Archiv für Juni, 2008

Spanien ist Europameister

Posted in Sucht des Tages with tags , , , , , , on Sonntag, 29. Juni 2008 by mediensucht

Exklusiv-Meldung mit Symbolbild nur auf diesem Blog:

SPANIEN ist durch ein 1:0 gegen Deutschland Europameister 2008 im Fußball!

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Ausbruchsicheres Kinderbett

Posted in Sucht des Tages with tags , , on Donnerstag, 26. Juni 2008 by mediensucht

Ohne Worte:

(via Ehrensenf)

Happy-Go-Lucky

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , on Dienstag, 24. Juni 2008 by mediensucht

Pippi Go Poppy

Filme über schlechtgelaunte Typen, die durch die Welt gehen wie sieben Tage Regenwetter, gibt es wie Sand am Meer. Meist werden sie dann durch einen lieben Menschen bekehrt und vom inneren Misanthropen befreit. Das Gegenteil ist meist nur in Kinder- bzw. Jugendfilmen zu sehen, wenn beispielsweise Pippi Langstrumpf überall nur gute Stimmung verbreitet und gegen die gängigen Konventionen verstößt. Nun hat ausgerechnet der für schwere Stoffe (z.B. Vera Drake) bekannte Regisseur Mike Leigh mit Happy-Go-Lucky eine locker-leichte Komödie über eine erwachsene Frau gedreht, die mit chronischer guter Laune durchs Leben geht.

Zunächst ist überhaupt nicht klar, was der Film eigentlich will. Die 30-jährige Grundschullehrerin Pauline – genannt Poppy – wird in verschiedenen Situationen gezeigt, in denen sie das Leben genießt und gute Laune verbreitet. Da ist das „Gespräch“ mit dem schlechtgelaunten Buchhändler, das Tanzen in der Disko und das Feiern mit den Freundinnen. Immer strahlt Poppy über beide Ohren und macht Witze über alles und jeden. Das ist zunächst recht amüsant, ein Ziel ist aber nicht zu erkennen. Poppy wandelt ohne festen Freund und trotz Zukunftsunsicherheit sorglos und unbeschwert durchs Leben. Doch bald wird Poppy ernsthafteren Szenarien ausgesetzt, die über einen Fahrraddiebstahl am Anfang des Filmes hinausgehen. Die Probleme eines kleinen Jungen in ihrer Klasse zeigen, dass Poppy nicht völlig durchgeknallt ist, sondern sehr wohl in der Lage ist, zu differenzieren. Ihr Charakter wird nun viel komplexer. Endgültig wird Poppy durch ihren Fahrlehrer Scott (Eddie Marsan) auf die Probe gestellt. Scott ist ein Choleriker mit einer unverrückbaren Weltanschauung, der stur auf seinen Prinzipien verharrt und ständig schlechter Stimmung ist.

Poppy wird durch Sally Hawkins verkörpert, die für ihre Leistung zurecht einen Silbernen Bären auf der diesjährigen Berlinale erhielt. Diese unbekümmerte, ständig lächelnde und fern jedes salonfähigen Geschmacks gekleidete Frau muss man einfach gern haben. Wie der Berlinalebeitrag Julia (Tilda Swinton) wird auch Happy-Go-Lucky einzig von seiner Hauptdarstellerin getragen. Die Nebenrollen stehen in Hawkins Schatten, einzig Marsan kann sich etwas profilieren, wenn auch sein Spiel bisweilen etwas überzogen wirkt. Diese leichte Überzeichnung zieht sich aber durch den ganzen Film, der trotz seiner knapp zwei Stunden Laufzeit und der insgesamt recht dünnen Geschichte sehr unterhaltsam ist. Der Wortanteil ist zwar hoch, die Dialoge allerdings weitestgehend amüsant. Regisseur und Drehbuchautor Leigh vergisst zudem seine Wurzeln nicht und transportiert über den nörgelnden Fahrlehrer etwas Sozialkritik. Insgesamt ist der Film aber ein großes Plädoyer für positives Denken und gute Laune, die sich dank einer großartigen Sally Hawkins mühelos auf das Publikum überträgt.

Dexter

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , on Montag, 23. Juni 2008 by mediensucht

Dexter ist vielleicht eines der größten Missverständnisse der Seriengeschichte, das trotz falscher Annahmen beim Publikum ausgezeichnet funktioniert. Ein Grund für dieses Phänomen ist die ausgezeichnete Machart der Serie. Dem Publikum wird glaubhaft erklärt, bei Dexter handele es sich um einen gefühlslosen Massenmörder, der nur auf sympathisch getrimmt wurde. Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Dexter ist die Person, deren Gefühle am direktesten beim Zuschauer landen.

