Kurzkommentare – Januar 2009

Hier ist ja gar nix los! Das mag daran liegen, dass ich im Monat Januar mal wieder ein paar mehr Filme gesehen habe. Die kurzen Eindrücke zu den gesehenen Streifen folgen … hier:

Willkommen bei den Sch’tis
Das war also der erfolgreichste Film Frankreichs. Naja, nett war’s schon, das Spiel mit den Klischees. Gegen Ende ging es mir aber zu sehr in die alberne Richtung. Die Synchro war übrigens gar nicht mal so schlecht. C.M. Herbst macht ausgezeichnete Arbeit! So 6/10

So finster die Nacht
Wenn der dämliche Junge als Hauptdarsteller nicht gewesen wäre … Mit dem kam ich zeitweise gar nicht zurecht. Der restliche Cast war dagegen grandios (besonders das „Mädchen“). Der schwedische Gegenentwurf zu „Twilight“ glänzt zudem mit einer ruhigen, aber sehr intensiven Erzählweise und einer wunderbar morbiden Stimmung. Sehr gut! 9/10

Australia
Kitsch über Alles! Dabei fing es noch so gut an. Die anfänglichen satirischen Elemente schwinden aber zusehends, am Ende nimmt sich der Film viel zu ernst. Schöne Bilder, schwülstige Musik und gaaanz viel Herzschmerz, der Genrefan wird begeistert sein. Für mich war`s so lala. 6/10

Schmetterling und Taucherglocke
Technisch natürlich beeindruckend, was Schnabel und Kaminski hier abliefern. Auf menschlicher Ebene hat mir eine Kleinigkeit gefehlt. Vielleicht lag es an den vielen unbeleuchteten Nebenfiguren oder an den zu wenigen Rückblenden auf das Leben von Bauby. Insgesamt aber ein äußerst empfehlenswerter Film. 8-9/10

Die Buddenbrooks
Gute deutsche Literaturverfilmung, die die Geschichte um das Kaufmannshaus ordentlich auf die Leinwand bringt. Ich mag eben Kostümschinken. Etwas mehr Raffinesse und Esprit hätte ich mir aber schon gewünscht. 7/10

Scary Movie 4
Was für ein gequirlter Gesäßausfluss! Kein Mal gelacht! 0/10

1 ½ Ritter
Damit konnte man nach dem Trailer fast rechnen. Saudämliche, total verkrampfte, auf modern gemachte Rittergeschichte, die unkomisch und stinklangweilig ist. Peinlich! 0/10

Kurzer Prozess – Righteous Kill
Doch spannender als erwartet, was allerdings nicht unbedingt an der etwas vorhersehbaren Geschichte lag, sondern an der ordentlichen Inszenierung. Dennoch wirken Pacino und De Niro fast zu routiniert, hab ihnen trotzdem gern zugesehen. 50cent hat zum Glück eine kleinere Rolle als befürchtet. So 6/10

Zeiten des Aufruhrs
Was kann man von Mendes, Deakins, Newman, Winslet und DiCaprio erwarten? Natürlich nur höchste Qualität! Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch mit diesem reinen Gesellschaftsdrama kommt Mendes prima zurecht. Unterstützt von den eben Genannten gelingt ihm ein dichter, eindringlicher und atmosphärischer Film über vermeintliche Zwänge der Gesellschaft, verflogene Ideale und innere Unzufriedenheit. Ein brillantes klassisches Drama! 9/10

Twilight
Gar nicht so übel und effekthascherisch, wie erwartet. Man erkennt die Intention von Regisseurin Catherine Hardwicke, die Liebe des ungleichen Paars in den Vordergrund zu stellen und das große Huibuh in einem vernünftigen Maß zu halten. Nichtsdestotrotz ist TWILIGHT ein typischer Teeniefilm mit den üblichen Versatzstücken. Ich muss aber gestehen, dass ich Kristen Stewart mal wieder gern zugesehen habe. Insgesamt nett und harmlos. 6/10

Speed Racer
Nö, so grottenschlecht war der gar nicht. Ist sicher eine gewöhnungsbedürftige Variante, einen Comic zu verfilmen, wenn man sich aber mal daran gewöhnt hat, ist die Optik durchaus interessant. Bei der Geschichte haperts dagegen gewaltig. Viel zu simpel gestrickt und nicht wirklich spannend. So 4/10

Southland Tales
Da hat jemand dem Kelly ins Hirn geschissen und die Kamera draufgehalten. Anders ist dieser Gesäßausfluss nicht zu erklären. Dabei ist der Film zumindest zeitweise optisch und akustisch ganz gut gemacht. Warum man aber einen Muse-Song so deplaziert einsetzen muss, ist mir ein Rätsel. Schade drum! Zur Story an sich fehlen mir die Worte! 1/10

