Archiv für Dezember, 2008

Mein Hit-Sampler 2008

Posted in Beschallungsabhängigkeit with tags , , , on Mittwoch, 31. Dezember 2008 by mediensucht

Auch dieses Jahr habe ich mir einen Sampler mit den Hits des Jahres 2008 zusammengestellt. Als selbstauferlegte Regeln galten: VÖ im Jahre 2008 und max. ein Song von einem Album. Der Sampler ist relativ mainstreamig geratern und eine 2. CD wie im letzten Jahr gibt es nicht. Das mag an der etwas dünnen 2. Jahreshälfte liegen, aber auch an Zeitmangel für Recherche.

1. The Subways – Kalifornia 2:54
Album: All Or Nothing – Video: hier
Für mich ist All Or Nothing das Album des Jahres. Und das nicht nur, weil Muse kein Album veröffentlicht haben. Nach dem schon brillanten Debüt konnten die Subways das Niveau halten, wenn man nicht sogar von einer weiteren Steigerung sprechen kann. Kalifornia ist nicht nur der Starter der Tour gewesen, sondern auch lange Zeit mein Lieblingssong des Albums.

2. Johnossi – Up In The Air 3:23
Album: All They Ever Wanted – Video: hier
Johnossi sind eine grandiose Band aus Schweden, die ich mal wieder viel zu spät kennen lernte (Dank den üblichen Verdächtigen). Hier konnte das aktuelle zweite Album aber nicht an den Debütkracher anschließen. Die Songs sind weniger eingängig. Dennoch ist All They Ever Wanted immer noch ein gutes Album, auf dem mir Up In The Air hier am besten passt.

3. Millencolin – Detox 3:27
Album: Machine 15 – Video: hier
Die Altherrenpunker präsentieren wieder ein Album aus wenig anspruchsvollen Rocknummern, die man super nebenher laufen lassen kann. Am eingängigsten ist Detox.

4. Jennifer Rostock – Kopf oder Zahl 2:22
Album: Ins offene Messer – Video: hier
Die Band aus Berlin überrascht mit frischem und frechem Rock. Auch live haben die Fünf eine erstaunliche Bühnenpräsenz. Das Album lässt gegen Ende hin etwas nach. Kopf oder Zahl befindet sich daher auch im ersten Drittel des Albums.

5. Kaiser Chiefs – Never Miss A Beat 3:08
Album: Off With Their Heads – Video: hier
Beim aktuellen Album brauchte es längere Einhörzeit als bei den letzten Alben. So langsam finde ich aber auch Gefallen. Bei Never Miss A Beat ging es aber sofort ab. Eine rockige Nummer mit witzigem Text.

6. Lenny Kravitz – Love Love Love 3:21
Album: It Is Time For A Love Revolution – Video: hier
Auf Kravitz ist mal wieder Verlass. Ohne sich groß zu verbiegen, liefert er seit Jahren prächtigen Old-School-Rock. Gefällt mir deshalb auch alle Jahre wieder. Inhaltlich geht es mal wieder um : Love Love Love

7. Oasis – The Nature Of Reality 3:47
Album: Dig Out You Soul – Video: hier
Oasis bleiben sich treu, eine gewisse Entwicklung und Lust auf Experimente ist aber dennoch hörbar. Auf dem Album gibt es u.a. indische Elemente a la Kula Shaker zu vernehmen. Bei The Nature Of Reality geht es ordentlich bluesrockig zu.

8. Gabriella Cilmi – Sweet About Me 3:23
Album: Lessons To Be Learned – Video: hier
Die Gute-Laune-Nummer des Jahres, die keine Hüfte bewegunglos ließ. Einigen wird er inzwischen zu Hals hinaus hängen, da ich aber wenig Chartradio höre, ist mir der Song weiterhin sympathisch.

