Archive for the Geschwätzigkeit Category

Boykott

Posted in Cinemanie, Geschwätzigkeit with tags , , , , , on Montag, 7. Dezember 2009 by mediensucht

Das letzte Jahr durfte ich bekanntlich eine Dauerkarte – die sogenannte Goldcard – der Kinokette Cinemaxx mein Eigen nennen. Der Spaß kostete mich damals 249,- €. Unbegrenzter Kinogenuss für ein ganzes Jahr in der Kategorie (z.B. Loge), die man wünschte, und für jeden Film (auch mit Überlänge), den man sehen wollte. Bei 80-90 Kinobesuchen im entsprechenden Zeitraum hat sich die Investition für mich gelohnt. Für im Schnitt 3 € kann man schon mal öfter ins Kino gehen. Natürlich war ortsbedingt, die Filmauswahl nicht immer günstig. Die Wolfsburger sind eher Fans von dummen Mainstream-Filmchen. Demnach habe ich im letzten Jahr auch so viel Müll gesehen, wie lange nicht. Einige Ausflüge nach Berlin ins Cinemaxx am Potsdamer Platz besserten die Bilanz aber auf.

Insgesamt war ich für Cinamaxx also ein schlechter Kunde, weshalb ich eine Einladung zur Kartenverlängerung erst gar nicht erwarten konnte. Ein Blick auf die neuen Konditionen ließen mir dann allerdings die Kinnlade herunter fallen. Die neue Goldcard soll jetzt 399,-€ kosten, was mal eben eine Steigerung von 60% bedeutet (für 249,-€ kann man jetzt nur noch ein halbes Jahr Filme sehen). Zwar darf man neuerdings auch 3D-Filme mit der Goldcard besuchen, deren Einzelkartenpreise ebenfalls eine Frechheit bedeuten, die 399,-€ lohnen sich aber auch dann kaum, wenn man sich jede Woche einen 3D-Film ansieht – abgesehen davon, dass nicht jede Woche ein neuer Film in 3D herauskommt.

Was in die Marketing-„Experten“ der Cinemaxx AG gefahren ist, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich will man möglichst einfach und schnell die neue 3D-Technik refinanzieren und dabei noch einen satten Gewinn einfahren. Dass bei einem Preis von 399,-€ für die Goldcard nur ein Wahnsinniger zugreift, ist den Herrschaften wohl nicht in den Sinn gekommen. Diese Aktion kommt also eher einer Abschaffung des Flatrate-Kinos bei Cinemaxx gleich, was ich befremdlich und sehr schade finde.

Mein Frust führte jedenfalls dazu, dass ich nach Ablauf meiner Goldcard nicht mehr ein Cinemaxx-Kino von innen gesehen habe. Ich boykottiere den Laden bis auf unbestimmte Zeit. Das gibt mir nicht nur die Möglichkeit, mal ein paar kleinere Kinos in der Umgebung zu testen, sondern mich endlich auch meiner inzwischen ordentlich gewachsenen DVD- bzw. Blu-ray-Sammlung zu widmen. Da wollen noch einige ungesehene Filme nachgeholt werden. Zudem hat die neue Serien-Saison in den USA wieder ein paar vielversprechende Neustarts hervor gebracht, für genügend optische Reize sollte also auch ohne Cinemaxx gesorgt sein. In diesem Sinne: BOYKOTT!!!

Passend dazu:

Stichwort: Schweinegrippe

Posted in Geschwätzigkeit with tags , , , , , , , , , , on Dienstag, 24. November 2009 by mediensucht

Es soll ja Blogger geben, die einfach irgendwas über die Schweinegrippe schreiben, nur um ihre Besucherzahlen in die Höhe zu treiben. Aber so Einer bin ich nicht. Ich halte mich aus dem Thema raus. Es gibt doch noch andere Themen außer Schweinegrippe, Pharmaindustrie, Impfung, H1N1, Symptome, Todesfälle und Angst, zu denen man schreiben kann, wenn man denn Zeit hat. Da ich schon einige Zeit keine Zeit habe, schreibe ich einfach gar nichts.

