Inglourious Basterds

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , on Montag, 24. August 2009 by mediensucht

inglourious_basterds_1Quentin Tarantino ist neben M. Night Shyamalan und Michael Mann wohl einer der missverstandensten Regisseure unserer Zeit. Kill Bil 2, Death Proof und nun wieder Inglourious Basterds rufen zum Teil Unverständnis hervor, hauptsächlich geschürt durch falsche Erwartungen. Dabei sollte doch schon seit Reservoir Dogs klar sein, worauf es Tarantino ankommt. Und das sind eben nicht nur flotte Sprüche und Splatteraction. Regelmäßige Verwirrung stiften dabei auch die Vorabtrailer, die etwas anderes suggerieren und damit vielleicht Publikum anlocken, das nur enttäuscht werden kann. So gesehen verwundern die nicht erwartungsgemäßen Zuschauerzahlen der letzten Tarantinofilme wenig. Ich zähle mich inzwischen gern zu den „Tarantinojüngern“ und gebe daher zu, nicht ganz objektiv an das Thema heranzugehen. Andererseits laufe ich dabei auch Gefahr, dass meine hohen Erwartungen enttäuscht werden. Zum Glück war das bei Inglourious Basterds nicht der Fall – im Gegenteil!

Tarantino probiert sich immer wieder gern an neuen Genres des Films und bedient sich dabei ebenso gern zahlreicher Filmzitate aus der Filmgeschichte. Nach Gangsterfilm, Pulp Fiction, Black Power-Hommage, Rache-Epos und 70er-Trash-Referenz sehen wir nun Tarantinos Version eines Kriegsfilms. Der ausgewiesene Film-Nerd belässt es aber nicht bei einem Genre, sondern vermischt seinen Kriegsfilm mit Western und – thematisch naheliegend – mit deutschen Vorkriegs- bzw. Nazifilmen. Der Westerneinschlag ist unübersehbar und berührt damit uramerikanische Freiheitsgefühle. Die titelgebenden „Inglourious Basterds“ sind ein Haufen jüdischer „Cowboys“ und ihr nuschelnder Anführer Aldo Raine (Brad Pitt), die ins nazibesetzte Frankreich eingeschleust werden und fortan auf Nazijagd gehen. Sie sollen bei den Nazis Angst und Schrecken verbreiten, was sie mit ihren brutalen Methoden auch schaffen. Ganz uramerikanisch skalpieren sie ihre Opfer, was Tarantino auch genüsslich zeigt. Krieg ist eben kein Zuckerschlecken. Faszinierend dabei ist, dass es sich bei den Basterds vorwiegend um durchgeknallte Milchbubis handelt. Der psychisch labilen Naziführung mit ihren 08/15-Visagen werden ebenso durchgeknallte Normalos gegenübergestellt.inglourious_basterds_2

Die Basterds sind aber – entgegen den Vermutungen, die man nach Ansicht der Trailer haben könnte – nur ein kleiner Teil des in fünf Kapitel eingeteilten Films. Eigentlicher „Star“ des Films ist SS-Oberst und Judenjäger Hans Landa, der von Christoph Waltz so meisterhaft gespielt wird, dass er alle anderen Mitwirkenden in den Schatten stellt. Landa ist der Gegenentwurf zu den Basterds. Er handelt intelligent und gerissen, verlegt den Terror in den Kopf der Opfer und ist damit weit unberechenbarer als die Basterds. Schon das erste Kapitel ist auf psychischer und inszenatorischer Ebene eine Wucht. Inszeniert wie ein Revolverduell im Wilden Westen, versucht Landa einen französischen Bauern nach dem Versteck einer jüdischen Familie auszufragen. Es dominieren Detailaufnahmen, die auch kleineste Gefühlsregungen in den Gesichtern zeigen. Landa ist ruhig und freundlich, der psychologische Druck, den er ausübt, aber gewaltig. Sergio Leone hätte seine Freude an der Szene.

inglourious_basterds_3

Achtung: Spoiler – Der nächste Abschnitt verrät das Ende des Films.
Als die Naziführung in einem kleinen französischen Kino die Premiere eines Heldenfilmes feiern will, bietet sich den Basterds die einmalige Chance, die komplette Führungsriege der Nazis mit einem Schlag auszulöschen. Sogar Hitler höchstpersönlich hat sein Erscheinen angekündigt. Allerdings stellen sich die Basterds alles andere als clever an. Auch die französische Kinobesitzerin plant – vorwiegend aus Rachegelüsten gegen die Mörder ihrer Familie – eine feurige Überraschung. Natürlich ist es konsequent von Tarantino, dass am Ende beide Pläne aufgehen und die Geschichte umgeschrieben wird. Damit kann ich zwar leben, das Scheitern der Basterds und der Triumph der Kinobesitzeren hätten mir aber besser gefallen. Cleverness siegt über rohe Gewalt. Wunderbar dagegen die Wahl der Örtlichkeit. Tarantino opfert „sein“ Kino, um das Übel zu vernichten. Auch in der Inszenierung des Showdowns bedient sich Tarantino bei den großen deutschen Filmen der Vorkriegszeit (z.B. Metropolis).
Spoiler-Ende