9. Duffy – Mercy 3:40
Album: Rockferry – Video: hier
Duffy wurde als Konkurrenz zu Amy Winehouse gehandelt. Musikalisch mag das stimmem, in der Presse war Duffy aber erfreulich wenig mit schlechten Nachrichten vertreten. Die Musik spricht für sich.

10. Jack Johnson – Hope 3:42
Album: Sleep Through The Static – Video: hier
Der Surferboy lieferte auch dieses Jahr Bewährtes. Coole entspannende Mücke, hervorragend zum Relaxen. Paradebeispiel: Hope.

11. Amy MacDonald – This Is The Life 3:06
Album: This Is The Life – Video: hier
Eine Single, die dieses Jahr in den Radios auch rauf und runter lief. Das zugehörige Album ist mir nicht bekannt.

12. Nada Surf – Beautiful Beat 4:38
Album: Lucky – Video: hier
Lucky ist ein Album, das leider gegen Ende etwas beliebig wird. Die ersten Song – darunter auch Beautiful Beat – sind aber klasse.

13. Farin Urlaub Racing Team – Pakistan 2:50
Album: Die Wahheit über’s Lügen – Video: hier
Der heimliche Chefarzt scheint im Keller eine automatische Songproduktionsanlage zu haben. Jedes Jahr etwas Neues und ständig auf Tour. Immer noch rockbar.

14. Slut – If I Had A Heart 3:55
Album: Still No. 1 – Video: hier
Nicht wirklich meine Nummer 1 und auch ein Album ohne die großen Hits, dennoch angenehm hörbar. Und If I Had A Heat ist ein Hit und kommt damit auf diesen Sampler.

15. Keane – Lovers Are Losing 5:04
Album: Perfect Symmetry – Video: hier
Keane steht auch mit ihrem neuen Album für schöne Melodien mit leichtem 80er-Touch. Aus dem sehr guten Album hier Lovers Are Loosing als Samplerbeigabe.

16. Coldplay – Lost 3:55
Album: Viva La Vida Or Death And All His Friends – Video: hier
Wie immer hat mich auch dieses Coldplayalbum etwas Reinhören gekostet, dann war es wiederum großartig. Interessant sind die unkonventionellen Songstrukturen, die schon auf vorherigen Alben etabliert wurden. Lost gibt es übrigens auch als wunderbare Akustikversion.

17. The Raconteurs – Consoler Of The Lonely 3:25
Album: Consolers Of The Lonely – Video: hier
Das Ausweichprojekt von Jack White mausert sich zum ernstzunehmenden Nachfolger der White Stripes. Dank Arbeitsteilung auf dem Sängerposten ist auch Consoler Of The Lonely ein abwechslungsreiches Album geworden. Das beweist schon der erste Titel gleichen Namens.

18. Jack White ft. Alicia Keys – Another Way To Die 4:22
Album: Quantum Of Solace OST – Video: hier
Einer der guten Titelsongs, der nicht ganz an den Letzten heran reicht. Auf jeden Fall passend zum neuen Bond-Image.

19. The Verve – Love Is Noise 5:29
Album: Forth – Video: hier
Für so ein hingerotztes kommerzielles Album wie Forth ist das neue Verve-Werk ziemlich hörbar. Love Is Noise ist witzigerweise aus Ahs und Uhs gebaut, was erstaunlich gut funktioniert.

20. Thomas D – Der eine Schlag 5:22
Album: Kennzeichen D – Video: hier
Der kleine Weltverbesserer unter den Fantastischen Vier mit einem kraftvollen Song auf einem eher relaxten Album.

