutschland der Serien-Herbst ins Rollen. Deshalb möchte ich hier kurz auf einige interessante Serien-Starts hinweisen:
Schon am heutigen Abend geht es um 22:15 Uhr auf Pro7 mit Samantha Who los. Die Serie habe ich selbst zwar noch nicht gesehen, wenn man aber dem Kollegen hirngabel Glauben schenken kann (bei Serien ist das des Öfteren der Fall), dann lohnt sich diese Comedy-Serie mit Christina Applegate auf jeden Fall.

Danach geht es dann mit der siebten Staffel von Scrubs weiter. Ich habe nach dem regelmäßigen Schauen der ersten Staffeln von Scrubs leider irgendwann mal den „Faden verloren“ und diese ausgezeichnete Serie mit Zach Braff (Garden State) nicht mehr verfolgt. Da zuvor aber Samantha Who fest eingeplant ist, lohnt sich sicher ein längeres Verweilen bei Pro7.
Am übernächsten Samstag (13.9.08) um 14:10 Uhr startet dann endlich How I Met Your Mother auf Pro7. Diesen legitimen Friends-Nachfolger habe ich schon in einer eigenen Review ausführlich gewürdigt, weshalb hier nur auf den deutschen Starttermin hingewiesen sei.
Zum Thema Pushing Daisies ist bisher leider nichts auf prosieben.de zu finden …

TV-Tipp: My Name Is Earl auf RTL

Posted in Glotzophonie with tags , , , on Freitag, 18. Juli 2008 by mediensucht

Ab heute abend sendet RTL (hoffentlich) jeden Freitag um 23:30 Uhr die US-Serie My Name Is Earl, die ich hier bereits ausführlich gewürdigt habe.

Tripods – Die dreibeinigen Herrscher

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum with tags , , , , , , , on Samstag, 2. Februar 2008 by mediensucht

dreibeiner.jpgMitte der 80er Jahre gab es im Kinderfernsehen des ZDF eine Serie, die mich damals ziemlich beeindruckte. Dabei handelte es sich um eine Science-Fiction-Serie der BBC, die für mich den ersten Kontakt zu außerirdischem Leben schaffte. Die nach der Vorlage von John Christopher „Die dreibeinigen Monster“ eigentlich auf drei Staffeln ausgelegte Serie The Tripods wurde wegen zu hoher Produktionskosten nach der zweiten Staffel und insgesamt 25 Folgen eingestellt.

In naher Zukunft herrschen auf der Erde dreibeinige Maschinen. Die Menschheit wurde zum großen Teil vernichtet. Die restlichen Menschen leben in ins Mittelalter zurückgesetzten Dörfern unter einfachen Umständen. Im Alter von 14 Jahren werden sie geweiht. Dabei bekommen sie eine goldene Kappe eingepflanzt, die ihnen Emotionen (u.a. Gewalt) und die Kreativität nimmt. Die zwei Jungen Will und Henry flüchten aus einem englischen Dorf, um in den Alpen auf einen Rest freie Menschen zu treffen. Staffel 1 (Folge 1-13) besteht dann auch hauptsächlich aus dieser Fluchtgeschichte durch England und Frankreich. Das ist zum Teil etwas langatmig. Die Dreibeiner, die an jene aus Krieg der Welten nach H.G. Wells angelehnt sind, sieht man vorerst nur in der Ferne. Schon hier ist die mittelalterliche Welt prächtig ausgestattet. Das unbeholfene Overacting ist irgendwie witzig und sympathisch.

Richtig zur Sache geht es dann in der zweiten Staffel (Folge 14-25). Jetzt kommt zu klassische Science-Fiction: Um in die Stadt der Dreibeiner zu kommen, müssen die Protagonisten einen Wettbewerb gewinnen. In der Stadt treffen sie dann auf seltsame dreibeinige Bioformen, die mit der Menschheit Böses vorhaben. Nun ist das Setting futuristisch und es wird philosophisch. Auch hier ist die Ausstattung fantastisch, was die Serie wohl nochmals verteuert hat. Da es nie zur dritten Staffel kam, endet die letzte Folge mit einem großen Cliffhanger.