Neben Waltz sind noch eine Reihe anderer deutschsprachiger Schauspieler zu sehen, die aber mehr oder weniger hinter Waltz abfallen. Am Nahesten kommt ihm noch August Diehl, der einen ähnlich cleveren SS-Mann spielt. Diane Heidkrüger (fka. Kruger) als deutsches Starlet steht im Schatten von Mélanie Laurent, die als Kinobesitzerin Shoshanna Dreyfus nicht nur optisch fasziniert. Tarantinos Kumpels Brad Pitt und Eli Roth dürfen sich mal austoben und nach Herzenslust nuscheln bzw. ballern. Mit Robert Richardson an der Kamera lässt Tarantino optisch nichts anbrennen. Musikalisch bedient er sich bei Altbekanntem – Westernklänge, die es etwa schon in Kill Bill 2 ähnlich zu hören gab, und martialisches Schlachtengetöse deutscher Propagandafilme.

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Quentin Tarantino liefert mit Inglourious Basterds einen für ihn typischen Film ab – mit all den Zitaten und Selbstzitaten –, lässt aber eine Entwicklung und vor allem eine qualitative Steigerung erkennen. Optisch waren seine Filme immer schon sehenswert, besonders erwähnenswert sind bei Tarantinos neuestem Werk aber die ausgefeilten Dialoge, die interessanten Charaktere und auch eine gewisse inhaltliche Tiefe, die den Zuschauer auch noch eine Zeit lang nach der Sichtung mit dem Film beschäftigt (so denn der Zuschauer überhaupt dazu fähig ist). Ein großes Kompliment geht nochmals an Christoph Waltz, den man für seine Leistung mit Preisen überschütten sollte. Und damit nehme ich das Wort dann auch in den Mund und bezeichne „Inglourious Basterds“ als Meisterwerk.

M10

TV-Tipp: CHUCK ab heute auf Pro7

Posted in Glotzophonie, Serienjunkietum on Samstag, 22. August 2009 by mediensucht

Gute Nachrichten von der Serienfront: Ab heute Abend läuft auf Pro7 endlich die grandiose Serie Chuck. Jeden Samstag 17:00 Uhr kann man sich von Chuck Bartowski, seinen schrägen Kollegen im Buy More und seinen Beschützern, den Agenten Sarah Walker und John Casey, auf amüsante und actionreiche Art und Weise unterhalten lassen. Eine der besten Serien der letzten Jahre.

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Kurzkommentare – Juli 2009

Posted in Cinemanie with tags , , on Freitag, 7. August 2009 by mediensucht

Etwas verspätet und wetter- bzw. urlaubsbedingt ziemlich spärlich:

Harry Potter und der Halbblutprinz
Hat mir insgesamt doch recht gut gefallen, obwohl der Film weniger auf Action setzt und vielmehr versucht, das Zwischenmenschliche in den Vordergrund zu stellen. Das gelingt erstaunlich oft, wenn es auch teilweise ins Alberne geht. Leider kam die Riddle-Story etwas zu kurz. 6-7/10

Wanted
Ist rein optisch ein sehr unterhaltsamer Film, wenn da nicht diese dämliche Geschichte mit ihrer bedenklichen Aussage wäre. Und die Jolie ist definitiv nicht schön! 4/10

Brüno
Fand ich einen Tick besser als Borat, weil er zielgenauer bloßstellt und weniger albern ist. Dennoch nicht ganz mein Humor. 6/10

Transformers 2
Die Schauwerte ermüden spätestens nach einer Stunde. Die plumpe Story und die eintönige Action dominieren über ein paar wenige gute Szenen. Kann man sich sparen! 3/10

Selbst ist die Braut
Hatte mal Lust auf eine klassische RomCom und wurde nicht enttäuscht. Besonderes gibt es allerdings nicht zu erwähnen. Seichte Story recht witzig verarbeitet mit den üblichen Genrebestandteilen. Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich gegen Sandra Bullock nicht wirklich etwas sagen kann, weil die mir schon immer sympathisch ist … ;o) 6-7/10

MUSE – UPRISING

Posted in Sucht des Tages on Mittwoch, 5. August 2009 by mediensucht

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Rückblick: 1. Kinohalbjahr 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Samstag, 18. Juli 2009 by mediensucht

Die Hälfte des Kinojahres 2009 ist vorbei – Zeit einen kleinen Rückblick zu wagen. Insgesamt empfinde ich das Filmjahr bisher als gewaltiges Sommerloch ohne die großen Filme, die mich richtig begeistern. Nur zwei Filme schaffen es in die Kategorie „Ausgezeichnet“. Unter „Sehr gut“ finden sich schon ein paar mehr Filme, die da teilweise aber nur gelandet sind, weil ich mich freute, überhaupt mal wieder einen guten Film im Kino zu sehen. Ein „gut“ hätte da auch ausgereicht. Das Mittelfeld ist relativ breit besetzt und am Ende tummeln sich ebenso viele Filme. Trotz versuchter Auswahl bezüglich erwarteter Qualität enttäuschten doch ziemlich viele Filme. Ob es in der zweiten Jahreshälfte eine Besserung gibt, bezweifle ich fast, einige Filmankündigungen (Oben, Public Enemies, Inglourious Basterds, Shutter Island) machen dann aber doch Hoffnung. Hier also zunächst das 1. Halbjahr 2009:

