Archiv für Battlestar Galactica

The Miracle of „frak“

Posted in Geschwätzigkeit, Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Samstag, 11. Oktober 2008 by mediensucht

Im freien Fernsehen der Vereinigten Staaten von Amerika darf man nicht „fuck” sagen, sonst wird gnadenlos gepiept. Jeder Amerikaner (und vor allem jedes amerikanische Kind) weiß natürlich, was an Stelle des Pieptons eigentlich zu hören war, und ist sich der Bedeutung auch bewusst. Im Englischen bzw. Amerikanischen wird „fuck“ für gewöhnlich als burleske Steigerungsform benutzt, wie es bei uns im Deutschen etwa mit „verdammt“ der Fall ist. Während wir Deutschen damit eine Art religiöse Überhöhung nutzen, geht es bei den Amis im Ursprung schlicht und einfach um Sex („fuck“ = „ficken“).

Um eine Pieporgie zu vermeiden, aber dennoch keine geschwollene Sprache zu benutzen, habe sich findige Serienautoren Ersatz für das verbotene „fuck“ ausgedacht. In der Sciencefiction-Serie Battlestar Galactica (übrigens schon im Original von 1978) sagt man dank des Serienerfinders Glen A. Larson (z.B. auch verantwortlich für Ein Colt für alle Fälle oder Knight Rider) nun also „frak“ statt „fuck“ und verwendet es gern und oft. Und – oh, Wunder – die Zensoren der Networks haben nichts dagegen. Es geht also nicht um die Bedeutung eines Wortes, sondern nur um das Wort selbst. Mal wieder ein typischer Fall von Doppelmoral a la MTV, wo zwar Gewalt in jeder Form und menschenverachtendes Material schon nachmittags gezeigt wird, aber jeder blanke Busen verdeckt und jedes „fuck“ weggepiept wird.

Diese seltsame Einstellung gegenüber den Varianten von „fuck“ trug auch in anderen Serien ihre Blüten. In The Middleman wurde „fuck“ durch das niedliche „fooey“ ersetzt, wobei es hier eher um den Witz des Wortes ging, denn gepiept wird trotzdem fleißig. In der britischen Sciencefiction-Serie Red Dwarf benutzte man fröhlich „smeg“, um seinen Aussagen mehr Kraft zu verleihen. Es hat wohl niemand gemerkt, dass „smeg“ von „Smegma“ abgeleitet wurde und damit „fuck“ in nichts nachsteht. Überhaupt sind Sciencefiction-Autoren sehr kreativ in dieser Beziehung. Für Farscape wurde „frell“ erfunden, die Coneheads benutzten „mebs“, Mork vom Ork „shazbot“.

Da in den USA immer noch viele Konservative und gar Kreationisten das Sagen haben, werden wir auch in Zukunft noch mit einigen schönen Wortschöpfungen rechnen können, die am Ende nur Eines bedeuten: FUCK!

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Serien-Updates

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , , , , , on Mittwoch, 14. Mai 2008 by mediensucht

Auf dem Seriensektor hat sich nach dem Autorenstreik am Anfang des Jahres Vieles getan. Einige Serien wurden abgesetzt, Verträge verlängert, Konzepte geändert. Hier mal ein paar Infos zu Serien, die ich bereits besprochen bzw. empfohlen habe:

Pushing Daisies
Meine aktuelle Lieblingsserie wird zum Glück verlängert. Der Autorenstreik hatte laut serienjunkies hauptsächlich positive Auswirkungen. Finanzielle und konzeptionelle Probleme konnten behoben werden. Kleinere, durch den Streik bedingte Schwierigkeiten will man noch in den Griff bekommen. Im Herbst geht es in den USA weiter. Ein Sendetermin für die erste Staffel in Deutschland (ProSieben) steht leider immer noch nicht fest. Update 4.7.08: Laut Quotenmeter soll die erste Staffel ab dem 17. September 2008 auf ProSieben laufen.

How I Met Your Mother
Die Gastauftritte von Frau Spears haben HIMYM wohl die verdiente vierte Staffel gebracht. Ein Problem sei wohl nicht die Gesamtzahl der Zuschauer, sondern die Zahl der Zuschauer in der gewünschten Zielgruppe. Über einen Senderwechsel wurde nachgedacht. Mir gefällt die Serie auch ohne Britney Spears, deshalb große Freude über die Verlängerung. Ein Sendetermin für die erste Staffel auf ProSieben ist mir nicht bekannt.

