Archiv für April, 2009

Better Off Ted

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Sonntag, 26. April 2009 by mediensucht

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Letztes Jahr erheiterte uns die witzige Serie The Middleman im Sommer und füllte somit unerwartet das Seriensommerloch. Leider schaffte es The Middleman nicht über eine Staffel hinaus. Die Serie war wohl inhaltlich und humoristisch zu speziell. Blöd, wenn man nicht den Massengeschmack hat. Auch dieses Jahr scheint es schon im Frühjahr so eine Serie zu geben, deren spezieller Inhalt und Humor in den USA nicht so richtig ankommen will, mir aber ausgezeichnet gefällt. Ich schreibe von Better Off Ted, die es wohl leider auch nicht auf mehr als eine Staffel bringen wird.

Better Off Ted ist eine Mischung aus 30 Rock und The Office. Es geht um das große Unternehmen Veridian Dynamics, das so ziemlich alles herstellt – vom künstlichen Essen bis zur Massenvernichtungswaffe. So gibt es in jeder Folge auch einen Werbespot für die Firma, der gegen Ende hin immer schräger wird. Im Mittelpunkt der Serie steht Ted Crisp (Jay Harrington), Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, der bisweilen (wie der Chef in The Office) direkt das Publikum anspricht und die Geschehnisse erklärt. Teds Boss in der Firma ist Victoria Palmer, ein kaltes Biest, die gewissenlos nur an den Erfolg des Unternehmens denkt und gern die Lorbeeren für gute Entwicklungen einstreicht. Die typischen verrückten Wissenschaftler fehlen natürlich auch nicht. Da gibt es den weinerlichen Phil Mymen (Jonathan Slavin), der sich sogar einfrieren lässt, und den schwarzen Lem Hewitt (Malcom Barrett), der mit Phil ein brillantes Team bildet. Linda Zwordling (Andrea Anders), die als Rebellion gegen die Firma alle Kaffeesahne klaut, will Ted verführen. Der „darf“ aber keine Affäre mit ihr anfangen, weil er seine eine Büroaffäre schon verbraucht hat.

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Ted, ein Mann mit moralischen Prinzipien, steht oftmals kurz vor dem Rauswurf, weil er, auch angestachelt von seiner hyperintelligenten 7-jährigen Tochter Rose (Isabella Acres), beim Management häufig aneckt. Seine Konversation mit der gefühlskalten Veronika, brillant gespielt von Portia de Rossi (bekannt z.B. aus Ally McBeal), sprüht nur so vor Zynismus und Sarkasmus. Die Dialoge sind witzig und teilweise auch ziemlich albern. Wenn man will, kann man eine ordentliche Portion böse Kapitalismuskritik in der Serie sehen oder man kann sich einfach unterhalten lassen. Warum dieses Konzept in den USA nicht funktioniert, ist mir ein Rätsel. Für die erste Staffel sind zunächst 13 Folgen geplant. Die Ratings sind schlecht, weshalb wohl kein Folgeauftrag vom Sender ABC kommen wird. Damit werde ich mich dann am Ende wieder schweren Herzens von einer großartigen Serie verabschieden müssen. Bis dahin: „We can do that!“

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Hugh Laurie – Der Waffenhändler (Bockmist)

Posted in Lesewut with tags , , , , , , , on Freitag, 17. April 2009 by mediensucht

Kennt jemand noch diese altmodischen rechteckigen Dinger aus toten Pflanzen, die mit geordneten Mustern aus schwarzer Farbe befüllt sind? Diese teils unhandlichen Aufschichtungen von gepresstem und gebleichtem Holz? Ja, genau: Vor noch kurzer Zeit benutzte man das gute alte deutsche Wort „Bücher“ dafür. Heute gibt es dagegen „E-Books“, die man auf „Kindles“ liest, oder eben Blogs, auf denen Leute wie ich ihren Senf zu allem möglichen loswerden. Seltsamerweise gibt es auf diesem Blog auch eine „Literatur“-Kategorie (Lesewut), die ein ziemlich armseeliges Dasein fristet. Um mal wieder etwas Frischtext ist diese Rubrik zu bringen, schreibe ich heute mal über den ausgezeichneten Roman Der Waffenhändler von Hugh Laurie.

