Archiv für RTL

Dr. House bei RTL überraschend abgesetzt

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Mittwoch, 1. April 2009 by mediensucht

Der Kölner Privatsender RTL nimmt völlig unerwartet die amerikanische Erfolgsserie Dr. House aus dem Programm. Ein RTL-Sprecher bestätigte heute morgen den Beschluss. Damit lief gestern die letzte Folge der beliebten Arztserie auf RTL. Aus Mitarbeiterkreisen heißt es, man wolle sich dem Niveau der Zuschauer anpassen. Eine intelligentere Serie, wie sie Dr House nunmal sei, ist dabei dem Publikum nicht mehr zuzumuten. Man werde auf dem Sendeplatz zunächst Sendungen mit Mario Barth wiederholen und dann eine Comedy-Eigenproduktion platzieren. Ob RTL die Senderechte weiterverkauft, ist bisher nicht zu erfahren. Angeblich wolle das ZDF die Serie ins Programm nehmen, um ein jüngeres Publikum anzusprechen.

dr-house

Prison Break

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , on Samstag, 19. Juli 2008 by mediensucht

Wie bereits bekannt gegeben, war der Grund meiner „Schreibfaulheit“ in letzter Zeit eine Serie, deren Hype ich zunächst nicht mitgemacht habe bzw. deren Ausstrahlung auf RTL ich an mir vorüber gehen ließ. Das Positive daran ist, dass ich nun die zwei in Deutschland auf DVD erhältlichen Staffeln am Stück verfolgen konnte – ohne dämliche Werbeunterbrechungen und genau dann, wenn es mir passte (also so ziemlich jeden Tag der letzten zwei Wochen). Die Rede ist von Prison Break, eine von Paul T. Scheuring konzipierte Serie des US-Networks Fox.

Wie der Titel schon verrät, geht es in Prison Break primär um einen Gefängnisausbruch. Der intelligente Statiker Michael Scofield (Wentworth Miller) lässt sich bei einem Banküberfall festnehmen und genau in das Gefängnis einliefern, in dem sein Bruder Lincoln Burrows (Dominic Purcell) als Todeskandidat sitzt. Burrows wird des Mordes am Bruder der Vizepräsidentin beschuldigt und erwartet in drei Wochen den elektrischen Stuhl. Rein zufällig hatte Scofield als Statiker Zugang zu den Bauplänen des Fox River State-Gefängnisses. Diese lässt er sich gleich zu Anfang der Serie mit allerlei Kunst verschleiert auf den Körper tätowieren. Während Scofield im Gefängnis die Flucht vorantreibt, versucht außerhalb die engagierte Anwältin Veronica Donovan (Robin Tunney) Beweise für Burrows Unschuld zu finden und ist dabei einer großen Verschwörung auf der Spur.

Das relativ begrenzte Setting der Serie (große Teile der Handlung spielen logischerweise im Gefängnis) und die drängende Zeit bis zur Hinrichtung von Burrows machen die Serie zumindest in der ersten Staffel zu einem sauspannenden Kammerspiel. Dem kleinen Genie Scofield stellen sich so einige interessante Gestalten (großartig beispielsweise Robert Knepper als T-Bag) in den Weg, die immer wieder eine Abänderung seines Plans erfordern. Die Schlagzahl ist erstaunlich hoch. Es gibt wohl kaum eine aktuelle Serie, die spannender ist. Um einige Logiklöcher und andere Ungereimtheiten kommt die Serie selbstverständlich nicht herum, sie fallen teils aber gar nicht richtig auf, da das Tempo so außerordentlich hoch ist. Wie viele neuere Serien aus den USA profitiert auch Prison Break vom Konzept der fortlaufenden Handlung. In Deutschland war man zunächst skeptisch, ob man dem Soap-Knast-versauten RTL-Publikum (Hinter Gittern) eine solch komplexe Serie überhaupt zumuten konnte. Der Sicherheitsstart in der Sommerurlaubssaison schadete aber unerwartet wenig. Der Hype erreichte Deutschland.