Ausgezeichnet:
Watchmen
Star Trek

Sehr gut:
Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt
State Of Play
Bolt
The International
The Fall
Hilde
Rock’n’Rolla

Gut:
Milk
Grand Torino
Twilight – Biss zum Morgengrauen
Zeiten des Aufruhrs
Operation Walküre
The Spirit
Slumdog Millionär
Die Herzogin
Monsters vs. Aliens
Crank 2
Duplicity
X-Men Origins: Wolverine
Illuminati

Mittelmäßig:
7 Leben
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Der Vorleser
The Wrestler
Marley & Ich
Inside Hollywood
Public Enemy No. 1 – Todestrieb
Sunshine Cleaning
Terminator – Die Erlösung
Kurzer Prozess – Righteous Kill

Schlecht mit Lichtblicken:
Transporter 3
The Rocker
96 Hours
Der Ja-Sager
Trauzeuge gesucht!
Drag Me To Hell

Übel:
Männersache
Der Kaufhauscop
Knowing
Radio Rock Revolution
Che – Revolucion

Undefinierbar:
The Limits Of Control

Brüno sagt …

Posted in Sucht des Tages on Samstag, 4. Juli 2009 by mediensucht
Zum Brüno-Test bei der Film-Community moviepilot

Mehr Infos zum Brüno Film

Kurzkommentare – Mai und Juni 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Dienstag, 30. Juni 2009 by mediensucht

Ich brauche Urlaub. Nicht einmal zum Bloggen komme ich noch. Ein paar Tage muss ich auf den Urlaub noch warten. Damit im Juni wenigstens noch ein Beitrag hinzukommt, hier die Kurzkommentare zu den Filmen, die ich im Mai (den Beitrag hatte ich damals vergessen) und Juni sah:

Wolverine
Fand ich gar nicht schlecht. Kann aus objektiven Gesichtspunkten nicht mal sagen, warum das so ist. Ich habe mich jedenfalls subjektiv gut unterhalten gefühlt. 7/10

Duplicity
Technisch fein umgesetztes, verzwicktes Gaunerstück, dass doch einiges Mitdenken vom Zuschauer abverlangt. Aber allein die Dialoge zwischen Owen und Roberts sind schon sehr unterhaltsam. Gut! 7-8/10

Schwarze Schafe
Ziemlich abgedrehter Episodenfilm, teilweise lustig, teilweise doof, teilweise sehr unterhaltsam, teilweise zu gewollt. 6/10

Star Trek
Größtenteils gelungener Neuanfang mit viel Action und Humor, der richtig Spaß macht (siehe hier). 9/10

Knowing
Unlogischer Sciencefictionblödsinn mit ein paar Schauwerten, vielen Klischees und einer strunzdummen Geschichte! 2/10

Die Herzogin
Schönes Kostümdrama mit einer zu dürren Keira Knightley. 8/10

Public Enemy No.1 – Mordinstinkt (Teil 1)
Spannendes und kurzweiliges Kriminellenporträt aus Frankreich mit ordentlich Action, das kurz vor dem Abspann zuviel aus dem 2. Teil verrät. 7-8/10

Illuminati
Besser, als erwartet. Vom Thema für mich sowieso interessant, ist der Stoff auch recht ordentlich umgesetzt und Hanks stört mich weniger in der Rolle als noch im 1. Teil. 6/10

Trauzeuge gesucht
Hatte mir von Jason Segel und Paul Rudd mehr erwartet. Dünne Story mit den üblichen Lovestory-Elementen. Langweilig! 3/10

Kung Fu Panda
Technisch brillant, nur inhaltlich für mich nicht so spannend. Insgesamt noch einigermaßen unterhaltsam. 6/10

Battlestar Galactica aus 1978
Hat schon erstaunlich viel Staub angesetzt. Trotz schlechter Effekte und übelster Schauspielerei war es dennoch interessant zu sehen, was die Grundlage für die beste Scifiserie der letzten Jahre war. 4/10

Terminator: Die Erlösung
Gute Action als Teil einer ziemlich platten Story. Man hätte sich vielleicht auf eine Hauptfigur konzentrieren sollen, wobei hier Wright wesentlich interessanter ist als Connor. Die arme Bryce Dallas Howard ist total verschenkt. Knappe 4/10 (genauer hier)

Sunshine Cleaning
Mir war nicht ganz klar, was der Film eigentlich wollte. Er zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben zweier Schwestern, die versuchen, mit ihrem Leben klar zu kommen. Zu offensichtlich auf Independentmovie gemacht, dafür aber zu wenig einnehmend. 6/10

Public Enemy No.1 – Todestrieb
Leider in allen Belangen schlechter als Teil 1. Die Action ist weniger mitreißend, die Figuren gröber gezeichnet, der innere Zusammenhang lockerer, weil wild aneinandergereihte Ereignisse/Szenen. So 5/10.

