Archiv für Serien

Dr. House bei RTL überraschend abgesetzt

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Mittwoch, 1. April 2009 by mediensucht

Der Kölner Privatsender RTL nimmt völlig unerwartet die amerikanische Erfolgsserie Dr. House aus dem Programm. Ein RTL-Sprecher bestätigte heute morgen den Beschluss. Damit lief gestern die letzte Folge der beliebten Arztserie auf RTL. Aus Mitarbeiterkreisen heißt es, man wolle sich dem Niveau der Zuschauer anpassen. Eine intelligentere Serie, wie sie Dr House nunmal sei, ist dabei dem Publikum nicht mehr zuzumuten. Man werde auf dem Sendeplatz zunächst Sendungen mit Mario Barth wiederholen und dann eine Comedy-Eigenproduktion platzieren. Ob RTL die Senderechte weiterverkauft, ist bisher nicht zu erfahren. Angeblich wolle das ZDF die Serie ins Programm nehmen, um ein jüngeres Publikum anzusprechen.

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Fringe – Grenzfälle des FBI

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , on Freitag, 13. März 2009 by mediensucht

fringe11993 machte eine Serie das Genre der Mystery-Serie so beliebt, dass in der Folge der Markt mit weiteren Vertretern des Genres geradezu überschwemmt wurde. Nach Akte X wurde es etwas ruhiger um diese Richtung. Viele Serien fuhren dank billiger CGI-Technik eher auf der Fantasy-Schiene. Seit einiger Zeit mischt nun ein gewisser Jeffrey Jacob – kurz J.J. – Abrams die TV-Welt gehörig auf. Zunächst kreierte er (nach seinem Erfolg mit der Spionageserie Alias) die Abenteuer-Serie Lost, die schon einige Mystery-Elemente in sich trug und trägt. Dank ihres innovativen Konzepts setzte Lost Maßstäbe und wurde ein Überraschungserfolg. Mit Fringe will er nun direkt in die Fußstapfen von Akte X treten.

Mittelpunkt der Serie ist wie schon bei Akte X ein Ermittlerteam, das sich um die Aufklärung paranormaler Fälle bemüht. Es gibt die übliche mysteriöse Organisation, die über Allem steht und sicherlich Dreck am Stecken hat. Das Team besteht aus der kühlen blonden Agentin Olivia Dunham, dem verrückten Professor Dr. Walter Bishop und dessen Sohn Peter. Dunham wird von der zuvor unbekannten Anna Torv verkörpert und ist des Öfteren Anstoß von Kritik. Ich hatte auch so meine Eingewöhnungsschwierigkeiten mit der Dame, die sich aber mit der Zeit gelegt haben. Torv stehen zwei berühmtere Schauspielgrößen bei. Der beispielsweise aus Herr der Ringe bekannte John Noble gibt den schrägen Professor. Der wird in der Pilotfolge aus der Klappsmühle geholt und gibt nun auf sehr eigenartige Art und Weise wissenschaftlichen Beistand. Joshua Jackson, bekannt aus der Serie Dawson’s Creek und vielen Nebenrollen in Filmen, spielt den intelligenten Sohn Peter. Das Potential dieses Charakters wird in den ersten Folgen leider nicht richtig ausgeschöpft. Er ist oftmals nur Beiwerk oder Stichwortgeber.

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Für mich (und vielleicht auch für einige andere deutsche Zuschauer) ist Lance Reddick eine interessante Nebenfigur. Er soll den strengen Agenten vom Heimatschutzministerium mimen, scheitert damit aber an meinem Unterbewusstsein. Wenn ich ihn mit seinem etwas eigenen Dialekt sehe bzw. höre, habe ich sofort das Bild von Germany’s Next Topmodel-Jurymitglied Bruce Darnell („Drama, Baby“) vor Augen und kann ihn nicht mehr ernst nehmen. Der auch aus Lost bekannte Reddick sieht Bruce nicht nur verdammt ähnlich, die übertrieben strenge Art seines Charakters mit der noch übertriebeneren Stimme machen das Ganze noch alberner. Bleibt zu hoffen, dass die deutsche Synchronstimme den Eindruck wieder etwas abschwächt.

Im Gegensatz zu Lost gibt es bei Fringe wieder relativ abgeschlossene Fälle pro Folge. Natürlich darf auch hier ein roter Faden nicht fehlen, der ein großes Ganzes verbindet, der wird aber leider viel zu zaghaft ausgerollt. Die Geschichte mit dem toten Liebhaber der Agentin, der sich immer wieder in ihr Leben drängt, ist eher lästig als spannend. Faszinierend sind wie schon bei Akte X die Einzelfälle mit ihren Mysterien, die innerhalb der Folge enträtselt werden. Das Potential des Storyüberbaus liegt dagegen noch offen.