1:15:23

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Weihnachtsansprache zur Lage der Nation

Posted in Geschwätzigkeit on Dienstag, 23. Dezember 2008 by mediensucht

Sehr geehrte Mitbürgerinnen, Mitbürger und Leute, die es mal werden wollen,

die Lage der Nation ist unverändert. Seit Jahren dümpelt Deutschland in der Mitte von Europa herum. Die Bewegung der afrikanischen Kontinentalplatte (auf der hauptsächlich Trommelmusik in 33,3 Umdrehungen pro Minute zu hören ist) hat kaum Auswirkung auf Deutschland. Hier hört man lieber Covermusik vom 18. Polarkreis. Ein Tausch der Landmasse mit England wurde mehrheitlich abgelehnt. Drei der fünf befragten Deutschen meinten, es sei dort zu eng, wobei wiederum vier der drei befragten Engländer bekundeten, man werde hier automatisch inkontinent (auf dem Kontinent ansässig – danke Dr. Paal), was also abzulehnen sei. Die Idee, die Landesgrenzen mit Israel zu tauschen, wurde ebenfalls schnell verworfen, da sich die Israelis benachteiligt fühlten, weil der deutsche Grenzwall schon vor einigen Jahren fast zur Gänze an Touristen aus aller Welt verscherbelt wurde und somit nicht mehr zum Tausch verfügbar wäre. Damit liegt Deutschland immer noch an der gleichen Stelle wie vor einem Jahr, was zumindest immense Umstellungskosten bei Navigationsgeräten spart – in Zeiten einer kommenden Wirtschaftskrise nicht unwichtig.

ansprache

Zum Thema Wirtschaftskrise: Ein Frage, die die Nation dieses Jahr lange Zeit beschäftigte war doch, wer denn nun wirklich in die Girliegruppe bei Popstars kommt. Am Ende haben es wohl die dümmsten und zickigsten Mädels geschafft, wenn man den nervenden Werbeunterbrechungen am Serienmittwoch auf ProSieben Glauben schenken darf. Zu meinem Erstaunen gab es kurzzeitig tatsächlich mal eine Diskussion über die Qualität im deutschen Fernsehen. Es wurde fröhlich analysiert und Schuld zugewiesen, um dann auf einem noch tieferen Niveau weiter zu machen: „Ihr dachtet, wir können nicht schlimmer? Yes, we can!”.

Persönlich war dieses Jahr für mich ein Jahr des Wandels. Neben einem neuen Job gab es einen Umzug. Mein Arzt sagte, einmal im Jahr sollte man sich schon umziehen, nicht nur, weil die Klamotten langsam müffeln. Zudem bin ich in steinzeitliche Tauschgeschäfte verfallen. Ich habe doch tatsächlich eine boomende kulturelle Großstadt in ein autoproduzierendes Dorf getauscht und musste auch noch die Versandkosten selber tragen.

Was lässt sich rückblickend noch sagen? Ds ksmm ovj dä moxr dshwm … nee, rückblickend finde ich die Tasten nicht, ich schaue lieber vorwärts auf Tastatur und Bildschirm. Nächstes Jahr wird nämlich wieder ein Jahr, welches … ähm … nun ja … mindestens 365 Tage hat, an denen etwas passieren wird. Ob es sich lohnt, darüber einen Blogbeitrag zu verfassen, wird sich zeigen. Ich wünsche den tapferen Lesern, die bis hierher durchgehalten haben, frohe Weihnachten und erholsame Feiertage. Schönen guten Abend,

Euer Mediensüchtiger 😉

Bild: Danke für das T-Shirt!

Alexander

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , on Freitag, 12. Dezember 2008 by mediensucht

alexander1Er wollte Ruhm und Ehre. Er wollte weltweite Anerkennung. Er wollte in die Geschichtsbücher eingehen. Und – er ist am Ende gescheitert. Die Rede ist von … Thomas Schühly, dem Geldgeber und Initiator des Filmes Alexander. Nicht Regisseur Oliver Stone hatte die Idee, einen Film über diese große geschichtliche Person zu machen, sondern Schühly. Der wollte damit in die oberste Liga der Produzenten aufsteigen. In Stone schien er den idealen Regisseur gefunden zu haben. Wie sein vormaliger Leibregisseur Fassbinder ist Stone ein positiv-irrer Filmschaffender. Schühly versorgte Stone mit den historischen Hintergrundwissen. Dieser sollte ein Drehbuch schreiben. Erst die vierte oder fünfte Version war Schühly genehm und hier liegt auch die Crux der Sache. Der Film ist leider nur ansatzweise ein richtiger Stone-Film, im Endeffekt doch zu brav und konservativ.