Drag Me To Hell
Nimmt sich zu ernst, um von mir ernst genommen zu werden. Klischees in Massen, nur wenige gute Szenen, größtenteils vorhersehbar und langweilig. Die kurzen augenzwinkernden Momente haben mir noch am Besten gefallen. Nicht mein Genre. 2/10

Die Welle
Recht ordentlich umgesetztes und zeitgemäßes Remake mit einem immer noch aktuellen Thema. 7/10

Revolver
Typischer Ritchie, der allerdings am Ende einen auf Lynch macht, was ihm nicht unbedingt gut bekommt. Hat trotzdem über weite Strecken Spaß gemacht. 7/10

Mamma Mia
Völlig durchgeknalltes Abba-Musical, das im Gegensatz zu „Across the universe“ weniger auf Historie und mehr auf Blödelei setzt. Nicht wirklich mein Fall. 3/10

Che – Revolucion (Teil 1)
Viel zu schwarz/weiß gemalter erster Teil, der Che viel zu positiv darstellt. Der Ansatz, die Geschichte strikt nach Ches Tagebüchern zu erzählen, ist da schon der falsche Ansatz. Habe wenig Hoffnung, dass es der zweite Teil besser macht, und uns noch etwas vom wahren Che (dem Verbrecher) zeigt. Die filmische Umsetzung ist einigermaßen OK. Erst einmal ohne Wertung.

edit:
State of Play
Etwas zu gewollt gesellschaftskritisch wirkender, aber durchaus spannender Medienthriller mit Starbesetzung. 7/10

Limits of Control
Ähm, ja!?!

Terminator: Die Erlösung

Posted in Cinemanie with tags , , , , , on Donnerstag, 11. Juni 2009 by mediensucht

Terminator1Neben den positiven Visionen der Zukunft, die auf wissenschaftlichem Fortschritt basieren, gibt es auch immer wieder düstere Zukunftsvorstellungen. Die sogenannte Dystopie behandelt eine fiktive Gesellschaft, die sich äußerst negativ entwickelt hat. Die größte Angst hat der Mensch dabei meist vor sich selbst bzw. den schrecklichen Ergebnissen seiner Taten. Der wissenschaftliche Fortschritt wird als Bedrohung angesehen. Ist der Mensch in Children Of Men, dem besten Sciencefictionfilm der letzten Jahre, noch Opfer von selbstverschuldeten Umwelteinflüssen und kann keinen Nachwuchs mehr zeugen, sind es in der Terminator-Reihe die intelligenten Maschinen, die sich über ihren Schöpfer heben.

Die ersten drei Teile der Reihe spielen jeweils hauptsächlich in der Zeit ihrer Entstehung. In naher Zukunft übernehmen plötzlich („Judgement Day“) intelligente Maschinen die Herrschaft und versuchen, die Menschheit zu vernichten. Im ersten Teil wird ein Terminator (Modell T-800) vom herrschenden Computersystem Skynet in die Vergangenheit (80er Jahre) geschickt, um die Mutter (Sarah Connor) des wichtigsten Widerstandskämpfers (John Connor) noch vor dessen Geburt zu töten. Zum Schutz sendet der Zukunfts-Connor seinen Freund Kyle Reese, der zu dessen Erzeuger/Vater wird. Im zweiten Teil (90er Jahre) ist dann John Connor selbst als Kind das Ziel eines Terminators (Modell T-1000). Dieses Mal kommt ein T-800 als Hilfe aus der Zukunft. Teil 3 (aus 2003) erzählt dann wiederum vom Angriff eines Terminators (der weibliche T-X) auf den älteren Gegenwarts-John. Auch hier kommt ein T-850 als Unterstützung für John aus der Zukunft.

Terminator2

Mit dem dritten Teil schien die Terminator-Reihe schon beerdigt, war er doch offensichtlich nur Werbeträger und Ansammlung platter Action. Nun startete also der nächste Versuch, dem Thema noch neue Aspekte abzugewinnen oder einfach nur Geld zu verdienen. Als Regisseur gewann man Joseph McGinty Nichol, kurz „McG“, der sich als Webefilmer und Regisseur von Fernsehserien (z.B. Chuck) einen Namen machte. Von ihm stammt auch solcher Schrott wie die Neuverfilmung von „3 Engel für Charlie“. Zumindest optisch kann ich McG beim neuen Terminator keinen Vorwurf machen. Er bringt die Dystopie in düsteren Bildern auf die Leinwand. Die Action ist keineswegs platt sondern durchweg gut gemacht. Schräge Kameraeinstellungen wechseln sich mit schnellen Schnitten ab.

