Archiv für Juni, 2009

Kurzkommentare – Mai und Juni 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Dienstag, 30. Juni 2009 by mediensucht

Ich brauche Urlaub. Nicht einmal zum Bloggen komme ich noch. Ein paar Tage muss ich auf den Urlaub noch warten. Damit im Juni wenigstens noch ein Beitrag hinzukommt, hier die Kurzkommentare zu den Filmen, die ich im Mai (den Beitrag hatte ich damals vergessen) und Juni sah:

Wolverine
Fand ich gar nicht schlecht. Kann aus objektiven Gesichtspunkten nicht mal sagen, warum das so ist. Ich habe mich jedenfalls subjektiv gut unterhalten gefühlt. 7/10

Duplicity
Technisch fein umgesetztes, verzwicktes Gaunerstück, dass doch einiges Mitdenken vom Zuschauer abverlangt. Aber allein die Dialoge zwischen Owen und Roberts sind schon sehr unterhaltsam. Gut! 7-8/10

Schwarze Schafe
Ziemlich abgedrehter Episodenfilm, teilweise lustig, teilweise doof, teilweise sehr unterhaltsam, teilweise zu gewollt. 6/10

Star Trek
Größtenteils gelungener Neuanfang mit viel Action und Humor, der richtig Spaß macht (siehe hier). 9/10

Knowing
Unlogischer Sciencefictionblödsinn mit ein paar Schauwerten, vielen Klischees und einer strunzdummen Geschichte! 2/10

Die Herzogin
Schönes Kostümdrama mit einer zu dürren Keira Knightley. 8/10

Public Enemy No.1 – Mordinstinkt (Teil 1)
Spannendes und kurzweiliges Kriminellenporträt aus Frankreich mit ordentlich Action, das kurz vor dem Abspann zuviel aus dem 2. Teil verrät. 7-8/10

Illuminati
Besser, als erwartet. Vom Thema für mich sowieso interessant, ist der Stoff auch recht ordentlich umgesetzt und Hanks stört mich weniger in der Rolle als noch im 1. Teil. 6/10

Trauzeuge gesucht
Hatte mir von Jason Segel und Paul Rudd mehr erwartet. Dünne Story mit den üblichen Lovestory-Elementen. Langweilig! 3/10

Kung Fu Panda
Technisch brillant, nur inhaltlich für mich nicht so spannend. Insgesamt noch einigermaßen unterhaltsam. 6/10

Battlestar Galactica aus 1978
Hat schon erstaunlich viel Staub angesetzt. Trotz schlechter Effekte und übelster Schauspielerei war es dennoch interessant zu sehen, was die Grundlage für die beste Scifiserie der letzten Jahre war. 4/10

Terminator: Die Erlösung
Gute Action als Teil einer ziemlich platten Story. Man hätte sich vielleicht auf eine Hauptfigur konzentrieren sollen, wobei hier Wright wesentlich interessanter ist als Connor. Die arme Bryce Dallas Howard ist total verschenkt. Knappe 4/10 (genauer hier)

Sunshine Cleaning
Mir war nicht ganz klar, was der Film eigentlich wollte. Er zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben zweier Schwestern, die versuchen, mit ihrem Leben klar zu kommen. Zu offensichtlich auf Independentmovie gemacht, dafür aber zu wenig einnehmend. 6/10

Public Enemy No.1 – Todestrieb
Leider in allen Belangen schlechter als Teil 1. Die Action ist weniger mitreißend, die Figuren gröber gezeichnet, der innere Zusammenhang lockerer, weil wild aneinandergereihte Ereignisse/Szenen. So 5/10.

Drag Me To Hell
Nimmt sich zu ernst, um von mir ernst genommen zu werden. Klischees in Massen, nur wenige gute Szenen, größtenteils vorhersehbar und langweilig. Die kurzen augenzwinkernden Momente haben mir noch am Besten gefallen. Nicht mein Genre. 2/10

Die Welle
Recht ordentlich umgesetztes und zeitgemäßes Remake mit einem immer noch aktuellen Thema. 7/10

Revolver
Typischer Ritchie, der allerdings am Ende einen auf Lynch macht, was ihm nicht unbedingt gut bekommt. Hat trotzdem über weite Strecken Spaß gemacht. 7/10

Mamma Mia
Völlig durchgeknalltes Abba-Musical, das im Gegensatz zu „Across the universe“ weniger auf Historie und mehr auf Blödelei setzt. Nicht wirklich mein Fall. 3/10

Che – Revolucion (Teil 1)
Viel zu schwarz/weiß gemalter erster Teil, der Che viel zu positiv darstellt. Der Ansatz, die Geschichte strikt nach Ches Tagebüchern zu erzählen, ist da schon der falsche Ansatz. Habe wenig Hoffnung, dass es der zweite Teil besser macht, und uns noch etwas vom wahren Che (dem Verbrecher) zeigt. Die filmische Umsetzung ist einigermaßen OK. Erst einmal ohne Wertung.

edit:
State of Play
Etwas zu gewollt gesellschaftskritisch wirkender, aber durchaus spannender Medienthriller mit Starbesetzung. 7/10

Limits of Control
Ähm, ja!?!

