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Einmal TV und zurück

Posted in Geschwätzigkeit, Glotzophonie with tags , , , , , , on Sonntag, 25. November 2007 by mediensucht

Da habe ich mich doch in letzter Zeit einige Male über das TV-Programm brüskiert (ein paar Serien einmal ausgeschlossen), dabei aber keine konkreten Bezüge hergestellt. Wie ist denn nun das deutsche TV-Programm? Was macht es so schlecht (oder so gut?) oder so nichtssagend? Um diese Fragen zumindest versuchsweise zu beantworten, folgt ein kleiner Blick auf das TV-Programm der letzen Tage:

Werktags kommt immer das Gleiche im Flimmerkasten. Die Schemata ähneln sich dabei stark. Wirkliche Unterschiede zwischen den Öffentlichen und den Privaten gibt es erst in den Abendstunden. Vormittags laufen Morgenmagazine und Wiederholungen. Mittags folgen Mittagsmagazine, dann Talk- bzw. Gerichtsshows oder Telenovelas. Der Vorabend besteht fast nur aus Daily Soaps oder Boulevardmagazinen. Der Abend wird meist nach einem Motto gestaltet. Da gibt es bei den Privaten den Comedy-Freitag, den Mystery-Montag oder den Crime-Donnerstag. Entweder laufen dort wöchentliche Serien oder spezielle Filme. Die Öffentlichen versuchen am Abend zumindest entfernt ihrem Sendeauftrag nachzukommen und strahlen vereinzelt Politmagazine oder Wissenssendungen aus. Ältere Zuschauer bedient man mit Volksmusikshows und „Schmalzfilmen“, ob sie es wollen oder nicht.

Überraschend ist für mich, dass dieses hauptsächlich seichte Geflimmer immer noch so viele Zuschauer findet. Ich denke, dass sich die Fernsehkultur in den letzten Jahren verändert hat. Früher saß noch die ganze Familie vor dem Fernseher, die Auswahl an Programmen bzw. Sendungen war noch gering. Man sah konzentriert und interessiert in die Röhre. Heute läuft das TV-Gerät oft nebenbei zur Berieselung (ähnlich dem Radio). Programm, dass man intensiv verfolgen müsste, stört dabei nur. Am Abend wollen die Menschen geistig abschalten, was laut Wissenschaft auch prima funktionieren soll (Lahmlegen einzelner Hirnregionen).

Wie sieht das Programm am Wochenende aus? Am Samstagabend setzten erstaunlich viele Sender auf Show, wie es schon vor 30 Jahren der Fall war. Die Showkonzepte folgen gewissen Trends. So gab es am gestrigen Abend gleich drei Wissensshows zu bewundern. Die Sender wollen sich nicht voneinander absetzen und einen neuen innovativen Kuchen backen, sondern ein Stück vom Vorhandenen abhaben, der immer kleiner wird. Ein seltsames Konzept! Pro7 setzte auch auf Show, ließ mit Stefan Raab aber einen Chaoten ans Werk, der das Talent hat, auf niedrigem Niveau gut zu unterhalten. Er bedient die „niederen“ Instinkte und macht auch keinen Hehl daraus. Man sieht den B-Promis gern beim peinlichen Getue zu. Die auf sportlichen Wettkampf getrimmten Showkämpfe unterschiedlicher Art bieten tatsächlich Stoff für eine sinnfreie Samstagabendunterhaltung. Über Raabs wochentägliches TV-Total verliere ich lieber kein Wort.

Ich sah mir aber dennoch erst mal den Krimi im ZDF an. Handwerklich ordentlich umgesetzt, fehlte es an Spannung, die dem Film durch eine vorhersehbare Geschichte genommen wurde. Schauspielerisch kann man zumindest den öffentlich-rechtlich produzierten Krimis nichts vorwerfen. Auch eine Anke Engelke glänzt in einer ernsteren Rolle. Man merkte dem Krimi seine Bemühungen um Relevanz stark an. Das Thema Altenpflege und Sterbehilfe war doch ziemlich gewollt inszeniert. Insgesamt war der Film aber solide Krimikost.