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Nächsten Montag (16.3.09, 20:15 Uhr) geht es mit „Fringe – Grenzfälle des FBI“ auf ProSieben los. Mal sehen, wie die Serie hier ankommt. In den USA läuft es nach ein paar Anfangsschwierigkeiten besser, was auch an dem guten Sendeplatz nach House liegen mag. Aus den ursprünglich 13 von Fox georderten Folgen sind inzwischen 22 geworden. Ich bin nach über zehn Folgen immer noch skeptisch, ob mir die Serie wirklich etwas gibt. Das ist kein gutes Zeichen. Akte X bleibt auf dem Gebiet ungeschlagen. Außerdem bin ich mal gespannt, wann ProSieben endlich die geniale Serie Chuck sendet. Der Name Abrams zieht wohl momentan doch mehr als der gute Herr Bartowski.

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Serien-Neuigkeiten

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , on Freitag, 28. November 2008 by mediensucht

Es ist mal wieder Zeit für einige Serien-Neuigkeiten. In den USA sind Entscheidungen über die Zukunft einiger Serien getroffen. Leider hat es mal wieder eine Serie von Bryan Fuller getroffen, die rein zufällig zu meinen Lieblingserien gehört. Pushing Daisies wurde nicht verlängert und endet damit nach der zweiten Staffel – wohl angeblich sogar mit einem Cliffhanger. Es ist wirklich äußerst schade um diese außergewöhnliche Serie, die wahrscheinlich für das breite Publikum zu speziell war, deshalb die Quotenerwartungen nicht erfüllte und einfach in der Herstellung zu teuer war.

Positive Nachrichten gibt es dagegen für die deutschen Fans von Pushing Daisies. ProSieben setzt die Ausstrahlung von Pushing Daisies nach einer kurzen Weihnachtspause schon am 14. Januar mit der zweiten Staffel fort. Ebenfalls weiter geht es an diesem Termin mit der 5. Staffel von Desperate Housewives. Diese Staffel hält einige Überraschungen bereit, gibt es doch einen Zeitsprung von 5 Jahren, in dem viele schräge Veränderungen stattgefunden haben.

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Auch RTL plant eine schnelle Ausstrahlung einiger seiner US-Importe. Die aktuelle 5. Staffel von Dr. House soll schon im Frühjahr (ab 10.3.2009) im deutschen Fernsehen laufen. Allerdings plant man wieder eine Splittung der Staffel. Die zweite Hälfte soll erst im Herbst ausgestrahlt werden. Kontinuierlicher geht es da mit Prison Break weiter. Die Staffeln 4 und 5 sollen ab Januar 2009 hintereinander zu sehen sein. Leider war die dritte Staffel nicht so prickelnd, weshalb sich die Frage stellt, ob sich der Plan überhaupt so umsetzen lässt.

Die vierte Staffel von Lost wird ab 12. Januar 22:15 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt, diesmal wieder jeweils als Einzelfolge. Hier sollte es keine Quotenprobleme geben, da die vierte Staffel zu den stärksten Staffeln von Lost gehört. Man weiß allerdings nie …! Wer sich für die Tudors interessiert, sollte sich den 27. Dezember diesen Jahres vormerken. Dann kommen gleich drei Folgen der zweiten Staffel, genauso wie am 2. Sendetermin am 3. Januar 2009. Die restlichen Teile folgen dann als Doppelpack. Als Start des insgeheimen Akte-X-Nachfolgers von JJ Abrams Fringe wird der März 2009 angenommen. Eine entgültige Entscheidung sei bei ProSieben aber noch nicht gefallen.

Mich persönlich würden ja die deutschen Starttermine von Chuck und The Middleman am meisten interessieren. Zumindest Chuck ist schon in der Synchronisation, einen Starttermin auf ProSieben gibt es allerdings noch nicht. Die zweite Staffel von Chuck läuft übrigens in den USA jetzt so gut, dass NBC für den Superbowltag am 1. Februar 2009 eine 3D-Folge in Auftrag gegeben hat. Demnächst ist auch Tricia Helfer (Battlestar Galactica) als Gaststar zu sehen. The Middleman dagegen ist, soweit ich weiß, noch gar nicht in Deutschland lizensiert.

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Hallo, mein Name ist Jack …

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , on Samstag, 22. November 2008 by mediensucht

… und ich bin Held einer TV-Serie. Diesen Satz würde man öfters hören, wenn man denn nach dem Namen eines männlichen Seriencharakters fragt. Die Charakterzüge von diesem Jack können dabei ganz unterschiedlich sein. In jedem Fall ist es schon auffällig, wie viele Serienfiguren mit dem Namen Jack zu finden sind. Von der Häufigkeit in Filmen will ich jetzt gar nicht erst anfangen.

Der bekannteste Jack ist wahrscheinlich Jack Bauer aus der Echtzeitserie 24, der von Kiefer Sutherland gespielt wird. Dieser Jack ist kein so umgänglicher Zeitgenosse und setzt sich bei seinen Ermittlungen gern mal über Konventionen hinweg. Hier ist Jack der harte Kerl, der für Männlichkeit steht. Ebenfalls Ermittler ist Marschall Jack Carter aus der Serie EUReKA, der vom etwas softeren Colin Ferguson verkörpert wird. In der Welt der superintelligenten Wissenschaftler ist er der liebenswürdige Trottel, der mit seiner Spürnase dennoch für die Lösung von komplizierten Fällen sorgt. Jack Carter ist mehr der Kumpeltyp.