Terminator: Die Erlösung

Posted in Cinemanie with tags , , , , , on Donnerstag, 11. Juni 2009 by mediensucht

Terminator1Neben den positiven Visionen der Zukunft, die auf wissenschaftlichem Fortschritt basieren, gibt es auch immer wieder düstere Zukunftsvorstellungen. Die sogenannte Dystopie behandelt eine fiktive Gesellschaft, die sich äußerst negativ entwickelt hat. Die größte Angst hat der Mensch dabei meist vor sich selbst bzw. den schrecklichen Ergebnissen seiner Taten. Der wissenschaftliche Fortschritt wird als Bedrohung angesehen. Ist der Mensch in Children Of Men, dem besten Sciencefictionfilm der letzten Jahre, noch Opfer von selbstverschuldeten Umwelteinflüssen und kann keinen Nachwuchs mehr zeugen, sind es in der Terminator-Reihe die intelligenten Maschinen, die sich über ihren Schöpfer heben.

Die ersten drei Teile der Reihe spielen jeweils hauptsächlich in der Zeit ihrer Entstehung. In naher Zukunft übernehmen plötzlich („Judgement Day“) intelligente Maschinen die Herrschaft und versuchen, die Menschheit zu vernichten. Im ersten Teil wird ein Terminator (Modell T-800) vom herrschenden Computersystem Skynet in die Vergangenheit (80er Jahre) geschickt, um die Mutter (Sarah Connor) des wichtigsten Widerstandskämpfers (John Connor) noch vor dessen Geburt zu töten. Zum Schutz sendet der Zukunfts-Connor seinen Freund Kyle Reese, der zu dessen Erzeuger/Vater wird. Im zweiten Teil (90er Jahre) ist dann John Connor selbst als Kind das Ziel eines Terminators (Modell T-1000). Dieses Mal kommt ein T-800 als Hilfe aus der Zukunft. Teil 3 (aus 2003) erzählt dann wiederum vom Angriff eines Terminators (der weibliche T-X) auf den älteren Gegenwarts-John. Auch hier kommt ein T-850 als Unterstützung für John aus der Zukunft.

Terminator2

Mit dem dritten Teil schien die Terminator-Reihe schon beerdigt, war er doch offensichtlich nur Werbeträger und Ansammlung platter Action. Nun startete also der nächste Versuch, dem Thema noch neue Aspekte abzugewinnen oder einfach nur Geld zu verdienen. Als Regisseur gewann man Joseph McGinty Nichol, kurz „McG“, der sich als Webefilmer und Regisseur von Fernsehserien (z.B. Chuck) einen Namen machte. Von ihm stammt auch solcher Schrott wie die Neuverfilmung von „3 Engel für Charlie“. Zumindest optisch kann ich McG beim neuen Terminator keinen Vorwurf machen. Er bringt die Dystopie in düsteren Bildern auf die Leinwand. Die Action ist keineswegs platt sondern durchweg gut gemacht. Schräge Kameraeinstellungen wechseln sich mit schnellen Schnitten ab.

Dummerweise dominiert die Action, für sinnvolle Handlung ist kaum Platz. Da konnte auch der gefeierte Christian Bale nicht viel ausrichten, der wohl einiges zu sagen hatte bei der Drehbucherstellung. Vielleicht hat es sogar geschadet, dass er seine Figur des John Connor so in den Mittelpunkt rücken lassen hat, ist doch vielmehr die menschliche Maschine Marcus Wright weitaus faszinierender. In den wenigen ruhigen Momenten mit Wright (Sam Worthington) kann man ahnen, welche psychologische Tiefe der Film hätte haben können, würden nicht nur Action und platte Dialoge dominieren. So gibt es über die eigentliche Handlung wenig zu sagen. Storytechnisch könnte man von einem Prequel in der Zukunft reden.

Terminator3

Der Verbrecher Marcus Wright stellt in der Gegenwart seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung und findet sich Jahre später auf einem verwüsteten Planeten wieder. Der Film spielt nun nur noch in der Zukunft, wo sich Mensch und Maschine bekriegen. John Connor versucht den jungen Kyle Reese zu finden und Skynet auszulöschen. Marcus Wright spielt eine schicksalhafte Rolle. In den ruhigen Szenen dominieren Nahaufnahmen von Gesichtern und Augen, die kurz so etwas wie Atmosphäre aufkommen lassen. Dieser Funken Atmosphäre wird dann wieder mit einem dummen Dialogsatz oder neuer Action zerstört. Da helfen auch die vielen Anspielung (bis zum plumpen „I’ll be back“) nicht, die wohl nur aus Angst vor den eingefleischten Fans so gehäuft eingebaut wurden. Auch das Modell T-800 hat einen CGI-Kurzauftritt. Da hätte man sich den Mut eines J.J. Abrams gewünscht, der es mit Star Trek wesentlich besser gemacht hat.

Terminator: Die Erlösung taugt gerade so als Sommerlochfüller. Der Film ist einer dieser vielen Sommerblockbuster, die viel Krach und Wind machen, inhaltlich aber nur ein laues Lüftchen erzeugen. Zugegeben, die Action ist gut, auf Dauer aber ermüdend. Die schauspielerischen Leistungen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Christian Bale zieht die ewig gleiche Mine und Bryce Dallas Howard ist mangels Entfaltungsmöglichkeiten total verschenkt. Schenken kann man sich auch den Kinobesuch. Für einen DVD-Abend (bei Veröffentlichung in einem halben Jahr) reicht es vielleicht, sei es, um die Nachbarn zu ärgern oder mal das Hirn mit Action durchzublasen.

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