Archiv für The Middleman

Serien-Neuigkeiten

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , on Freitag, 28. November 2008 by mediensucht

Es ist mal wieder Zeit für einige Serien-Neuigkeiten. In den USA sind Entscheidungen über die Zukunft einiger Serien getroffen. Leider hat es mal wieder eine Serie von Bryan Fuller getroffen, die rein zufällig zu meinen Lieblingserien gehört. Pushing Daisies wurde nicht verlängert und endet damit nach der zweiten Staffel – wohl angeblich sogar mit einem Cliffhanger. Es ist wirklich äußerst schade um diese außergewöhnliche Serie, die wahrscheinlich für das breite Publikum zu speziell war, deshalb die Quotenerwartungen nicht erfüllte und einfach in der Herstellung zu teuer war.

Positive Nachrichten gibt es dagegen für die deutschen Fans von Pushing Daisies. ProSieben setzt die Ausstrahlung von Pushing Daisies nach einer kurzen Weihnachtspause schon am 14. Januar mit der zweiten Staffel fort. Ebenfalls weiter geht es an diesem Termin mit der 5. Staffel von Desperate Housewives. Diese Staffel hält einige Überraschungen bereit, gibt es doch einen Zeitsprung von 5 Jahren, in dem viele schräge Veränderungen stattgefunden haben.

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Auch RTL plant eine schnelle Ausstrahlung einiger seiner US-Importe. Die aktuelle 5. Staffel von Dr. House soll schon im Frühjahr (ab 10.3.2009) im deutschen Fernsehen laufen. Allerdings plant man wieder eine Splittung der Staffel. Die zweite Hälfte soll erst im Herbst ausgestrahlt werden. Kontinuierlicher geht es da mit Prison Break weiter. Die Staffeln 4 und 5 sollen ab Januar 2009 hintereinander zu sehen sein. Leider war die dritte Staffel nicht so prickelnd, weshalb sich die Frage stellt, ob sich der Plan überhaupt so umsetzen lässt.

Die vierte Staffel von Lost wird ab 12. Januar 22:15 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt, diesmal wieder jeweils als Einzelfolge. Hier sollte es keine Quotenprobleme geben, da die vierte Staffel zu den stärksten Staffeln von Lost gehört. Man weiß allerdings nie …! Wer sich für die Tudors interessiert, sollte sich den 27. Dezember diesen Jahres vormerken. Dann kommen gleich drei Folgen der zweiten Staffel, genauso wie am 2. Sendetermin am 3. Januar 2009. Die restlichen Teile folgen dann als Doppelpack. Als Start des insgeheimen Akte-X-Nachfolgers von JJ Abrams Fringe wird der März 2009 angenommen. Eine entgültige Entscheidung sei bei ProSieben aber noch nicht gefallen.

Mich persönlich würden ja die deutschen Starttermine von Chuck und The Middleman am meisten interessieren. Zumindest Chuck ist schon in der Synchronisation, einen Starttermin auf ProSieben gibt es allerdings noch nicht. Die zweite Staffel von Chuck läuft übrigens in den USA jetzt so gut, dass NBC für den Superbowltag am 1. Februar 2009 eine 3D-Folge in Auftrag gegeben hat. Demnächst ist auch Tricia Helfer (Battlestar Galactica) als Gaststar zu sehen. The Middleman dagegen ist, soweit ich weiß, noch gar nicht in Deutschland lizensiert.

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The Miracle of „frak“

Posted in Geschwätzigkeit, Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Samstag, 11. Oktober 2008 by mediensucht

Im freien Fernsehen der Vereinigten Staaten von Amerika darf man nicht „fuck” sagen, sonst wird gnadenlos gepiept. Jeder Amerikaner (und vor allem jedes amerikanische Kind) weiß natürlich, was an Stelle des Pieptons eigentlich zu hören war, und ist sich der Bedeutung auch bewusst. Im Englischen bzw. Amerikanischen wird „fuck“ für gewöhnlich als burleske Steigerungsform benutzt, wie es bei uns im Deutschen etwa mit „verdammt“ der Fall ist. Während wir Deutschen damit eine Art religiöse Überhöhung nutzen, geht es bei den Amis im Ursprung schlicht und einfach um Sex („fuck“ = „ficken“).

Um eine Pieporgie zu vermeiden, aber dennoch keine geschwollene Sprache zu benutzen, habe sich findige Serienautoren Ersatz für das verbotene „fuck“ ausgedacht. In der Sciencefiction-Serie Battlestar Galactica (übrigens schon im Original von 1978) sagt man dank des Serienerfinders Glen A. Larson (z.B. auch verantwortlich für Ein Colt für alle Fälle oder Knight Rider) nun also „frak“ statt „fuck“ und verwendet es gern und oft. Und – oh, Wunder – die Zensoren der Networks haben nichts dagegen. Es geht also nicht um die Bedeutung eines Wortes, sondern nur um das Wort selbst. Mal wieder ein typischer Fall von Doppelmoral a la MTV, wo zwar Gewalt in jeder Form und menschenverachtendes Material schon nachmittags gezeigt wird, aber jeder blanke Busen verdeckt und jedes „fuck“ weggepiept wird.