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In der Erfolgscomedy 30 Rock gibt Alec Baldwin Jack Donaghy, seines Zeichens Chef eines Networks, den man ebenfalls als harten Hund bezeichnen könnte. Da 30 Rock aber im Gegensatz zu 24 eine Comedy ist, kann dieser Jack viele Lacher auf sich verbuchen. Über einen solchen Chef lacht man vor dem Fernseher lieber als im wahren Leben. Ein äußerst sympathischer Jack ist dagegen jener aus der Erfolgsserie Lost. Jack Shephard (Matthew Fox) wird fast unfreiwillig Führer einer Gruppe Überlebender eines Flugzeugabsturzes, die auf einer Insel gestrandet ist. Als Arzt hat Jack gleich das Ansehen, das ihn zum Entscheider macht. In diese Rolle ist es dem bescheidenen Doktor eher unwohl, er ist sich aber seiner Verantwortung bewusst, so dass er sich ums Wohl der Gruppe kümmert. Jack Shephard ist ein Typ der Marke „Schwiegermutters Liebling“, also recht sympathisch. Natürlich hat auch er so seine Ecken und Kanten, sonst würde es ja langweilig.

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Die Serienwelt hat noch viele Jacks aufzubieten, die mal größere und mal kleinere Rollen in ihrer Serie spielen. Ein paar sollen hier noch genannt sein: Da gibt es beispielsweise Captain Jack Harkness in Doctor Who, Jack Vasser in Journeyman, Jack McFarland in Will & Grace, Dr. Jack Hodgins in Bones, Jack Bristow in Alias, Jack Malone in Without A Trace oder einfach Jack in Men In Trees. Auch Serientitel werden gleich mit dem Namen Jack gefüllt: Mad Jack, Jack und Jill, Jack Holborn oder als Krönung Jack & Jack. Vielleicht handelt es sich auch nur um einen Trend, der Name Jack ist aber so griffig, dass wir wohl auch weiterhin mit einigen Jacks in Serien und im Film rechnen müssen.

Pushing Daisies

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , on Montag, 20. Oktober 2008 by mediensucht

Na gut, ich habe schon einen Artikel über Pushing Daisies geschrieben, der war allerdings einer der ersten Einträge hier auf meinem Blog und ist eher als Kurzkommentar zu sehen anstatt als ausführliche Besprechung. Ja, damals war ich noch jung und brauchte das Geld … na jedenfalls wird das kurze Geschreibsel vor einiger Zeit dieser wunderbaren Serie in keinster Weise gerecht, weshalb ich anlässlich des Serienstarts auf Pro7 nun einen ausführlicheren Text verfasst habe. Man kann für diese Serie ja nicht genug Werbung machen.

Pushing Daisies, was in etwa heißt „sich die Radieschen von unten ansehen“, handelt vom Kuchenbäcker Ned, der im Alter von neun Jahren auf schmerzliche Art und Weise entdeckt, dass er Tote wieder zum Leben erwecken kann, diese erweckten Menschen aber nur eine Minute weiterleben können, ohne dass nicht eine andere Person stirbt. Nachdem Ned so seine Mutter auferstehen lässt, wird wenig später der Vater des Nachbarmädchens Opfer des Sensenmannes. Einen Haken hat die Sache zusätzlich noch: Berührt Ned die Auferweckten ein zweites Mal, sterben sie wieder – für immer!

Ned betreibt also sein „Pie Hole“ mit den leckersten Kuchen, da die Früchte dank seiner Gabe immer frisch sind. Als kleinem Nebenjob hilft Ned dem Privatdetektiv Emerson Cod bei der Suche nach Mördern. Praktisch, wenn man die Toten direkt nach dem Mörder fragen kann, und für die Lösung des Falls die Belohnung einstreichen kann. Doch eines Tages erweckt Ned seine Jugendliebe Charlotte „Chuck“ Charles wieder von den Toten und lässt sie am Leben. Es entwickelt sich eine ganz besondere platonische Liebesbeziehung …

Schöpfer der Serie ist Bryan Fuller, der Pushing Daisies aus einer Idee zu Dead Like Me entwickelte. Wieder sind Tod und ungewöhnliche Beziehungen ein Thema. Fuller, der neben der eben genannten Serie Dead Like Me schon die ebenso wunderbare Serie Wonderfalls entwickelte und an Serien wie Star Trek – Deep Space 9 und Heroes mitschrieb, strotzt nur so von schrägen und skurrilen Ideen. Zudem wurde Barry Sonnenfeld (Men in Black) mit ins Boot geholt, der die Serie mitproduziert und auch den Piloten verfilmte.

Wenn man sich Pushing Daises so ansieht, könnte man denken, man steckt in einem Tim Burton-Film. Die Ausstattung ist opulent, beeindruckende Kulissen, aufwendige Kostüme und technische Tricks, die bewusst mit der Filmgeschichte spielen. Dabei kommt es nicht auf Realismus an, vielmehr auf Detailverliebtheit und entzückenden Spielereien. Manchen ist Pushing Daisies vielleicht zu „süß“, ich erfreue mich jedes Mal wieder an den wunderschönen Bildern, die die Macher immer wieder aus der Trickkiste zaubern.