Über Alexander ist bisher ziemlich wenig bekannt. Als relativ gesichert gelten die politischen Geschehnisse der Alexanderzeit. Über die Persönlichkeit Alexander sind nur Bruchstücke erwiesen. So gibt es viele Optionen, diese Fragmente zu verarbeiten und zu interpretieren. Hierbei scheint Schühly seinem Regisseur Grenzen auferlegt zu haben, die dem Film eher schaden als nützen. Die Gespanntheit des Verhältnisses von Alexander zu seiner Mutter Olympias sollte eigentlich nicht ausgeführt werden. Schühly hat ebenfalls unter seiner Mutter gelitten und Schühlys vormaliger Schützling Fassbinder hatte ebenfalls unter seiner Mutter gelitten und Schühly wollte einen solchen Konflikt vielleicht nicht sehen. Doch gerade solche persönlichen Auseinandersetzungen machen eine Figur interessant.

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Der Film zeigt einen Konkurrenzkampf zwischen Mutter und Vater Alexanders, der vielleicht Rückschlüsse auf seine späteren Handlungen geben könnte. Schon Alexanders Mutter stellt ihren Sohn den Göttern gleich und prägt somit seine Einschätzung sich selbst gegenüber. Daraus entsteht einerseits Druck, diesem Bild gerecht zu werden, andererseits vielleicht auch Selbstüberschätzung. Auf der anderen Seite steht Alexanders Vater Philipp II., der seinem Sohn eine freiheitliche und moderne Erziehung durch Aristoteles gewährt. Der Vater sieht Alexander aber mit zunehmenden Alter auch als Konkurrenz für seinen Thron. Stone zeigt Alexanders Eltern als entscheidende Figuren für seine Entwicklung. In langen (teilweise zu langen) Gesprächen von Alexander mit den Eltern werden zum Teil eindrucksvoll, zum Teil kitschig, Hintergründe für sein Handeln präsentiert.

Angelina Jolie als Olympias ist meines Erachtens eine Fehlbesetzung. Einmal hilft ihr schlecht veränderbares Aussehen nicht sonderlich der im Laufe des Filmes stark alternden Figur. Zum Anderen neigt Jolie oftmals zum Overacting angesichts ihrer vermeintlichen Chance, wieder vom Thomb Raider-Image wegzukommen. Val Kilmer als Philipp II. kann überzeugen, was allerdings durch sein „maskiertes“ Gesicht (Bart und Narbe) nicht sonderlich schwer fällt. Die Beziehung von Alexander (Colin Farrell) zu Hephaistion (Jared Leto) wurde meiner Ansicht nach zu konservativ gestaltet. Alexanders homoerotische Neigung gilt als historisch gesichert. Sie hat sich aber nicht nur auf Hephaistion beschränkt. Alexander besaß einen wandernden Harem, in dem es sogar einen Eifersuchtsaufstand („Pagenverschwörung“) gab. Diese Seite Alexanders hätte man durchaus noch ausbauen können. Da waren Stone und Schühly aber wohl den Gesetzen des amerikanischen Marktes unterworfen. Sie mussten sogar schon einige Klagen diesbezüglich abwehren.

