Top77 – Das Filmjahr 2009

Naja, eine Top77 ist es nicht wirklich, das ich The Limits of Control absolut nicht in die Liste einordnen kann und er deshalb ganz unten steht. Wahrscheinlich kommen in den nächsten Tagen und Wochen auch Filme aus 2009 dazu, die dann diese Liste hier hinfällig machen. Man sehe sie also als Augenblickwert bzw. grobe Orientierung. Als kleine Zusatzeinschätzung der Filme dienen die angefügten Kurzkommentare hier aus dem Blog, die ich damals kurz nach der Sichtung der Filme verfasste.

Top77

1. Inglourious Basterds (Quentin Tarantino)
Ganz großes Kino. So langsam nähert sich Tarantino den Coens bzgl. Spiel mit den Erwartungen der Zuschauer. Die müssten es aber eigentlich besser wissen. Lange Dialoge gab es schon immer, selten waren sie aber den ganzen Film lang so brillant wie hier. Dazu noch extrem viel Augenzwinkern, mal offensichtlich – mal versteckt. Schöne Kamera-Einstellungen und großartige Schauspieler, allen voran natürlich Christoph Waltz und Mélanie Laurent. Keine Sekunde langweilig. Lange nicht so einen Spaß im Kino gehabt! (Kritik) 10/10

2. Star Trek (J.J. Abrams)
Größtenteils gelungener Neuanfang mit viel Action und Humor, der richtig Spaß macht (siehe Kritik). 9/10

3. Watchmen – Die Wächter (Zack Snyder)
Mir hat die Verfilmung des komplexen Stoffes sehr gut gefallen. Die kleineren Macken fallen nicht weiter ins Gewicht. Snyder lässt sich ausreichend Zeit für die Charakterzeichnung, nimmt kleinere nötige Änderungen an der komplexen Story vor und transportiert mit seiner Machart den Stoff ausgezeichnet in die heutige Zeit (nicht inhaltlich sondern filmisch). 9/10

4. Soul Kitchen (Fatih Akin)
Sehr guter Hamburg-Film mit Tempo, Witz, Dramatik und gut aufgelegten Schauspielern, der sehr viel Spaß macht. 9/10

5. Zeiten des Aufruhrs (Sam Mendes)
Was kann man von Mendes, Deakins, Newman, Winslet und DiCaprio erwarten? Natürlich nur höchste Qualität! Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch mit diesem reinen Gesellschaftsdrama kommt Mendes prima zurecht. Unterstützt von den eben Genannten gelingt ihm ein dichter, eindringlicher und atmosphärischer Film über vermeintliche Zwänge der Gesellschaft, verflogene Ideale und innere Unzufriedenheit. Ein brillantes klassisches Drama! 9/10

6. Das weiße Band (Michael Haneke)
Beeindruckendes Erziehungsdrama von Michael Haneke, das ordentlich an die Nieren geht. Gute schauspielerische Leistungen und das Fehlen von musikalischer Untermalung schaffen eine beklemmende Atmosphäre aus Spannung und Angst. Ein sehr interessanter Versuch, den Ursachen für das Starkwerden des Nationalsozialismus auf die Spur zu kommen. Nur schlechte Ausleuchtung trübt den Eindruck etwas. 9/10

7. Coraline (Henry Selick)
Wow! Steht NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS oder CORPSE BRIDE in nichts nach. Nette kleine Geschichte mit wundervoller Stimmung brillant umgesetzt! Wunderbar! Leichte Farbprobleme bedingt durch die 3D-Technik für daheim. 9/10

8. Hilde (Kai Wessel)
Wann hat die Makatsch eigentlich gelernt, so verdammt gut zu spielen. Sie versucht nicht nur, die Knef zu kopieren, sondern bringt noch erstaunlich viel eigene Persönlichkeit in ihr Spiel. HILDE macht zum Glück die Fehler von LA VIE EN ROSE nicht, erzählt nur einen Ausschnitt aus dem Leben der Knef und verschachtelt ihn nicht zu sehr. Schönes Biopic! 9/10

9. Away We Go – Auf nach Irgendwo (Sam Mendes)
Mendes goes Independent Movie und auch das macht er wieder hervorragend! Ein durchgängig äußerst sympathischer Film mit sympathischen „Helden“, denen die Facetten des Lebens vorgeführt werden und die dabei einen eigenen Weg finden wollen. Schön! 8/10