Zu meiner Freude ist Prison Break nicht nur extrem spannend sondern auch für US-Verhältnisse erstaunlich provokant. Möglich politische Verschwörungen bis in die Spitze der US-Regierung werden überraschend offen angerissen und ausgeführt. Das Rechtssystem steht in keinem guten Licht. Auch die Verhältnisse in den Gefängnissen beäugen die Macher kritisch. Das geheiligte Land als Sündenpfuhl. Parallelen zur realen Welt sind selbstverständlich rein zufällig!

Um hier nicht zu viel Inhaltliches preiszugeben, sei zum Fortgang der Serie nur Folgendes gesagt. In der zweiten Staffel erfolgt ein erster Schnitt. Das Setting wird variiert, was dem Kammerspielcharakter etwas schadet, der Spannung aber keinen Abbruch tut. Dieser Schnitt war notwendig und auch logisch. Am Ende der zweiten Staffel sieht man aber erste Abnutzungserscheinungen. Die Handlung wirkt zunehmend konstruiert und in die Länge gezogen. Bei mir regte sich leichter Unmut, auch wenn die Serie weiterhin äußerst spannend bleibt. Einen weiteren Schnitt gibt es zur dritten Staffel, die ich mir aber noch nicht zu Gemüte geführt habe. Mir stellt sich aber langsam die Frage, ob ein solch langes Ausdehnen des Konzepts Prison Break nicht eher schadet. Die Quoten der dritten Staffel in den USA ließen zumindest merklich nach und einiger Unmut war zu vernehmen. Ich bleibe Prison Break zunächst aber treu.

für Staffel 1

für Staffel 2

Update (13.10.08):
RTL zeigt die dritte Staffel ab Januar 2009. Die vierte Staffel wird direkt im Anschluss ausgestrahlt.

für Staffel 3

TV-Tipp: My Name Is Earl auf RTL

Posted in Glotzophonie with tags , , , on Freitag, 18. Juli 2008 by mediensucht

Ab heute abend sendet RTL (hoffentlich) jeden Freitag um 23:30 Uhr die US-Serie My Name Is Earl, die ich hier bereits ausführlich gewürdigt habe.

Serien-Updates

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , , , , , on Mittwoch, 14. Mai 2008 by mediensucht

Auf dem Seriensektor hat sich nach dem Autorenstreik am Anfang des Jahres Vieles getan. Einige Serien wurden abgesetzt, Verträge verlängert, Konzepte geändert. Hier mal ein paar Infos zu Serien, die ich bereits besprochen bzw. empfohlen habe:

Pushing Daisies
Meine aktuelle Lieblingsserie wird zum Glück verlängert. Der Autorenstreik hatte laut serienjunkies hauptsächlich positive Auswirkungen. Finanzielle und konzeptionelle Probleme konnten behoben werden. Kleinere, durch den Streik bedingte Schwierigkeiten will man noch in den Griff bekommen. Im Herbst geht es in den USA weiter. Ein Sendetermin für die erste Staffel in Deutschland (ProSieben) steht leider immer noch nicht fest. Update 4.7.08: Laut Quotenmeter soll die erste Staffel ab dem 17. September 2008 auf ProSieben laufen.

How I Met Your Mother
Die Gastauftritte von Frau Spears haben HIMYM wohl die verdiente vierte Staffel gebracht. Ein Problem sei wohl nicht die Gesamtzahl der Zuschauer, sondern die Zahl der Zuschauer in der gewünschten Zielgruppe. Über einen Senderwechsel wurde nachgedacht. Mir gefällt die Serie auch ohne Britney Spears, deshalb große Freude über die Verlängerung. Ein Sendetermin für die erste Staffel auf ProSieben ist mir nicht bekannt.

Doctor Who
Nach den Querelen um die Absetzung auf ProSieben hat man einen neuen Sendeplatz gefunden, auf dem die Serie nun besser ankommt. Doctor Who läuft nun immer sonntags ab 17:00 Uhr.

