Archiv für Brad Pitt

Inglourious Basterds

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , on Montag, 24. August 2009 by mediensucht

inglourious_basterds_1Quentin Tarantino ist neben M. Night Shyamalan und Michael Mann wohl einer der missverstandensten Regisseure unserer Zeit. Kill Bil 2, Death Proof und nun wieder Inglourious Basterds rufen zum Teil Unverständnis hervor, hauptsächlich geschürt durch falsche Erwartungen. Dabei sollte doch schon seit Reservoir Dogs klar sein, worauf es Tarantino ankommt. Und das sind eben nicht nur flotte Sprüche und Splatteraction. Regelmäßige Verwirrung stiften dabei auch die Vorabtrailer, die etwas anderes suggerieren und damit vielleicht Publikum anlocken, das nur enttäuscht werden kann. So gesehen verwundern die nicht erwartungsgemäßen Zuschauerzahlen der letzten Tarantinofilme wenig. Ich zähle mich inzwischen gern zu den „Tarantinojüngern“ und gebe daher zu, nicht ganz objektiv an das Thema heranzugehen. Andererseits laufe ich dabei auch Gefahr, dass meine hohen Erwartungen enttäuscht werden. Zum Glück war das bei Inglourious Basterds nicht der Fall – im Gegenteil!

Tarantino probiert sich immer wieder gern an neuen Genres des Films und bedient sich dabei ebenso gern zahlreicher Filmzitate aus der Filmgeschichte. Nach Gangsterfilm, Pulp Fiction, Black Power-Hommage, Rache-Epos und 70er-Trash-Referenz sehen wir nun Tarantinos Version eines Kriegsfilms. Der ausgewiesene Film-Nerd belässt es aber nicht bei einem Genre, sondern vermischt seinen Kriegsfilm mit Western und – thematisch naheliegend – mit deutschen Vorkriegs- bzw. Nazifilmen. Der Westerneinschlag ist unübersehbar und berührt damit uramerikanische Freiheitsgefühle. Die titelgebenden „Inglourious Basterds“ sind ein Haufen jüdischer „Cowboys“ und ihr nuschelnder Anführer Aldo Raine (Brad Pitt), die ins nazibesetzte Frankreich eingeschleust werden und fortan auf Nazijagd gehen. Sie sollen bei den Nazis Angst und Schrecken verbreiten, was sie mit ihren brutalen Methoden auch schaffen. Ganz uramerikanisch skalpieren sie ihre Opfer, was Tarantino auch genüsslich zeigt. Krieg ist eben kein Zuckerschlecken. Faszinierend dabei ist, dass es sich bei den Basterds vorwiegend um durchgeknallte Milchbubis handelt. Der psychisch labilen Naziführung mit ihren 08/15-Visagen werden ebenso durchgeknallte Normalos gegenübergestellt.inglourious_basterds_2

Die Basterds sind aber – entgegen den Vermutungen, die man nach Ansicht der Trailer haben könnte – nur ein kleiner Teil des in fünf Kapitel eingeteilten Films. Eigentlicher „Star“ des Films ist SS-Oberst und Judenjäger Hans Landa, der von Christoph Waltz so meisterhaft gespielt wird, dass er alle anderen Mitwirkenden in den Schatten stellt. Landa ist der Gegenentwurf zu den Basterds. Er handelt intelligent und gerissen, verlegt den Terror in den Kopf der Opfer und ist damit weit unberechenbarer als die Basterds. Schon das erste Kapitel ist auf psychischer und inszenatorischer Ebene eine Wucht. Inszeniert wie ein Revolverduell im Wilden Westen, versucht Landa einen französischen Bauern nach dem Versteck einer jüdischen Familie auszufragen. Es dominieren Detailaufnahmen, die auch kleineste Gefühlsregungen in den Gesichtern zeigen. Landa ist ruhig und freundlich, der psychologische Druck, den er ausübt, aber gewaltig. Sergio Leone hätte seine Freude an der Szene.

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Achtung: Spoiler – Der nächste Abschnitt verrät das Ende des Films.
Als die Naziführung in einem kleinen französischen Kino die Premiere eines Heldenfilmes feiern will, bietet sich den Basterds die einmalige Chance, die komplette Führungsriege der Nazis mit einem Schlag auszulöschen. Sogar Hitler höchstpersönlich hat sein Erscheinen angekündigt. Allerdings stellen sich die Basterds alles andere als clever an. Auch die französische Kinobesitzerin plant – vorwiegend aus Rachegelüsten gegen die Mörder ihrer Familie – eine feurige Überraschung. Natürlich ist es konsequent von Tarantino, dass am Ende beide Pläne aufgehen und die Geschichte umgeschrieben wird. Damit kann ich zwar leben, das Scheitern der Basterds und der Triumph der Kinobesitzeren hätten mir aber besser gefallen. Cleverness siegt über rohe Gewalt. Wunderbar dagegen die Wahl der Örtlichkeit. Tarantino opfert „sein“ Kino, um das Übel zu vernichten. Auch in der Inszenierung des Showdowns bedient sich Tarantino bei den großen deutschen Filmen der Vorkriegszeit (z.B. Metropolis).
Spoiler-Ende