Dummerweise dominiert die Action, für sinnvolle Handlung ist kaum Platz. Da konnte auch der gefeierte Christian Bale nicht viel ausrichten, der wohl einiges zu sagen hatte bei der Drehbucherstellung. Vielleicht hat es sogar geschadet, dass er seine Figur des John Connor so in den Mittelpunkt rücken lassen hat, ist doch vielmehr die menschliche Maschine Marcus Wright weitaus faszinierender. In den wenigen ruhigen Momenten mit Wright (Sam Worthington) kann man ahnen, welche psychologische Tiefe der Film hätte haben können, würden nicht nur Action und platte Dialoge dominieren. So gibt es über die eigentliche Handlung wenig zu sagen. Storytechnisch könnte man von einem Prequel in der Zukunft reden.

Terminator3

Der Verbrecher Marcus Wright stellt in der Gegenwart seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung und findet sich Jahre später auf einem verwüsteten Planeten wieder. Der Film spielt nun nur noch in der Zukunft, wo sich Mensch und Maschine bekriegen. John Connor versucht den jungen Kyle Reese zu finden und Skynet auszulöschen. Marcus Wright spielt eine schicksalhafte Rolle. In den ruhigen Szenen dominieren Nahaufnahmen von Gesichtern und Augen, die kurz so etwas wie Atmosphäre aufkommen lassen. Dieser Funken Atmosphäre wird dann wieder mit einem dummen Dialogsatz oder neuer Action zerstört. Da helfen auch die vielen Anspielung (bis zum plumpen „I’ll be back“) nicht, die wohl nur aus Angst vor den eingefleischten Fans so gehäuft eingebaut wurden. Auch das Modell T-800 hat einen CGI-Kurzauftritt. Da hätte man sich den Mut eines J.J. Abrams gewünscht, der es mit Star Trek wesentlich besser gemacht hat.

Terminator: Die Erlösung taugt gerade so als Sommerlochfüller. Der Film ist einer dieser vielen Sommerblockbuster, die viel Krach und Wind machen, inhaltlich aber nur ein laues Lüftchen erzeugen. Zugegeben, die Action ist gut, auf Dauer aber ermüdend. Die schauspielerischen Leistungen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Christian Bale zieht die ewig gleiche Mine und Bryce Dallas Howard ist mangels Entfaltungsmöglichkeiten total verschenkt. Schenken kann man sich auch den Kinobesuch. Für einen DVD-Abend (bei Veröffentlichung in einem halben Jahr) reicht es vielleicht, sei es, um die Nachbarn zu ärgern oder mal das Hirn mit Action durchzublasen.

M04

Deutscher Meister 2009: VfL Wolfsburg

Posted in Suchtmittel with tags , , , , , , on Sonntag, 24. Mai 2009 by mediensucht

Deutscher Meister ist nur der VfL …

dzeko

Titel des neuen MUSE-Albums: The Resistance

Posted in Beschallungsabhängigkeit on Freitag, 22. Mai 2009 by mediensucht

Der Titel des neuen MUSE-Albums, dessen Veröffentlichung für Sommer diesen Jahres erwartet wird, ist:

THE RESISTANCE

bandtwitterimage

(via http://twitter.com/musewire)

Eurovision Song Contest 2009

Posted in Glotzophonie with tags , , , , , , , , , , , , on Sonntag, 17. Mai 2009 by mediensucht

Tja, gestern/heute strahlte die ARD mal wieder den Eurovision Song Contest aus. Früher gab es da tatsächlich eine bunte Mischung aus Songs mit einem ordentlichen nationalen Einschlag, der einen schönen Querschnitt durch das musikalische Europa darstellte. Heute zählen nur noch Retortenpopnummern auf Englisch mit Modeltypen als Interpreten. Nur noch selten gibt es Lieder in Landessprache und mit landestypischem Repartoire (dieses Jahr beispielsweise ausgerechnet aus Russland). Nach einer Stunde war mir das Ganze dann auch zu viel, weshalb ich mir lieber auf ZDF im Aktuellen Sportstudio nochmals den grandiosen Sieg des VfL in Hannover anschaute.

Russia Eurovision 2009

Hier trotzdem das Endergebnis des Contests (D mal wieder hinten):