Chuck und Heroes
Die beiden Serien Chuck und Heroes laufen ab Herbst immer montags im Doppelpack auf NBC. RTL2 wird ab Herbst die zweite Staffel in Deutschland senden. Ab Juni soll es zu Chuck ein Comic geben. Chuck wurde von ProSieben lizensiert, ein Sendetermin steht mal wieder nicht fest!

weitere Serien
House M.D. ist weiterhin eine der erfolgreichsten Serien in den USA und Deutschland. Mit einer Absetzung ist also nicht zu rechnen. Battlestar Galactica wird nach der Anfang nächsten Jahres laufenden fünften Staffel beendet. Die Handlung neigt sich dem gewollten Ende zu. Außerdem sind die Produktionskosten wohl zu hoch. My Name Is Earl läuft in der dritten Staffel in den USA. RTL will ab Herbst mit der Ausstrahlung der ersten Staffel beginnen.

Peter Jackson’s KING KONG

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , , on Donnerstag, 20. März 2008 by mediensucht

Am Sonntag zeigt RTL Peter Jackson’s KING KONG. Ich finde den Film brillant und spreche hier mit einer etwas älteren Kritik von mir eine Sehempfehlung aus. Allerdings würde ich vom direkten Sehen bei RTL abraten. Die minutenlange Werbung zerstört garantiert einiges an Atmosphäre und Spannung. Also entweder aufnehmen und ohne Werbung schauen oder gleich die DVD einwerfen!

Hommage

kingkong.jpgGehen wir zurück in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Warum gingen die Leute damals ins Kino, was erwarteten sie und wie fühlten sie sich nach dem Besuch? Zunächst einmal muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass damals die Film- und Kinotechnik noch in den Kinderschuhen steckte. Man beherrschte zwar ein paar Tricks, die aber mehr auf einfachen optischen Täuschungen beruhten. Dennoch ließen sich die Menschen damit verzaubern. Die Filmemacher sprachen die Fantasie der Zuschauer an. Man baute sich den fehlenden Rest in seiner Vorstellung selbst zusammen. So war es eine kleine Sensation, als Cooper und Schoedsack mit einem für damalige Verhältnisse erstaunlich gut animierten Riesenaffen daher kamen und ihm sogar menschliche Züge gaben. Aus heutiger Sicht wirkt die Technik eher „hölzern“ bzw. unecht, doch hat dieser Film viele Jahre später einen kleinen Neuseeländer noch derart beeindruckt, dass er Filmemacher werden wollte.

Nach äußerst erfolgreicher Verfilmung der Herr der Ringe-Trilogie versuchte sich dieser Neuseeländer an einem Remake seines Lieblingsfilms. Da nun fast jeder die Kong-Geschichte kannte, galt es, das Publikum auf anderen Ebenen zu begeistern. Warum sollte man sich also nicht auf die Filmwelt der 30er Jahre besinnen und mit modernen Mitteln deren Flair wiederbeleben. Jackson wäre aber nicht Jackson, wenn er sich nur auf die reine Computertechnik verlassen würde. Nein, er setzt sich lieber über Studiokonventionen hinweg, macht seinen Film so lang und gibt so viel Geld aus, wie es nötig ist.

Peter Jackson bleibt mit seiner Geschichte dann auch gleich in den 30er Jahren von New York und streift die damaligen politischen und gesellschaftlichen Probleme. Prohibition und Armut großer Bevölkerungsteile (Wirtschaftskrise) werden gezeigt. Dies geschieht aber in einer lockeren Art und Weise ohne mit dem Zeigefinger auf irgend etwas zu zeigen. Die Szenerie ist beeindruckend mit Miniaturen, Nachbauten und CGI (Computer Generated Images) erzeugt. Man fühlt sich sofort in der Zeit. Die Farbgebung ist eine Mischung aus historischen Anleihen und genreüblichen Elementen (typische leichte Überzeichnung der Farben eines Fantasy-Films). Die wichtigen Figuren werden je mit einer kleinen „charakterprägenden“ Geschichte eingeführt. Schnell sind sie auf dem Schiff in Richtung Ungewissheit. Hier nimmt Jackson sich dann die Zeit, die Protagonisten dem Zuschauer näher zu bringen.