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Auch sonst ist der Film recht konservativ gehalten. Den Rahmen bilden die Aufzeichnungen des Ptolemaios (Anthony Hopkins), deren Wahrheitsgehalt aber in der Geschichtsforschung angezweifelt wird. Es ging Stone aber eher um eine zeitnahe Figur, die den Film authentisch wirken lassen sollte. Das Ganze erscheint somit etwas trocken und steif und passt nicht so richtig zum übrigen Film. Die chronologische Abfolge des Filmes könnte man als eigenwillig bezeichnen. Der Film ist aus Bruchstücken aus Alexanders Leben zusammengesetzt und wirkt daher wenig homogen. Die Musik von Vangelis ist an einigen Stellen passend und interessant eingesetzt. An vielen Stellen wirkt sie aber irgendwie deplaziert oder aufgesetzt, wie einfach nur von der CD eingespielt. Vielleicht hätte man einen guten professionellen Filmkomponisten engagieren sollen.

ALEXANDER weiß aber trotz der eben genannten Kritikpunkte an so einigen Stellen zu überzeugen. Die Ausstattung ist „realtitätsnah“. Dabei darf man die geschminkten Männer nicht mit dem Heute vergleichen und alle als Tunten abstempeln. Der Vergleich von Roger Ebert, dass Hephaistion wie eine Dragqueen aussieht, ist sicherlich übertrieben. Wie in anderen Kritiken zum Film gern gemacht, darf auch hier die Erwähnung der zwei Schlachten nicht fehlen. Erstere ist schon wegen ihrer Größe beeindruckend, auch wenn es Stone nicht immer gelingt, die Schlachtgeschehnisse logisch ins Bild zu setzen. So wirkt die Schlacht bei Gaugamela teilweise etwas verwirrend, durch ihr spritzendes Blut und die gute Kameraführung aber sehr realitätsnah. Die zweite Schlacht ist weitaus beeindruckender. Sie widmet sich voll und ganz Alexander. So versucht Stone durch ein imposantes Farbenspiel in die „brennende“ Seele Alexanders zu sehen, was wirklich fantastisch gelingt. Neben diesem Bombast wirken die vielen Dialoge des Filmes für einige Zuschauer wahrscheinlich schlichtweg langweilig, auch wenn sie natürlich zur Vertiefung von Alexanders Charakter dienen.

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Doch immer liefert Stone nur Ansätze, die nicht vertieft oder weitergesponnen werden. Leider kann man sich mit dem von Colin Farrell dargestellten Alexander nicht so richtig identifizieren. Vielleicht fehlt ihm ein Gegenpol, an dem er wachsen kann. Sein Widersacher Darius III. wurde leider in den schnellen Film-Tod geschickt. Nur am Ende bei der Indienschlacht kommt so etwas wie Verbundenheit mit Alexander auf. Als Todesursache legt Stone eine Vergiftung nahe. Die wirkliche Todesursache ist nicht wirklich bekannt. Es wird vermutet, dass Alexander am Fieber nach einem Schwächeanfall (Kriegsstrapazen) oder dessen Fehlbehandlung verstarb. Wie auch sonst ist Stone in diesem Fall auch nicht konsequent. Durchaus ansehnlich ist die eigentliche Todesszene mit dem fallenden Ring und den Halluzinationen.

So spaltet dieser Film die Kinozuschauer. Die historisch interessierten Kinobesucher werden sich an Stones/Schühlys Interpretation erfreuen, weil sie trotz aller Einschränkungen doch einigermaßen interessant ist und über das geschichtliche Bild hinaus geht. Die Optik ist außerdem beeindruckend. Die Filmseher, die sich viel Spannung und Action erhofft haben, werden enttäuscht sein. Stone provoziert zu wenig, bleibt zu konservativ. So gibt es tatsächlich Parallelen zwischen dem Team Stone/Schühly und Alexander. Sie wollten und haben Großes erschafft. Doch hinterlassen sie eine geteilte Nation. Nach Alexander gab es die Diadochenkriege um sein Erbe, die eine Teilung des Alexander-Reiches zur Folge hatten. Stone und Schühly hinterlassen ein geteiltes Kinopublikum. Ich bin ebenfalls hin- und hergerissen.