Neben Waltz sind noch eine Reihe anderer deutschsprachiger Schauspieler zu sehen, die aber mehr oder weniger hinter Waltz abfallen. Am Nahesten kommt ihm noch August Diehl, der einen ähnlich cleveren SS-Mann spielt. Diane Heidkrüger (fka. Kruger) als deutsches Starlet steht im Schatten von Mélanie Laurent, die als Kinobesitzerin Shoshanna Dreyfus nicht nur optisch fasziniert. Tarantinos Kumpels Brad Pitt und Eli Roth dürfen sich mal austoben und nach Herzenslust nuscheln bzw. ballern. Mit Robert Richardson an der Kamera lässt Tarantino optisch nichts anbrennen. Musikalisch bedient er sich bei Altbekanntem – Westernklänge, die es etwa schon in Kill Bill 2 ähnlich zu hören gab, und martialisches Schlachtengetöse deutscher Propagandafilme.

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Quentin Tarantino liefert mit Inglourious Basterds einen für ihn typischen Film ab – mit all den Zitaten und Selbstzitaten –, lässt aber eine Entwicklung und vor allem eine qualitative Steigerung erkennen. Optisch waren seine Filme immer schon sehenswert, besonders erwähnenswert sind bei Tarantinos neuestem Werk aber die ausgefeilten Dialoge, die interessanten Charaktere und auch eine gewisse inhaltliche Tiefe, die den Zuschauer auch noch eine Zeit lang nach der Sichtung mit dem Film beschäftigt (so denn der Zuschauer überhaupt dazu fähig ist). Ein großes Kompliment geht nochmals an Christoph Waltz, den man für seine Leistung mit Preisen überschütten sollte. Und damit nehme ich das Wort dann auch in den Mund und bezeichne „Inglourious Basterds“ als Meisterwerk.

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Troja – Director’s Cut

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , on Mittwoch, 3. Dezember 2008 by mediensucht

Eine Lanze für Troja

troja01Eine der bedeutendsten und bekanntesten Heldensagen der Antike ist Homers Ilias. In 15.693 Versen wird von Göttern und Helden im trojanischen Krieg erzählt. Nachdem mit Ridley Scotts Gladiator das Sandalen-Epos wieder salonfähig war, entschloss man sich bei Warner Bros Wolfgang Petersen mit der Verfilmung der Sage um Troja zu beauftragen. Da Homer mit dem Tode Hektors endete, bediente man sich noch in Auszügen an Vergils Aeneis, um eine geschlossene Geschichte zu bekommen. Im Originalstoff sind die Sterblichen eigentlich nur Spielbälle der Götter, die frei nach ihren Launen ohne Rücksicht auf Verluste mit den Schicksalen der von ihnen Abhängigen spielen. Eine Verfilmung, die sich genau ans Werk halten würde, wäre dem heutigen Publikum nicht zuzumuten, weil sie wahrscheinlich zu trocken, zu altmodisch, zu realitätsfern und nicht nachvollziehbar sein würde. So entschied man sich, die Götter aus der Geschichte zu streichen, ohne aber die wichtige Gottesfurcht der Beteiligten zu vergessen. Einige Entscheidungen der Protagonisten mussten auf einen realen Boden gestellt werden, da sie nun nicht willenlos durch die Götter vorgegeben sein konnten.

Die Transformation der Götterwelt ins die Realität ist dann auch sehr gelungen. Zum Untergang Trojas trug im Original maßgeblich das Urteil des Paris bei. Er wurde von Hermes aufgefordert, unter den Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite die Schönste zu wählen. Als er sich für Letztere entschied, schürte er den Hass bei Hera und Athene, die ihm nun nur noch Schaden zukommen lassen wollten. Die hasserfüllten Göttinnen führten fortan die Geschöpfe wie Figuren auf einem Schachbrett, nur um den Durst der Rache zu stillen. Im Film handeln die Menschen dagegen aus freiem Willen. Sie streben nach eigener Macht, nach der großen Liebe, sie agieren mit Ehre und zum Wohle ihres Volkes. Sie kämpfen aus Wut oder Rache und töten mit Hass. Alles nachvollziehbar und zutiefst menschlich.

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Viele abgewandelte Elemente machen die Geschichte noch tragischer, ihre Figuren noch interessanter. Hektor tötet Patrokles, hier Vetter und nicht einfacher Freund von Achilles, im Glauben, ihm stehe Achilles gegenüber. In der Vorlage wird Patrokles vom Gott Apollon entwaffnet, als er sich diesem widersetzt, und dann von Hektor getötet, der sich auch noch Achilles Rüstung bemächtigt. Hektor wird so im Film zur viel tragischeren Gestalt. Breseis ist im Film die Cousine von Hektor, im Original war sie nur die Lieblingssklavin Achilles’ und keine Trojanerin. Agamemnon wird am Ende durch Breseis getötet und nicht erst viel später durch seine Frau in der Badewanne. Das sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, dass es durchaus Sinn macht, Vorlagen abzuwandeln und die Änderungen zum Vorteil zu nutzen. Insgesamt ist der Film trotz dieser gelungenen Abwandelungen noch ausreichend nah an der Geschichte. Diese im Film erzählte Geschichte ist dann auch ganz klassisch auf Drama ausgelegt. Das Drama von Troja überlagert die Dramen der einzelnen Personen, deren einzige Hoffnung es ist, zu überleben oder zumindest als Helden die Ereignisse zu überdauern.

