The Middleman

Heute mache ich mal etwas, was ich sonst eigentlich nie mache, nämlich über eine Serie schreiben, die gerade einmal 3 Folgen vorweisen kann, weil sie ganz frisch angelaufen ist. Die Rede ist (nach dieser Überschrift völlig überraschend) von The Middleman, einer Comedyshow des US-Familiensenders ABC Family. Grundlage sind die Gaphic Novels (Viper Comics) gleichen Titels von Serien-Autor Javier Grillo-Marxuach (Lost, Medium, Charmed), der auch die Serie konzipierte. The Middleman ist eine wilde Mischung aus Men In Black, Austin Powers und Pushing Daisies, erstaunlich komplex und frech, die man auf einem solchen Sender eigentlich gar nicht erwartet.

Die wenig erfolgreiche Künstlerin Wendy Watson (Natalie Morales bekannt aus CSI: Miami) hangelt sich von einem miesen Job zum nächsten. Als sie bei einer Begegnung mit einem riesigen Schwabbelmonster erstaunlich cool bleibt, wird sie von einem mysteriösen Mann (Matt Keeslar), der sich nur „The Middleman“ nennt, als Spezialagentin rekrutiert. Als Team jagen sie fortan Bösewichter, Monster und durchgeknallte Wissenschaftler, die die Welt bedrohen. Das Ganze klingt nicht nur zufällig nach James Bond und Men in Black, die Referenzen sind klar. Matt Keeslar sieht aus wie eine Mischung aus Superman und dem berühmten Agenten der britischen Krone. Auch einen Q gibt es. „Er“ (Mary Pat Gleason) ist allerdings einer strickenden Hausfrau nicht unähnlich, ist mit allerlei Technik vollgestopft und hört auf den Namen „Ida“. Zu den festen Seriencharakteren gesellen sich noch Wendys umweltschützende Mitbewohnerin Lacey (Brit Morgan), Wendys nervende Mutter am Telefon, die ständig fragt, warum sie denn nichts aus ihrem Leben mache, Wendys Freund von der Filmhochschule, der wahrscheinlich nicht schwul ist, und der philosophierende Musiker Noser (Jake Smollet) im Flur vor der illegal untervermieteten Wohnung.

The Middleman ist ein Fest für den TV-verseuchten Serienfan. Nicht nur die oben genannten Filme werden zitiert, es gibt Unmengen von Referenzen an alte Serien und die gute alte Fernsehzeit. Wie schon bei Pushing Daisies gibt es auch hier technisch lang Vergessenes zu sehen. Beispielsweise fahren Wendy und der Middleman in alten Sportwagen vor einer Projektionswand (siehe die alten Bond-Filme oder die Batman-Serie). Das Ganze sieht dabei keineswegs billig aus. Man produziert mit viel Liebe zum Detail. Es wird Wert auf die handgemachte Ausstattung gelegt. Ein wichtiger Bestandteil einer Comedy-Serie ist natürlich der Humor. The Middleman kommt erstaunlich wortlastig daher. Dabei reiht sich ein Screwball-Dialog an den nächsten. Besonders witzig ist die altmodische und zynische Art des Middleman (Austin Powers lässt grüßen), aber auch Wendy gibt sich wunderbar sarkastisch. Für ausreichend skurrile Situationen wird selbstverständlich auch gesorgt (z.B. Affen mit Waffen).

Das vorliegende Konzept bietet also genügend Stoff für schräge Geschichten und einen unterhaltsamen Fortgang der Serie. Die Fragen sind natürlich, ob die Autoren das hohe Spaßniveau halten können und ob die Serie beim Zuschauer ankommt, von einer Chance auf eine deutsche Ausstrahlung mal ganz abgesehen. Ich zumindest war von den ersten drei Folgen äußerst positiv überrascht und wurde großartig unterhalten. The Middleman macht richtig Spaß! Deshalb, aber zunächst „vorerst“:

Update: Nach Ende von Staffel 1 klare

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8 Antworten to “The Middleman”

  1. Wo darf ich unterschreiben? =)

    Sehr schön jedenfalls, dass wieder einer meiner Tipps bei Dir landen konnte. Hatte aber auch nichts wirklich anderes erwartet – denn wie du schon erwähnst, ist das ganze einfach eine richtig wunderbar gemachte Zitate-Parade, die jedem Film- und Serienfan das Herz öffnen sollte.

    Bin auch sehr gespannt, ob die Serie das Niveau weiter halten kann. Bei Episode zwei dachte ich schon kurzzeitig „Okay, nach dem tollen Piloten relativiert sich das ganze jetzt etwas“ – aber die dritte Episode mit den mexikanischen Wrestlern war wieder herausragender Spaß!

    Und es zeigt wieder einmal mehr, dass doch auch verstärkt in der eigentlichen Sommerpause qualitativ gutes, frisches Serienmaterial an den Start gebracht wird, dass es zu beachten gilt (siehe auch Serien wie Damages, Californication & Co).
    Hast du zufällig was von den bisherigen Quoten gelesen?

  2. Ja ja, Deine Empfehlungen, hirngabel! 😀

    Nee, habe nirgends Quoten zur Serie gefunden. Es gibt nur einige positive Reviews zu lesen, die Dich wahrscheinlich auch auf die Serie gebracht haben ;o) Californication finde ich ja auch klasse, von Damages habe ich noch nichts gesehen, aber viel Gutes gelesen.

  3. Hab im Grunde nur im sablog die Ankündigung zur Serie gelesen und die dort integrierten Trailer gesehen – und das hat mir dann schon als „Heissmacher“ gereicht. =)

    Also Damages solltest Du Dir schon mal geben im Laufe der Sommerpause, falls Du sonst nichts „größeres“ planst anzuschauen. Hat zwischendurch mal ein paar Längen, was meine Einschätzung nicht ganz so überschwänglich macht, aber insgesamt ein wirklich gut gemachtes, intelligentes Drama mit einigen hervorragenden Darstellern!

  4. Naja, ich habe hier noch einige Prison Break-DVDs herumliegen, die ich auch mal schauen sollte. Ich befürchte nämlich, da geht es mir wie Dir bei Lost. Damages ist aber vorgemerkt!

  5. Okay, Prison Break ist natürlich auch ein wunderbares „Projekt“ zur Füllung der Sommerpause.
    Die ersten beiden Staffeln waren ja mein Nachholprogramm im vergangenen Sommer. Ist es definitiv auch wert.

    Naja, werde ja dann hier lesen, wie deine Entscheidung ausgefallen ist. =)

  6. […] Einstellung gegenüber den Varianten von „fuck“ trug auch in anderen Serien ihre Blüten. In The Middleman wurde „fuck“ durch das niedliche „fooey“ ersetzt, wobei es hier eher um den Witz des Wortes […]

  7. Naja, ich würde nach der ersten Staffel 8 von 10 Punkten geben… Aber sehr lustig isses immer noch… Aber gerade in der Mitte hängts etwas durch… Ich hoffe nun sehr auf eine Season 2!

  8. […] Off Ted Letztes Jahr erheiterte uns die witzige Serie The Middleman im Sommer und füllte somit unerwartet das Seriensommerloch. Leider schaffte es The Middleman nicht […]

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