bockmist3Stand da gerade „Hugh Laurie“? DER Hugh Laurie? Schreibt Dr. House jetzt etwa auch noch? Richtig: DER Hugh Laurie ist gemeint, genau der, der die Hauptrolle des Gregory House in der erfolgreichen US-Serie Dr. House spielt. Und der Mann schreibt nicht „neuerdings“, sondern schrieb seinen Roman schon Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der am 11. Juni 1959 im englischen Oxford geborene Laurie ist ein Multitalent. Neben seiner musikalischen Begabung, die er beispielsweise in House oder in der aus weiteren Serienschauspielern bestehenden Band from TV auslebt, besitzt Laurie auch ein ausgezeichnetes schreiberisches Talent, das bisher leider nur in seinem einzigen Roman The Gun Seller zum Vorschein kam.

Der Waffenhändler handelt von einem Engländer, der als Mann für’s Grobe in einen ganz besonderen Fall von politischer Kriminalität verstrickt wird. Wie der intelligente Leser sicher schon erahnt hat, spielen Waffen dabei keine unwichtige Rolle. Wer glaubt, es handelt sich dabei um ein staubtrockenes Thema, der irrt. Laurie verstrickt clever verschiedene Stilelemente und zaubert einen zwar äußerst politischen Roman aus der Feder, der aber auch spannend, unterhaltsam, überraschend und sehr witzig ist. Die Geschichte ist bis zum Ende hin mitreißend geschrieben. Laurie baut extrem viele Überraschungsmomente in seine Story ein, so dass nie Langeweile aufkommt. Zudem ist sie sehr flott geschrieben. Laurie benutzt eine sehr umgangssprachliche Ausdrucksweise, spielt dabei aber mit der Sprache so gekonnt, dass schon allein das Lesen des Textes Spaß macht. Ein Lob gilt hier wohl auch dem Übersetzer ins Deutsche. Einige Redewendungen hören sich doch sehr landeseigen deutsch an, bockmist2passen aber prima in den Zusammenhang.

Neben einer kleine Liebesgeschichte ist das Hauptthema äußerst brisant. Dabei ist Laurie erstaunlich nah an den politischen Themen der heutigen Zeit und bewies damit schon Mitte der 90er ein Gespür für die Themen der Zukunft. Sein Szenario könnte aktueller nicht sein. Es geht um Geschäftemacherei, politischen Irrsinn und Terrorismus. Das Alles ist verpackt in einem actionreichen Szenario, das auch aus einem James-Bond-Film stammen könnte. Man merkt Laurie dabei die Nähe zum Filmgeschäft an. Er verliert sich weniger in Beschreibungen von Landschaften und Räumen, sondern unterhält mit flotten Dialogen oder auch mal mit der direkten Ansprache an den Leser. Ich könnte mir das Buch/die Geschichte auch sehr gut als Film vorstellen.

bockmist1In Deutschland ist der Roman erstmals im Jahre 1999 bei Haffmans unter dem Titel Der Waffenhändler erschienen. Mit dem Erfolg der Fernsehserie Dr. House beim Proletensender RTL dachte man sich beim Heyne-Verlag, man müsse das Buch in der neuen Auflage „Bockmist“ nennen und eine Unterhose auf quietsch-grünem Cover präsentieren. Egal, wie das Buch nun heißt und wie es aussieht, ich empfehle die Lektüre hiermit ausdrücklich! Laurie schreibt wohl angeblich gerade an einem neuen Buch. Ich freue mich drauf.

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Schöne Ostern!