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Feed Me!

Posted in Sucht des Tages with tags , , , on Montag, 8. Dezember 2008 by mediensucht

Eine neue Variante des Internetmarketings ist mir heute über den Weg gelaufen. Die Firma 3DSupply spendiert jedem Blogger, der über die Aktion berichtet und sich bei ihr registriert, gratis ein FeedMe-T-Shirt. Zugegebenermaßen sieht das Ding gar nicht mal so schlecht aus. Die Firma vertreibt übrigens neben Shirts noch allerlei anderes Zeug (z.B. PC-Hardware).

feedme

Da stellen sich mir natürlich folgende Fragen:

– Bekommt man wirklich so ein T-Shirt?

– Was machen die noch mit der eingetragenen Adresse?

– Was steht auf der Rückseite des Shirts?

– Lohnt sich diese Aktion wirklich?

Wie kann man diese Fragen beantworten? Klar: Durch Mitmachen ;o)

via

Schweigeminute

Posted in Sucht des Tages with tags on Sonntag, 7. Dezember 2008 by mediensucht

Aus gegebenem Anlass (ich habe gerade keine Zeit zum Bloggen) gibt es auf diesem Blog eine Schweigeminute:

Schweigeminute

Vielen Dank für`s Mitmachen!

Troja – Director’s Cut

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , on Mittwoch, 3. Dezember 2008 by mediensucht

Eine Lanze für Troja

troja01Eine der bedeutendsten und bekanntesten Heldensagen der Antike ist Homers Ilias. In 15.693 Versen wird von Göttern und Helden im trojanischen Krieg erzählt. Nachdem mit Ridley Scotts Gladiator das Sandalen-Epos wieder salonfähig war, entschloss man sich bei Warner Bros Wolfgang Petersen mit der Verfilmung der Sage um Troja zu beauftragen. Da Homer mit dem Tode Hektors endete, bediente man sich noch in Auszügen an Vergils Aeneis, um eine geschlossene Geschichte zu bekommen. Im Originalstoff sind die Sterblichen eigentlich nur Spielbälle der Götter, die frei nach ihren Launen ohne Rücksicht auf Verluste mit den Schicksalen der von ihnen Abhängigen spielen. Eine Verfilmung, die sich genau ans Werk halten würde, wäre dem heutigen Publikum nicht zuzumuten, weil sie wahrscheinlich zu trocken, zu altmodisch, zu realitätsfern und nicht nachvollziehbar sein würde. So entschied man sich, die Götter aus der Geschichte zu streichen, ohne aber die wichtige Gottesfurcht der Beteiligten zu vergessen. Einige Entscheidungen der Protagonisten mussten auf einen realen Boden gestellt werden, da sie nun nicht willenlos durch die Götter vorgegeben sein konnten.

Die Transformation der Götterwelt ins die Realität ist dann auch sehr gelungen. Zum Untergang Trojas trug im Original maßgeblich das Urteil des Paris bei. Er wurde von Hermes aufgefordert, unter den Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite die Schönste zu wählen. Als er sich für Letztere entschied, schürte er den Hass bei Hera und Athene, die ihm nun nur noch Schaden zukommen lassen wollten. Die hasserfüllten Göttinnen führten fortan die Geschöpfe wie Figuren auf einem Schachbrett, nur um den Durst der Rache zu stillen. Im Film handeln die Menschen dagegen aus freiem Willen. Sie streben nach eigener Macht, nach der großen Liebe, sie agieren mit Ehre und zum Wohle ihres Volkes. Sie kämpfen aus Wut oder Rache und töten mit Hass. Alles nachvollziehbar und zutiefst menschlich.