1. Norwegen: Alexander Rybak mit „Fairytale“ (387 Punkte)

2. Island: Yohanna mit „Is it true?“ (218 Punkte)

3. Aserbaidschan: AySel & Arash mit „Always“ (207 Punkte)

4. Türkei: Hadise mit „Düm Tek Tek“ (177 Punkte)

5. Großbritannien: Jase Ewen mit „It’s my Time“ (173 Punkte)

6. Estland: Urban Symphony mit „Rändajad“ (129 Punkte)

7. Griechenland: Sakis Rouvas mit „This is our Night“ (120 Punkte)

8. Frankreich: Patricia Kaas mit „Et s’il fallait le faire“ (107 Punkte)

9. Bosnien und Herzegowina: Regina mit „Bistra voda“ (106 Punkte)

10. Armenien: Inga & Anush mit „Jan-Jan“ (92 Punkte)

11. Russland: Anastasija Prichodko mit „Mamo“ (91 Punkte)

12. Ukraine: Svetlana Loboda mit „Be my Valentine“ (76 Punkte)

13. Dänemark: Brinck mit „Believe again“ (74 Punkte)

14. Moldawien: Nelly Ciobanu mit „Hora din Moldova“ (69 Punkte)

15. Portugal: Flor-de-lis mit „Todas a ruas do amor“ (57 Punkte)

16. Israel: Noa & Mira Awad mit „There must be another Way“ (53 Punkte)

17. Albanien: Kejsi Tola mit „Carry me in your Dreams“ (48 Punkte)

18. Kroatien: Igor Cukrov mit „Lijepa Tena“ (45 Punkte)

19. Rumänien: Elena mit „The Balkan Girls“ (40 Punkte)

20. Deutschland: Alex swings, Oscar sings mit „Miss Kiss Kiss Bang“ (35 Punkte)

21. Schweden: Malena Ernman mit „La voix“ (33 Punkte)

22. Malta: Chiara mit „What if we“ (31 Punkte)

23. Litauen: Sasha Son mit „Love“ (23 Punkte)

24. Spanien: Sorya mit „La Noche es para mi“ (23 Punkte)

25. Finnland: Waldos People mit „Lose Control“ (22 Punkte)

Da ist die Veranstaltung von Raab zumindest musikalisch interessanter!

Party Down

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , , , , on Donnerstag, 14. Mai 2009 by mediensucht

Party Down Gallery 2009Ich mag keine Wackelkamera. Ich mag auch keine billigen Filmchen, die mit der normalen HD-Cam gedreht wurden. Party Down wird mit HD-Handkameras gefilmt. Es wackelt ab und zu gewaltig. Ich mag Party Down. Wie konnte das nur passieren?

Party Down ist eine sehr preisgünstig produzierte Serie von den Machern der brillanten Serie Veronica Mars Dan Etheridge, John Enbom und allen voran Rob Thomas, die auf dem kleinen US-Network Starz läuft . Zudem ist noch der relativ bekannte Schauspieler Paul Rudd (aktuell in Trauzeuge gesucht!) an der Produktion beteiligt. Da ich Veronica Mars sehr mochte und mir ein Freund (liebe Grüße an den Auserwählten) zum Sehen riet, probierte ich das doch sehr interessant klingende Format mal aus.

Es geht um eine Gruppe von Caterern, angeführt vom engagierten Ron Donald, die in jeder Folge eine andere Veranstaltung mit Speisen und Getränken versorgt bzw. die Gäste bedient. Dabei gewährt uns die Serie jedes Mal einen Blick in eine andere amerikanische Gesellschaftsschicht und nimmt sie genüsslich auseinander. Da bröckeln die aufgebauten Fassaden nach dem Motto: Je höher das Bauwerk desto lauter der Zusammenbruch. Die Caterer, allesamt im Showgeschäft gescheiterte Karrieren, dienen dabei hauptsächlich als Katalsyatoren, beteiligen sich aber auch gern mal an der ein oder anderen Peinlichkeit.

Ron (Ken Marino – Vinnie van Lowe aus Veronica Mars) träumt von einer eigenen Suppen-party_down1Fastfood-Kette „Soup R‘ Crackers“, ist meist überengagiert und lässt kein Fettnäpfchen aus. Henry (Adam Scott) kennt man nur aus einem Bierwerbespot. Seit dem lief nichts mehr für ihn. Er ist auch wegen seiner vermeintlichen Gleichgültigkeit der ruhige Pol der Gruppe. Auch Constanze (Jane Lynch) hat es nicht über kleine Nebenrollen hinaus geschafft, hält sich aber für eine Hollywoodinsiderin. Die hübsche Casey (Lizzy CaplanCloverfield) hat Probleme mit ihrem Mann und neigt zu köstlichem Sarkasmus. Dann gibt es noch den Macho Kyle (Ryan Hanson – Dick aus Veronica Mars) und den Möchtegern-Drehbuchschreiber Roman (Martin Starr).

Nicht nur der Hauptcast besteht teilweise auch ehemaligen Mitspielern von Veronica Mars, auch viele Nebenrollen sind mit Schauspielern der Serie besetzt. Witzig ist beispielsweise der Auftritt von Enrico Colantoni (Sheriff Mars), der auf einer Nachbarschaftsparty durchdreht. Zudem spielen noch Jason Dohring (Logan Echolls) mit schräger Frisur und Kristen Bell (Veronica Mars) höchstpersönlich kleine Rollen. Ein Spaß für alle Veronica Mars-Fans.

party_down2

Party Down ist neben Better Off Ted die momentan wahrscheinlich beste und bissigste Gesellschaftssatire aus den USA. Der Fremdschämfaktor nimmt schon Maßstäbe der Serien von Ricky Gervais (z.B. Extras) an. Dabei ist Party Down relativ aktuell (z.B. Finanzkrise) und sehr abwechslungsreich. Am Ende sind es aber auch die schrägen Figuren und der schöne bitterböse Humor, die die Serie auszeichnen. Empfehlung!