Großartig für mich die Einführung von Achilles. Er ist nicht der aalglatte Held, ihm widerstrebt die Rolle vielmehr zuweilen. Er befindet sich in einem Kampf mit sich selbst, ob er seinen Lebenssinn tatsächlich nur im Kampf suchen soll. So kommt er nur widerwillig zum großen Kampf mit dem stärksten Mann des Gegners. Hier spielt Petersen mit den Erwartungen des Zuschauers, der einen spannenden und länger dauernden Kampf mit dem Feind vermutet. Doch Achilles streckt seinen Kontrahenten nicht weniger beeindruckend nach eine Finte mit einem Dolchhieb in Sekundenschnelle nieder. Zack, die Tatsachen sind geschaffen. Achilles kämpft nicht gern, wenn er es aber tut, ist er der gefährlichste Krieger weit und breit.

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Auch das Setdesign orientierte sich an realen Vorgaben. Für Städtebauten und Schiffe nutzte man Erkenntnisse aus Ausgrabungen. Selbst das trojanische Pferd könnte so von Menschenhand aus eben jenen Materialien, die gerade vorhanden waren, gebaut worden sein. Die Ausstattung ist beeindruckend und damit eines klassischen Sandalen-Epos würdig. Die Effekte sind zeitgemäß gut. Die Filmmacher versuchten zum Glück, nicht nur mit Effekten zu beeindrucken, sondern steckten auch viel Mühe in altbekannte Handwerkskunst. Optisch hält man sich an die Genrekonventionen und verzichtet auf effekthascherische Mätzchen.

Bei der Besetzung leistet sich Petersen ein paar kleinere Schwächen. Dabei ist nicht etwa Brad Pitt als Achilles gemeint, dessen blonde Haarpracht zwar anfangs etwas verwirrt, er aber gut in das klassische Bild des antiken Helden passt. Auch der oft kritisierte Orlando Bloom als Paris ist nicht gemeint. Hier verwechselt man gern die Rolle mit dem Schauspieler. Bloom spielt den feigen Jüngling recht ordentlich. Diane Kruger (ehemals Heidkrüger) als Helena ist eine Fehlbesetzung. Sie sieht zwar nett aus, ihr schauspielerisches Können ist aber nur rudimentär vorhanden. Ebenso fraglich ist die Besetzung einiger Rollen mit augenscheinlich gesichtsgestrafften Schauspielern, die nun überhaupt nicht in einen solchen Film gehören. Um diesen Abschnitt wieder positiv enden zu lassen: Eric Bana glänzt abermals in seiner Rolle als Hektor. Er und Pitt leisten körperlich Schwerstarbeit. Ihr finaler Kampf ist zudem ausgezeichnet choreographiert. Die Bewegungen sehen modern aus, könnten aber auch prima in die Zeit der Antike passen.

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Troja erfindet das Rad nicht neu. Troja ist ein klassisches Sandalen-Epos, dass sich moderner Mittel bedient, die Zuschauer zu beeindrucken. Die Geschichte ist rund und spannend erzählt, opulent und beeindruckend umgesetzt. Bis auf einige Längen und schauspielerische Missstände ist der Film gerade aufgrund seiner Menschlichkeit in der Heldensaga sehenswert. Dabei ist der Director’s Cut noch um einiges mitreißender, weil er durch seine größere Direktheit (mehr Blut, mehr nackte Haut, mehr Zeit für die Charaktere) tiefer geht als die Kinofassung. Für Genrefans eine Empfehlung.

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Trailer: Burn After Reading

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , on Montag, 2. Juni 2008 by mediensucht

Am 12. September diesen Jahres kommt der neue Film der Coen-Brüder in die amerikanischen Kinos. Burn After Reading ist eine Komödie mit Starbesetzung (Clooney, Pitt, Swinton, Malkovich, …) und der CIA als Hauptthema. Seit einigen Tagen gibt es nun den Red Band Trailer zum Film:

In besserer Qualität zum Ansehen und Downloaden hier.

Sieht nach einem typischen Coen-Film aus! Das wird eine Freude …

Jimmy Kimmels „I’m F*cking Ben Affleck“

Posted in Sucht des Tages, Videomanie with tags , , , , , , on Dienstag, 26. Februar 2008 by mediensucht

Neulich habe ich von diesem kleinen Video berichtet, dass Sarah Silverman ihrem Freund Jimmy Kimmel in seiner Show präsentierte. Kimmels Reaktion in selbiger Show war noch recht „verhalten“. Nun gibt es aber eine angemessene Antwort von Kimmel, die … naja, seht selbst:

(Danke der Hirngabel für den Tipp)