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Viele abgewandelte Elemente machen die Geschichte noch tragischer, ihre Figuren noch interessanter. Hektor tötet Patrokles, hier Vetter und nicht einfacher Freund von Achilles, im Glauben, ihm stehe Achilles gegenüber. In der Vorlage wird Patrokles vom Gott Apollon entwaffnet, als er sich diesem widersetzt, und dann von Hektor getötet, der sich auch noch Achilles Rüstung bemächtigt. Hektor wird so im Film zur viel tragischeren Gestalt. Breseis ist im Film die Cousine von Hektor, im Original war sie nur die Lieblingssklavin Achilles’ und keine Trojanerin. Agamemnon wird am Ende durch Breseis getötet und nicht erst viel später durch seine Frau in der Badewanne. Das sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, dass es durchaus Sinn macht, Vorlagen abzuwandeln und die Änderungen zum Vorteil zu nutzen. Insgesamt ist der Film trotz dieser gelungenen Abwandelungen noch ausreichend nah an der Geschichte. Diese im Film erzählte Geschichte ist dann auch ganz klassisch auf Drama ausgelegt. Das Drama von Troja überlagert die Dramen der einzelnen Personen, deren einzige Hoffnung es ist, zu überleben oder zumindest als Helden die Ereignisse zu überdauern.

Großartig für mich die Einführung von Achilles. Er ist nicht der aalglatte Held, ihm widerstrebt die Rolle vielmehr zuweilen. Er befindet sich in einem Kampf mit sich selbst, ob er seinen Lebenssinn tatsächlich nur im Kampf suchen soll. So kommt er nur widerwillig zum großen Kampf mit dem stärksten Mann des Gegners. Hier spielt Petersen mit den Erwartungen des Zuschauers, der einen spannenden und länger dauernden Kampf mit dem Feind vermutet. Doch Achilles streckt seinen Kontrahenten nicht weniger beeindruckend nach eine Finte mit einem Dolchhieb in Sekundenschnelle nieder. Zack, die Tatsachen sind geschaffen. Achilles kämpft nicht gern, wenn er es aber tut, ist er der gefährlichste Krieger weit und breit.

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Auch das Setdesign orientierte sich an realen Vorgaben. Für Städtebauten und Schiffe nutzte man Erkenntnisse aus Ausgrabungen. Selbst das trojanische Pferd könnte so von Menschenhand aus eben jenen Materialien, die gerade vorhanden waren, gebaut worden sein. Die Ausstattung ist beeindruckend und damit eines klassischen Sandalen-Epos würdig. Die Effekte sind zeitgemäß gut. Die Filmmacher versuchten zum Glück, nicht nur mit Effekten zu beeindrucken, sondern steckten auch viel Mühe in altbekannte Handwerkskunst. Optisch hält man sich an die Genrekonventionen und verzichtet auf effekthascherische Mätzchen.

Bei der Besetzung leistet sich Petersen ein paar kleinere Schwächen. Dabei ist nicht etwa Brad Pitt als Achilles gemeint, dessen blonde Haarpracht zwar anfangs etwas verwirrt, er aber gut in das klassische Bild des antiken Helden passt. Auch der oft kritisierte Orlando Bloom als Paris ist nicht gemeint. Hier verwechselt man gern die Rolle mit dem Schauspieler. Bloom spielt den feigen Jüngling recht ordentlich. Diane Kruger (ehemals Heidkrüger) als Helena ist eine Fehlbesetzung. Sie sieht zwar nett aus, ihr schauspielerisches Können ist aber nur rudimentär vorhanden. Ebenso fraglich ist die Besetzung einiger Rollen mit augenscheinlich gesichtsgestrafften Schauspielern, die nun überhaupt nicht in einen solchen Film gehören. Um diesen Abschnitt wieder positiv enden zu lassen: Eric Bana glänzt abermals in seiner Rolle als Hektor. Er und Pitt leisten körperlich Schwerstarbeit. Ihr finaler Kampf ist zudem ausgezeichnet choreographiert. Die Bewegungen sehen modern aus, könnten aber auch prima in die Zeit der Antike passen.

