Lesetipp: Der Vorleser

Eigentlich verbietet es sich, bei einer Buch- oder auch Filmempfehlung etwas über den Inhalt des Werkes zu offenbaren. Man empfiehlt das Buch, um dem zukünftigen Leser gleich das Lesevergnügen durch übertriebene Inhaltsangaben zu trüben, ihm wunderbare Überraschungsmomente zu nehmen. Andererseits könnte man argumentieren, dass ohne einen kleinen Anreiz der Leser nicht zu seinem Buch gekommen wäre und ihm quasi das komplette Lesevergnügen genommen würde. Schön ist es also, wenn man ohne Inhaltskenntnis zu einem Buch kommt und damit jede Komponente des Buches genießen kann.

So erging es mir mit Der Vorleser von Bernhard Schlink. Sein Werk wurde in 39 Sprachen übersetzt und war in den USA sehr erfolgreich. In Berlin wurde das Buch gerade durch Stephen Daldry (The Hours) und Roger Deakins hinter der Kamera mit Starbesetzung (Nicole Kidman, Ralph Fiennes) verfilmt. Dies nahm ich zum Anlass, mir das nur ca. 200 Seiten starke Buch ohne die Kenntnis jeglichen Inhalts zu Gemüte zu führen. Ich wurde gleich mehrmals überrascht.

Nein, ich werde meinen Anfangsgedanken nicht verwerfen und hier Inhaltliches preisgeben. Es sei aber soviel gesagt: Das Buch ist inhaltlich sehr komplex. Schlink spricht viele Themen auf nicht alltägliche Art und Weise an. Es geht um Liebe, um psychologische Abgründe und Vergangenheitsbewältigung. Schlink benutzt dabei eine einfache, aber präzise Sprache. Wenn es allerdings um Gefühle geht, wird Schlink wunderbar bildlich. Seine philosophischen Betrachtungen sind erstaunlich und interessant. Der Vorleser ist 200 Seiten intensive Literatur, die an Herz und Nieren geht. Deshalb: Lesen!

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4 Antworten to “Lesetipp: Der Vorleser”

  1. Oh mann, komm mir bitte nicht damit ^^
    Wir nehmen das gerade im Deutsch LK durch und es ist einfach nicht mehr auszuhalten…Wobei ich zugeben muss, dass es das beste Buch bisher ist, welches ich in der Schule gehabt habe.

  2. Jaja, die gute Schule. Zu viel Interpretation schadet in den meisten Fällen. Ich hatte sowieso immer eine andere Meinung als meine Deutschlehrerin. Das hat sich nicht sonderlich günstig auf meine Note ausgewirkt 😉 „Der Vorleser“ stand bei mir aber nicht auf dem Lehrplan. Sei froh, wenn Du aus der Schule kommst und unbeschwert Bücher lesen kannst!^^

  3. Das sind ja wirklich interessante Gedankenansätze. Weitere so.
    Auf http://www.Der-Vorleser.com findet Ihr sogar eine ganze Ausarbeitung zum Roman Der Vorleser von Bernhard Schlink.

    Der Vorleser – Bernhard Schlink – Ausarbeitung einer Schulklasse

  4. […] Vorleser Literaturverfilmung, die sehr nah an der Vorlage bleibt und dabei für den Buchkenner weniger spannend ist. Die Umsetzung ist insgesamt ordentlich, Winslet gut, bei Weitem aber nicht in […]

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