 

tripods2.jpg

Aus heutiger Sicht wirkt das Ganze natürlich etwas antik, aber durchaus charmant. Wenn man die erste Staffel erst mal überstanden hat, lohnt sich der Rest auch heute noch. Für einen Heranwachsenden in den 80ern des letzten Jahrhundert war das Alles nicht nur filmisches Neuland, sondern hat auch einen tiefen Eindruck hinterlassen, was für beängstigende Gefühle und auch Faszination so eine Fernsehserie auslösen kann.

Unsere besten Musikstars

Posted in Beschallungsabhängigkeit, Glotzophonie with tags , , , , , on Sonntag, 25. November 2007 by mediensucht

Am Freitagabend zeigte das ZDF eine der vielen Listenshows, die momentan so beliebt sind. Da das ZDF ja etwas Besseres sein will, als so ein Privatsender, versuchte man das Format damit in die Seriosität zu heben, indem man dem Ganzen einen Hauch von offizieller Wahl verpasste: „Unsere (damit ist jeder in Deutschland gemeint) Besten (die tatsächlich besten Vertreter der Zunft)“ war der Name zum entsprechend beworbenen Programm. Dass sich diese Sendung des ZDF nicht viel von denen der Privaten unterschied, war schnell klar. Es gab einen Moderator (Allzweckwaffe Johannes Babtist Kerner), der auf einer Couch eine Reihe Prominenter um sich scharte und die entsprechende TopIrgendwas abarbeitete. Zwischendurch gab es ein paar Showacts aus dieser Liste.

Ich weiß auch nicht so genau, warum ich mir die Sendung antat. Vielleicht, um etwas in Erinnerungen zu schwelgen. Solche Listenshows sind nämlich recht clever aufgebaut. Die rückwärts abgespulte Top50 erzeugt Spannung. Wer wird denn nun „Der beste Musikstar Deutschlands“? Die Einspieler zu den Platzierten sind tatsächlich recht informativ und interessant. Auf das Gelaber der Gäste kann man gern verzichten, die live-Musik ist Geschmackssache. So habe ich am Freitag das erste Mal Tokio Hotel ihr Werk verrichten sehen. Die können schon Musik machen, wenngleich sie nicht wirklich besser ist, als die Musik vieler anderer talentierter Bands. Mit ihrem Auftreten sprechen sie aber gerade viele Teenies an. Es wäre interessant, die Herrschaften in 20 Jahren zu sehen.

Die eigentliche Top50 ist ohne wirkliche Aussagekraft für die Musik im deutschsprachigen Raum, vielmehr sagt sie etwas über das Publikum des ZDF aus. Überraschend dabei, dass jene Tokio Hotel-Jungs auf einem 23. Platz landeten. Gibt es tatsächlich junge Zuschauer beim ZDF? Oder haben die Enkel der Zuschauer, die den Alten bei der Internetwahl halfen, bei der Gelegenheit gleich ihre eigene Stimme abgegeben? Den hohen Altersschnitt der Zuschauer findet man wunderbar in der Liste präsentiert. Da ist Roy Black auf 7, André Rieu auf 10, die Schürzenjäger auf 14 oder PUR auf Platz 16. Ebenfalls erstaunlich sind die Böhsen Onkelz auf Nummero 25. Diese Platzierung zu interpretieren, wage ich mich nicht.

Würde man tatsächlich eine reelle Wahl durchführen und das Können der Musikstars beurteilen, müssten auf den ersten Plätzen die klassischen Komponisten liegen. So kommt es aber zu seltsamen Konstellationen: So liegt beim ZDF DJ Bobo vor Bach, Nena vor Beethoven und Udo Jürgens vor Mozart. Seltsam muten auch Namen wie DJ Ötzi (42) und Howard Carpendale (19) an, die sich eigentlich nur im Covern von Songs verstehen. Witzig dagegen sind die Platzierungen von BAP (22) und de Höhner (11) in der Top50. Kölner schauen gerne ZDF! Gewonnen hat übrigens Herbert Grönemeyer. Angesichts seiner jahrelangen Präsenz, den vielen Hits und der großen Fangemeinde ist dieses Ergebnis sogar vertretbar.

