Veronica Mars

Nachdem es vor einiger Zeit angeblich einen Hype um Veronica Mars gab (den ich natürlich verpasste), es zumindest aber nach den Absetzungsplänen von The CW großen Protest gab (tausende Mars-Riegel wurden vor dem The CW-Büro aufgefahren), widmete ich mich vor einiger Zeit auch mal dieser hoch-gelobten Serie von Rob Thomas. Die Pressebilder der Protagonisten ließen eher auf eine dumme Teenieserie schließen, doch schon nach Sichtung der ersten Folge war auch ich im Veronica Mars-Fieber. Das geht schon mit dem Vorspann los. Die fetzige Musik von den Dandy Warhols war genau mein Fall. Und von 08/15-Highschool-Getue keine Spur. Natürlich spielt die Serie an einer Schule, auf platte Liebeleien a la Beverly Hills 90210 wird aber zum Glück verzichtet. Es geht vielmehr um’s handfeste Verbrechen.

Veronica ist die Tochter des ehemaligen Sheriffs Keith Mars, dem sie nach der Schule bei seiner aktuellen Arbeit als Detektiv hilft. Von ihm hat sie sich so einige Tricks abgeschaut, weshalb sie ein gewisses Talent hat, Dinge wiederzufinden oder Rätsel zu lösen. Sie ist an ihrer Schule zwar nicht sonderlich beliebt, man bittet sie aber oft um Hilfe. Neben kleineren Fällen, die meist innerhalb einer Folge gelöst werden, gibt es ein großes, staffelumfassendes Ereignis, das die Protagonisten beschäftigt. So geht es in der ersten Staffel um nichts Geringeres als den Mord an Veronicas bester Freundin Lilly und das Verschwinden ihrer Mutter im Zusammenhang mit den Ereignissen um den Mord. Diese Kriminalfälle sorgen zunächst für ordentlich Spannung, doch Veronica Mars ist weit komplexer. Die Serie spricht beispielsweise gesellschaftliche Themen an, wie den Wegfall der Mittelschicht in der (fiktiven) kalifornischen Stadt Neptune. Man gehört entweder zur Oberschicht oder man arbeitet für sie. Das trifft sowohl auf die Erwachsenen zu als auch auf den Mirkokosmos einer Schule.

Ein weiterer Pluspunkt der Serie ist der mir sehr zusagende Humor. Er ist eine wunderbare Mischung aus Zynismus und Ironie, gespickt mit vielen Zitaten aus der Popkultur. So ist auch der Soundtrack als schlicht brillant zu bezeichnen, trifft er doch genau meinen Geschmack. So richtig mitgerissen von der zu bewegten Bildern verwendeten Musik wurde ich zuletzt bei Garden State. Von Zach Braff gibt es aber keine Spur weit und breit! Schön auch, dass sich die „Helden“ in Veronica Mars die „richtigen“ Filme ansehen oder aus ihnen zitieren – beispielsweise The Big Lebowski oder eben Garden State.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Kristen Bell ist Veronica Mars. Die Besetzung kann man als „perfekt“ bezeichnen! Bell verkörpert diese rebellische Außenseiterin mit ihren Gefühlen und Macken ausgezeichnet. In den Nebenrollen ist zuweilen Prominenz aus der amerikanischen Serienwelt zu bewundern. So wurden etwa Richard Grieco (21 Jump Street/Booker), Robert Maschio (SCRUBS) oder die bezaubernde Alyson Hannigan (HIMYM) besetzt. Einige Kritiker meckern an der deutschen Synchronisation, die meines Erachtens aber nicht so schlecht ist. Die „süße“ Stimme von Bell wird von Manja Döring natürlich nicht getroffen, größere Fehler konnte ich aber nicht ausmachen. Die Synchronsprecherriege ist durchaus namhaft, so wird Veronicas Vater Keith (Enrico Colantoni) etwa von Detlef „George Clooney“ Bierstedt gesprochen.

Leider wurde Veronica Mars nach einer leicht verkürzten dritten Staffel eingestellt. Es gab zwar noch einen Trailer zur vierten Staffel, in der Veronica beim FBI anfangen sollte, zur Umsetzung kam es aber leider nicht mehr. Die Zuschauerzahlen waren wohl doch zu schlecht, da halfen auch leichte konzeptionelle Änderungen in der dritten Staffel nichts. Über deren Wert wird unter den Fans gestritten. Mit einer Konzentration auf die einzelnen kleineren Fälle sollte spontaneren Zuschauern ein Zugang zur Serie geschaffen werden. Insgesamt wirkte sich der große Pluspunkt der staffelübergreifenden Komplexität der Handlung wahrscheinlich doch zu negativ aus. Dass die Verunstaltung des Titelsongs in der dritten Staffel zum Aus führte, sind nur Gerüchte!^^ Qualität setzt sich leider nicht immer durch. Die Sichtung der drei Staffeln Veronica Mars lohnt aber in jedem Fall, aber bitte von Folge 1 an!

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4 Antworten to “Veronica Mars”

  1. Hi Gunter— Geistesverwandter: http://www.popkulturjunkie.de/wp/ ???

    Greetz,
    Sub_Kid

  2. Mist! Und ich dachte noch, ich wäre der erste Blogger deutschlandweit … :mrgreen:

    Im Ernst: Den „Kollegen“ kannte ich bisher noch nicht! Und außerdem: Mein Blog ist schöner … besonders obenherum!

  3. […] Dandy Warhols bei einem Klassentreffen. Genau dieser Song wurde auch als genialer Titelsong für Veronica Mars verwendet. Auch der Titelsong von Wonderfalls (I Wonder Why The Wonderfalls von Andy Partridge) mit […]

  4. […] Down ist eine sehr preisgünstig produzierte Serie von den Machern der brillanten Serie Veronica Mars Dan Etheridge, John Enbom und allen voran Rob Thomas, die auf dem kleinen US-Network Starz läuft . […]

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