10. Männerherzen (Simon Verhoeven)
Positive Überraschung! Unterhaltsame und äußerst sympathische deutsche Dramödie mit gutem Tempo und einer guten Mischung aus witzigen und anrührenden Szenen. 8/10

11. Bolt – Ein Hund für alle Fälle (Byron Howard)
Eindeutig auf ein jüngeres Publikum eingestellt, ist BOLT dennoch extrem unterhaltsam und auch technisch brillant gemacht. 8/10

12. Duplicity – Gemeinsame Geheimsache (Tony Gilroy)
Technisch fein umgesetztes, verzwicktes Gaunerstück, dass doch einiges Mitdenken vom Zuschauer abverlangt. Aber allein die Dialoge zwischen Owen und Roberts sind schon sehr unterhaltsam. Gut! 7-8/10

13. District 9 (Neill Blomkamp)
Witziger, aber auch politisch interessanter Ansatz, dieses Genre (SciFi) zu bearbeiten. Gute Umsetzung, wenngleich der Film gegen Ende hin seinen anfangs beschrittenen Weg verlässt und in Richtung Actionballerdrama geht. Insgesamt großartige Unterhaltung. 8/10

14. The International (Tom Tykwer)
Optisch sehr ansprechende Inszenierung eines brisanten Themas, dass zwar spannend umgesetzt ist, dem es aber insgesamt doch an politischer Relevanz fehlt. Interessant ist die Einbindung von Architektur in das filmische Konzept. Und ja, der Film sieht teilweise aus wie von Michael Mann. 7-8/10

15. Das Kabinett des Dr. Parnassus (Terry Gilliam)
Für einen Gilliam erstaunlich logisch, wenn auch typisch skurril und fantasievoll. Ledgers Tod wird gut durch die „Ersatz“-Schauspieler und die eingebauten Storytricks kompensiert. Hat mir gut gefallen. 7-8/10

16. Die Herzogin (Saul Dibb)
Schönes Kostümdrama mit einer zu dürren Keira Knightley. 8/10

17. Avatar – Aufbruch nach Pandora (James Cameron)
Optisch setzt der Film Maßstäbe! Brillante Animationen und atemberaubender Detailreichtum können aber leider nicht über die dünne Geschichte und vor allem die eindimensionalen und platten Charaktere hinwegtäuschen. Da ist teilweise Fremdschämen angesagt. Komischerweise bleibt Avatar aber dennoch ein beeindruckendes Kinoerlebnis. 8/10

18. Rock’N’Rolla (Guy Ritchie)
Endlich mal wieder ein guter Ritchie, weil cool, witzig und super umgesetzt. Der rockt! 8/10

19. Zerrissene Umarmungen (Pedro Almodóvar)
Almodóvar liebt seine Penelope und die macht alles für ihn. Tolle, irgendwie seltsame Atmosphäre, die mich fast den ganzen Film lang gepackt hat … keine Ahnung, wie und warum. 8/10

20. The Fall (Tarsem Singh)
Brillante Bilder mit einer netten und zum Teil sehr witzigen Geschichte, die bisweilen arg seltsam ist und so ihre Längen hat. Trotzdem sehenswert. 7-8/10

21. Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt (Jean-François Richet)
Spannendes und kurzweiliges Kriminellenporträt aus Frankreich mit ordentlich Action, das kurz vor dem Abspann zu viel aus dem 2. Teil verrät. 7-8/10

22. Slumdog Millionär (Danny Boyle)
Ein typischer Boyle, was leider auch bedeutet, dass der Film gegen Ende nachließ. Großartiger und dichter Anfang mit toller Atmosphäre. Am Ende ging dem Film wegen einiger Negativpunkte die Luft aus. Die älteren Darsteller waren mir z.B. eher unsympathisch. 7/10

23. (500) Days of Summer (Marc Webb)
Nette Liebesgeschichte, die mal nicht die üblichen Hollywoodpfade beschreitet. Die Mitte des Film hat einige Längen und wirkt teilweise zu gewollt „anders“. Sonst ist der Film aber amüsant und anrührend und das „Paar“ erfrischend schräg und sympathisch. 7/10

24. Rachels Hochzeit (Jonathan Demme)
Relativ intensiv vorgetragenes und mit großartigen Schauspielerleistungen überzeugendes Familiendrama, das durch seine dämliche Wackelkameraführung wieder einiges an Atmosphäre kaputt macht. Ich muss nicht andauernd daran erinnert werden, dass ich gerade einen Film sehe. 7/10

25. Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft (Anne Fontaine)
Konzentriert sich eher auf die Phase vor dem Berühmtsein und auf die zwischenmenschlichen Aspekte. Dies gelingt dem Film erstaunlich gut, so dass man zwar nicht alle historischen Fakten über Chanel erfährt, aber ein recht gutes Bild von der Person Coco Chanel erhält. Positive Überraschung! 7/10

26. Gran Torino (Clint Eastwood)
Ruhiger, kleiner Film von und mit Clint Eastwood, der mir aber oft zu berechenbar war, um mich vollends zu überzeugen. 7/10

27. Crank 2: High Voltage (Mark Neveldine)
Herrlich abgedrehter Spaß, der doch – verglichen mit Teil 1 – tatsächlich noch einen Zahn zulegen kann und das Tempo bis zum Ende hält. 7/10

28. Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los (Carlos Saldanha)
Naja, ordentlicher Kinderfilm mit aus den Vorgängern bekannten Figuren und Botschaften. Annehmbar. 7/10

29. It Might Get Loud (Davis Guggenheim)
Schon interessant, wie diese drei verschiedenen Typen an das Thema Stromgitarrenmusik heran gehen. Mir haben aber die Spannungen (positiv oder negativ) zwischen den Musikern gefehlt, die wohl da waren, durch die konservative Machart der Doku aber größtenteils ausgeblendet wurden. 6-7/10

30. Harry Potter und der Halbblutprinz (David Yates)
Hat mir insgesamt doch recht gut gefallen, obwohl der Film weniger auf Action setzt und vielmehr versucht, das Zwischenmenschliche in den Vordergrund zu stellen. Das gelingt erstaunlich oft, wenn es auch teilweise ins Alberne geht. Leider kam die Riddle-Story etwas zu kurz. 7/10

31. Maria, ihm schmeckt’s nicht! (Neele Leana Vollmar)
Eigentlich total simpel gestrickter und mit Klischees beladener Komödienbrei, der mir aber trotzdem gefallen hat – vielleicht, weil ich Italien so mag. 7/10

32. Public Enemies (Michael Mann)
Inhaltlich toll, atmosphärisch gut mit Potential nach oben. Mir erschließt sich nur beim besten Willen nicht, warum Michael Mann den Zuschauer mit seinem Gewackel in Übelkeit versetzen will. Waren die Zeiten damals so übel? ;o) Der Film hätte vernünftige Kinobilder verdient! Man kann auch nah an den Personen sein und ein bewegtes Bild erschaffen, ohne mit der Kamera zu wackeln. Der Rest des Films stimmte nämlich! 7/10

33. Milk (Gus Van Sant)
Ordentliches Biopic mit guten Schauspielleistungen, dem es mir allerdings etwas an Esprit und Intensivität fehlte. 7/10

34. Monsters vs. Aliens (Rob Letterman)
Dreamworks zeigt, dass es nicht immer Pixar sein muss. Der Spagat zwischen kindgerechter Geschichte mit entsprechenden Botschaften und angenehmer Erwachsenenunterhaltung mit Horrorfilmanspielungen gelingt gut. 7/10

35. Oben (Peter Docter)
Guter Animationsfilm mit brillantem Anfang, der aber gegen Ende hin wie schon Wall-E zu sehr auf Action und Klamauk setzt. „Ratatouille“ bleibt vorerst unerreicht. 7/10

36. X-Men Origins: Wolverine (Gavin Hood)
Fand ich gar nicht schlecht. Kann aus objektiven Gesichtspunkten nicht mal sagen, warum das so ist. Ich habe mich jedenfalls subjektiv gut unterhalten gefühlt. 7/10

37. State of Play – Stand der Dinge (Kevin Macdonald)
Etwas zu gewollt gesellschaftskritisch wirkender, aber durchaus spannender Medienthriller mit Starbesetzung. 7/10

38. Salami Aleikum (Ali Samadi Ahadi)
Wunderbar durchgeknallte Culture-Clash-Komödie mit einigen Längen, die aber durch den starken Bollywoodanstrich und die erfrischende Machart fast durchweg begeistern kann. 7/10

39. Whisky mit Wodka (Andreas Dresen)
Ein gutes Ensemble in einem typischen Dresen-Film, in dem es ums Altwerden geht. Typische amüsante und psychologische Herangehensweise von Dresen an das Thema. Nett! 7/10