Über bloßen Unterhaltungswert kommt auch diese Listenshow nicht hinaus. Manchmal reicht das aber schon für einen angenehmen Abend aus …

Einmal TV und zurück

Posted in Geschwätzigkeit, Glotzophonie with tags , , , , , , on Sonntag, 25. November 2007 by mediensucht

Da habe ich mich doch in letzter Zeit einige Male über das TV-Programm brüskiert (ein paar Serien einmal ausgeschlossen), dabei aber keine konkreten Bezüge hergestellt. Wie ist denn nun das deutsche TV-Programm? Was macht es so schlecht (oder so gut?) oder so nichtssagend? Um diese Fragen zumindest versuchsweise zu beantworten, folgt ein kleiner Blick auf das TV-Programm der letzen Tage:

Werktags kommt immer das Gleiche im Flimmerkasten. Die Schemata ähneln sich dabei stark. Wirkliche Unterschiede zwischen den Öffentlichen und den Privaten gibt es erst in den Abendstunden. Vormittags laufen Morgenmagazine und Wiederholungen. Mittags folgen Mittagsmagazine, dann Talk- bzw. Gerichtsshows oder Telenovelas. Der Vorabend besteht fast nur aus Daily Soaps oder Boulevardmagazinen. Der Abend wird meist nach einem Motto gestaltet. Da gibt es bei den Privaten den Comedy-Freitag, den Mystery-Montag oder den Crime-Donnerstag. Entweder laufen dort wöchentliche Serien oder spezielle Filme. Die Öffentlichen versuchen am Abend zumindest entfernt ihrem Sendeauftrag nachzukommen und strahlen vereinzelt Politmagazine oder Wissenssendungen aus. Ältere Zuschauer bedient man mit Volksmusikshows und „Schmalzfilmen“, ob sie es wollen oder nicht.

Überraschend ist für mich, dass dieses hauptsächlich seichte Geflimmer immer noch so viele Zuschauer findet. Ich denke, dass sich die Fernsehkultur in den letzten Jahren verändert hat. Früher saß noch die ganze Familie vor dem Fernseher, die Auswahl an Programmen bzw. Sendungen war noch gering. Man sah konzentriert und interessiert in die Röhre. Heute läuft das TV-Gerät oft nebenbei zur Berieselung (ähnlich dem Radio). Programm, dass man intensiv verfolgen müsste, stört dabei nur. Am Abend wollen die Menschen geistig abschalten, was laut Wissenschaft auch prima funktionieren soll (Lahmlegen einzelner Hirnregionen).

Wie sieht das Programm am Wochenende aus? Am Samstagabend setzten erstaunlich viele Sender auf Show, wie es schon vor 30 Jahren der Fall war. Die Showkonzepte folgen gewissen Trends. So gab es am gestrigen Abend gleich drei Wissensshows zu bewundern. Die Sender wollen sich nicht voneinander absetzen und einen neuen innovativen Kuchen backen, sondern ein Stück vom Vorhandenen abhaben, der immer kleiner wird. Ein seltsames Konzept! Pro7 setzte auch auf Show, ließ mit Stefan Raab aber einen Chaoten ans Werk, der das Talent hat, auf niedrigem Niveau gut zu unterhalten. Er bedient die „niederen“ Instinkte und macht auch keinen Hehl daraus. Man sieht den B-Promis gern beim peinlichen Getue zu. Die auf sportlichen Wettkampf getrimmten Showkämpfe unterschiedlicher Art bieten tatsächlich Stoff für eine sinnfreie Samstagabendunterhaltung. Über Raabs wochentägliches TV-Total verliere ich lieber kein Wort.