Dem Zuschauer wird aus der Perspektive des namengebenden Titelhelden die Geschichte von Serienmörder Dexter Morgan erzählt, der ausgerechnet bei der Polizei arbeitet und als Forensiker bzw. als Analytiker von Blutspritzern auch beruflich mit seinem Lieblingsspielzeug zu tun hat. Nach dem blutigen Mord an seiner Mutter wird Dexter von Polizist Harry Morgan aufgezogen, der schnell die dunkle Seite von Dexter entdeckt und sie mit allerlei Regeln im Zaum zu halten versucht. So entwickelt sich Dexter zum lautlosen und sauberen Killer von anderen Mördern, die der normalen Strafverfolgung entkommen. Dexter als Mörder mit Prinzipien, bei denen sich der Zuschauer dabei ertappt, sie gutheißen zu wollen.

Schon relativ am Anfang der Serie erzählt uns Dexter, dass er doch ein absolut gefühlskalter Mensch sei, und wir glauben es ihm. Da kann er sich rührend um die Kinder seiner leicht gestörten Freundin kümmern, da macht er sich Sorgen um seine Stiefschwester, da zeigt er Gefühle, als ein anderer Serienkiller mit ihm spielt – doch wir vertrauen seinen Worten und finden es faszinierend, wie menschlich doch dieser emotionsgestörte Dexter ist. Dieses Gefühl steigert sich im Laufe der Zeit, weil Dexter immer mehr Emotionen zeigt. Großer Pluspunkt in der Beziehung ist die Erzählweise aus der Ich-Perspektive. Der Zuschauer denkt mit Dexter und fühlt direkt mit ihm. Die Nebencharaktere müssen dabei zurückstehen. Die kleinen Nebengeschichten um Dexters Kollegen und Nahestehenden können dabei auch sehr dramatisch und bewegend sein, im Endeffekt bleiben sie aber im Vergleich zur Komplexität von Dexters Gefühlswelt relativ eindimensional und simpel.

Die Geschichte insgesamt könnte man als vorhersehbar bezeichnen, wäre sie nicht in den Einzelszenen äußerst spannend und witzig gemacht. Der Humor ist von der schwärzeren Sorte und manifestiert sich meist in schrägen Gedanken von Dexter zu eigentlich alltäglichen Dingen, die aus Sicht eines Serienkillers aber sehr amüsant sein können. Faszination geht von Dexters sehr eigenen Umgang mit Menschen aus. Auch beim Ausleben seiner Sucht nach Blut sind die Macher nicht zimperlich. Es wird wenig ausgelassen. Zum Teil werden eigentlich schauerliche Szenen mit lockerer lateinamerikanischer Musik unterlegt. Grenzen, die nicht schon von anderen Serien getestet worden wären, überschreitet man aber nicht.

Dexter entfernt sich mit der Zeit immer weiter vom klassischen Bild des eiskalten Serienkillers und wird nicht zuletzt durch das emotionale Spiel von dem aus Six Feet Under bekannten Schauspieler Michael C. Hall immer „weicher“. Insofern unterscheidet sich Dexter nicht großartig von Serienkillerporträts in Filmen, die erst durch die menschlichen Züge der Mörder interessant werden. Letztendlich ist Dexter aber durchgehend so unterhaltsam (ob nun auf komische oder dramatische Weise), dass eine Sichtung der Serie auf jeden Fall lohnt. Nicht umsonst ist Dexter die erfolgreichste Serie beim amerikanischen Kabelsender Showtime. Das Rad wird allerdings nicht neu erfunden.

(Die zweite Staffel wird ab Herbst 2008 auf Premiere Serie gezeigt)

EM: Österreich – Deutschland 0:1

Posted in Sucht des Tages with tags , , , , , , on Dienstag, 17. Juni 2008 by mediensucht

Das Spiel werden sich die meisten Leute (die es interessiert) im TV oder beim Public Viewing angesehen haben, deshalb spare ich mir einen Kommentar darüber. Dafür gibt es einige optische Impressionen aus Wien:

Das Motto:

Die Meute:

Die Frage:

Das Stadion:

Die Karte:

Die Streitenden:

Das Spiel:

Das Tor:

Der Jubel:

Nie wieder Sex mit der Ex

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , on Sonntag, 15. Juni 2008 by mediensucht

Forgetting Veronica Mars?

