Battlestar Galactica

Im Folgenden geht es mal um eine Serie, mit er ich eine Art Hassliebe verbinde: Battlestar Galactica. Nein, das ist nicht der tausendste Aufguss von Stargate Irgendwas und auch kein Ableger von Star Trek. Battlestar Galactica (BG) basiert auf Kampfstern Galactica aus dem Jahr 1978, hat damit aber nur den inhaltlichen Hintergrund gemeinsam. Ansonsten ist BG völlig neu entwickelt und setzt weniger auf Schauwerte als auf Psychologie und Handlung.

Es herrscht Krieg. Die Zylonen (hochentwickelte Roboter mit teilweise menschlichem Äußeren) wenden sich gegen ihre Erbauer und wollen die Menschheit vernichten. Den Erstschlag überleben nur etwa 50 000 Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind.

Für mich immer wieder erschreckend sind die Parallelen zur heutigen amerikanischen Gesellschaft. Nicht nur das Militärgehabe, dass sich bis in die Zukunft nicht geändert zu haben scheint, auch die religiösen Momente erzeugen bei mir Skepsis. Ich rechne BG aber hoch an, dass die Serie bis jetzt noch keine eindeutige Stellung zur Religion bezogen hat. Der Mensch neigt ja in Krisenzeiten zu Extremen. Einige Menschen werden tief religiös, während andere ihren Glauben verlieren. Beide Aspekte werden angesprochen, aber nicht wirklich gewertet. Vielmehr kommt es zu interessanten Konstellationen. Ähnlich verhält es sich mit dem Militär. Auch hier kann man argumentieren, dass extreme Situationen besondere Maßnahmen und Disziplin erfordern. Manchmal läuft mir dennoch ein Schauer über den Rücken, wenn ich das übertriebene Militärgehabe sehe.

Großer Pluspunkt der Serie ist die brillante, moderne Machart. Neben der ungewöhnlichen Farbgebung sticht die „Handkamera“ im Weltraum ins Auge. Der Zuschauer wird durch geschickte Schärfeverlagerungen, schnelle Kamerabewegungen und subjektive Sicht in das Geschehen gezogen. Die eigentlichen Effekte (z.B. Explosionen) treten in den Hintergrund. Zudem wird höchsten Wert auf psychologische Tiefe gelegt. Beweggründe für die Handlungen der Figuren und charakterliche Eigenschaften stehen im Vordergrund. Dieses Konzept funktioniert nicht immer. Wenn es aber funktioniert, sieht man das Beste, was Science Fiction momentan sein kann. Erwähnenswert ist auch der Einsatz von Musik. Es dominieren ethnische Klänge von afrikanischen Trommeln oder asiatischen Zupfinstrumenten.

Summa summarum eine äußerst interessante und sehenswerte Serie, der man die ein oder andere Schwäche gern verzeiht. Da RTL2 die Serie aus unerfindlichen Gründen in 4:3 ausstrahlt, sollte man besser auf die DVDs zurückgreifen. Da gibt es auch keine nervige Werbung. Empfehlung für alle SciFi-Fans!

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Eine Antwort to “Battlestar Galactica”

  1. […] findige Serienautoren Ersatz für das verbotene „fuck“ ausgedacht. In der Sciencefiction-Serie Battlestar Galactica (übrigens schon im Original von 1978) sagt man dank des Serienerfinders Glen A. Larson (z.B. auch […]

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