Ich sah mir aber dennoch erst mal den Krimi im ZDF an. Handwerklich ordentlich umgesetzt, fehlte es an Spannung, die dem Film durch eine vorhersehbare Geschichte genommen wurde. Schauspielerisch kann man zumindest den öffentlich-rechtlich produzierten Krimis nichts vorwerfen. Auch eine Anke Engelke glänzt in einer ernsteren Rolle. Man merkte dem Krimi seine Bemühungen um Relevanz stark an. Das Thema Altenpflege und Sterbehilfe war doch ziemlich gewollt inszeniert. Insgesamt war der Film aber solide Krimikost.

Dann ging es doch zu Raab. Neben der „niederen“ Faszination, der man auch mal freien Lauf lassen kann und darf, gab es noch echte Abscheu. Die Kommerzialisierung eines solchen Events ist schon penetrant. Selbst auf den halbnackten Körpern wird noch Werbung gemacht. An dämliche Gewinnspiele hat man sich ja leider gewöhnt. Perfekte Abendunterhaltung sieht für mich anders aus. Raabs Shows sind aber ein schönes Abbild der Zeit. Jedem Publikum das, was es verdient.

Ich bleibe lieber bei Filmen im Kino oder auf DVD. Ab und zu eine Serie oder eine interessante Dokumentation im TV dürfen schon mal sein, ansonsten ist TV für mich verzichtbar. Da es heutzutage aber auf Marktanteil und nicht auf absolute Zahlen ankommt, brauchen die Sender solche Menschen wie mich nicht zu fürchten. Die Erziehung eines für Trash und Werbung empfänglichen Publikums läuft … mit Erfolg!

Welttag des Fernsehens

Posted in Glotzophonie with tags , , on Mittwoch, 21. November 2007 by mediensucht

Heute ist der Welttag des Fernsehens! Was macht man einem solchen Tag? Fernsehen? Das praktiziert man doch fast jeden Tag. Zumindest benutzt man den Fernseher, um darauf DVDs zu schauen. Obwohl es ja Menschen geben soll, die sich Filme und Serien am Computer oder Notebook ansehen. Laut Statistik sehen aber die Deutschen pro Tag im Schnitt 4 Stunden in die Röhre. Da nicht jeder Deutsche einen Fernseher besitzt, ist die Zahl pro wirklichem Zuschauer noch höher. Eigentlich erschreckend! Wenn man bedenkt, dass beim Fernsehen wichtige Hirnregionen quasi ausgeschaltet werden und die Einschaltquoten von Bildungssendungen sehr gering sind … nein, nein, nein, ich mache jetzt keinen naiven Film mit dem Namen Free Mediensucht, in dem ein Mediensüchtiger mittels Einschaltquotenmanipulation sein Wunschprogramm bekommt. Ich sehe mir stattdessen heute Abend die neue Folge Heroes im TV an. Und das, ganz ohne Feier! Das Fernsehen ist Alltag bzw. Normalität. Irgendwann wird es wahrscheinlich vom Internet abgelöst. Vielleicht sollte man deshalb dessen Erfindung und Entwicklung gedenken: Prost, Fernsehen!

Battlestar Galactica

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum with tags , , on Dienstag, 20. November 2007 by mediensucht

Im Folgenden geht es mal um eine Serie, mit er ich eine Art Hassliebe verbinde: Battlestar Galactica. Nein, das ist nicht der tausendste Aufguss von Stargate Irgendwas und auch kein Ableger von Star Trek. Battlestar Galactica (BG) basiert auf Kampfstern Galactica aus dem Jahr 1978, hat damit aber nur den inhaltlichen Hintergrund gemeinsam. Ansonsten ist BG völlig neu entwickelt und setzt weniger auf Schauwerte als auf Psychologie und Handlung.

Es herrscht Krieg. Die Zylonen (hochentwickelte Roboter mit teilweise menschlichem Äußeren) wenden sich gegen ihre Erbauer und wollen die Menschheit vernichten. Den Erstschlag überleben nur etwa 50 000 Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind.