Posted in Sucht des Tages with tags , on Sonntag, 12. April 2009 by mediensucht

Das Mediensucht WebLog wünscht schöne Ostern!

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Politikwahnsinn: Hirnrissige Abwrackprämie

Posted in Geschwätzigkeit with tags , , , , , , on Donnerstag, 9. April 2009 by mediensucht

Das hier ist zwar kein Politikblog, aber das wollte ich dann doch mal loswerden:

Die Abwrackprämie ist das hirnrissigste Wahlgeschenk der Geschichte der Bundesrepublik. Normalerweise schieben die Politiker ja den Unternehmen direkt die Millionen in den Hintern (z.B. der damalige Finanzminister Eichel den Versicherungen). Hier schmeißt man aber das Geld direkt aus dem Fenster und schadet damit auch noch der Wirtschaft und später dem Steuerzahler.

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Momentan bekommt jeder Neu- oder Jahreswagenkäufer 2500 € „vom Staat gespendet“, wenn er beim Kauf sein mindestens neun Jahre altes Altfahrzeug verschrottet. Die Folgen dieser Aktion sind komplex und erschütternd:

1. So manch dämlicher Altwagenbesitzer verschrottet sein Auto für 2500 €, obwohl der Wagen noch viel mehr wert wäre.

2. Die Deutschen kaufen nicht etwa nur Fahrzeuge aus landeseigener Produktion, sondern unterstützen auch noch die ausländische Automobilindustrie. BMW und Mercedes haben erst gar keine preiswerten Kleinwagen im Programm, die von der aktuellen Kaufwut profitieren könnten.

3. Das Geld, was die Deutschen für ein neues Auto ausgeben, fehlt andernorts. Die Abwrackprämie verschiebt das Konsumverhalten massiv und macht aktuell viele andere Branchen kaputt.

4. Wer sich dieses Jahr ein Auto kauft, wird sich nächstes Jahr kein neues Auto mehr kaufen. Der Markt wird dementsprechend nächstes Jahr einbrechen und so manchen Hersteller an die Insolvenz führen. Statt dieses Jahr ordentlich zu wirtschaften, stopft man einigen Konzernen heute Geld in den Rachen, das nächstes Jahr fehlt.

5. Die zusätzlichen Ausgaben von 5 Mrd. € reißen ein tiefes Loch in die Staatskasse. Die Zinsbelastungen in den nächsten Jahren steigen gewaltig. Anstatt heute zu sparen, überlässt man wieder den nächsten Generationen das Schlamassel.

6. Trotz Abwrackprämie steigt nirgends die Gunst der Politiker. Im Gegenteil – das Ansehen deutscher Politiker ist so gering wie nie. Jeder vernünftig denkende Mensch (eine aussterbende Gattung) erkennt den Schwachsinn, der da gerade fabriziert wird, und bricht bestimmt nicht in Jubel über die Glanzleistungen der Politiker aus.

Mir wird es angst und bange, wenn ich mir das ganze Bild vor Augen führe. Mit der Abwrackprämie fährt sich Deutschland selbst auf den Schrottplatz! Gute Nacht, Deutschland!

Tor!

Posted in Sucht des Tages with tags , , , , , , , , , , on Montag, 6. April 2009 by mediensucht

Ähm: TOR!

Western Digital HD Media Player

Posted in Suchtmittel with tags , , , , on Freitag, 3. April 2009 by mediensucht

Es ist ja schön und gut, regelmäßig Filme und Serien zu schauen und darüber zu schreiben, interessant es ist aber auch, die Technik, die einem dieses Vergnügen verschafft, mal genauer zu beleuchten. Heute stelle ich deshalb ein Gerät vor, dass mir aktuell einige Freude bereitet – den Western Digital HD Media Player.