40. The Wrestler (Darren Aronofsky)
Naja! Da hatte ich mehr erwartet. Aronofsky ist sehr nah an seinem Helden, der von Rourke auch klasse gespielt wird. Der gibt ziemlich viel von sich preis, spielt am Ende aber „nur“ sich selbst. Bisweilen nervte mich die Kamera gewaltig, das ist einfach nicht meine Philosophie von Kino. Die Geschichte ist ziemlich altbacken, aber intensiv erzählt. Sei’s drum, insgesamt ein guter Film. 7/10

41. Marley & Ich (David Frankel)
Nett! 7/10

42. Der Vorleser (Stephen Daldry)
Literaturverfilmung, die sehr nah an der Vorlage bleibt und dabei für den Buchkenner weniger spannend ist. Die Umsetzung ist insgesamt ordentlich, Winslet gut, bei Weitem aber nicht in ihrer besten Rolle. 6-7/10

43. Der seltsame Fall des Benjamin Button (David Fincher)
Gute Schauspieler, großartige Ausstattung und wunderbare Bilder konnten mich dennoch nicht wirklich überzeugen. Die Geschichte hat mich nicht gepackt. Vielleicht war der Film zu lang, vielleicht zu überraschungsarm, vielleicht zu „sauber“. Es bleiben 6-7/10

44. The Spirit (Frank Miller)
Tja, was soll ich sagen: Der hat mir irgendwie gefallen, wahrscheinlich, weil ich das Gezeigte nach den vielen Negativkritiken nicht so ernst nahm. So habe ich mich teils köstlich amüsiert, ob das nun von den Machern gewollt war oder nicht. Die Optik gefällt mir sowieso. 6-7/10

45. Inside Hollywood (Barry Levinson)
Eigentlich eine witzige Satire auf Hollywood, nur leider wurden die Klischees bisweilen zu stark strapaziert. Zudem gefiel mir die Kameraführung teilweise gar nicht. So 6-7/10

46. Selbst ist die Braut (Anne Fletcher)
Hatte mal Lust auf eine klassische RomCom und wurde nicht enttäuscht. Besonderes gibt es allerdings nicht zu erwähnen. Seichte Story recht witzig verarbeitet mit den üblichen Genrebestandteilen. Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich gegen Sandra Bullock nicht wirklich etwas sagen kann, weil die mir schon immer sympathisch ist … ;o) 6-7/10

47. Brüno (Larry Charles)
Fand ich einen Tick besser als Borat, weil er zielgenauer bloßstellt und weniger albern ist. Dennoch nicht ganz mein Humor. 6/10

48. Hangover (Todd Phillips)
Da habe ich mir mehr erwartet. Ab und zu wirklich guter und böser Humor, oft aber auch langatmig und zäh. 6/10

49. Illuminati (Ron Howard)
Besser, als erwartet. Vom Thema für mich sowieso interessant, ist der Stoff auch recht ordentlich umgesetzt und Hanks stört mich weniger in der Rolle als noch im 1. Teil. 6/10

50. Kurzer Prozess – Righteous Kill (Jon Avnet)
Doch spannender als erwartet, was allerdings nicht unbedingt an der etwas vorhersehbaren Geschichte lag, sondern an der ordentlichen Inszenierung. Dennoch wirken Pacino und De Niro fast zu routiniert, hab ihnen trotzdem gern zugesehen. 50cent hat zum Glück eine kleinere Rolle als befürchtet. So 6/10

51. All Inclusive (Peter Billingsley)
Ziemlich wortlastige Beziehungskomödie, die eher von ihren Schauspielern lebt, als inhaltlich zu fesseln. Streckenweise recht amüsant, oft werden aber die Klischees zu überstrapaziert. Dennoch so kurzweilig, dass der Film nicht weh tut. 6/10

52. Twilight – Biss zum Morgengrauen (Catherine Hardwicke)
Gar nicht so übel und effekthascherisch, wie erwartet. Man erkennt die Intention von Regisseurin Catherine Hardwicke, die Liebe des ungleichen Paars in den Vordergrund zu stellen und das große Huibuh in einem vernünftigen Maß zu halten. Nichtsdestotrotz ist TWILIGHT ein typischer Teeniefilm mit den üblichen Versatzstücken. Ich muss aber gestehen, dass ich Kristen Stewart mal wieder gern zugesehen habe. Insgesamt nett und harmlos. 6/10

53. Sunshine Cleaning (Christine Jeffs)
Mir war nicht ganz klar, was der Film eigentlich wollte. Er zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben zweier Schwestern, die versuchen, mit ihrem Leben klar zu kommen. Zu offensichtlich auf Independentmovie gemacht, dafür aber zu wenig einnehmend. 6/10

54. Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat (Bryan Singer)
Zugegeben, der Film ist ordentlich gemacht und Cruise nervt weniger als erwartet. Leider brachte mir der Film inhaltlich rein gar nichts. Hier hätte ich mir mal etwas mehr gestalterische Freiheit gewünscht. So kommt der Film nicht über das Niveau eines guten ZDF-Doku-Spielfilms hinweg. Diskussionswürdig ist der Film auch eher nicht, da er einfach eine zu kurze Zeitspanne abhandelt, um größere Rückschlüsse auf den Charakter eines Stauffenberg ziehen zu können. So wirkt er etwas zu glatt. Clarice van Houten ist leider total verschenkt! 5/10

55. Er steht einfach nicht auf Dich (Ken Kwapis)
RomCom von der Stange mit Starbesetzung. Muss man nicht gesehen haben, tut aber auch nicht weh. 5/10

56. Tödliches Kommando – The Hurt Locker (Kathryn Bigelow)
Psychologisches Porträt eines Bombenräumungskommandos im Irak. Sehr nah dran und damit streckenweise ziemlich intensiv, das Gewackel und das grobkörnige Bild gingen mir aber auf den Zeiger. Das geht auch anders! Dazu noch einige Längen, insgesamt also mittelmäßig! Ohne Cameron kein wirklich guter Bigelow! 5/10

56. Public Enemy No. 1 – Todestrieb (Jean-François Richet)
Leider in allen Belangen schlechter als Teil 1. Die Action ist weniger mitreißend, die Figuren gröber gezeichnet, der innere Zusammenhang lockerer, weil wild aneinandergereihte Ereignisse/Szenen. So 5/10.

57. Terminator – Die Erlösung (McG)
Gute Action als Teil einer ziemlich platten Story. Man hätte sich vielleicht auf eine Hauptfigur konzentrieren sollen, wobei hier Wright wesentlich interessanter ist als Connor. Die arme Bryce Dallas Howard ist total verschenkt. Knappe 4/10

58. Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (Tony Scott)
Ab und zu mit witzigen Sprüchen unterhaltend, selten spannend und viel zu vorhersehbar, da völlig ohne Überraschungen und Wendungen. Die fast schon üblichen Logiklöcher sind teilweise tiefer als die Schlaglöcher in Deutschlands Straßen. Trotz niedriger Erwartungen ziemlich enttäuschend. 4/10

59. Die Päpstin (Sönke Wortmann)
Die extrem naive Erzählweise (Kindermärchen) und die konventionelle Inszenierung wird der doch recht interessanten Geschichte nicht gerecht. Da bringen auch gute Schauspieler und opulente Ausstattung nichts. Schade! 4/10

60. The Rocker (Peter Cattaneo)
Gescheiterter Metal-Schlagzeuger hat plötzlich in einer Jugendband Erfolg. 08/15-Teeniecomedy mit den ewig gleichen Witzchen. Allerdings waren die Musikeinlagen ziemlich gut und Rainn Wilson macht den Jack Black am Schlagzeug ziemlich amüsant. Insgesamt aber mäßig unterhaltsam. 4/10

61. Julie & Julia (Nora Ephron)
Langweilige Lebenswegfindungsgeschichte mit einer süßen Amy Adams und einer unterforderten Meryl Streep. Zu wenig anrührende Momente und zu wenig gutes Essen. 4/10

62. Der Ja-Sager (Peyton Reed)
Jim Carrey wieder in seiner Standardrolle in einem Standardfilm mit einem Standardende. Ohne Überraschungen, dennoch teils erstaunlich unterhaltsam. 4/10

63. Sieben Leben (Gabriele Muccino)
Den Anfang fand ich gar nicht so übel. Leider enthüllt sich das vermeintliche „Geheimnis“ viel zu schnell und man langweilt sich durch die erwarteten Szenen, wenngleich sie teils gar nicht schlecht inszeniert sind. Insgesamt eine sehr enttäuschende Angelegenheit! 3/10

64. 2012 (Roland Emmerich)
Optisch tatsächlich ab und zu sehr beeindruckend, sonst bleibt der Film aber weit hinter Day After Tomorrow zurück. Auch ein Katastrophenfilm muss und kann inhaltlich mehr bieten. 2012 bleibt da sehr schwach. 3/10