Dann ging es doch zu Raab. Neben der „niederen“ Faszination, der man auch mal freien Lauf lassen kann und darf, gab es noch echte Abscheu. Die Kommerzialisierung eines solchen Events ist schon penetrant. Selbst auf den halbnackten Körpern wird noch Werbung gemacht. An dämliche Gewinnspiele hat man sich ja leider gewöhnt. Perfekte Abendunterhaltung sieht für mich anders aus. Raabs Shows sind aber ein schönes Abbild der Zeit. Jedem Publikum das, was es verdient.

Ich bleibe lieber bei Filmen im Kino oder auf DVD. Ab und zu eine Serie oder eine interessante Dokumentation im TV dürfen schon mal sein, ansonsten ist TV für mich verzichtbar. Da es heutzutage aber auf Marktanteil und nicht auf absolute Zahlen ankommt, brauchen die Sender solche Menschen wie mich nicht zu fürchten. Die Erziehung eines für Trash und Werbung empfänglichen Publikums läuft … mit Erfolg!

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Bahn-Streik als Mittel zum Zweck

Posted in Geschwätzigkeit with tags , , , on Mittwoch, 21. November 2007 by mediensucht

Die in der Gewerkschaft GDL organisierten Lokführer wollen mehr Gehalt und die Führung der Deutschen Bahn stellt sich quer. Es gibt Streik. Aber was sind die Gründe? Ich denke, hinter dieser Aktion versteckt sich die Autoindustrie. Dafür gibt es gleich mehrere Hinweise.

Die von der Autoindustrie gesteuerte Bahn hat einen Plan. Durch schlechten Service und überteuerte Fahrpreise versucht sie ihre Kunden zum Umstieg auf das Auto zu zwingen. Da aber immer noch zu viele Menschen mit der Bahn fahren, müssen drastischere Maßnahmen gestartet werden. Das Umfeld macht mit. Der Lokführergewerkschaft fällt urplötzlich ein, dass sie in den vergangenen Jahren gepennt hat. Nun muss die Lohnerhöhung auf einen Schlag her. In geheimer Absprache mit der Bahnführung wurde ein wochenlanges Hin und Her vereinbart. Durch Streiks sollen die Kunden nun endgültig ins Auto gezwungen werden.

Nun könnte man behaupten, dass die Autoindustrie auch Schaden durch die Streiks nimmt. Die kleinen Produktionsausfälle muten jedoch wie Kollateralschäden an. Der Zugewinn beim Autoverkauf wird ein wesentlich höherer sein. Zudem kann man das Rückfahren der momentanen Überproduktion bequem auf den Streik schieben.

Die Aktionen der Bahn vor dem Streik waren auch schon beeindruckend. Ein beliebtes Mittel schienen Baumaßnahmen zu sein, die sich ewig hinzogen. Es wurden Ersatzfahrpläne konstruiert, die garantiert nicht eingehalten werden konnten. Die Menschen, die in gutem Glauben an den Fahrplan eine Bahnfahrt riskierten, mussten auf kalten Bahnsteigen warten. So sollte jedem Kunden klar gemacht werden, dass es im Auto zwar auch Wartezeiten im Stau geben konnte, diese im Schnitt aber kürzer wären und weit weniger gesundheitsgefährdend.

