EUReKA

Um hier nicht nur die großen „Knallerserien“ vorzustellen, geht es heute mal um ein Serie aus dem „Mittelfeld“, die hierzulande auch seine Fans gefunden hat. Sie ist am einfachsten mit den Worten „harmlos, aber unterhaltsam“ zu beschreiben. EUReKA ist eine Sciencefiction-Serie des US-Senders NBC (Produzent), die dem dortigen SciFi-Channel Rekordquoten bescherte. In Deutschland läuft sie aktuell montags auf ProSieben in der zweiten Staffel.

EUReKA ist der Name einer fiktiven Wissenschaftlerstadt, in die es einen im Vergleich eher mäßig gebildeten US-Marshall mit seiner Tochter verschlägt. Er soll fortan den alten Sheriff ersetzen und kommt zunächst überhaupt nicht mit den seltsamen Gepflogenheiten der Einwohner zurecht. Immer wieder eckt er bei den Wissenschaftlern mit seinen konventionellen Ermittlungsmethoden an, ist damit aber erstaunlich erfolgreich. Die Fälle werden meist durch verunglückte Experimente verursacht. Als übergeordnetes Storyelement wird ein mystisches Artefakt aus der Zeit vor dem Urknall eingeführt, dass fortwährend Objekt von Untersuchungen und Grund für unerklärliche Vorfälle ist.

Das Konfliktpotential in der Serie ist insgesamt erstaunlich gering. Die Charaktere sind wenig tiefgründig ausgearbeitet. Die übliche verhinderte Romanze, die man heutzutage immer wieder in Serien (Wonderfalls, Reaper, Lost usw.) antrifft, ist wenig ergiebig. Sheriff Jack Carter (Colin Ferguson) verliebt sich nämlich in die Regierungsagentin Allison Blake (Salli Richardson), die aber noch mit dem Direktor und Chefwissenschaftler Nathan Stark (Ed Quinn) verheiratet ist. Diese Liebelei kommt aber nicht wirklich voran. Dennoch sind die Episoden recht unterhaltsam und spannend. Für Spannung sorgen natürlich die Fälle des Sheriffs, die man nicht auf Anhieb erklären kann. Bei so vielen schrägen Ereignissen und verrückten Wissenschaftlern kommt auch der Humor nicht zu kurz. Da EUReKA keine Network-Serie ist, fehlt aber das Geld für gute Effekte, was einer Sciencefiction-Serie natürlich nicht sonderlich gut steht. Zudem gibt es immer wieder penetrantes Productplacement.

ProSieben konnte mit dem Pilotfilm nach einiger Werbung in der Presse (sogar der Tagesspiegel widmete der Serie einen ganzen Artikel mit Bild) erstaunlich gute Einschaltquoten erreichen. Danach stürzten die Zuschauerzahlen aber ab. In den USA wurde die 3. Staffel bestellt, in Deutschland stellt sich die Frage, ob es die Serie es über die zweite Staffel hinaus schaffen wird. Ich empfehle die Serie nicht, bei einer Sichtung wird man aber auch nicht an Langeweile verenden. Als seichte Unterhaltung taugt EUReKA allemal.

11 Antworten to “EUReKA”

  1. Oliver Kalkofe meinte neulich in einem STERN-Interview, dass Einschaltquoten für den Arsch sind, nach denen sollte man sich nicht richten, tun aber leider doch irgendwie alle. Was du nicht alles schaust (meine damit die Quantität, nicht die Qualität).

  2. Naja, schon rein vom Menschenverstand her können die Quoten *eigentlich* nur eine höchstens grobe Richtung erahnen – niemals aber eine wirklich derart ernstzunehmende Größe sein, für die sie von der Medienindustrie immer gehalten werden (in Ermangelung anderer Erfolgsüberprüfungsmaschinismen).

    Aber zum Thema: EUReKA mag ich ja schon sehr gerne, ist eine der Serien, die ich regelmäßig im normalen deutschen TV verfolge, so ich es denn kann. Finde gerade die Ausrichtung auf „skurril“ und „selbstironisch“ sehr angenehm und dass man aus der Ausgangssituation nicht eine der üblichen Mystery-Serien gemacht haben, die sich selbst viel zu ernst nehmen (so wie man es als warnendes Beispiel perfekt bei der mal nach EUReKA laufenden furchtbaren Serie „Threshold“ aka „Nemesis“ sehen konnte).