Serienstars haben es einfach, in die Herzen der Zuschauer zu finden, haben sie doch dafür meist einige Folgen Zeit. Filmschauspielern bleiben nur wenige Minuten, damit sie möglichst schnell zur Identifikationsfigur werden und der Film damit funktioniert. Beim Umstieg von der Serie zum Film hat der Schauspieler wiederum damit zu kämpfen, sein Serienimage loszuwerden, um einem anderen Charakter glaubhaft eine Seele einzuhauchen. Als Zuschauer sollte man den Seriencharakter möglichst vergessen, um mit dem Film zurecht zu kommen. Clever ist es, wenn man erst gar nicht versucht, schier unmögliche Wandlungen zu erschaffen, sondern einfach auf den Seriencharakter aufbaut. So macht es der aus How I Met Your Mother bekannte und für das Drehbuch von Nie wieder Sex mit der Ex verantwortliche Jason Segel mit den zwei Hauptrollen des Films und es funktioniert erstaunlich gut.

Nie wieder Sex mit der Ex (oder im Original Forgetting Sarah Marshall) ist eine der gerade modernen „Romantic Comedies“ für Männer aus dem Hause Judd Apatow (Produzent und Autor von solchen Filmen wie Jungfrau (40), männlich, sucht … oder Beim ersten Mal). In diesen Filmen vom als Nachfolger der Farrelly-Brüder (Verrückt nach Mary) gehandelten Team Apatows sind meist leicht labile und ungeschickte Männer in einer Lebens- bzw. Liebeskrise die Helden, die dann wieder aus der Krise herausfinden müssen. Dabei gibt es viel Brachialhumor und die Protagonisten müssen ordentlich einstecken, ohne aber der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. Der Umgang mit Sex und Liebe ist erfrischend unkompliziert und fast unamerikanisch. Kennt man eine dieser Komödien, kennt man alle, möchte man fast behaupten. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn hier kommt die Cleverness von Segel ins Spiel.

Serienkomponist Peter Bretter (Jason Segel) wurde gerade von seiner Freundin, der Serienheldin Sarah Marshall (Kristen Bell), verlassen und ist am Boden zerstört. Sein Bruder rät ihm, einen Urlaub auf Hawaii zu machen, doch ausgerechnet im gleichen Hotel hat sich seine Ex mit ihrem neuen Freund, dem esoterischen Sängerstar Aldous Snow (Russell Brand), eingenistet. Es kommt logischerweise zum Aufeinandertreffen, nur die entzückende Hotelrezeptionistin Rachel Jansen (wunderschön: Mila Kunis) sorgt für Ablenkung. Segel legt seine Rolle des Peter Bretter ähnlich der seines Seriencharakters aus How I Met Your Mother Marshall Erikson an. Er ist etwas tollpatschig, hat aber eine reine Seele und ist äußerst sympathisch. Auch seine Ex Sarah Marshall (schon wieder Marshall) ist mit Kristen Bell ausgezeichnet besetzt. Wie in der Serie Veronica Mars spielt sie ebenfalls im Film als Schauspielerin in einer Krimiserie eine Ermittlerin und ihr Charakter war dem von Veronica gar nicht so unähnlich. Auch sie war mir somit gleich sympathisch, ob das nun so gewollt war oder nicht. Bei diesem Film war es also gar nicht nötig, Veronica Mars zu vergessen, es half vielmehr. Weitere Parallelen bzw. witzige Referenzen, von denen es noch einige gab, werden hier nicht verraten.

Eigentlich ging ich ziemlich skeptisch an den Film heran und erwartete eine dieser ewig gleichen Teeniekomödien. Der Film machte es mir dann aber schwer, ihn nicht zu mögen. Das fing schon mit dem ersten Song „Love You Madly“ von einer meiner Lieblingsbands Cake an. Die Hauptcharaktere waren mir, wie beschrieben, sofort sympathisch und die erzählte Geschichte war trotz ihrer Vorhersagbarkeit und einigen Längen relativ unterhaltsam. Von einer uneingeschränkten Empfehlung des Filmes möchte ich dennoch absehen. Fans von Apatow werden sicher erwartungsgemäß bedient, ich hatte dagegen Glück, dass ich die Serien kannte, mit denen Segel hier so ausgezeichnet spielt. Für mich also nette und sympathische Unterhaltung ohne großen Tiefgang.