Zu allem Überfluss wird auch noch eine herzerweichende Liebesgeschichte erzählt. Das zur körperlichen Enthaltsamkeit verdammte Paar findet andere Wege, sich nahe zu kommen. Auch die Kriminalfälle sind meist sehr seltsam, schräg und spannend. Der Humor von Fuller und Co gefällt mir ausgezeichnet. Kein Klamauk, viel dezentes Amüsement mit Herz.

In den Hauptrollen sind die bezaubernde Anna Friel als das Mädchen namens Chuck und Lee Pace als Ned zu sehen. Letzterer hatte schon in Fullers Wonderfalls eine größere Rolle inne. Als findiger Detektiv glänzt Chi McBride mit einem wunderbar trockenen Humor. Ein kleines Highlight in den Nebenrollen ist Kristin Chenoweth als Olive Snook, die unglücklich in Ned verliebt ist und beispielsweise mit herzzerreißenden Gesangseinlagen zu begeistern weiß. Auch die restlichen Figuren sind meist Gebrüder-Coen-artig skurril überzogen dargestellt.

Zum Glück hat der produzierende Sender ABC eine zweite Staffel von Pushing Daisies in Auftrag gegeben. Die Serie ist mit ihrer aufwendigen Produktion keineswegs billig. Ein Kompliment gilt ausnahmsweise auch mal Pro7, die Pushing Daisies einen Primetime-Sendeplatz am Mittwochabend nach Desperate Housewives gaben. Damit sollte einem Erfolg in Deutschland eigentlich nichts im Wege stehen. Allerdings könnte die Serie vielleicht zu speziell sein, um großflächig zu begeistern. In den USA kam Pushing Daisies bei den Krtiker sehr gut an, heimste einige Preise ein. Die erste Staffel konnte sich ordentlicher Quoten erfreuen. Die zweite Staffel läuft gerade eher mäßig an. Ich bin jedenfalls ein Fan von Fullers Serien und damit auch Pushing Daisies. Viel Glück in Deutschland!

Update: 2. Staffel ab 14.1.09, 21:15 Uhr auf ProSieben

Serienkommentare – 2 Neustarts

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Donnerstag, 16. Oktober 2008 by mediensucht

Normalerweise schreibe ich ja eher Kommentare zu Serien, die ich besonders mag bzw. die ich empfehlen kann. Heute geht es mal um zwei Serienneustarts, die mir überhaupt nicht zugesagt haben:

Sons of Anarchy
Sons of Anarchy ist eine Dramaserie, die im Rockermilieu spielt. Die Motorradgang Sons of Anarchy steht in Konflikt mit den Mayans. Immer wieder kommt es zu brutalen Auseinandersetzungen. Der Gründer der SAMCRO (Sons of Anarchy Motorcycle Club, Redwood Original Charter) ist vor Kurzem verstorben. Dessen Sohn Jax soll nun eine führende Rolle einnehmen und Nachfolger des jetzigen Chefs der Gang werden. Jax ist gerade Vater geworden und kann seine väterlichen Aufgaben nicht richtig mit denen im Club vereinbaren. Eigentlich eine typische Geschichte für solche Mafia- oder Gangserien. Weder diese Geschichte, noch die vermeintlich dramatischen Einzelszenen konnten mich überzeugen. Alles scheint nach Schablone 08/15 abzulaufen, die Konflikte sind zu vorhersehbar. Schade ist es um den interessanten Cast. Charlie Hunnam etwa spielt Jax, Ron Perlman gibt den Gangleader Clay. Insgesamt eine Serie, die ich mir spare.

Testees
Testees ist eine Comedy-Serie von South Park-Autor Kenny Hotz. Peter und Ron sind zwei Looser, die sich als medizinische Versuchskaninchen ihren Lebensunterhalt verdienen. Dabei schlucken sie meist Pillen, die zu äußerst schrägen Nebenwirkungen führen. Bei Testees geht es derb zur Sache. Man bedient sich aus der untersten Schublade des Klamauk- und Fäkalhumors, was leider selten witzig ist. Auch die zwei Hauptdarsteller sind überhaupt nicht sympathisch, wie es etwa die zwei Looser aus der wunderbaren britischen Comedy-Serie The IT-Crowd sind. Testees ist unwitzig, dumm und langweilig. No, thanks!

The Miracle of „frak“

Posted in Geschwätzigkeit, Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Samstag, 11. Oktober 2008 by mediensucht

Im freien Fernsehen der Vereinigten Staaten von Amerika darf man nicht „fuck” sagen, sonst wird gnadenlos gepiept. Jeder Amerikaner (und vor allem jedes amerikanische Kind) weiß natürlich, was an Stelle des Pieptons eigentlich zu hören war, und ist sich der Bedeutung auch bewusst. Im Englischen bzw. Amerikanischen wird „fuck“ für gewöhnlich als burleske Steigerungsform benutzt, wie es bei uns im Deutschen etwa mit „verdammt“ der Fall ist. Während wir Deutschen damit eine Art religiöse Überhöhung nutzen, geht es bei den Amis im Ursprung schlicht und einfach um Sex („fuck“ = „ficken“).