Ich war einige Zeit auf der Suche nach einem Gerät, dass mir möglichst alle Videoformate in HD-Qualität und Mehrkanalsound auf den großen TV-Bildschirm bringt und dabei alles akzeptiert, was man per USB anschließen kann. Probleme hatten die meisten Geräte mit dem weit verbreiteten mkv- oder h.264-Format. Nun bin ich bei Western Digital fündig geworden. Der HD Media Player verfügt über zwei USB-Anschlüsse, über die sich Speichermedien mit den Dateisystemen FAT, NTFS und HFS+ anschließen lassen. 1 TB-Platten werden ebenso erkannt wie ältere USP-Sticks. Von den Medien lässt sich dann auch so ziemlich alles abspielen. Dazu gehören das h.264- und viele andere Video, Audio und Bildformate, aber beispielsweise auch iso-Dateien. Falls gewünscht, kann man sich Untertitel aus srt-Dateien anzeigen lassen.

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Am Bild ist je nach Vorlage nichts auszusetzen. Auch Full-HD-Material (1080p) ist für den Player kein Problem. Das Gerät besitzt einen hdmi-Ausgang, einen optischen Audioausgang, aber auch einen herkömmlichen Video- und Audioausgang (Composite A/V). Für Dolby-Digital-Ton ist natürlich ein externer Decoder notwendig. Da im Gerät keine Festplatte rattert, hört man bei eingestecktem USB-Stick keinerlei Arbeitsgeräusche. Der Player ist zudem so klein, dass er auf jedem TV-Schrank Platz haben sollte. Die schwarze Hochglanzoberfläche passt auch in eine stylische Umgebung.

Die Menüführung des Players ist intuitiv, einfach und sieht gut aus. Leider ist die Fernbedienung teilweise etwas hakelig. Nicht jeder Tastendruck führt zum Ziel. Auch gibt es keine Taste, um in den übergeordneten Ordner zurück zu kommen. Beim Druck auf die HOME-Taste landet man immer wieder im Root-Verzeichnis. Am Gerät selbst sind keine Tasten, so dass man auf ein langes Leben der Fernbedienung hoffen muss. Auch im Standby-Modus zieht der Player Strom, um die angeschlossenen USB-Geräte noch mit Elektrizität zu versorgen. Bei längerem Nichtgebrauch sollte man den Stecker ziehen oder die Steckdose ausschalten.

Ein weiteres Kaufargument ist neben der Vielseitigkeit und Bildqualität sicherlich der faire Preis. Im Online-Versand ist das Gerät schon ab 82 € erhältlich, was es weit günstiger macht als vergleichbare Produkte der Konkurrenz. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, ja teilweise sogar begeistert, was das kleine Ding so alles kann. Zu hoffen ist, dass Western Digital in den nächsten Firmware-Versionen noch die kleinen Bedienmacken abstellt. Eine Produktvariante mit Netzwerkanschluss oder gar W-LAN wäre auch nicht schlecht. In der aktuellen Version bekommt der Media Player satte 8 von 10 Pillen von mit mit Potential nach oben.

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Dr. House bei RTL überraschend abgesetzt

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Mittwoch, 1. April 2009 by mediensucht

Der Kölner Privatsender RTL nimmt völlig unerwartet die amerikanische Erfolgsserie Dr. House aus dem Programm. Ein RTL-Sprecher bestätigte heute morgen den Beschluss. Damit lief gestern die letzte Folge der beliebten Arztserie auf RTL. Aus Mitarbeiterkreisen heißt es, man wolle sich dem Niveau der Zuschauer anpassen. Eine intelligentere Serie, wie sie Dr House nunmal sei, ist dabei dem Publikum nicht mehr zuzumuten. Man werde auf dem Sendeplatz zunächst Sendungen mit Mario Barth wiederholen und dann eine Comedy-Eigenproduktion platzieren. Ob RTL die Senderechte weiterverkauft, ist bisher nicht zu erfahren. Angeblich wolle das ZDF die Serie ins Programm nehmen, um ein jüngeres Publikum anzusprechen.

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