Politikwahnsinn: Hirnrissige Abwrackprämie

Posted in Geschwätzigkeit with tags , , , , , , on Donnerstag, 9. April 2009 by mediensucht

Das hier ist zwar kein Politikblog, aber das wollte ich dann doch mal loswerden:

Die Abwrackprämie ist das hirnrissigste Wahlgeschenk der Geschichte der Bundesrepublik. Normalerweise schieben die Politiker ja den Unternehmen direkt die Millionen in den Hintern (z.B. der damalige Finanzminister Eichel den Versicherungen). Hier schmeißt man aber das Geld direkt aus dem Fenster und schadet damit auch noch der Wirtschaft und später dem Steuerzahler.

schrott

Momentan bekommt jeder Neu- oder Jahreswagenkäufer 2500 € „vom Staat gespendet“, wenn er beim Kauf sein mindestens neun Jahre altes Altfahrzeug verschrottet. Die Folgen dieser Aktion sind komplex und erschütternd:

1. So manch dämlicher Altwagenbesitzer verschrottet sein Auto für 2500 €, obwohl der Wagen noch viel mehr wert wäre.

2. Die Deutschen kaufen nicht etwa nur Fahrzeuge aus landeseigener Produktion, sondern unterstützen auch noch die ausländische Automobilindustrie. BMW und Mercedes haben erst gar keine preiswerten Kleinwagen im Programm, die von der aktuellen Kaufwut profitieren könnten.

3. Das Geld, was die Deutschen für ein neues Auto ausgeben, fehlt andernorts. Die Abwrackprämie verschiebt das Konsumverhalten massiv und macht aktuell viele andere Branchen kaputt.

4. Wer sich dieses Jahr ein Auto kauft, wird sich nächstes Jahr kein neues Auto mehr kaufen. Der Markt wird dementsprechend nächstes Jahr einbrechen und so manchen Hersteller an die Insolvenz führen. Statt dieses Jahr ordentlich zu wirtschaften, stopft man einigen Konzernen heute Geld in den Rachen, das nächstes Jahr fehlt.

5. Die zusätzlichen Ausgaben von 5 Mrd. € reißen ein tiefes Loch in die Staatskasse. Die Zinsbelastungen in den nächsten Jahren steigen gewaltig. Anstatt heute zu sparen, überlässt man wieder den nächsten Generationen das Schlamassel.

6. Trotz Abwrackprämie steigt nirgends die Gunst der Politiker. Im Gegenteil – das Ansehen deutscher Politiker ist so gering wie nie. Jeder vernünftig denkende Mensch (eine aussterbende Gattung) erkennt den Schwachsinn, der da gerade fabriziert wird, und bricht bestimmt nicht in Jubel über die Glanzleistungen der Politiker aus.

Mir wird es angst und bange, wenn ich mir das ganze Bild vor Augen führe. Mit der Abwrackprämie fährt sich Deutschland selbst auf den Schrottplatz! Gute Nacht, Deutschland!

Weihnachtsansprache zur Lage der Nation

Posted in Geschwätzigkeit on Dienstag, 23. Dezember 2008 by mediensucht

Sehr geehrte Mitbürgerinnen, Mitbürger und Leute, die es mal werden wollen,

die Lage der Nation ist unverändert. Seit Jahren dümpelt Deutschland in der Mitte von Europa herum. Die Bewegung der afrikanischen Kontinentalplatte (auf der hauptsächlich Trommelmusik in 33,3 Umdrehungen pro Minute zu hören ist) hat kaum Auswirkung auf Deutschland. Hier hört man lieber Covermusik vom 18. Polarkreis. Ein Tausch der Landmasse mit England wurde mehrheitlich abgelehnt. Drei der fünf befragten Deutschen meinten, es sei dort zu eng, wobei wiederum vier der drei befragten Engländer bekundeten, man werde hier automatisch inkontinent (auf dem Kontinent ansässig – danke Dr. Paal), was also abzulehnen sei. Die Idee, die Landesgrenzen mit Israel zu tauschen, wurde ebenfalls schnell verworfen, da sich die Israelis benachteiligt fühlten, weil der deutsche Grenzwall schon vor einigen Jahren fast zur Gänze an Touristen aus aller Welt verscherbelt wurde und somit nicht mehr zum Tausch verfügbar wäre. Damit liegt Deutschland immer noch an der gleichen Stelle wie vor einem Jahr, was zumindest immense Umstellungskosten bei Navigationsgeräten spart – in Zeiten einer kommenden Wirtschaftskrise nicht unwichtig.

ansprache

Zum Thema Wirtschaftskrise: Ein Frage, die die Nation dieses Jahr lange Zeit beschäftigte war doch, wer denn nun wirklich in die Girliegruppe bei Popstars kommt. Am Ende haben es wohl die dümmsten und zickigsten Mädels geschafft, wenn man den nervenden Werbeunterbrechungen am Serienmittwoch auf ProSieben Glauben schenken darf. Zu meinem Erstaunen gab es kurzzeitig tatsächlich mal eine Diskussion über die Qualität im deutschen Fernsehen. Es wurde fröhlich analysiert und Schuld zugewiesen, um dann auf einem noch tieferen Niveau weiter zu machen: „Ihr dachtet, wir können nicht schlimmer? Yes, we can!”.