Für mich immer wieder erschreckend sind die Parallelen zur heutigen amerikanischen Gesellschaft. Nicht nur das Militärgehabe, dass sich bis in die Zukunft nicht geändert zu haben scheint, auch die religiösen Momente erzeugen bei mir Skepsis. Ich rechne BG aber hoch an, dass die Serie bis jetzt noch keine eindeutige Stellung zur Religion bezogen hat. Der Mensch neigt ja in Krisenzeiten zu Extremen. Einige Menschen werden tief religiös, während andere ihren Glauben verlieren. Beide Aspekte werden angesprochen, aber nicht wirklich gewertet. Vielmehr kommt es zu interessanten Konstellationen. Ähnlich verhält es sich mit dem Militär. Auch hier kann man argumentieren, dass extreme Situationen besondere Maßnahmen und Disziplin erfordern. Manchmal läuft mir dennoch ein Schauer über den Rücken, wenn ich das übertriebene Militärgehabe sehe.

Großer Pluspunkt der Serie ist die brillante, moderne Machart. Neben der ungewöhnlichen Farbgebung sticht die „Handkamera“ im Weltraum ins Auge. Der Zuschauer wird durch geschickte Schärfeverlagerungen, schnelle Kamerabewegungen und subjektive Sicht in das Geschehen gezogen. Die eigentlichen Effekte (z.B. Explosionen) treten in den Hintergrund. Zudem wird höchsten Wert auf psychologische Tiefe gelegt. Beweggründe für die Handlungen der Figuren und charakterliche Eigenschaften stehen im Vordergrund. Dieses Konzept funktioniert nicht immer. Wenn es aber funktioniert, sieht man das Beste, was Science Fiction momentan sein kann. Erwähnenswert ist auch der Einsatz von Musik. Es dominieren ethnische Klänge von afrikanischen Trommeln oder asiatischen Zupfinstrumenten.

Summa summarum eine äußerst interessante und sehenswerte Serie, der man die ein oder andere Schwäche gern verzeiht. Da RTL2 die Serie aus unerfindlichen Gründen in 4:3 ausstrahlt, sollte man besser auf die DVDs zurückgreifen. Da gibt es auch keine nervige Werbung. Empfehlung für alle SciFi-Fans!

Chuck vs. the Ü-Ei

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum with tags , , , , on Montag, 19. November 2007 by mediensucht

Meine zweitliebste Serie (nach der schon besprochenen Pushing Daisies) ist momentan eine ebenfalls diese Saison gestartete Serie namens Chuck. Chuck ist eigentlich Chuck Bartowski, seines Zeichens Computerspezialist einer Reparaturabteilung (Nerd Herd) eines Elektronikfachmarktes mit dem wunderbaren Namen Buy More. Durch seltsame Zufälle bekommt Chuck (Zachary Levi) sämtliche geheime Daten von CIA und FBI in sein Gehirn eingepflanzt, während sich die Originaldaten bei einer Explosion in Luft auflösen. Damit wird dieser Normalo plötzlich interessant für viele in- und ausländische Spione und Kriminelle. Zwei Agenten der CIA und des FBI werden fortan dazu verdonnert, Chuck zu beschützen – undercover und möglichst, ohne viel Aufsehen zu erregen. Agentin Sarah Walker wird mal eben Chucks Freundin und Major John Casey bei Buy More eingestellt.

Dass diese Story ungeheuer Potential hat, merkt man spätestens nach der zweiten Folge. Für Action ist im Agentenmilieu immer gesorgt. Daneben führt der Undercoverstatus der Agenten immer wieder zu witzigen und spannenden Situationen. Chucks „Beziehung“ zu seiner neuen „Freundin“ (bezaubernd: Yvonne Strzechowski) hat sogar dramatisches Potential. Der harte Major (köstlich: Adam Baldwin) lässt einen schwarzhumorigen Spruch nach dem anderen heraus. Auch die schrägen Angestellten von Buy More und der beste Freund Morgan (Joshua Gomez) sorgen für viel Komik. Nicht zuletzt der Musikeinsatz ist wunderbar, weil er genau meinen Geschmack trifft, beispielsweise mit Musik von Cake als Thema. Interessant sind auch die Referenzen an Film, TV und Games. Hierzu kann ich den englischen Wikipedia-Artikel zu Chuck empfehlen, der eine genauere Auflistung enthält.