Um eine Pieporgie zu vermeiden, aber dennoch keine geschwollene Sprache zu benutzen, habe sich findige Serienautoren Ersatz für das verbotene „fuck“ ausgedacht. In der Sciencefiction-Serie Battlestar Galactica (übrigens schon im Original von 1978) sagt man dank des Serienerfinders Glen A. Larson (z.B. auch verantwortlich für Ein Colt für alle Fälle oder Knight Rider) nun also „frak“ statt „fuck“ und verwendet es gern und oft. Und – oh, Wunder – die Zensoren der Networks haben nichts dagegen. Es geht also nicht um die Bedeutung eines Wortes, sondern nur um das Wort selbst. Mal wieder ein typischer Fall von Doppelmoral a la MTV, wo zwar Gewalt in jeder Form und menschenverachtendes Material schon nachmittags gezeigt wird, aber jeder blanke Busen verdeckt und jedes „fuck“ weggepiept wird.

Diese seltsame Einstellung gegenüber den Varianten von „fuck“ trug auch in anderen Serien ihre Blüten. In The Middleman wurde „fuck“ durch das niedliche „fooey“ ersetzt, wobei es hier eher um den Witz des Wortes ging, denn gepiept wird trotzdem fleißig. In der britischen Sciencefiction-Serie Red Dwarf benutzte man fröhlich „smeg“, um seinen Aussagen mehr Kraft zu verleihen. Es hat wohl niemand gemerkt, dass „smeg“ von „Smegma“ abgeleitet wurde und damit „fuck“ in nichts nachsteht. Überhaupt sind Sciencefiction-Autoren sehr kreativ in dieser Beziehung. Für Farscape wurde „frell“ erfunden, die Coneheads benutzten „mebs“, Mork vom Ork „shazbot“.

Da in den USA immer noch viele Konservative und gar Kreationisten das Sagen haben, werden wir auch in Zukunft noch mit einigen schönen Wortschöpfungen rechnen können, die am Ende nur Eines bedeuten: FUCK!

Serienkommentare

Posted in Serienjunkietum with tags , on Dienstag, 30. September 2008 by mediensucht

Die Herbstsaison hat begonnen. In den USA laufen die neuen Folgen der nächsten Staffeln vieler Serien an, in Deutschland beginnt man mit den Folgen der letzten Staffeln bzw. startet direkt neu. Hier mal ein paar Kommentare zu einigen Serien, die ich aktuell verfolge bzw. kürzlich durch habe:

Californication – 2. Season
Californication geht genauso witzig weiter, wie Staffel 1 aufgehört hat. Ob Duchovny damit seine Sexsucht heilen kann? Zumindest hat er in der ersten Folge ordentlich in die Weichteile bekommen. 8-9/10

Chuck – 2. Season
Chuck macht mit der zweiten Staffel da weiter, wo er mit der ersten Staffel aufgehört hat – brillante, spannende und witzige Unterhaltung auf höchstem Niveau: klare 10/10

Dexter – 3. Season
Kaum Neuigkeiten, Dexter hat aber dennoch wenig von seiner Faszination verloren. Da verzeiht man kleinere Macken. 7/10

Dr. House – 4. Staffel (D)
House MD bleibt sich hauptsächlich treu, die kleinen Änderungen (Teamsuche) bringen noch etwas frischen Wind in die Serie. Immer noch sehr gut! 9/10

Eureka – 2. Staffel (D)
Für mich eine klare Steigerung zur ersten Staffel Eureka, die schon nicht schlecht war. Die Geschichten sind interessanter und vor Allem emotionaler. Nun bei ca. 7-8/10

Fringe – 1. Season
Die neue Serie von Lost-Erfinder J.J. Abrams kann nicht so richtig überzeugen. Fringe ist eine Art modernes Akte X mit wenig Neuem. Die ersten paar Folgen waren leider nur leidlich unterhaltsam. Bisher nur 4/10.

Heroes – 3. Season
Weiß nicht so recht, was ich vom Beginn der dritten Staffel Heroes halten soll. Einige gute Ansätze, aber auch viel Negatives. Die Peter-Nathan-Geschichte gefällt mir gar nicht, ebenso wie die neuen Bösewichter. Mal sehen, ob die Helden noch die Kurve kriegen. 5/10 für die Dritte bisher.

The Middleman – 1. Season
Tolles Finale der ersten Staffel und schon ist The Middleman eine meiner Lieblingsserien überhaupt. Durchgängig hohes Niveau mittels schräger Storys und Einfälle, alles mit viel Humor wunderbar altmodisch in Szene gesetzt. 10/10

Prison Break – 3. Season
Der erste Teil der dritten Staffel von Prison Break gefällt mir bisher gar nicht. Wirkt nur noch wie ein Abklatsch der ersten beiden Staffeln. 4/10

Samantha Who? – 1. Staffel (D)
Gefällt mir bisher sehr gut. Eine sympathisch aufgedrehte Christina Applegate überzeugt als (fast) Alleinunterhalterin! 8/10

Scrubs – 7. Staffel (D)
Seit Jahren auf höchstem Niveau. Genau meine Art von abgedrehtem Humor. 10/10

Vorfreude auf die zweite Staffel von Pushing Daisies!