Nachdem ich vor einigen Wochen das Glück hatte, an solch einer Aktion teilzunehmen, musste ich meiner Freude Ausdruck verleihen und mich bei der Bahn (hier: Berliner S-Bahn) bedanken:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Aktion „Runter von der Schiene, rein ins Auto“ ist ein voller Erfolg. Ich habe es gestern (…) selbst erfahren dürfen. Sie haben zwischen Greifswalder Straße und Treptower Park Pendelverkehr eingerichtet, der sich dank brillanter Planung auf das ganze Berliner S-Bahn-Netz auszuwirken scheint. Ich wollte eigentlich nur von Pankow-Heinersdorf ab 22:07 Uhr zur Greifswalder Straße fahren, wäre also vom Pendelverkehr gar nicht betroffen, kam dort aber mit einer knappen halben Stunde Verspätung an. Die nur bis zur Schönhauser Allee fahrende S8 wartete ersatzplanmäßig Bornholmer Straße 4 Minuten länger, damit der Fahrgast auf dem Bahnhof Schönhauser Allee die maximale Wartezeit von 9 Minuten hat, um weiter zu fahren. Glücklicherweise sind S-Bahnen ja selten pünktlich, so dass die S8 schon vor dem Bahnhof 10 Minuten auf den Gegenverkehr warten musste. Der geplante Zug S41 zur Greifswalder Straße hatte dann ebenfalls Verspätung, so dass er schon ab Schönhauser Allee zurück in Richtung Gesundbrunnen geschickt wurde. Damit kamen nochmals 10 Minuten Wartezeit dazu. So habe ich meine Anschluss-Tram auch noch verpasst. Sensationell! Dass nenne ich doch „flexibel“, so aus dem Nichts Wartezeit zu zaubern! In anderen service-orientierten Unternehmen würden solche brillanten kundenfeindlichen Organisationstalente sofort entlassen, die S-Bahn GmbH gibt ihnen aber eine Chance. Das ist sehr sozial! Da Lebenszeit nicht mit Spritkosten aufzuwiegen ist, werde ich zukünftig das Auto benutzen. Freuen Sie sich, dass sie wieder einen Kunden auf die Straße gebracht haben. Noch einen Tipp: Im kalten Winter oder nassen Herbst holen sich die Kunden gern eine Erkältung, wenn sie auf Bahnsteigen warten müssen, anstatt im warmen Auto zu sitzen: Das ist Ihre Chance! Nochmals Gratulation zur Aktion! Mit freundlichen Grüßen

Mediensucht Weblog

Der Erfolg der Aktion schien enorm gewesen zu sein, so dass sie letzte Woche wiederholt wurde. Dieses Mal waren die enormen Wartezeiten schon im Ersatzfahrplan einberechnet, um nochmals durch die Realität übertroffen zu werden.

Ich bin gespannt, was sich die Autoindustrie und ihre Untertanen (DB, GDL, Politiker) demnächst noch einfallen lassen. Es wird eine ereignisreiche Zeit: „Fahre Bahn und Du erlebst etwas!“. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht und zu Streiktourismus führt. Arme Autoindustrie! 😉

Die Außerirdischen kommen …

Posted in Geschwätzigkeit, Sucht des Tages with tags , , , , , , on Montag, 5. November 2007 by mediensucht

… vielleicht irgendwann einmal. Die kleine Aufregung um Joachim Bublath, der überraschend die Talksendung von Sandra Maischberger zum Thema „Ufos“ verließ, möchte ich zum Anlass nehmen, meine Ansichten darüber zu postulieren:

Ja, es gibt Außerirdische! Rein mathematisch, wenn man mit den gegebenen Wahrscheinlichkeiten rechnet, muss man davon ausgehen, dass irgendwo im Universum außerirdisches Leben existiert. Es gibt einfach zu viele Galaxien mit zu vielen Planetensystemen mit zu vielen erdenähnlichen Planeten, um an das Gegenteil zu glauben. Der Mensch hat nun die eigenartige Angewohnheit, sich immer in den Mittelpunkt von Allem zu stellen. Er denkt sich, wenn es schon Außerirdische gibt, dann müssen diese Wesen zwangsläufig Interesse an uns haben und uns mit eigenartigen fliegenden Untertassen permanent Besuche abstatten. Warum sollten sie so etwas tun?

Gehen wir einmal davon aus, Außerirdische wären tatsächlich in der Lage, uns zu besuchen. Sie müssten auf einem weitaus höheren Intelligenzniveau liegen als wir. Sie besäßen hochtechnisierte Flugobjekte, die Raum und vielleicht auch Zeit überwinden können. Welches Interesse hätten solche Geschöpfe an uns niederentwickelten Wesen, die sich gegenseitig bekriegen und an imaginäre Himmelsgestalten glauben? Höchstwahrscheinlich keines.

Nächste Annahme: Gesetzt den Fall, die Außerirdischen wären aus irgendeinem Grund wirklich an uns interessiert, und sei es aus den berüchtigten Studienzwecken (Stichwort: Zoo), ich würde darauf tippen, dass sie sich niemals zu erkennen gäben. Es ständen Mittel zur Verfügung, Ihre Existenz zu verschleiern. Die Zeit zur Offenbarung wäre erst auf einem viel höheren Entwicklungsstadium der Menschheit reif, die es momentan noch nicht einmal schafft, den Nachbarplaneten zu besiedeln oder gefährliche Krankheiten zu heilen.