M09

Star Trek (2009)

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , , , , , , , on Dienstag, 12. Mai 2009 by mediensucht

Star-Trek-1Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Er gewöhnt sich an so ziemlich alles. Der Kinozuschauer muss neuerdings immer mehr schlechte Filme ertragen (Frühjahrsloch?), darum soll es hier aber zum Glück nicht gehen. Kinofilmserien sind eher selten. In den letzten Jahren gab es davon eigentlich nur zwei. James Bond steht schon seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts in über 20 Filmen seinen Mann. Ende der 70er hatte dann Star Trek: Der Film Premiere. Die auf einer Fernsehserie basierende Reihe brachte es mit größeren Pausen auf 10 Filme. Bei Paramount hatte man sich an die Einnahmen aus den Star Trek-Filmen und den Serien gewöhnt. Nachdem aber die Prequel-Serie Enterprise trotz guter Qualität im TV scheiterte und die „Nächste Generation“ im Kino schon zu alt war, entschied man bei Paramount, ausgerechnet dem „Serientäter“ J.J. Abrams, der zuvor eigentlich mit Star Trek nichts am Hut hatte, das Heft in die Hand zu geben. Wie bei Bond dachte man an ein Prequel, frei nach dem neuerdings modernen Rezept: Wie alles begann …!

Es ist ein großer Vorteil der Produktionen aus Amerika, dass man, wenn einmal Malz und Hopfen verloren sind, gern etwas riskiert, um den Karren aus dem Dreck zu holen. Abrams bekam weitestgehend freie Hand. Seine Drehbuchautoren schrieben eine Paramountvorlage nach Abrams Wünschen um. Aus Sorge vor unfreiwilliger Komik sollte echter Humor ein Bestandteil werden. Um eine gute Portion Action muss man sich bei Abrams sowieso keine Sorgen machen. Bei den Hauptrollen entschied man sich gegen die großen Namen (Matt Damon war einmal als Kirk im Gespräch) und für größere Ähnlichkeit zu den Originalcharakteren. Ganz unbekannt sind die Schauspieler aber nicht, die wir auf der Leinwand zu Gesicht bekommen. Man griff beispielsweise im Pool der Seriendarsteller zu. Heroes-Bösewicht Zachary Quinto kommt nicht nur einem jungen Spock sehr nahe, er hat auch kaum noch etwas mit dem Heroes-Monster Sylar gemeinsam. Herr der Ringe-Eomer Karl Urban spielt „Pille“-McCoy, Shaun of the Dead Simon Pegg gibt den Scherzkeks Scotty, House-Blondine Jennifer Morrison gebärt als Kirks Mutter. Als letzter Posten wurde Chris Pine (debütierte in Emergency Room) als Kirk gecastet, der seine Sache ordentlich macht. Neben Leonard Nimoy, der eine kleine Rolle als alternder Spock hat, ist Eric Bana als Bösewicht Nero der einzige große Name des Ensembles.

Star-Trek-3

Die Geschichte an sich ist eine typische Sciencefictionstory mit den fast schon üblichen Raum-Zeit-Spielereien. Das Schöne ist aber, dass sich Abrams neben all der für Star Trek fast schon unüblichen Action Zeit für seine Charaktere nimmt. Zwar kann nicht jedes Mitglied der Crew ausführlich beleuchtet werden, doch gerade Kirk und Spock kommen dem Zuschauer erstaunlich nahe. Natürlich gibt es noch ausreichend Raum für Fortsetzungen. Die Mischung stimmt hier aber schon hervorragend. Dialoge und Actionszenen sind ausgezeichnet getimt. Übermäßig viele Gedanken über die Rachegeschichte des Nero sollte man sich allerdings nicht machen. Sie dient wirklich nur als Aufhänger, uns die Charaktere näher zu bringen und vor allem die Beziehungen der Figuren untereinander anzulegen und auszubreiten.

Der Neubeginn von Star Trek ist also insgesamt als durchaus gelungen zu bezeichnen. Abrams macht vieles richtig und nur wenig falsch. Der Film überzeugt durch gute Action, Humor und Charaktertiefe, ist spannend und dynamisch erzählt. Das Setting ist durch gut gemachte Spezialeffekte realistisch (im Rahmen eines Sciencefictionfilms), nur das Drehbuch ist an einigen Stellen zu chaotisch und platt. Wenn man sich hier bei einer Fortsetzung etwas mehr an die Grundgedanken der Serie (Moral, Ethik) hält und dennoch den äußerst unterhaltsamen Charakter dieses Films beibehält, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und empfehle den Film (auch  Nicht-Trekkies) weiter.

m09

Kurzkommentare – April 2009

Posted in Cinemanie with tags , on Freitag, 1. Mai 2009 by mediensucht

Die übliche Monatsübersicht zu meinen Filmsichtungen:

Shine A Light
08/15-Konzertmitschnitt, dessen Regisseur zufällig Martin Scorsese ist. Völlig überbewertet! 4/10

Monsters vs. Aliens
Dreamworks zeigt, dass es nicht immer Pixar sein muss. Der Spagat zwischen kindgerechter Geschichte mit entsprechenden Botschaften und angenehmer Erwachsenenunterhaltung mit Horrorfilmanspielungen gelingt gut. 7/10

Der Kaufhauscop
Was für ein strunzdämlicher, langweiliger Film. Schade um den sympathischen Kevin James! 2/10

Milk
Ordentliches Biopic mit guten Schauspielleistungen, dem es mir allerdings etwas an Esprit und Intensivität fehlte. 7/10

Gran Turino
Ruhiger, kleiner Film von und mit Clint Eastwood, der mir aber oft zu berechenbar war, um mich vollends zu überzeugen. 7/10

Männersache
Darüber lacht also Deutschland. Na dann: Gute Nacht! 2/10

Crank 2
Herrlich abgedrehter Spaß, der doch – verglichen mit Teil 1 – tatsächlich noch einen Zahn zulegen kann und das Tempo bis zum Ende hält. 7/10

Radio Rock Revolution
So ein dämlicher Blödsinn. Nix Gute-Laune-Film, nur öde Story mit albernen Gags. Für die gute Musik noch 2/10.

Brügge sehen … und sterben
Beim zweiten Sehen viel melancholischer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Immer noch großartig! 9/10

Cloverfield
Gefällt mir vom Konzept und der Umsetzung her weiterhin. Die Logiklöcher kann man dabei gern außer Acht lassen. 7/10

Baader Meinhof Komplex
Leicht besser als beim ersten Sehen. Der innere Zusammenhang dieser historischen Abarbeitung fehlte mir dennoch. 6-7/10

Better Off Ted

Posted in Serienjunkietum with tags , , , , , on Sonntag, 26. April 2009 by mediensucht

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Letztes Jahr erheiterte uns die witzige Serie The Middleman im Sommer und füllte somit unerwartet das Seriensommerloch. Leider schaffte es The Middleman nicht über eine Staffel hinaus. Die Serie war wohl inhaltlich und humoristisch zu speziell. Blöd, wenn man nicht den Massengeschmack hat. Auch dieses Jahr scheint es schon im Frühjahr so eine Serie zu geben, deren spezieller Inhalt und Humor in den USA nicht so richtig ankommen will, mir aber ausgezeichnet gefällt. Ich schreibe von Better Off Ted, die es wohl leider auch nicht auf mehr als eine Staffel bringen wird.

Better Off Ted ist eine Mischung aus 30 Rock und The Office. Es geht um das große Unternehmen Veridian Dynamics, das so ziemlich alles herstellt – vom künstlichen Essen bis zur Massenvernichtungswaffe. So gibt es in jeder Folge auch einen Werbespot für die Firma, der gegen Ende hin immer schräger wird. Im Mittelpunkt der Serie steht Ted Crisp (Jay Harrington), Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, der bisweilen (wie der Chef in The Office) direkt das Publikum anspricht und die Geschehnisse erklärt. Teds Boss in der Firma ist Victoria Palmer, ein kaltes Biest, die gewissenlos nur an den Erfolg des Unternehmens denkt und gern die Lorbeeren für gute Entwicklungen einstreicht. Die typischen verrückten Wissenschaftler fehlen natürlich auch nicht. Da gibt es den weinerlichen Phil Mymen (Jonathan Slavin), der sich sogar einfrieren lässt, und den schwarzen Lem Hewitt (Malcom Barrett), der mit Phil ein brillantes Team bildet. Linda Zwordling (Andrea Anders), die als Rebellion gegen die Firma alle Kaffeesahne klaut, will Ted verführen. Der „darf“ aber keine Affäre mit ihr anfangen, weil er seine eine Büroaffäre schon verbraucht hat.

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Ted, ein Mann mit moralischen Prinzipien, steht oftmals kurz vor dem Rauswurf, weil er, auch angestachelt von seiner hyperintelligenten 7-jährigen Tochter Rose (Isabella Acres), beim Management häufig aneckt. Seine Konversation mit der gefühlskalten Veronika, brillant gespielt von Portia de Rossi (bekannt z.B. aus Ally McBeal), sprüht nur so vor Zynismus und Sarkasmus. Die Dialoge sind witzig und teilweise auch ziemlich albern. Wenn man will, kann man eine ordentliche Portion böse Kapitalismuskritik in der Serie sehen oder man kann sich einfach unterhalten lassen. Warum dieses Konzept in den USA nicht funktioniert, ist mir ein Rätsel. Für die erste Staffel sind zunächst 13 Folgen geplant. Die Ratings sind schlecht, weshalb wohl kein Folgeauftrag vom Sender ABC kommen wird. Damit werde ich mich dann am Ende wieder schweren Herzens von einer großartigen Serie verabschieden müssen. Bis dahin: „We can do that!“

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