TV-Tipps: Californication & Dexter

Posted in Glotzophonie with tags , , , , on Montag, 29. September 2008 by mediensucht

Ab heute Abend 22:15 Uhr laufen auf RTL 2 die Serien Californication und Dexter. In Californication spielt David Duchovny einen nicht mehr ganz so erfolgreichen Schriftsteller in der Midlife-Crisis, der sich in Sex und Alkohol flüchtet . Ab 22:55 Uhr mordet dann Dexter (Michael C. Hall) in Serie und darf seine Taten als polizeilicher Forensiker gleich wieder vertuschen. Bei diesen zwei freundlichen Psychopathen ist für gute Unterhaltung garantiert! Mal sehen, wie lange sie durchahlten …

Extras

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Dienstag, 9. September 2008 by mediensucht

Da ich sie schon im Beitrag zu The IT Crowd erwähnt und gelobt habe, hier ein paar ausführlichere Worte zur britischen Comedy-Serie Extras. Extras handelt, wie der Name schon verrät, von Statisten bzw. Komparsen für Filme oder Serien. Als Zuschauer verfolgen wir das („Berufs“-) Leben zweier solcher Extras. Da wäre zum einen der ambitionierte, aber wenig erfolgreiche Andy Millman (Ricky Gervais), der von dem völlig unfähigen Agenten Darren Lamb (Stephen Merchant) betreut wird. Andy will unbedingt ernsthafter Schauspieler werden, bringt es aber nicht einmal zu einer Textrolle als Kleindarsteller. Im Laufe der Serie konzipiert er eine alberne Sitcom, mit der er aber auch nicht wirklich zufrieden ist. Ihm an die Seite gestellt ist Maggie Jacobs (Ashley Jensen), ebenso erfolglose Statistin, die sich aber hauptsächlich für die männlichen Darsteller interessiert und vergeblich nach einer festen Beziehung strebt.

Einerseits ist es natürlich interessant, mal hinter die Kulissen des Films zu schauen und einen kleinen Einblick in die Produktionsmechanismen eines Films zu erhalten. Wenn man selbst mal etwas als Statist gearbeitet hat, kommen einem viele der gezeigten Szenen seltsam bekannt vor. Witzig sind z. B. solche Szenen, wo es um die Unterschiede zwischen Hauptdarstellern und Statisten bei der Essensausgabe geht.

Als roter Faden durch alle 12+1 Folgen zieht sich aber die besondere Fähigkeit der zwei Helden, kein Fettnäpfchen in der Konversation mit Stars und anderen Figuren auszulassen. Es ist einfach köstlich (und manchmal auch schmerzhaft) mit anzusehen, wie sich Maggie und Andy in verschiedenen Situationen selbst „in die Scheiße reiten“ bzw. reden. Dabei geht es – typisch britisch – zum Teil recht deftig zu. Angst vor Tabuthemen gibt es kaum.

Highlight einer jeden Folge ist natürlich der Auftritt eines Stars, der sich mit dem vorhandenen Grundkonstrukt prima in die Geschichten einbauen lässt. Auch die Stars nehmen selten Rücksicht auf ihr Ansehen und lassen sich auf äußerst amüsante Weise durch den Kakao ziehen. Typische Klischees und Marotten, die man den Stars so nachsagt, werden humorvoll ausgekostet. Kate Winslet spielt beispielsweise mit ihrem Oscarversagen, „Harry Potter“ Daniel Radcliffe mimt das versaute Muttersöhnchen. Daneben gab es noch Ben Stiller, Vinnie Jones, Samuel L. Jackson, Patrick Stewart, Orlando Bloom, David Bowie, Chris Martin, Sir Ian McKellen, Clive Owen und Robert de Niro zu sehen.

Leider gibt es von den Extas nur zwei Staffeln a sechs Folgen plus eine Spezial-Weihnachtsfolge als Serienabschluss. Die Erschaffer Gervais und Merchant (die schon mit The Office einen Knaller landeten) widmen sich nun anderen Projekten. Da nützen auch die großen Erfolge im Ausland (Golden Globe, Emmy Award) nichts. Hier in Deutschland lief Extras auf dem Spartenkanal Comedy Central und fand damit nicht das verdiente Publikum. Ich empfehle den DVD-Kauf!

The IT Crowd

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Freitag, 5. September 2008 by mediensucht

Einige englische Serien unterscheiden sich doch sehr von ihren amerikanischen Schwestern. Man hält sich weniger an Konventionen, riskiert auch mal inhaltlich eine dicke Lippe. Zudem weiß der Engländer, wann Schluss sein muss. Bei EXTRAS beispielsweise, war nach nur zwei mal sechs erfolgreichen Folgen Schicht im Schacht. Erfinder und Hauptakteur Rick Gervais widmet sich neuen Projekten. Für EXTRAS ist das natürlich sehr schade, hätte man sich doch mehr solch witziger Geschichten um das Komparsenpaar gewünscht, bei denen sich so einige Hollywoodgrößen selbst auf den Arm nahmen.