Mit der Landung auf der Insel beweist Jackson sein Unterhaltungstalent. Er lässt seine Mannschaft nicht einfach die Insel betreten, sondern liefert uns den ersten kleinen Höhepunkt (zum Anfüttern quasi), dem noch weitere größere Höhepunkte folgen werden. Mit seiner beeindruckenden Schiffshavarie macht Jackson mal eben TITANIC Konkurrenz und zeigt denjenigen Zuschauern, die nicht schon von den wunderbaren Anfangsbildern begeistert sind, warum sie im Kino sitzen und nicht etwa in einem Buch blättern. Auch der Sound ist gewaltig.

Die nachfolgenden Szenen zeigen nun einen weiteren wichtigen Punkt, warum die Leute früher ins Kino gingen. Das TV ermöglichte erst Jahrzehnte später fast jedem Bürger einen (Ein-) Blick in eine „ferne“ Welt. Vor 80 Jahren ging man daher ins Kino, um fremde Völker und Naturlandschaften zu erleben. Da genügte es dem Filmemacher schon, mit der Kamera einfach „draufzuhalten“ und das seltsame „Fremde“ zu zeigen. Heute bedarf es dagegen größter Fantasie, um die Leute mit atemberaubenden Kreaturen zu beeindrucken – man kennt ja schon alles! Jackson zeigt also eine fremde Kultur, die mit merkwürdigen Riten einer „unbekannten“ Macht Menschenopfer bringt.

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Die Einführung King Kongs ist nun wiederum interessant. Jackson verzichtet hier auf ein billiges „BUH!“. Er zeigt das Aussehen Kongs vielmehr nebenbei in einer rasanten Fluchtszene aus der Sicht der Entführten Ann Darrow (Naomi Watts). Kong darf man getrost als bisher bestanimierten CGI-Charakter der Filmgeschichte bezeichnen. Das liegt zum Einen an der jahrelang entwickelten Technik (Gollum – Herr der Ringe), zum Anderen aber auch an der Zeit, die sich Jackson nimmt, um charakterliche Züge von Kong zu vermitteln. Es gibt mehrere bezaubernde Szenen, in denen sich Kong und Ann näher kommen.

Weniger „bezaubernd“ als „imposant“ ist der Kampf zwischen Kong und einer Tyrannosaurus Rex-Familie. Jackson hat ihn aus dem Original nicht nur einfach übernommen, sondern eben auf die Familie ausgebaut. Neben dem symbolischen Charakter kommt hier hinzu, dass es eine Steigerung zum Original geben muss. Plumpe Kopie kommt nicht in Frage. Wieder einer der vielen Höhepunkte des Films.

Weitere Höhepunkte sind das Saurierrennen und der Ungezieferangriff (köstlich: Der Koch (Gollum Andy Serkis) wird verspeist!). Wieder geht es um Schauwerte, Spannung und Sensation. Klassisches Kino eben! Für das Finale in New York nimmt sich Jackson wieder Zeit. Da es sich bei der Geschichte ja um ein klassisches Drama handelt, darf auch das retardierende Moment nicht fehlen. Mit einer wunderschönen Szene auf einem gefrorenen See im Central Park wird nochmals das Herz des Zuschauers geöffnet, bevor es zum Showdown auf dem Empire State Building kommt. Spätestens hier muss einem klar werden, dass Jackson ein Romantiker ist und der Film eine große Hommage an den Original-Film, aber auch an vergangene Kinozeit ist. Das Ende ist keine Sekunde zu lang. Die Bilder sind beeindruckend und eines Showdowns würdig.