Diese seltsame Einstellung gegenüber den Varianten von „fuck“ trug auch in anderen Serien ihre Blüten. In The Middleman wurde „fuck“ durch das niedliche „fooey“ ersetzt, wobei es hier eher um den Witz des Wortes ging, denn gepiept wird trotzdem fleißig. In der britischen Sciencefiction-Serie Red Dwarf benutzte man fröhlich „smeg“, um seinen Aussagen mehr Kraft zu verleihen. Es hat wohl niemand gemerkt, dass „smeg“ von „Smegma“ abgeleitet wurde und damit „fuck“ in nichts nachsteht. Überhaupt sind Sciencefiction-Autoren sehr kreativ in dieser Beziehung. Für Farscape wurde „frell“ erfunden, die Coneheads benutzten „mebs“, Mork vom Ork „shazbot“.

Da in den USA immer noch viele Konservative und gar Kreationisten das Sagen haben, werden wir auch in Zukunft noch mit einigen schönen Wortschöpfungen rechnen können, die am Ende nur Eines bedeuten: FUCK!

The Middleman

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , , , , , , , on Sonntag, 6. Juli 2008 by mediensucht

Heute mache ich mal etwas, was ich sonst eigentlich nie mache, nämlich über eine Serie schreiben, die gerade einmal 3 Folgen vorweisen kann, weil sie ganz frisch angelaufen ist. Die Rede ist (nach dieser Überschrift völlig überraschend) von The Middleman, einer Comedyshow des US-Familiensenders ABC Family. Grundlage sind die Gaphic Novels (Viper Comics) gleichen Titels von Serien-Autor Javier Grillo-Marxuach (Lost, Medium, Charmed), der auch die Serie konzipierte. The Middleman ist eine wilde Mischung aus Men In Black, Austin Powers und Pushing Daisies, erstaunlich komplex und frech, die man auf einem solchen Sender eigentlich gar nicht erwartet.

Die wenig erfolgreiche Künstlerin Wendy Watson (Natalie Morales bekannt aus CSI: Miami) hangelt sich von einem miesen Job zum nächsten. Als sie bei einer Begegnung mit einem riesigen Schwabbelmonster erstaunlich cool bleibt, wird sie von einem mysteriösen Mann (Matt Keeslar), der sich nur „The Middleman“ nennt, als Spezialagentin rekrutiert. Als Team jagen sie fortan Bösewichter, Monster und durchgeknallte Wissenschaftler, die die Welt bedrohen. Das Ganze klingt nicht nur zufällig nach James Bond und Men in Black, die Referenzen sind klar. Matt Keeslar sieht aus wie eine Mischung aus Superman und dem berühmten Agenten der britischen Krone. Auch einen Q gibt es. „Er“ (Mary Pat Gleason) ist allerdings einer strickenden Hausfrau nicht unähnlich, ist mit allerlei Technik vollgestopft und hört auf den Namen „Ida“. Zu den festen Seriencharakteren gesellen sich noch Wendys umweltschützende Mitbewohnerin Lacey (Brit Morgan), Wendys nervende Mutter am Telefon, die ständig fragt, warum sie denn nichts aus ihrem Leben mache, Wendys Freund von der Filmhochschule, der wahrscheinlich nicht schwul ist, und der philosophierende Musiker Noser (Jake Smollet) im Flur vor der illegal untervermieteten Wohnung.

The Middleman ist ein Fest für den TV-verseuchten Serienfan. Nicht nur die oben genannten Filme werden zitiert, es gibt Unmengen von Referenzen an alte Serien und die gute alte Fernsehzeit. Wie schon bei Pushing Daisies gibt es auch hier technisch lang Vergessenes zu sehen. Beispielsweise fahren Wendy und der Middleman in alten Sportwagen vor einer Projektionswand (siehe die alten Bond-Filme oder die Batman-Serie). Das Ganze sieht dabei keineswegs billig aus. Man produziert mit viel Liebe zum Detail. Es wird Wert auf die handgemachte Ausstattung gelegt. Ein wichtiger Bestandteil einer Comedy-Serie ist natürlich der Humor. The Middleman kommt erstaunlich wortlastig daher. Dabei reiht sich ein Screwball-Dialog an den nächsten. Besonders witzig ist die altmodische und zynische Art des Middleman (Austin Powers lässt grüßen), aber auch Wendy gibt sich wunderbar sarkastisch. Für ausreichend skurrile Situationen wird selbstverständlich auch gesorgt (z.B. Affen mit Waffen).

Das vorliegende Konzept bietet also genügend Stoff für schräge Geschichten und einen unterhaltsamen Fortgang der Serie. Die Fragen sind natürlich, ob die Autoren das hohe Spaßniveau halten können und ob die Serie beim Zuschauer ankommt, von einer Chance auf eine deutsche Ausstrahlung mal ganz abgesehen. Ich zumindest war von den ersten drei Folgen äußerst positiv überrascht und wurde großartig unterhalten. The Middleman macht richtig Spaß! Deshalb, aber zunächst „vorerst“:

Update: Nach Ende von Staffel 1 klare