Kurz aber heftig ging es bisher auch bei The IT Crowd zu. Die ebenfalls zwei mal sechs Folgen hatten es in sich. Hier besteht allerdings die Hoffnung auf die Fortsetzung mit einer dritten Staffel. Angeblich beginnen die Dreharbeiten im Herbst diesen Jahres. Die bisherigen Folgen wurden bei Channel 4 in Großbritannien ausgestrahlt und waren gleichzeitig kostenlos im Netz verfügbar. In Deutschland gab es keine eigene Ausstrahlung, vielmehr versuchte man, die Serie einfach zu kopieren (Das iTeam). Nach zwei ausgestrahlten Folgen war nach einiger Kritik Schluss mit lustig.

Wie der Titel der Serie schon vermuten lässt, geht es um die IT-Abteilung (IT=Informationstechnik) eines Londoner Unternehmens. Sie besteht aus den zwei Mitarbeitern Maurice Moss und Roy und deren Leiterin Jen Barber, die sich mit völlig überzogenen Angaben in ihrer Bewerbung die Stelle erschlichen hat. Roy und Moss sind Computernerds aus dem Bilderbuch, während Jen keinen Schimmer von IT hat. Alle drei Schauspieler sind Idealbesetzungen für ihre Rolle – allen voran Richard Ayoade als Moss. Sein überdeutliches, aber dennoch irgendwie geeiertes Englisch ist einfach köstlich. Zudem ist er wohl der einzige Träger eines gescheitelten Afros auf der Welt. Aber auch sein Kompagnon Chris O`Dowd als Roy mit seinem irischen Akzent und seinen irren Blicken weiß zu amüsieren. Katherine Parkinson als Jen deckt so ziemlich alle Frauenklischees ab. Auch die Nebenrollen sind gut besetzt. Besonders erwähnenswert hier ist Chriss Morris als egozentrischer Unternehmenschef Denholm Reynholm.

Bei The IT Crowd wird kaum ein Klischee ausgelassen. Die zwei Computerfreaks sitzen meist gelangweilt in ihrem Kellerbüro oder vergnügen sich mit absurden Spielchen. Der ordentliche Umgang mit Frauen ist für sie ein Buch mit sieben Siegeln, weshalb sie mit Jen durchaus ihre Probleme haben. Die Abteilung wird vom Rest der Firma kaum be- bzw. geachtet, was Roy und Moss ziemlich frustriert. Die Geschichten sind durchweg überaus witzig geschrieben und streifen oftmals die Grenze des „guten Geschmacks“. Höhepunkt in dieser Beziehung ist sicher die Folge „Moss and the German“ aus der zweiten Staffel, die ohne Rücksicht auf Verluste die Filmindustrie und den Kannibalismus durch den Kakao zieht. Auch die Deutschen bekommen ordentlich ihr Fett weg. Solche Grenzaustestungen sind genau nach meinem Geschmack und auch nur von der Insel so zu erwarten.

Nach EXTRAS gibt es also wieder eine „Mini“-Serie von der Insel, die sich wunderbar von der restlichen Serienwelt abhebt. Der typische englische Humor, die hervorragenden Schauspieler und die amüsant geschriebenen Geschichten garantieren beste Unterhaltung. Mir als Werktätigem in ähnlichem Berufsfeld hat die Serie natürlich besonders Spaß gemacht: „IT – Have you tried turning it off and on again?“ ;o)

TV-Tipp: aktuelle Serienstarts auf Pro7

Posted in Glotzophonie with tags , , , , , on Mittwoch, 3. September 2008 by mediensucht

So langsam kommt auch in Deutschland der Serien-Herbst ins Rollen. Deshalb möchte ich hier kurz auf einige interessante Serien-Starts hinweisen:
Schon am heutigen Abend geht es um 22:15 Uhr auf Pro7 mit Samantha Who los. Die Serie habe ich selbst zwar noch nicht gesehen, wenn man aber dem Kollegen hirngabel Glauben schenken kann (bei Serien ist das des Öfteren der Fall), dann lohnt sich diese Comedy-Serie mit Christina Applegate auf jeden Fall.

Danach geht es dann mit der siebten Staffel von Scrubs weiter. Ich habe nach dem regelmäßigen Schauen der ersten Staffeln von Scrubs leider irgendwann mal den „Faden verloren“ und diese ausgezeichnete Serie mit Zach Braff (Garden State) nicht mehr verfolgt. Da zuvor aber Samantha Who fest eingeplant ist, lohnt sich sicher ein längeres Verweilen bei Pro7.
Am übernächsten Samstag (13.9.08) um 14:10 Uhr startet dann endlich How I Met Your Mother auf Pro7. Diesen legitimen Friends-Nachfolger habe ich schon in einer eigenen Review ausführlich gewürdigt, weshalb hier nur auf den deutschen Starttermin hingewiesen sei.
Zum Thema Pushing Daisies ist bisher leider nichts auf prosieben.de zu finden …

Prison Break

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , on Samstag, 19. Juli 2008 by mediensucht

Wie bereits bekannt gegeben, war der Grund meiner „Schreibfaulheit“ in letzter Zeit eine Serie, deren Hype ich zunächst nicht mitgemacht habe bzw. deren Ausstrahlung auf RTL ich an mir vorüber gehen ließ. Das Positive daran ist, dass ich nun die zwei in Deutschland auf DVD erhältlichen Staffeln am Stück verfolgen konnte – ohne dämliche Werbeunterbrechungen und genau dann, wenn es mir passte (also so ziemlich jeden Tag der letzten zwei Wochen). Die Rede ist von Prison Break, eine von Paul T. Scheuring konzipierte Serie des US-Networks Fox.