Der Film enthält viele kleine Details, die als Hommage gesehen werden können. Nicht nur die Handlung beinhaltet Anspielungen auf großartiges Vergangenes, auch in Dialogen werden filmhistorische Personen geehrt (z.B. Cooper). In der Figur des Carl Denham (herausragend: Jack Black) sehen viele Kritiker einen Orson Wells oder gar Peter Jackson selbst.

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Wenn ich hier von Peter Jackson spreche, erwähne ich quasi nur die „Spitze des Eisberges“. Lob gebührt nicht nur ihm, sondern beispielsweise auch den exzellent gecasteten und agierenden Schauspielern, der Ausstattung, den CGI-Artisten etc.. So schafft es z.B. John Newton Howard perfekt, einen Score zu komponieren, der die schon wunderbaren Bilder unterstützt, ohne zu dominieren. Auch das alte Thema kommt nicht zu kurz.

Summa summarum ist Peter Jackson`s KING KONG ein perfekter Kinofilm im klassischen Sinn … und eine brillante Hommage!

10/10 Pillen zur Entwöhnung

(auch auf kino.de)

My Name Is Earl

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , on Montag, 10. März 2008 by mediensucht

buddy_earl_thumb.jpg Heute möchte ich mal wieder eine Serie vorstellen, die mir gleich aus mehreren Gründen sehr am Herzen liegt. My Name Is Earl ist eine Comedy-Serie aus den USA (woher auch sonst ;-)) – eine Art Sitcom, die allerdings weitestgehend außerhalb von Studios gedreht wurde/wird und ohne Konservenlacher auskommt. Es geht um den Kleinkriminellen Earl Hickey (der fantastische Jason Lee), der nach einem Lotteriegewinn und einem Unfall plötzlich an das Karma glaubt und seine früheren Schandtaten wieder gut machen will. Dazu erstellt er eine Liste mit seinen Verbrechen, die er Punkt für Punkt abarbeiten will. Zunächst muss Earl sich gegen seine Ex-Frau Joy (die für ihre Darstellung mit dem Emmy bedachte Jaime Pressly) wehren, die nach dem Gewinn trachtet, mit der Earl sich aber nach einigen Folgen versöhnt. Behilflich bei der Abarbeitung der Liste ist Earls Bruder Randy (Ethan Suplee), ein liebenswerter Tollpatsch, der in seiner naiven Art für viele Lacher zuständig ist. Womit wir schon beim ersten großen Pluspunkt der Serie wären.

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Der Humor der Serie ist wunderbar. Er resultiert zum Einen aus den schrägen Figuren, die fast alle ziemlich übertrieben gezeichnet sind, die aber nie der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Neben den zwei Brüdern gibt es da die schon genannt Ex-Frau Joy, die zwar anfangs noch auf das Geld aus ist, später aber viel Herz für Earl und „seine“ Kinder zeigt. Diese Kinder sind gar nicht wirklich Earls Nachwuchs. Eines wurde vor Earls Hochzeit mit Joy fremdgezeugt, das andere Kind geht auf die Kappe von Joys neuem Lover. Dieser Neue ist Crap Man Darnell (Eddie Steeples), ein mysteriöser Koch in Earls Stammkneipe und eigentlich dessen Freund. Er kommt ziemlich dümmlich rüber, glänzt aber bisweilen mit überraschendem Wissen zu verschiedenen Themen.

Neben den sympathischen Hauptcharakteren glänzt die Serie mit namhaft besetzten Nebenrollen. So spielt Giovanni Ribisi einen ehemaligen Kumpel von Earl, der immer noch seinen kriminellen Machenschaften nachgeht. Beau Bridges ist als ungeliebter Vater zu sehen. Thematisch backt My Name Is Earl auf den ersten Blick kleine Brötchen. Die Geschichten sind aus dem (amerikanischen) Alltagsleben gegriffen. Dennoch berührt die Serie so ganz nebenbei auch auf kritische Art einige brisante Themen, ohne aber mit der Moralkeule zu schwingen. Des Weiteren ist die Serie gespickt mit vielen witzigen Details. Catalina (Nadine Velazquez), das Zimmermädchen in dem Motel, wo Earl und Randy wohnen, scheint in einigen Folgen erbittert auf Spanisch zu fluchen. Übersetzt man den Wortschwall aber, ergeben sich freundliche Danksagungen an das Publikum. Auf einigen Zetteln und Aufklebern sind Werbesprüche für hochauflösendes TV zu lesen, aber nur für den Zuschauer, der die Serie tatsächlich in HDTV sieht. Auf Fotos, die in der Serie von Earl gemacht werden, hat dieser immer seine Augen geschlossen. Mehr von diesen Kuriositäten gibt es hier nachzulesen.

