fritz15

Am 01.03. diesen Jahres feierte das Radio fritz des RBB mit einem Konzert in der arena Berlin seinen 15 Geburtstag. Es waren 7 bzw. 8 teils namhafte Bands/Künstler eingeladen. Ca. 6 Stunden live-Musik für 23 Euro – das war ein Pflichtbesuch. Hier ein kleiner Abriss der Veranstaltung:

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Makabu
Die Thüringer Makabu machten den Anfang. Die von Pate Clueso angekündigte Band aus Erfurt bot guten englischen Softrock mit einer ordentlichen Prise Melancholie. Insgesamt vielleicht etwas eintönig und für den Anlass auch zu wenig mitreißend, dennoch sollte man die Ohren für diese Newcomer offen halten.

Clueso
Clueso heizte die Stimmung in der Halle dann tüchtig an und spielte seltsamer Weise am längsten von allen Acts. Die Mischung der Songs stimmte, auch wenn mich teils die Interpretation der Stücke störte. Out of Space wurde beispielsweise zu einem Steigerungslauf ohne Höhepunkt degradiert. Alles in allem aber eine ordentliche knappe Stunde Show.

Soko
Mieze von Mia kündigte dieses äußerst schüchtern wirkende Girlie Soko aus Frankreich an. Was die zierliche Französin, die eigentlich Stéphanie Sokolinski heißt, dann aber auf der Ukulele, dem Keyboard und am Schlagzeug solo ablieferte, war vielleicht die Überraschung des Abends. Die Musik ging von „soft“ bis „Party-Mucke“, und die Texte hatten sich gewaschen. Die Dame hatte es faustdick hinter den Ohren. Die besungenen Themen gingen von Rache bis Sex. Da Soko auch Schauspielerin ist, liegt der Verdacht nahe, dass diese Mädchenattitüde nur Show ist – dann allerdings eine verdammt gute!

Mia
An Mia hatte ich die geringsten Erwartungen an diesem Abend. Ich hörte sie vor Jahren bei einer anderen Jubiläumsveranstaltung, wo sie ganz übel klangen. Der Tonmann mit Hörschaden wurde wohl verbannt, so dass es diesmal am Sound nichts auszusetzen gab. Die Berliner lieferten sogar eine gute Show ab. Über das Gelaber von Mieze kann man denken, was man will, musikalisch war der Auftritt aber erstklassig!

Jennifer Rostock
Diese Band kannte ich vorher nicht. Ich wusste nur, dass Jennifer Rostock bei Raabs Bundesvision Song Contest beteiligt waren und eine Art Punkrock spielen würden. Auch hier wurde ich positiv überrascht. Das war wunderbar eingängiger deutscher Rock und die dünne, mit einem Werkzeugkasten behangene Sängerin machte ordentlich Stimmung.

The Subways
Für viele Zuhörer waren The Subways der Höhepunkt des Abends. Ich kannte die drei jungen Hüpfer von der Insel nicht namentlich, nur ihre Songs Oh Yeah aus einer Boss-Werbung und Rock & Roll Queen aus dem Film Stirb Langsam 4.0 vom Hören. Dass die Indierocker so derartig abgehen, hätte ich wiederum nicht erwartet. Auch hier scheint es sich um gespaltene Persönlichkeiten zu handeln. Auf der Bühne die absoluten Rampensäue, Gitarrist und Sänger Billy und Schlagzeuger Josh (Brüder) mit freiem Oberkörper und nach dem Gig das Schlagzeug zerstörend, Bassistin Charlotte (mit Billy verlobt) wild herumspringend, gaben nach der Veranstaltung als einzige Band ganz brav und nett Autogramme und ließen sich mit Fans ablichten. Sehr sympathisch! Und verdammt geile Musik!

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Fettes Brot
Nach den wilden Subways ging es wieder etwas ruhiger zur Sache. Gewohnt routiniert spulten die Brote (unterstützt von Pascal Finkenauer) ihr Kurzprogramm ab und sorgten für einen angemessenen Abschluss. Die Bässe wummerten und die Halle ging ausgelassen mit. HipHop, live dargeboten mit einer Band, die echte Instrumente spielt, ist immer ein doppelter Genuss im Vergleich zum Studioalbum.

Wie man an meinen überaus positiven Worten erkennen kann, war der Konzertabend äußerst gelungen, vom genialen Preis-Leistungsverhältnis ganz zu schweigen! Danke, fritz! Ich höre dennoch weiter RadioEins 😉

3 Antworten to “fritz15”

  1. Für den Schlusssatz gibt’s Abzüge in der B-Note, ansonsten schön, dass eine Karte bekommen hast. Fritz macht die geilsten Parties.

  2. @ Vince

    Der Schlusssatz entspricht aber der Wahrheit! RadioEins spielt insgesamt die bessere Musik. Sei froh, dass ich nichts über das fritz15-Publikum geschrieben habe: Meist ein Kindergarten voller rauchender Teenies, die keine Rücksicht auf andere nehmen können! Blrx!

    Dem Dorfmann hat’s übrigens auch gefallen. Der kam extra von weit her …

  3. Gegens Rauchen habe ich nichts einzuwenden. *g*

    Sei nicht so spießig. 😉

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