(auch auf kino.de)

The Happening

Posted in Cinemanie with tags , , , , , on Freitag, 13. Juni 2008 by mediensucht

Nothing is happening

Mit Trailern ist es ja so eine Sache. Eigentlich sollen sie den Zuschauer in den Film locken, doch mal verraten sie zu viel, zeigen die besten Szenen schon vorab oder führen den Zuschauer in die Irre bzw. in die falsche Richtung. Gerade bei Filmen von M. Night Shyamalan ist das Eis dünn, auf das sich der Verleih mit einer Trailerveröffentlichung begibt. Mir sind noch die negativen Stimmen zu Shyamalans vorletzten Film The Village im Ohr. Der Trailer ließ einen reinen Horrorschocker vermuten, heraus kam aber ein komplexer, gesellschaftskritischer und wunderbar einfühlsam gemachter Film heraus, der den gewöhnlichen Horrorfilmpöbel schlicht überforderte. Für mich ist The Village der bester Film von Shymalan, der sich bis dahin von Film zu Film steigerte. Dann kam Das Mädchen aus dem Wasser. Der in Indien geborene Regisseur nahm sich ein wirres Märchen aus seiner Heimat als Vorlage und machte es zu einer heilsbringerartigen Selbstinszenierung. Immerhin gab es noch einige schöne atmosphärische Momente, die das Sehen erträglich machten. Man hoffte, dass es sich bei dem Film nur um einen Ausrutscher, um eine kleine Schwächephase handeln möge.

Der Trailer zu Shyamalans sechsten Film The Happening (die Kunstfilmchen vor The 6th Sense ignoriere ich einfach mal bei der Zählung) ließ Spannung und Dramatik erwarten. Auch die Filmplakate sahen nach düsterer Atmosphäre aus. Doch weit gefehlt, der Film ist langweilig und dumm – mit einem Wort: schlecht! Die Geschichte ist dünn und schnell erzählt. Der Nordosten der USA wird von einer Art Epidemie heimgesucht. Ein Neurotoxin in der Luft führt beim Menschen zu Verwirrtheit und letztendlich zum blutigen Selbstmord. Die Ursache ist wohl nicht bei Terroristen oder fremden Staaten zu suchen, sie ist wahrscheinlich von viel natürlicherer Art. Eine kleine Gruppe Menschen, darunter der Lehrer Elliot Moore mit seiner Frau Alma und die ihnen anvertraute Tochter eines Freundes Jess, versucht in der ländlichen Natur dem Horror zu entkommen. Shyamalan legt seine Karten schon früh offen. All diese Fakten sind schon am Anfang klar. Danach folgt leider … nichts. Die Protagonisten irren durch die Landschaft. Shyamalan setzt auf schlechten und vorhersehbaren Suspense. Die Dialoge sind an Plattheit nicht zu unterbieten. Der aufgesetzten Beziehungskrise zwischen dem Ehepaar fehlt es genauso an Tiefe wie der Handlung allgemein. Zu guter Letzt verzichtet Shymalan auch noch auf seinen üblichen Plottwist am Ende, so dass der Film völlig ins Leere läuft.

Die Schauspieler enttäuschen leider auch. Mark Wahlberg, der zuletzt mit Shooter bewies, dass er allein einen Film tragen kann, versagt mangels guter Führung als heldenhafter Lehrer kläglich. Wenn man schon einen klassischen Katastrophenfilm drehen will, sollte man auch die Rollen dementsprechend auslegen. Von Charakterbildung keine Spur. Shyamalan bedient sich aus der 08/15-Schublade und präsentiert uns das in der Katastrophe wieder zusammenfindende Ehepaar mit dem niedlichen Kind als unterstützende Beigabe. Zooey Deschanel darf mit ihren entzückenden blauen Augen unentwegt verängstigt schauen, was sie allerdings recht herzzerreißend zu tun vermag. Die Schauspieler rennen von einer Lokalität zur nächsten. Auf großartige Effekte wird weitestgehend verzichtet. Mal gibt es ein Windgeräusch, mal ein paar düstere Wolken. Selbst die Suizide werden durch das Wegschwenken der Kamera entschärft.

The Happening enttäuscht auf ganzer Linie. Mehr als das, was man aus dem Trailer kennt, bekommt man nicht geboten. Der Film ist langweilig, vorhersehbar und, was mich dann doch sehr überraschte, auch noch ungewohnt schlecht gemacht. Die Geschichte ist nach wenigen Minuten erzählt und das Ende ein trauriger Witz. Vielleicht ist der zu erhoffende mangelnde Erfolg des Filmes ja der nötige Dämpfer für Shyamalan, so dass er, vielleicht zur Abwechslung mal wieder mit einem kleineren Studio, zu seinen Stärken zurückfindet und wieder durchdachte, spannende Geschichten erzählt. So jedenfalls nicht!

1/10 Pillen zur Entwöhnung

(auch auf kino.de)