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Troja erfindet das Rad nicht neu. Troja ist ein klassisches Sandalen-Epos, dass sich moderner Mittel bedient, die Zuschauer zu beeindrucken. Die Geschichte ist rund und spannend erzählt, opulent und beeindruckend umgesetzt. Bis auf einige Längen und schauspielerische Missstände ist der Film gerade aufgrund seiner Menschlichkeit in der Heldensaga sehenswert. Dabei ist der Director’s Cut noch um einiges mitreißender, weil er durch seine größere Direktheit (mehr Blut, mehr nackte Haut, mehr Zeit für die Charaktere) tiefer geht als die Kinofassung. Für Genrefans eine Empfehlung.

m08

Kurzkommentare – November 2008

Posted in Cinemanie with tags , on Montag, 1. Dezember 2008 by mediensucht

Es könnten mehr Filme sein, aber so langsam wird’s:

Eagle Eye
Eine Story, die sich fleißig aus anderen Filmen bedient (Matrix, 2001 etc.), und Action, die mit der Zeit langweilt, weil kaum überschaubar und immer gleich. Von Logik keine Spur! Nur ab und zu kam etwas Spannung auf. 3/10

Hellboy II
Besser als erwartet. Der Trailer ließ ein Überquellen an CGI-Effekten und Fabelwesen befürchten, mir war es aber nur selten zu viel. Die Selbstironie und die relativ spannende Geschichte stimmen mich milde und lassen mich hoffen, dass der HOBBIT doch etwas werden könnte. Hierfür 7/10.

Im Winter ein Jahr
Der neue Film von Caroline Link beeindruckt durch seine ruhige, nie übertriebene, aber dennoch tiefgehende Inszenierung und einen ausgezeichneten Cast. Besonders Karoline Herfurth glänzt als Tochter einer Familie, die den Sohn bzw. Bruder verloren hat. In keiner Phase ist ein in solchen Dramen oft gesehenes Overacting zu sehen. Man nimmt ihr jede Gefühlsregung sofort ab. Toll! 9/10

Horten hört ein Hu!
Auch wenn der Film eine weit jüngere Zielgruppe hat, finden auch Erwachsene ihren Spaß. Witzig, ohne großen Tiefgang. 7/10

Krabat
Optisch und atmosphärisch gut inszenierte Fantasy, die eigentliche Geschichte weiß aber eher selten zu begeistern. So 5/10

Ein Quantum Trost
Irgendetwas fehlte beim neuen Bond – dummerweise war es ein gutes Drehbuch. Actionszenen und einzelne Dialoge haben mir gut gefallen, der Rest war allerdings grottig. Ein Rückfall in alte Brosnan-Zeiten: Leere Figuren, zur Staffage degradierte Bondgirls, eine langweilige, uninspirierte Handlung, wenig Tiefgang. Sehr, sehr schade! 3-4/10

Max Payne
Schmerz lass nach! Dabei ist der Ansatz gar nicht mal so schlecht. Wenn man aber nur zwei, drei imposante Actionszenen aufweisen kann, die der Zuschauer schon aus dem Trailer kennt, und der Cast so unterirdisch spielt, sollte man es lieber gleich lassen. Das einzig Interessante waren die Seriendarsteller, die es im Film zu entdecken gab. 2/10

Der Mann, der niemals lebte
Ein weiterer Vertreter aus dem Genre der politischen Filme nach 9/11, diesmal wieder einer der Besseren. Inhaltlich kommt zwar nicht viel Neues, das was erzählt wird, ist aber äußerst spannend und gut inszeniert. Dabei ist Body Of Lies (Originaltitel) viel direkter als beispielsweise der verlogene Operation: Kingdom. DiCaprio und Crowe rocken sowieso! 8/10

Gomorrha
Schockierend, abstoßend, nachdenklich machend! 7/10