Archiv für August, 2008

Californication

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Freitag, 29. August 2008 by mediensucht

Eigentlich wollte ich heute über eine andere Serie schreiben. Aus gegebenem Anlass ziehe ich aber eine für später vorgesehene Review vor. Heute ging durch die Medien (z.B. 1, 2), dass sich der vorwiegend aus Akte X bekannte Schauspieler David Duchovny wegen seiner Sexsucht behandeln lassen will. Diese Meldungen zauberten mir ein Lächeln auf die Lippen. Ausgerechnet Duchovny, der in seiner aktuellen Serie Californication einen Schriftsteller spielt, welcher ziemlich oft zur Krisenbewältigung der Fleischeslust frönt, hat vom oftmaligen Kopulieren die Nase voll? Da muss man sich doch um diese ausgezeichnete Serie Sorgen machen, die weit mehr ist als Sex and the City für Männer oder ein schmuddeliges Softporno.

Californication handelt also vom ehemals sehr erfolgreichen Autor Hank Moody, der nach der Trennung von seiner Frau Karen (Natascha McElhone) nur noch ein Lotterleben führt und seine Krisen mit Alkohol ertränkt bzw. mit Sexspielchen und Affären verdrängt. Meistens mit von der Partie ist Hanks Manager und Freund Charlie Runkle (Evan Handler), dessen Ehe wegen unerfüllter erotischer Fantasien kriselt. Hank zieht es aber eigentlich zu seiner Ex-Frau Karen und der Tochter Becca (Madeleine Martin) zurück. Dummerweise hat sich Karen aber mit dem konservativen Bill Lewis (Damian Young) verlobt und will sich nicht zurückerobern lassen. Hinzu kommen noch einige brisante Verstrickungen, die hier aber unerklärt bleiben sollen.

Trotz ihrer teils recht expliziten Darstellung von Sex ist die Serie weit komplexer und auch warmherziger, als der unvertraute Zapper vermuten mag. Nicht ohne Grund wurde Californication beispielsweise für den Golden Globe als beste Comedy-Serie nominiert. Ein Globe 2008 ging dann auch an Duchovny als besten Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie. Diese Einstufung als Comedy-Serie wird Californication nicht ganz gerecht. Natürlich ist die Serie sehr amüsant geschrieben, die Scherze wunderbar zynisch und derb, doch gerade auch in den ruhigen und ernsten Momenten liegen die Stärken von Californication. Die Mischung macht es mal wieder. Das Timing ist meist perfekt, was die Serie zu einem durchgängig sehr unterhaltsamen Zeitvertreib macht.

Verantwortlich für Californication zeigt sich wiederum der US-Pay-TV-Sender Showtime, der auch schon mit der provokanten Crime-Serie Dexter auffiel. Die zweite Staffel beginnt Ende September. In Deutschland lief die erste Staffel ebenfalls im Pay-TV (AXN). Nicht nur Duchovny scheint momentan ein Problem für die Fortsetzung der Dreharbeiten zur aktuellen zweiten Staffel zu sein. Anfang Ende Mai starb völlig unerwartet der 42-jährige Ehemann von McElhone, was zu einer Unterbrechung der Arbeit führte. An mangelndem Erfolg dürfte Californication momentan nicht scheitern.

Die Serie kam bisher insgesamt sehr gut an (siehe Nominierungen), dennoch gab es gerade im konservativen Amerika genügend Kritik. Schon die Eröffnungsszene (man sehe selbst) dürfte der katholischen Kirche übel aufgestoßen sein. Nicht nur die sexuelle Freizügigkeit brachte einige Aufregung, auch der laxe Umgang mit dem Thema Drogenkonsum stieß auf Gegenwehr. Zudem beschwerten sich noch die Red Hot Chili Peppers, die sich ihres Albumnamens „Californication“ beraubt fühlten. Der passt allerdings ziemlich gut zur Serie, ist er doch eine Zusammenfassung der Wörter California (Schauplatz) und Fornication (für Unzucht). Der einigermaßen gebildete erwachsene Zuschauer sollte sich von der Serie nicht gestört oder gar gefährdet sehen, sondern lieber eine sehr unterhaltsame Serie genießen, die das Leben in Hollywood ordentlich durch den Kakao zieht.

Achja, da ich sie nicht extra erwähnt habe: Zu Madeline Zima bitte bei der hirngabel vorsprechen, ich segne dann alles ab! ;o)

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Planet Terror

Posted in Cinemanie with tags , , , , on Mittwoch, 27. August 2008 by mediensucht

Planet Rodriguez
Planet Terror ist romantischer als Stolz und Vorurteil. Planet Terror ist spannender als Das Schweigen der Lämmer. Planet Terror lustiger als Die Nackte Kanone. Und Planet Terror ist verstrickter als Mulholland Drive! … Quatsch mit Soße! Robert RodriguezPlanet Terror ist wie schon Tarantinos Death Proof eine Hommage an das Grindhouse-Kino. Was das genau ist, kann man gern im Internet (z.B. Wikipedia) „nachschlagen“. Es fällt auf, das Grindhouse eine ganze Bandbreite von Filmen mit unterschiedlichsten Themen einschließt. Gemeinsam sind allen die billige Produktion, die extreme Übertreibung und die unfreiwillige Komik. Letztere kann man freilich von einer Hommage nicht erwarten, da sie ja gezielt die Punkte verarbeitet.