W.
Hatte ein paar gute Momente, war aber insgesamt viel zu harmlos, zu wenig bissig oder witzig. Meines Erachtens fehlte Stone ein ordentliches Konzept, wo der Film nun eigentlich hingehen sollte. So ist er nichts Halbes und nichts Ganzes. Immerhin passt er damit annähernd zur porträtierten Person. 3/10

Sieben Leben
Den Anfang fand ich gar nicht so übel. Leider enthüllt sich das vermeintliche „Geheimnis“ viel zu schnell und man langweilt sich durch die erwarteten Szenen, wenngleich sie teils gar nicht schlecht inszeniert sind. Insgesamt eine sehr enttäuschende Angelegenheit! 3/10

Transporter 3
Ziemlich dummer Actionreißer nach dem üblichen „Transporter“-Schema mit übermäßig vielen unlogischen Szenen, der nur ab und zu so etwas wie Charme versprüht. 3/10

Operation: Walküre
Zugegeben, der Film ist ordentlich gemacht und Cruise nervt weniger als erwartet. Leider brachte mir der Film inhaltlich rein gar nichts. Hier hätte ich mir mal etwas mehr gestalterische Freiheit gewünscht. So kommt der Film nicht über das Niveau eines guten ZDF-Doku-Spielfilms hinweg. Diskussionswürdig ist der Film auch eher nicht, da er einfach eine zu kurze Zeitspanne abhandelt, um größere Rückschlüsse auf den Charakter eines Stauffenberg ziehen zu können. So wirkt er etwas zu glatt. Clarice van Houten ist leider total verschenkt! 5/10

8 Blickwinkel
Nette Idee mit altbackener Geschichte und viel zu vielen Klischees, die den Film mit der Zeit langweilig machen. Kein gutes Merkmal für einen Action-Film. 3/10

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10 Antworten to “Kurzkommentare – Januar 2009”

  1. Tz tz, weiß SOUTHLAND TALES einfach nicht zu schätzen 😉

  2. Tz tz, weißt SOUTHLAND TALES einfach nicht zu schätzen 😉

    Ansonsten aber Zustimmung zu dem, was ich auch gesehen habe (So finster die Nacht, Zeiten des Aufruhrs, Walküre)

  3. Ja, bei „Let the right one in“ – So finster die Nacht stimme ich dir absolut zu. Der Film an sich großartig, die verschneiten Schauplätze, mitten in der Stadt und trotzdem einsam, das „Mädchen“ fand ich auch großartig. Aber der ständig total verschnodderte, irgendwie recht zurückgeblieben wirkende Junge ging mir auch ziemlich auf den Senkel.

    Buddenbrooks will ich noch sehen, aber ich war ja doch überrascht über die Vorauswahl für den Dt. Filmpreis: nur einmal vorausgewählt, und zwar August Diehl. Mehr nicht, keine Ausstattung, nix. Und Til Schweiger wird bestimmt auch wieder beleidigt sein über seine Ausbeute 😉

    Ansonsten kann ich beide neuen Eastwoods empfehlen, und morgen ist wohl „Benjamin Button“ dran, obwohl ich da auch schon herrliche Verrisse gelesen habe 😉 Aber wir bilden uns ja schließlich unsere eigene Meinung, gell?

    Wie siehts eigentlich aus mit Oscar-Nacht? Bist du in B. an der S.?
    Denn die Einladung zur Oscar-Guckung mit Happa gilt noch.

    Grüße!

  4. Also ich hab kaum was gesehen im Kino letzten Monat, bin gerade eher dabei ein paar mehr und weniger alte Klassiker zu Hause nachzuholen.

    Aber ner Freundin zuliebe war ich in Australia. … Wie zum Henker du auf 6 von 10 Punkten kommst, ist mir allerdings schleierhaft! Der nett anzusehenden Landschaftsaufnahmen zuliebe? … Die erwähnten humoresken Szenen waren ja leider leider nach 10min vorbei. … Danach fingen Schnitt, überladene Story und Kitsch einfach nur noch an zu nerven. Was mich völlig kirre gemacht hat, war die ständig wechselnde Bildästhetik.

    Da fand ich 8 Blickwinkel wesentlich angenehmer und spannungsgeladener. 😉

    Und soll das so sein, dass du Transporter 3 nicht bewertet hast?

    Liebe Grüße,
    V.

  5. Jungs, was gibt es denn an SOUTHLAND TALES zu schätzen? Wieviel Grütze in ein menschliches Hirn passt? :mrgreen:

    Babsi, wirklich herausragend bei den BUDDENBROOKS war tatsächlich nur Diehl. Für den Rest muss man keine Preise geben. Routinierte Arbeit. BUTTON werde ich erst nächsten Freitag sehen. Bin aber freudiger Erwartung. Genauso wie auf die Eastwoods, wobei mir der mit der Jolie fast schon Angst macht. Ich habe nicht wirklich Lust auf die kreischende Frau beim Overacting.
    Danke für die Einladung! Es sieht aber momentan schlecht mit einem Berlinbesuch zu den Oscars aus.