  3. Jungs, die Einschaltquoten dienen mir eigentlich nur als Parameter, ob eine Serie weiterlaufen wird oder nicht. So schlecht, wie die Wertung auf den ersten Blick suggeriert, ist die Serie gar nicht. Ich muss sie nur in Relation setzen zu den anderen Serien, die ich so sehe, und da kommen eben „nur“ 5/10 Pillen heraus! 😉

    p.s.: PUSHING DAISIES ab 17.9. auf Pro7!

  4. Klar, die Einschaltquoten sind nun mal das einzige was man als Parameter nehmen kann. Ich hab mich nur zuletzt mal wieder verstärkt an der Wichtigkeit der Quoten gestört, daher musste ich das hier nochmal anbringen.

    Natürlich sind 5 von 10 nicht schlecht, aber ich würde es dennoch ein bis zwei Stufen drüber einordnen, einfach weil sie konstant gute Unterhaltung bietet – selbst wenn ein bisschen Brisanz und Charaktertiefe fehlen mag.

    RE: Pushing Daisies
    Hast Du für den Starttermin irgendeine Quelle? Konnte da jetzt weder auf den einschlägigen Mediendienstseiten noch via google etwas finden. Und auch prosieben.de gibt da keine Anhaltspunkte.
    Würde aber glaub ich programmtechnisch sicherlich ganz gut passen. Ist ja ein Mittwoch und würde dann wohl gemeinsam mit den Desperate Housewives laufen, was so stilmäßig ganz gut passen dürfte. Und das könnte dann auch ganz ordentliche Quoten bedeuten, da ProSieben mittwochs meist recht stark läuft mit seinen US-Serienpaketen.
    Wo wir aber grad im EUReKA-Thread sind – die beiden Serien hätte man montags durchaus auch im Doppelpaket zeigen können, würde in Sachen Humor und Leichtigkeit auch ganz gut zusammenpassen.

  5. Re: PD

    Hab es vom Quotenmeter und direkt unter meinem PD-Review auch verlinkt. Der dortige Experte Markus Ruoff hat wohl mit ProSieben geredet. So richtig offiziell ist es freilich noch nicht!

  6. Hmm, komisch, dass die Suche auf Quotenmeter den Artikel nicht nach vorne gebracht hat… Und scheint wohl wirklich nicht so richtig offiziell – sonst hätte die Meldung es sicherlich auch zu einem eigenen Eintrag gebracht.

    Aber wie oben erwähnt, passen würde es sicherlich durchaus in diesen Tag.

  7. Aber wie oben erwähnt, passen würde es sicherlich durchaus in diesen Tag.

    Auf jeden Fall! Warten wir mal ab, ob die Millionen Blogleser, die wir mit unserer Werbung beeinflusst haben, dann auch alle zusehen …

    p.s.: Im englischen Wiki-Artikel steht auch der 17.9.!

  8. Also, so ca. 10-12 Leute würde ich durchaus schon mal als „beeinflusst“ durch mich in Bezug auf PD bezeichnen. =)

    Und wenn’s die Wikipedia schon sagt, dann muss es ja eigentlich stimmen.

    Achja, kannst Du nicht mal diese „Snapshot“-Funktion bei Links deaktivieren? Finde die echt gräßlich.

  9. Was macht man nicht alles für seine Leser. Snapshot ist aus. Damit konnte ich die Blogfeeds meiner Links so schön lesen, ohne gleich auf die Seite zu müssen … naja, hat trotzdem meist gestört! 😉

  10. Hmm, wolte natürlich Deinen Komfort nicht beschneiden. =)

    Aber man dankt recht herzlich!

  11. […] Kerl, der für Männlichkeit steht. Ebenfalls Ermittler ist Marschall Jack Carter aus der Serie EUReKA, der vom etwas softeren Colin Ferguson verkörpert wird. In der Welt der superintelligenten […]

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