Persönlich war dieses Jahr für mich ein Jahr des Wandels. Neben einem neuen Job gab es einen Umzug. Mein Arzt sagte, einmal im Jahr sollte man sich schon umziehen, nicht nur, weil die Klamotten langsam müffeln. Zudem bin ich in steinzeitliche Tauschgeschäfte verfallen. Ich habe doch tatsächlich eine boomende kulturelle Großstadt in ein autoproduzierendes Dorf getauscht und musste auch noch die Versandkosten selber tragen.

Was lässt sich rückblickend noch sagen? Ds ksmm ovj dä moxr dshwm … nee, rückblickend finde ich die Tasten nicht, ich schaue lieber vorwärts auf Tastatur und Bildschirm. Nächstes Jahr wird nämlich wieder ein Jahr, welches … ähm … nun ja … mindestens 365 Tage hat, an denen etwas passieren wird. Ob es sich lohnt, darüber einen Blogbeitrag zu verfassen, wird sich zeigen. Ich wünsche den tapferen Lesern, die bis hierher durchgehalten haben, frohe Weihnachten und erholsame Feiertage. Schönen guten Abend,

Euer Mediensüchtiger 😉

Bild: Danke für das T-Shirt!

The Miracle of „frak“

Posted in Geschwätzigkeit, Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Samstag, 11. Oktober 2008 by mediensucht

Im freien Fernsehen der Vereinigten Staaten von Amerika darf man nicht „fuck” sagen, sonst wird gnadenlos gepiept. Jeder Amerikaner (und vor allem jedes amerikanische Kind) weiß natürlich, was an Stelle des Pieptons eigentlich zu hören war, und ist sich der Bedeutung auch bewusst. Im Englischen bzw. Amerikanischen wird „fuck“ für gewöhnlich als burleske Steigerungsform benutzt, wie es bei uns im Deutschen etwa mit „verdammt“ der Fall ist. Während wir Deutschen damit eine Art religiöse Überhöhung nutzen, geht es bei den Amis im Ursprung schlicht und einfach um Sex („fuck“ = „ficken“).

Um eine Pieporgie zu vermeiden, aber dennoch keine geschwollene Sprache zu benutzen, habe sich findige Serienautoren Ersatz für das verbotene „fuck“ ausgedacht. In der Sciencefiction-Serie Battlestar Galactica (übrigens schon im Original von 1978) sagt man dank des Serienerfinders Glen A. Larson (z.B. auch verantwortlich für Ein Colt für alle Fälle oder Knight Rider) nun also „frak“ statt „fuck“ und verwendet es gern und oft. Und – oh, Wunder – die Zensoren der Networks haben nichts dagegen. Es geht also nicht um die Bedeutung eines Wortes, sondern nur um das Wort selbst. Mal wieder ein typischer Fall von Doppelmoral a la MTV, wo zwar Gewalt in jeder Form und menschenverachtendes Material schon nachmittags gezeigt wird, aber jeder blanke Busen verdeckt und jedes „fuck“ weggepiept wird.

Diese seltsame Einstellung gegenüber den Varianten von „fuck“ trug auch in anderen Serien ihre Blüten. In The Middleman wurde „fuck“ durch das niedliche „fooey“ ersetzt, wobei es hier eher um den Witz des Wortes ging, denn gepiept wird trotzdem fleißig. In der britischen Sciencefiction-Serie Red Dwarf benutzte man fröhlich „smeg“, um seinen Aussagen mehr Kraft zu verleihen. Es hat wohl niemand gemerkt, dass „smeg“ von „Smegma“ abgeleitet wurde und damit „fuck“ in nichts nachsteht. Überhaupt sind Sciencefiction-Autoren sehr kreativ in dieser Beziehung. Für Farscape wurde „frell“ erfunden, die Coneheads benutzten „mebs“, Mork vom Ork „shazbot“.

Da in den USA immer noch viele Konservative und gar Kreationisten das Sagen haben, werden wir auch in Zukunft noch mit einigen schönen Wortschöpfungen rechnen können, die am Ende nur Eines bedeuten: FUCK!

Ich werde geliebt!

Posted in Geschwätzigkeit with tags , , on Freitag, 10. Oktober 2008 by mediensucht

„Ich werde geliebt“ … würde mein Blog sagen, wenn es denn reden könnte. Kann es aber nicht, weshalb ich das Schreiben übernehmen muss. Mein Blog wurde das „Opfer“ eines Stöckchenwurfs von TheRudi. Da diese Art von Kettenbrief (noch) nicht verpönt ist, sondern ganz dolle viel Spaß macht, werde auch ich mich daran beteiligen und das Stöckchen weiter werfen.