    Miss V., die 3 für den Transporter mit der gleichen Zahl ist mir versehentlich durch die Tastatur gefallen. Habe das Missgeschick korrigiert.
    Kitsch muss ja nicht immer negativ belegt sein. In alter Kitschtradition ist AUSTRALIA gar nicht so schlecht. Der Humor hat mir später natürlich auch gefehlt. Die Bilder fand ich insgesamt auch nicht übel. Eben Ansichtssache!
    Liebe Grüße zurück! 😉

  6. Ah… ok ok.

    Zu Australia nochmal: Kitsch ist auch schön! Ich ertrage Kitsch, auch wenn wie für Australia einfach nur ewig viele klassischen Romanzen- und Pathosbilder kopiert wurden, ohne etwas Neues zu entwickeln! Aber dann doch bitte richtig! Und konsequent! ohne diese „gewollt und nicht gekonnt“ Rinderherden- und Kriegs-Spezialeffekten (von dem falschen Flugzeugtyp mal abgesehen), gepaart mit einem an stilistisch an Homosexualität grenzenden Jackman und nicht mit einer „Miss Boss“ Kidman, die ständig glasige Augen hat, sobald eine Nah- oder Detailaufnahme von ihr gemacht wird. Es geht einfach nicht, dass ein Film, auch wenn er doppelte Überlange hat, versucht Komödie, Romanze, Drama, Western, Action-, Historien- und Kriegsfilm mit gesellschafts- und erziehungskritischer Note zugleich zu sein. Vor allem nicht, wenn der komödiantische Ansatz nach 10Minuten wieder fallengelassen wird und wenn man ständig das Gefühl hat, die Charaktere der Haupt-Protagonisten sind nicht zu Ende durchdacht und man hätte sich weder beim Dreh, noch beim Schnitt auf einen markanten Plot oder eine Charakterisierung einigen können. Ich hatte auch das Gefühl, dass da jemand gewettet hat, er könnte zu jeder Dialog-Szene möglichst viele Kameraeinstellungen, -fahrten und -blickwinkel nutzen. Lediglich „Nullah“ hat konstant überzeugende Leistung gezeigt bzw. sein Verhalten war scheinbar durchweg logisch im Drehbuch vermerkt. Auch wenn ich mir uneins war, ob er nun wirklich wie nen Junge aussah. Vielleicht hab ich mich aber auch nur in diese tiefschwarzen Augen verliebt. 🙂 Die deutsche Synchronisation ließ auch – welch Überraschung – extrem zu wünschen übrig, was aber wohl auch an mir liegen mag, da ich einfach (wann immer möglich) alle englischsprachigen Produktionen im Original anschaue.

    Na gut, genug gemeckert. Zu Beginn letzten Jahres gingen unsere Meinungen zu Filmen irgendwie nicht so auseinander! Oder es ist zumindest in meiner Erinnerung so. 😉

    Ich hab mir gestern zur Entschädigung für den Australia-Kinoabend mit den selben Freunden „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ angeschaut. Der hat uns wesentlich besser unterhalten und vor allem sehr amüsiert. =)

  7. Miss, das mit dem Neuen ist so eine Sache. Ich sehe den Film eher als Hommage, die viele Elemente (u.a. auch Kitsch und Klischees) aus den Klassikern übernimmt. Gerade durch den amüsanten Anfang war mir der Film schnell irgendwie sympathisch, weshalb ich ihm die sicher vorhandenen Schwächen nicht so übel nahm. Klar ist Australia nicht der Superknaller, ein schlechter Film ist er aber für mich definitiv nicht. Ein Faible für Kostümschinken habe ich sowieso. Ich will Dich jetzt eh nicht bekehren, hat nämlich gar keinen Zweck. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

    Und Deine Freunde haben erst recht keine Ahnung! :mrgreen:

  8. Naja, soviel Ahnung wie ich, haben sie wirklich nicht, aber… 😉

    Hast du es schon zu Benjamin Button geschafft? Da würde mich deine Meinung auch interessieren.

  9. Button werde ich erst am Freitag sehen (Gruppenzwang). Irgendwann gibt’s dann auch eine Stellungnahme von mir zum Film.

  10. Angesichts der Oscar-Nominierung Brad Pitts für „Benjamin Button“ war ich doch etwas enttäuscht, obwohl ihm die Rolle auch wenig Raum bot.

    Grandios dagegen Leonardo di Caprio und Kate Winslet, die bei den Oscars für „Zeiten des Aufruhrs“ nicht berücksichtigt wurden, für mich unfassbar und eine Unverschämtheit.
    Der Film war wirklich der beste seit langem – großartig gespielt, inszeniert, fotografiert und Thomas Newmans Kompositionen sind sowieso unvergleichbar.

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