Während Quentin Tarantino sich mit Death Proof der billigen Roadmovieecke mit langen Dialogen und protzigen Muscle-Cars widmete, verwurstet Rodriguez den Splatter-Zombiefilm. Ziel ist es in erster Linie, relativ sinnfreien Spaß zu erzeugen und dabei für die alten Grindhouse-Filme (und deren Ambiente) zu interessieren. Einen wirklich originalen Grindhouse-Film zu drehen, stände dem Ansinnen einer Hommage entgegen, da er ja nur eine weitere Kopie wäre. So galt es, die interessanten Eigenheiten zu verarbeiten und sie unterhaltsam zu verpacken. Spaß hat Rodriguez beim Drehen garantiert gehabt. Er ist eh dafür bekannt, nur Dinge zu machen, die ihm Spaß bereiten oder einen (technischen) Nutzen für nächste Projekte bringen. Spaß beim Zuschauer hängt wiederum von der Erwartungshaltung ab. Die dürfte beim Thema Grindhouse relativ niedrig sein. Dennoch ist Planet Terror ausgesprochen unterhaltsam. Die Geschichte wird temporeich vorangetrieben und mit witzigen Dialogen und amüsanten Querverweisen zur Grindhouse-Historie geschmückt. Es wird viel geballert. Der Ekelfaktor ist hoch. An allen Enden wird gnadenlos übertrieben. Genau wie ich es mir vorgestellt hatte.

Schön auch, dass überall Rodriguez‘ Stil zu erkennen ist. Wie immer besetzt er alle wichtigen Departments mit seiner Person. Kamera und Schnitt sind rastlos, wie schon in El Mariachi zu sehen. Hier entfernt sich Rodriguez schon etwas vom Billigen, um eine eigene Note zu hinterlassen. Ebenso verhält es sich beim Score. Die Musik ist unverkennbar Rodriguez, auch wenn er immer wieder mit billigen 80er-Jahre-Synthie-Einlagen versucht, die Sache billig erscheinen zu lassen. Der Film ansich wurde wie schon bei Death Proof mit Kratzern, Farbfehlern und schlechtem Spurlauf belegt. Insgesamt kann man schon von einem technisch perfekten Film sprechen. Es ist eben kein richtiger Grindhouse-Film sondern eine Hommage aus dem Jahre 2007. Man stelle sich vor, Peter Jackson hätte seinen King Kong in s/w gedreht …

Optisch perfekt? Da muss man natürlich auch die Hauptdarstellerinnen erwähnen. Marley Shelton und Rose McGowan wurden äußerst sexy in Szene gesetzt. McGowan wahrscheinlich zu sexy, so dass Rodriguez für sie gleich seine Frau stehen lies, wenn man der Klatschpresse glauben darf (Oxymoron?). Er ist dann allerdings so fies und platziert ausgerechnet in die skurrile Sexszene der Einbeinigen das „Missing Reel“.

Schlussendlich ist Rodriguez eine äußerst unterhaltsame Hommage an den Grindhousefilm gelungen, die sich munter an den Stilelementen bedient und sie kurzweilig zu einem amüsanten Zombiefilm verpackt. Was sollte man da mit übermäßiger Subtilität oder gar psychologischer Tiefe. Hirn ist nämlich überbewertet und wird einfach ausgesaugt … ;o)

(bezieht sich auf die einzelne Langversion)

Abwärts?

Posted in Sucht des Tages with tags , on Dienstag, 26. August 2008 by mediensucht

Ja, ja, ja! Ich habe das alles irgendwie unterschätzt! Kommt ja keiner drauf, dass ein spontaner Umzug und der Einstieg in einen neuen Job so zeitintensiv und anstrengend ist, so dass man am späten Abend keinen Bock mehr hat, noch einen Blog-Artikel zu schreiben. Es ist also nicht verwunderlich, dass es mit meiner Besuchsstatistik rapide in den Keller geht. Diese beeindruckende Kurve sieht man hier:

Da ich gerade so am Schreiben bin, kann ich auch gleich mal meine momentane Situation anreißen. Ich bin von Berlin nach Wolfsburg umgezogen. In der Autostadt ist die Kinosaalzahl leider sehr, sehr, also im Vergleich zu Berlin seeeehr begrenzt. Auf meine geliebte Sneak Preview muss ich leider ganz verzichten. Außer dem wirklich ausgezeichneten THE DARK NIGHT läuft im Wolfsburger Cinemaxx gerade nur Mainstreammüll. Da ich noch keinen eigenen Fernseher habe und DVDs am Notebook nicht wirken, sieht es bei mir filmmäßig ziemlich mau aus. Immerhin gibt es noch einige Serienfolgen zu schauen. Bezüglich des Blogs hoffe ich, nun wieder mehr Input bzw. persönlichen Output liefern zu können. Um es mal mit Rudi Carrell zu sagen: „Lass Dich überraschen …“ – Reinschauen sollte sich nun wieder lohnen!

Kurze Auszeit

Posted in Sucht des Tages with tags , on Mittwoch, 6. August 2008 by mediensucht

Liebe Blogleser,

ja – hier ist ja gar nix los. Der Grund dafür ist einfach: Ich bin letzte Woche aus Berlin nach Wolfsburg umgezogen und bekomme erst Ende nächster Woche wieder Internet! Bis dahin gilt es also, das Jucken in den Fingern zu unterdrücken …

Bis später also! 😉