Doctor Who
Nach den Querelen um die Absetzung auf ProSieben hat man einen neuen Sendeplatz gefunden, auf dem die Serie nun besser ankommt. Doctor Who läuft nun immer sonntags ab 17:00 Uhr.

Chuck und Heroes
Die beiden Serien Chuck und Heroes laufen ab Herbst immer montags im Doppelpack auf NBC. RTL2 wird ab Herbst die zweite Staffel in Deutschland senden. Ab Juni soll es zu Chuck ein Comic geben. Chuck wurde von ProSieben lizensiert, ein Sendetermin steht mal wieder nicht fest!

weitere Serien
House M.D. ist weiterhin eine der erfolgreichsten Serien in den USA und Deutschland. Mit einer Absetzung ist also nicht zu rechnen. Battlestar Galactica wird nach der Anfang nächsten Jahres laufenden fünften Staffel beendet. Die Handlung neigt sich dem gewollten Ende zu. Außerdem sind die Produktionskosten wohl zu hoch. My Name Is Earl läuft in der dritten Staffel in den USA. RTL will ab Herbst mit der Ausstrahlung der ersten Staffel beginnen.

Battlestar Galactica

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum with tags , , on Dienstag, 20. November 2007 by mediensucht

Im Folgenden geht es mal um eine Serie, mit er ich eine Art Hassliebe verbinde: Battlestar Galactica. Nein, das ist nicht der tausendste Aufguss von Stargate Irgendwas und auch kein Ableger von Star Trek. Battlestar Galactica (BG) basiert auf Kampfstern Galactica aus dem Jahr 1978, hat damit aber nur den inhaltlichen Hintergrund gemeinsam. Ansonsten ist BG völlig neu entwickelt und setzt weniger auf Schauwerte als auf Psychologie und Handlung.

Es herrscht Krieg. Die Zylonen (hochentwickelte Roboter mit teilweise menschlichem Äußeren) wenden sich gegen ihre Erbauer und wollen die Menschheit vernichten. Den Erstschlag überleben nur etwa 50 000 Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind.

Für mich immer wieder erschreckend sind die Parallelen zur heutigen amerikanischen Gesellschaft. Nicht nur das Militärgehabe, dass sich bis in die Zukunft nicht geändert zu haben scheint, auch die religiösen Momente erzeugen bei mir Skepsis. Ich rechne BG aber hoch an, dass die Serie bis jetzt noch keine eindeutige Stellung zur Religion bezogen hat. Der Mensch neigt ja in Krisenzeiten zu Extremen. Einige Menschen werden tief religiös, während andere ihren Glauben verlieren. Beide Aspekte werden angesprochen, aber nicht wirklich gewertet. Vielmehr kommt es zu interessanten Konstellationen. Ähnlich verhält es sich mit dem Militär. Auch hier kann man argumentieren, dass extreme Situationen besondere Maßnahmen und Disziplin erfordern. Manchmal läuft mir dennoch ein Schauer über den Rücken, wenn ich das übertriebene Militärgehabe sehe.

Großer Pluspunkt der Serie ist die brillante, moderne Machart. Neben der ungewöhnlichen Farbgebung sticht die „Handkamera“ im Weltraum ins Auge. Der Zuschauer wird durch geschickte Schärfeverlagerungen, schnelle Kamerabewegungen und subjektive Sicht in das Geschehen gezogen. Die eigentlichen Effekte (z.B. Explosionen) treten in den Hintergrund. Zudem wird höchsten Wert auf psychologische Tiefe gelegt. Beweggründe für die Handlungen der Figuren und charakterliche Eigenschaften stehen im Vordergrund. Dieses Konzept funktioniert nicht immer. Wenn es aber funktioniert, sieht man das Beste, was Science Fiction momentan sein kann. Erwähnenswert ist auch der Einsatz von Musik. Es dominieren ethnische Klänge von afrikanischen Trommeln oder asiatischen Zupfinstrumenten.

Summa summarum eine äußerst interessante und sehenswerte Serie, der man die ein oder andere Schwäche gern verzeiht. Da RTL2 die Serie aus unerfindlichen Gründen in 4:3 ausstrahlt, sollte man besser auf die DVDs zurückgreifen. Da gibt es auch keine nervige Werbung. Empfehlung für alle SciFi-Fans!