Wie der Titel schon verrät, geht es in Prison Break primär um einen Gefängnisausbruch. Der intelligente Statiker Michael Scofield (Wentworth Miller) lässt sich bei einem Banküberfall festnehmen und genau in das Gefängnis einliefern, in dem sein Bruder Lincoln Burrows (Dominic Purcell) als Todeskandidat sitzt. Burrows wird des Mordes am Bruder der Vizepräsidentin beschuldigt und erwartet in drei Wochen den elektrischen Stuhl. Rein zufällig hatte Scofield als Statiker Zugang zu den Bauplänen des Fox River State-Gefängnisses. Diese lässt er sich gleich zu Anfang der Serie mit allerlei Kunst verschleiert auf den Körper tätowieren. Während Scofield im Gefängnis die Flucht vorantreibt, versucht außerhalb die engagierte Anwältin Veronica Donovan (Robin Tunney) Beweise für Burrows Unschuld zu finden und ist dabei einer großen Verschwörung auf der Spur.

Das relativ begrenzte Setting der Serie (große Teile der Handlung spielen logischerweise im Gefängnis) und die drängende Zeit bis zur Hinrichtung von Burrows machen die Serie zumindest in der ersten Staffel zu einem sauspannenden Kammerspiel. Dem kleinen Genie Scofield stellen sich so einige interessante Gestalten (großartig beispielsweise Robert Knepper als T-Bag) in den Weg, die immer wieder eine Abänderung seines Plans erfordern. Die Schlagzahl ist erstaunlich hoch. Es gibt wohl kaum eine aktuelle Serie, die spannender ist. Um einige Logiklöcher und andere Ungereimtheiten kommt die Serie selbstverständlich nicht herum, sie fallen teils aber gar nicht richtig auf, da das Tempo so außerordentlich hoch ist. Wie viele neuere Serien aus den USA profitiert auch Prison Break vom Konzept der fortlaufenden Handlung. In Deutschland war man zunächst skeptisch, ob man dem Soap-Knast-versauten RTL-Publikum (Hinter Gittern) eine solch komplexe Serie überhaupt zumuten konnte. Der Sicherheitsstart in der Sommerurlaubssaison schadete aber unerwartet wenig. Der Hype erreichte Deutschland.

Zu meiner Freude ist Prison Break nicht nur extrem spannend sondern auch für US-Verhältnisse erstaunlich provokant. Möglich politische Verschwörungen bis in die Spitze der US-Regierung werden überraschend offen angerissen und ausgeführt. Das Rechtssystem steht in keinem guten Licht. Auch die Verhältnisse in den Gefängnissen beäugen die Macher kritisch. Das geheiligte Land als Sündenpfuhl. Parallelen zur realen Welt sind selbstverständlich rein zufällig!

Um hier nicht zu viel Inhaltliches preiszugeben, sei zum Fortgang der Serie nur Folgendes gesagt. In der zweiten Staffel erfolgt ein erster Schnitt. Das Setting wird variiert, was dem Kammerspielcharakter etwas schadet, der Spannung aber keinen Abbruch tut. Dieser Schnitt war notwendig und auch logisch. Am Ende der zweiten Staffel sieht man aber erste Abnutzungserscheinungen. Die Handlung wirkt zunehmend konstruiert und in die Länge gezogen. Bei mir regte sich leichter Unmut, auch wenn die Serie weiterhin äußerst spannend bleibt. Einen weiteren Schnitt gibt es zur dritten Staffel, die ich mir aber noch nicht zu Gemüte geführt habe. Mir stellt sich aber langsam die Frage, ob ein solch langes Ausdehnen des Konzepts Prison Break nicht eher schadet. Die Quoten der dritten Staffel in den USA ließen zumindest merklich nach und einiger Unmut war zu vernehmen. Ich bleibe Prison Break zunächst aber treu.

für Staffel 1

für Staffel 2

Update (13.10.08):
RTL zeigt die dritte Staffel ab Januar 2009. Die vierte Staffel wird direkt im Anschluss ausgestrahlt.

für Staffel 3

TV-Tipp: My Name Is Earl auf RTL

Posted in Glotzophonie with tags , , , on Freitag, 18. Juli 2008 by mediensucht

Ab heute abend sendet RTL (hoffentlich) jeden Freitag um 23:30 Uhr die US-Serie My Name Is Earl, die ich hier bereits ausführlich gewürdigt habe.

Wer mich gerade vom Bloggen abhält …

Posted in Sucht des Tages with tags , on Montag, 14. Juli 2008 by mediensucht

S C O F I E L D ! ! !