Chuck ist wie ein filmisches Überraschungsei – spannend, dramatisch und lustig in einem. Und Chuck wird immer besser. Fragt sich, wie die Serie den aktuellen Autorenstreik übersteht (was man sich bei fast jeder Serie fragen muss) und bleibt auch hier zu hoffen, dass ein deutscher Sender das Potential von Chuck entdeckt bzw. erkennt und Chuck ebenso in Deutschland seine Fans bekommt.

Free Rainer – Hans erklärt uns die Welt

Posted in Cinemanie, Glotzophonie with tags , , , , , on Dienstag, 13. November 2007 by mediensucht

*leichte Spoilerwarnung*

Fernsehen macht blöd! Das wurde sogar schon wissenschaftlich bewiesen! Beim Fernsehen werden wichtige Regionen im Gehirn gar nicht bedient und verkümmern. Was die Probanden bei solchen empirischen Versuchen zu sehen bekamen, ist mir nicht bekannt. Vielleicht war es der neue Film von Hans Weingartner als TV-Version?!

Ausschlaggebend ist doch, was man im TV sieht und wie lang man vor der Glotze hängt. Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen selbst, was er sich anschaut. Zur Not kann man ja ausschalten. So weit ich weiß, gibt es in Deutschland keine Fernsehpflicht. Viele Sendungen im TV sind deshalb genauso blöd wie ihr Publikum. Wie viele solche Zuschauer eine Sendung hat, wird in Deutschland durch die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) über eine kleine „repräsentative“ Gruppe vom Menschen ermittelt und als Einschaltquoten veröffentlicht. Zu dieser Gruppe gehören nur Gebührenzahler. Studenten oder Arbeitslose (was „nur“ einige Millionen sind) werden vernachlässigt. Die Zahlen sagen also nur etwas über Quantität aus, nicht über Qualität.

Hans Weingartner, Regisseur von Die fetten Jahre sind vorbei und Das weiße Rauschen, nimmt sich nun dieses Themas an und verarbeitet es in der sogenannten Mediensatire Free Rainer. Er schiebt die Verblödung der Massen auf deren TV-Konsumverhalten. Den Erfolg von sinnfreien Sendungen misst er deren hoher Einschaltquoten und der Gewöhnung der Massen an diesen Schund zu. Eine Lösung des Problems wäre also die Manipulation der Quote. Wenn Wissenssendungen höhere Einschaltquoten hätten, würden sie die Massen zum Sehen selbiger verleiten. Wenn eine Trashsendung keine Quote hätte, würden die Leute eher abschalten. Ja, hier macht es sich Weingartner sehr einfach. Er ignoriert wichtige andere Faktoren. Die Vereinfachung ist aber Konzept.

Rainer (Moritz Bleibtreu) ist erfolgreicher TV-Produzent. Jedes Klischee eines Fernsehmachers trifft auf ihn zu: Drogen, Sex, schnelle Autos usw.. Seine Sendungen sind der reinste Trash. Nach einem Unfall kommt der urplötzliche Sinneswandel. Rainer will nun Bildungsfernsehen machen und scheitert. Mit einer kleinen Guerillatruppe nimmt er mittels Quotenmanipulation Rache und wie durch ein Wunder – Deutschland wandelt sich. Die Menschen lesen auf sonnigen Wiesen, diskutieren in intellektuellen Gesprächsrunden, schauen Politmagazine oder Die fetten Jahre sind vorbei (!).