Deshalb heißt es also: Abwarten! Momentan besteht überhaupt kein Grund dafür, über den aktuellen Einfluss von außerirdischem Leben auf uns nachzudenken. Es ist schlicht zu früh. Wenn wir uns in ein paar hundert oder gar tausend Jahren noch nicht selbst vernichtet haben, können wir einen realistischen Gedanken an extraterrestrische Kollegen verschwenden. Bis dahin: Macht Filme über das Thema! 😀

Die ganze Wahrheit über den Klimawandel …

Posted in Geschwätzigkeit, Sucht des Tages with tags , , , , on Samstag, 3. November 2007 by mediensucht

… gibt es hier nicht zu lesen! Wie könnte ich auch behaupten, definitives Wissen über die zukünftige Entwicklung unseres Klimas zu haben. Überraschenderweise gibt es aber viele Menschen, die von sich sagen, der Weisheit letzten Schluss zum Thema ziehen zu können. Das sind meistens sogenannte Wissenschaftler, die auf einem bestimmten Gebiet forschen und den Klimawandel genau mit ihrem Teilwissen erklären wollen. So werden die Komplexität der Ursachen und Folgen des Klimawandels vernachlässigt. Je nach dem, wen man zum Thema hört, bekommt man ein Gericht vorgesetzt, das nach nur einer Zutat schmeckt. Blrx!

Für mich ist die aktuelle Diskussion um das Klima Panikmache und Geldmacherei. Umweltverbände beteiligen sich liebend gern daran, da man mit der Angst der Menschen am besten Geld verdienen kann. Die Industrie will ihre Produkte verkaufen. Mit teuren Energiesparlampen lässt sich nun mal mehr verdienen als mit einer Glühbirne, wobei die ja auch aus Profitgründen schon nach ca. 1000 Stunden Arbeit ihren Geist aufgibt. Politiker versuchen sich mit dem Thema zu profilieren. Dabei zählen kurzfristige Maßnahmen wahltechnisch mehr als langfristige, auf Nachhaltigkeit bedachte Schritte. Darüber werden gern wichtigere andere Themen vergessen.

Was ist die gegenwärtige Situation? Das Klima kann mit neueren Meßmethoden viel genauer bestimmt werden, als es früher der Fall war. Dabei stellt man fest, dass es insgesamt wärmer und turbulenter wird als noch vor 100 Jahren. Als einzig höherintelligentes Wesen auf der Erde ist der Mensch daran schuld – und zwar einzig! Äußere Faktoren werden völlig ausgeblendet. Dass die Sonne mal mehr und mal weniger strahlt, sie insgesamt bis zu ihrem Tod immer heißer brennt, wird ignoriert. Ich habe einmal eine Grafik gesehen, die einen direkten Zusammenhang zwischen CO2-Gehalt der Erdatmosphäre und der Strahlungsintensität der Sonne herstellte. Eisbohrungen zeigten zudem, dass es früher (etwa zu Römerzeiten) schon mehrmals wärmer war als jetzt. So ein Streitwagen hatte auch einen enormen CO2-Ausstoß (besonders unter dem Schweif der Antriebsmaschine). Was ich damit sagen will: Man sollte den Stern in der Mitte unseres Sonnensystems nicht außer Acht lassen.

Mit wüsten Szenarien der Folgen einer „Klimakatastrophe“ lässt sich am meisten Panik erzeugen. So soll es etwa wesentlich mehr Hitzetote geben! Auch hier wird völlig außer Acht gelassen, dass es momentan wesentlich mehr Tote durch Kälte als durch Hitze gibt, deren Zahl bei einer Erderwärmung zurückgeht. Die Artenvielfalt soll angeblich geringer werden. Auch hier möchte ich zweifeln. Das Klima war schon immer im Wandel. Die Natur hat sich angepasst. Eine Art ist ausgestorben, viele andere Arten kamen hinzu. Je wärmer desto artenreicher ist die Welt. Sicherlich wird es örtliche Verschiebungen geben. Hier liegt auch das Problem des inzwischen sesshaften Menschen. Warum sollte es aber keine weitere Völkerwanderung geben?