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Alles in Allem ein schönes Paket aus sympathischen Figuren, wunderbarem Humor, unterhaltsamen Geschichten und einer kleinen Portion Gesellschaftskritik. In Deutschland ist eine Ausstrahlung von My Name Is Earl ab Herbst 2008 bei RTL geplant. Bisher lief die erste deutschsprachige Staffel der Serie nur im alpenländischen Fernsehen. Wahrscheinlich geht bei der Synchronisation einiges an Flair verloren, wenn man dem Kollegen Hirngabel glauben kann, ich bin aber ganz zufrieden mit der Übersetzung. Deshalb noch der obligatorische Satz am Abschluss der Sehempfehlung: Bleibt zu hoffen, dass RTL der Serie eine Chance gibt und My Name Is Earl auch in Deutschland seine Fans findet.

Dr. House

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum with tags , , , , , on Sonntag, 28. Oktober 2007 by mediensucht

Alle Welt sieht Dr. House. „Warum eigentlich“ wollte ich wissen und schaute mir selbst mal eine Folge an. Früher kam ich nicht dazu, da ich den parallel auf Pro7 laufenden „Verzweifelten Hausfrauen“ verfallen war. Die verzweifeln nun einen Tag später, da die ärztliche Konkurrenz wohl doch zu groß war.

Nun kann ich den Hype um House also nachvollziehen. Ich schließe mich ihm sogar an, wenn auch nicht so euphorisch, wie es so manch Andere tun. Denn House ist anders. Er ist nicht der nette Doktor von nebenan. Er ist nicht der sympathische Frauenheld. Er ist ein Unsympath, ein Zyniker vor dem Herrn. House sagt meistens die Wahrheit, und mag sie noch so hart, so beleidigend, so lieblos sein. Genau diese Wesenszüge gefallen mir auch.

Der englische Schauspieler Hugh Laurie verkörpert den Doktor. Man kann nicht behaupten, dass er dem klassischen „Gott in Weiß“ entspricht. Ein typischer Frauenschwarm sieht anders aus – obwohl, ich kann mir schon vorstellen, dass Frauen auf einen solchen Typen „abfahren“. Angeblich kommt es nicht nur auf das Aussehen an! Dieser Doktor trägt kein Weiß sondern einen 3-Tage-Bart und humpelt unelegant durch die Krankenhausflure. Die Macher vergaßen aber nicht, zumindest einige sympathische (sexy?) Wesenszüge einzubinden. So fährt House ein fetziges Motorrad (Honda CBR 1000) und spielt daheim Stromgitarre.

Nach einigen Folgen kann ich folgendes sagen: Eine Folge ist immer in etwa gleich strukturiert. Eine Person fällt aus unerfindlichen Gründen um und kommt ins Krankenhaus – Vorspann. House und sein Team rätseln über die Ursachen, schmeißen dabei mit medizinischen Fachbegriffen nur so um sich und kommen der Krankheitsursache meist mittels Ausschlussverfahren näher. Auch hier ist nicht das Ziel interessant, sondern der Weg. Er führt über psychologische Abgründe, menschliche Tragödien und medizinische Fehlentscheidungen, die jede Folge neu „begangen“ werden. Das Alles gewürzt mit einem bitterbösen Humor und ein paar witzigen Nebenhandlungen machen Dr. House zu einer sehr sehenswerten Serie!

Update: Start der 5. Staffel in D