Genauso klischeehaft, wie es sich hier liest, ist auch der Film umgesetzt. Weingartner praktiziert genau das, was er den TV-Sendern vorwirft. Er verkauft sein Publikum für blöd, strapaziert ein Klischee nach dem anderen und gibt den „Erklärbären“. Keine Spur von Subtilität oder Raffinesse. Der Zuschauer erkennt schon am Anfang einer Szene, wie sie endet. Es gibt nahezu lächerliche Szenen, wie beispielsweise das Streitgespräch von Rainer mit seinem Chef, dass in einer übertriebenen Brüllarie endet.

Völlig daneben ging auch die Liebesromanze des Films. Ernstere Szenen sind mit einem schmalzigen Klaviergeklimper unterlegt. Die Chemie zwischen den Darstellern stimmt schlechtweg gar nicht. Überhaupt ist die weibliche Hauptrolle mit Elsa Sophie Gambard fehlbesetzt. Von ordentlicher Schauspielerführung keine Spur. Alles wirkt grob, ohne jedes Gefühl für Feinheiten – wie es eben im kritisierten TV auch täglich zu sehen ist.

Weingartners Klischee-Overkill macht auch vor den Randgruppen der Gesellschaft nicht halt. Die Arbeitlosen saufen, der trottelige Inder ist sich für keine Arbeit zu schade, der Computerspezialist ist ein sozialer Außenseiter mit Verschwörungstick. Die einzige Frau in der Gruppe hat ausgerechnet durch die bösen Medien ihren Opa verloren und ist dann in den sozialen Abgrund gefallen.

Immerhin sind einige Szenen des Films tatsächlich witzig, so dass man ab und zu von „sinnfreier Unterhaltung“ sprechen kann, der Rest des Films ist eine Beleidigung für den Zuschauer. Das Thema wurde geradewegs verfehlt. Dieser Film hebt sich keinen Millimeter von einem plumpen TV-Film ab. Im Gegenteil! Wenn Weingartner glaubt, mit solchen Filmen die Welt retten zu wollen: Gute Nacht!

nur 2/10 Pillen zur Entwöhnung

(ebenfalls auf kino.de)

Schmidt und Pocher zum Dritten

Posted in Glotzophonie with tags , , , , on Samstag, 10. November 2007 by mediensucht

Nach der dritten Sendung des neuen Lateshow-Duos muss man leider sagen: Es änderte sich nicht viel. Das ehemalige Konzept wird auch mit Pocher stur durchgehalten. Die Rollenverteilung hat sich natürlich etwas geändert. Pocher ist wesentlich mehr involviert als Stichwortgeber Andrack. Nur bringt Pocher kaum Eigenes in die Show. Er kopiert weiterhin seinen Meister Schmidt. Man sieht klar, dass Pocher zum Schmidt-Nachfolger aufgebaut werden soll, der genauso funktionieren soll, wie sein Vorbild selbst.

In der vergangenen Sendung durfte sich Pocher am Standup zu Anfang versuchen und meisterte diese Aufgabe überraschend passabel. Sicher ist auch er von den Gagschreibern abhängig, bringt die Scherze zu aktuellen Themen aber vernünftig an den Zuschauer. Die Souveränität eines Harald Schmidt fehlt allerdings noch, was sich aber mit der Zeit bessern wird.

Auch sonst läuft die Show in bekannten Bahnen. Helmut Zerlett durfte sich mal wieder auf einer C-Promi-Veranstaltung zum Obst machen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er genau weiß, wie er beim Publikum damit ankommt! Selbst der Gast war mit Bastian Pastewka ein „alter Bekannter“, der schon oft in der Show war.

Die mir erhoffte Erneuerung bzw. Auffrischung dieser Lateshow bliebt bis jetzt leider aus. Ob ihr damit gedient ist, bleibt zweifelhaft. Zugegebenerweise liegt das Niveau der Sendung immer noch weit über einem Großteil des restlichen TV-Programms. Ich nehme auch stark an, dass Schmidt und Pocher eine weit höhere Einschaltquote haben, als veröffentlicht wird, da die Hauptzielgruppe der Studenten gar nicht erst in die Messung einfließt. Ich wünsche mir dennoch etwas mehr frischen Wind in der Show. Dranbleiben!