Natürlich ist der Mensch nicht unbeteiligt am Klimawandel. Die Größenordnung ist aber entscheidend. Man bedenke beispielweise einmal, dass es zu früheren Zeiten viel größere Waldflächen gab, die wenn sie einmal brannten, nicht gelöscht wurden. Mit solchen Beispielen möchte ich darauf drängen, den Blick zu weiten. Es gibt viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Der Mensch ist für mich nur einer von vielen, er besitzt nur leider die Arroganz, sich permanent in den Mittelpunkt zu stellen.

Wolke

Anstatt nur den Klimawandel im Blick zu haben, sollte man sich darauf konzentrieren, wie die wachsende Weltbevölkerung auf dem Planeten überleben kann. Sauberes Wasser bzw. eine saubere Umwelt sind in dem Falle wichtiger als 2 Grad höhere Temperaturen. Das Geld muss in die Entwicklung von Technik investiert werden, die das Leben für möglichst viele Menschen verbessert. Das Augenmerk sollte auf die positiven Aspekte des Klimawandels gerichtet werden. Blinder Aktionismus, der in die völlig falsche Richtung geht, schadet der Menschheit nur.

Geiz macht reich

Posted in Geschwätzigkeit, Sucht des Tages with tags , , , , , , on Mittwoch, 31. Oktober 2007 by mediensucht

„Geiz ist geil“ hieß es jahrelang in der Werbung des Elektronikmarktes („fach“ fehlt bewusst) SATURN. Der Slogan wurde zum Motto einer ganzen Gesellschaft, die mangels Job, Perspektive oder aus Zukunftsangst das Kaufen einstellte. Um die Binnenkonjunktur sah es schlecht aus. Angeblich wurde gespart. Es war wohl eher so, dass den „kleinen Leuten“ das Geld fehlte und die Reichen nicht wussten, wohin damit. Der Durchschnittswert ergab eine höhere Sparquote. Nun sieht es dank Globalisierung und gutem Auslandsgeschäft besser aus. „Geiz ist geil“ ist nicht mehr zeitgemäß.

Äußerst faszinierend für mich war die Tatsache, dass der Slogan in Kombination mit SATURN überhaupt funktionierte. Die Darbietung war gewöhnungsbedürftig. Eine zwar nett aussehende, aber sehr unsympathisch wirkende, futuristisch gekleidete Dame brüllte in bunten Spots den Spruch in die Welt hinaus. Wenn man sich in den Märkten einmal umschaut, stellt man schnell fest, wie der Ausruf eigentlich gemeint ist. Preiswert sind nur die wenigen Sonder- bzw. Werbeangebote. Sonst regiert „teuer“. Die Preise liegen meist weit über denen der Konkurrenz. Im Internet erhält man die Produkte weitaus günstiger. Von kompetenter Beratung kann auch keine Rede sein, wie Tests bewiesen. Geizig ist also SATURN, die ihre Artikel für viel Geld unter die Massen bringen. Wie geil das ist, erkennt man an der guten Bilanz.

Wie man sieht, kommt es bei Werbung nicht auf Wahrheit an. Auch muss sich Werbung nicht unbedingt gut anfühlen. Wichtig ist, dass sich die Botschaft in die Hirne brennt. Bei der Kaufentscheidung zählt dann nur das Unterbewusstsein, dass dem potentiellen Kunden einredet, man könnte bei SATURN preiswert einkaufen.

Saturn-Werbung

Seit kurzem wirbt SATURN mit „Wir lieben Technik. Wir hassen teuer!“ – genauso penetrant und unsympathisch. Inhaltlich stimmt es noch weniger. Stellt sich also die Frage, ob die Werbung ebenfalls so gut funktioniert. Sind die Menschen wirklich so blöd? Wollte man diese Frage beantworten, käme man irgendwann zu dem Schluss, dass die blöden bei SATURN kaufen und diejenigen, die von sich sagen „Ich bin doch nicht blöd“, bei Mediamarkt konsumieren, der rein zufällig auch zur METRO-Gruppe gehört. Genial!