Kurze Rede, langer Sinn: Es geht um das Thema Lieblingsblog. Dummerweise gelten folgende Regeln:

1. Der nominierte Blogger darf das Logo in seinem Blog präsentieren.
2. Verlinke die Person, von der Du den Award bekommen hast.
3. Nominiere mindestens 7 weitere Blogs.
4. Verlinke diese Blogs mit Deinem Blog.
5. Hinterlasse eine Nachricht bei den neu Nominierten.

Da sich die Interessen vom geschätzten Bloggerkollegen TheRudi und meiner Einer relativ ähneln, lese ich auch ähnliche bzw. die gleichen Blogs wie TheRudi, also z.B. Marcus`s Filmseite, Kino, TV & Co und das Blog von hirngabel, mit dem ich über kino.de schon länger verbunden bin. Die Herrschaften werden ja fast erschlagen vom Stöckchenregen. Um aber den Regeln zu genügen, hier noch ein paar meiner „Lieblingsblogs“: Mr. Vincent Vega (und das nicht nur, damit er nicht traurig ist), Intermoviession (viele gute Filmkritiken auch zu älteren Filmen), buchstäblich seltsam (sehr witzig), mausebienchen78 (mit dem supi Diddl-Blog scheint es aber vorbei zu sein) und natürlich das Studioli-Blog (obwohl Schwesterchen ein bisschen schreibfaul ist^^). Einen Blick nach Österreich riskiere ich etwa bei der tvdame. Hinzu kommen regelmäßig noch das Sablog (Serienspezialist), Wortvogel (Schreiberprofi), Niggemeier (Erfolgsjournalist) und das Bildblog (…), die hier wohl nicht mitmachen werden. Interessante Schauspielerblogs gibt es ebenfalls viele wie z.B. vom talentierten Zach Braff, der leider viel zu wenig Zeit für sein Blog hat, oder von Karoline Herfurth.

Am schönsten ist es aber, einfach irgendwelchen Links zu folgen und sich überraschen zu lassen. Deshalb liebe ich auch die vielen, hier leider ungenannten tollen Blogs (schleim).

Nun ist`s aber gut mit dem erzwungenen Gelaber! :mrgreen:

Zweiklassengesellschaft bei PAYBACK

Posted in Geschwätzigkeit with tags , , , , on Mittwoch, 17. September 2008 by mediensucht

Nach meinem Umzug nach Wolfsburg änderten sich auch meine Einkaufsgewohnheiten. In Ermangelung eines KAUFLANDs in der Nähe musste ich für den Großeinkauf auf das schlampige und teurere REAL umsteigen. REAL gehört zu den Partnern des PAYBACK-Systems, mit dem die Kunden Punkte sammeln können, die sie dann gegen Geld oder Prämien einlösen können. Da ich nun schon in dem Laden einkaufen muss, sammle ich doch auch gleich Punkte, dachte ich – aber denkste! Mein Anmeldeversuch ging gründlich daneben.

Einige Tage nach meiner Anmeldung erhielt ich nämlich ein Schreiben, das ich als PAYBACK-Kunde nicht infrage komme. Die haben meine Finanzen durchleuchtet und mich als unwürdig abgestempelt. Interessanterweise scheint der Verein etwas veraltete Daten von mir abgerufen zu haben, da es momentan schon wesentlich besser um meine Finanzen steht. Da stellen sich dem interessierten Bürger doch folgende Fragen: Will PAYBACK einen Elite-Club für Reiche etablieren? Ist das Geld der ärmeren Bevölkerung weniger wert? Was können Firmen eigentlich NICHT von meinen persönlichen Daten in Erfahrung bringen? Was ist eigentlich los in diesem Land?

Als Antwort auf das Ablehnungsschreiben habe ich einen Brief verfasst, in dem ich kundtat, der indirekten Aufforderung nachzukommen, nicht bei PAYBACK-Partnern einzukaufen. Da käme ja rein theoretisch mit Einkauf in Supermärkten, Drogerien, Kaufhäusern und Tankstellen einiges an Ausgaben bzw. Punkten zusammen. Natürlich fällt es mir leicht, diese Einrichtungen zu meiden und auf die Konkurrenz umzusteigen. Auswahl gibt es bekanntlich genug. Was bleibt ist dennoch die Verwunderung über ein immer unmenschlicheres Deutschland …

Nachtrag: Ich habe inzwischen eine normale Payback-Karte ohne ursprünglich bestellte Zahlfunktion (Plus) bekommen, wovon im Ablehnungsschreiben kein Wort zu lesen war. Ein Kommunikationsproblem gibt es also auch noch. Mein „Boykott“ wird durchgehalten …