65. Che – Revolucion (Steven Soderbergh)
Viel zu schwarz/weiß gemalter erster Teil, der Che viel zu positiv darstellt. Der Ansatz, die Geschichte strikt nach Ches Tagebüchern zu erzählen, ist da schon der falsche Ansatz. Habe wenig Hoffnung, dass es der zweite Teil besser macht, und uns noch etwas vom wahren Che (dem Verbrecher) zeigt. Die filmische Umsetzung ist einigermaßen OK. 3/10

66. Transporter 3 (Olivier Megaton)
Ziemlich dummer Actionreißer nach dem üblichen „Transporter“-Schema mit übermäßig vielen unlogischen Szenen, der nur ab und zu so etwas wie Charme versprüht. 3/10

67. Trauzeuge gesucht! (John Hamburg)
Hatte mir von Jason Segel und Paul Rudd mehr erwartet. Dünne Story mit den üblichen Lovestory-Elementen. Langweilig! 3/10

68. Transformers – Die Rache (Michael Bay)
Die Schauwerte ermüden spätestens nach einer Stunde. Die plumpe Story und die eintönige Action dominieren über ein paar wenige gute Szenen. Kann man sich sparen! 3/10

69. Drag Me to Hell (Sam Raimi)
Nimmt sich zu ernst, um von mir ernst genommen zu werden. Klischees in Massen, nur wenige gute Szenen, größtenteils vorhersehbar und langweilig. Die kurzen augenzwinkernden Momente haben mir noch am Besten gefallen. Nicht mein Genre. 2/10

70. Triff die Elisabeths! (Lucien Jean-Baptiste)
Dämliche französische Variante von Cool Runnings. Schwarze Familie fährt in den Ski-Urlaub in die Berge und stellt sich dabei sehr seltsam an. Kein dummes Klischee wird ausgelassen. Blödsinn! 2/10

71. 96 Hours (Pierre Morel)
Dümmlicher Rache-Action-Reißer mit einer zweifelhaften Aussage, der damit leider in die völlig falsche Richtung geht. 2/10

72. Radio Rock Revolution (Richard Curtis)
So ein dämlicher Blödsinn. Nix Gute-Laune-Film, nur öde Story mit albernen Gags. Für die gute Musik noch 2/10.

73. Männersache (Gernot Roll)
Darüber lacht also Deutschland. Na dann: Gute Nacht! 2/10

74. Knowing (Alex Proyas)
Unlogischer Sciencefictionblödsinn mit ein paar Schauwerten, vielen Klischees und einer strunzdummen Geschichte! 2/10

75. Der Kaufhaus Cop (Steve Carr)
Was für ein strunzdämlicher, langweiliger Film. Schade um den sympathischen Kevin James! 2/10

76. G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra (Stephen Sommers)
Selten dämliche Spielzeugverfilmung mit uninspirierter Handlung und schlechten Effekten. Dennis Quaid macht nur noch Mistfilme. 1/10

??. The Limits of Control (Jim Jarmusch)
Ähm, ja!?!

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4 Antworten to “Top77 – Das Filmjahr 2009”

  1. Ich kann mich, wie erwartet ganz gut in den Bewertungen wiederfinden. Bolt muss ich wohl echt mal schauen. Wenn Du Coraline auch mochtest, interessierst Du Dich wahrscheinlich auch für Number 9 oder?

  2. #9 interessiert mich natürlich. Mir fiele da aber eher „Igor“ als Vergleich ein. Als Animationsfamilienunterhaltungsfilm war „Bolt“ richtig gut, an einen „Ratatouille“ kommt er aber nicht heran.

  3. An deiner Liste sieht man sehr gut, wie unterschiedlich wir beide Filme sehen/mögen. Aus den Top-5 kann ich mich höchstens mit dem Mendes anfreunden, grundsätzlich sind jedoch sehr viele Filme dabei, die ich allenfalls als durchschnittlich empfand, wenn überhaupt und sowas Wunderbares wie der Jarmusch landet auf dem letzten Platz, während Tarantinos Witz von einem Film die #1 markiert. Aber wie gesagt, mein erster Satz erklärt das wohl 🙂

  4. In der Tat, unseren Filmgeschmack kann man gut als konträr bezeichnen. Da nützt auch kein Diskutieren. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass der Jarmusch nicht auf dem letzten Platz steht, sondern irgendwo im Mittelfeld eingeordnet werden könnte. Bei dem Film bin ich mir überhaupt nicht sicher, was ich davon halten soll, deshalb die ??. davor.

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