Archiv für Freitag, 29. Februar 2008

Lenny Kravitz live in Berlin

Posted in Beschallungsabhängigkeit with tags , , , , , on Freitag, 29. Februar 2008 by mediensucht

lennyk1.jpg Anfang Februar brachte Lenny Kravitz ein Album namens „It Is Time For A Love Revolution“ heraus. Es wurde von der Kritik eher mäßig angenommen. Der ewig gleiche Vorwurf: Kaum Entwicklung! Meine Entgegnung darauf: Warum? Kravitz spielt in seiner Sparte seit Jahren auf höchstem Niveau. Seine Texte waren schon immer eher naiv bis belanglos, darauf kam es aber nie an. Musikalisch ist Kravitz weiterhin top. Blues-Rock vom Feinsten! Lenny Kravitz war Lenny Kravitz ist Lenny Kravitz! Und das bleibt hoffentlich auch so!

Laut Gerüchteküche steckt Herr Kravitz nach einem Hänger durch den Tod seines Vaters 2005 wieder voller Energie, so dass er ganze zwei Jahre auf Tour gehen will. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob es letztendlich wirklich zwei Jahre werden, gestern gab Kravitz zumindest ein kurzfristig angesetztes Konzert (das erste der neuen Tour) in der Berliner Columbiahalle, obwohl er die letzte Zeit im Krankenbett zubringen musste. Er scheint aber so heiß zu sein, sich auf der Bühne zu produzieren, dass er unbedingt in Berlin spielen wollte.

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Eine Vorband gab es, aus welchen Gründen auch immer, nicht! Mit großem Jubel betrat Kravitz die Bühne und rockte gleich ordentlich los. Die erste halbe Stunde bestand dann auch nur aus waschechten Rocksongs und es ging zügig vorwärts. Kravitz erzählte zwar etwas von einer gemütlichen Jamsession, dazu sollte es aber erst später kommen. Etwas wundersam war, dass Kravitz hauptsächlich alte Songs wie Mr. Cab Driver spielte. Vom neuen Album gab es nur I’ll Be Waiting zu hören, der allerdings in der Maxi-Maxi-Version. Der Tour-Titel The Love Revolution war dennoch gerechtfertigt, da Kravitz nicht müde wurde seine Botschaft der „Love-Revolution“ zu verkünden, aber das kennt man ja schon länger.

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Kurz vor Ende des Konzertes wurde dann wie üblich Let Love Rule in einer megalangen Variante gespielt und jetzt kam es tatsächlich zur Jamsession. Es wurde mächtig gejammt. Mit der Stimme von Kravitz ging es aber bergab, so richtig fit war er wohl noch nicht. So durfte das Publikum den Meister noch einige Zeit am Schlagzeug bewundern, auf das er gekonnt einschlug. Das war dann also der Beweis, dass Kravitz wirklich jedes Instrument auf seinen jüngeren Alben selbst einspielte. Als Zugabe wurde traditionell Are You Gonna Go MY Way? gerockt, für mehr als knapp 100 Minuten Konzert reichte die Kondition von Kravitz leider nicht. Trotz kleiner Mängel war es wieder einmal ein klasse Lenny Kravitz-Konzert. Ich hoffe doch sehr, Mr. Kravitz schaut im Sommer nochmals in der Hauptstadt vorbei …

Kurzkritiken – Februar 2008

Posted in Cinemanie with tags , , on Freitag, 29. Februar 2008 by mediensucht

Death Sentence
Was für eine gequirlte Scheiße! Da hangelt sich Bacon von einem Logikloch zum nächsten. Von nachvollziehbarer Motivation der Figuren keine Spur. Stattdessen nur Klischees. Aber was kann man auch von James Wan erwarten, der schon mit seiner Saw-Reihe keine Fäkaliengrube auslässt, an der er sich bedient. 0/10

Stirb langsam 4.0
Die erwartete stumpfsinnige Handlung mit teils sehenswerter Action. Harmlos. 4/10

Die Fälscher
Starke Schauspieler, aber viel zu konventionell umgesetzt. TV-Niveau, für einen Oscar hat es aber gereicht! 6/10

Video Kings
Netter Ansatz, total verhauen. Leider nur dämlich! Macht aber ungemein Lust auf Be Kind Rewind von Gondry 😉 2/10

Das Waisenhaus (Sneak)
Nö, das ist einfach nicht mein Genre! Da war wieder alles Typische dabei wie: altes Haus, Karussell, Keller, schlechtes Wetter. Allerdings … Ohne Wertung.

Cloverfield
Interessantes Konzept, dass m.E. auch recht ordentlich umgesetzt wurde. Ziemlich unterhaltsam, auch wenn einige Logikfehler schwer im Magen liegen. So 7/10.
Siehe Kritik!

Fell – Eine Liebesgeschichte
Wunderschöne Kameraarbeit, die Geschichte ist aber so substanzlos und langatmig erzählt, dass von der netten Idee kaum etwas bleibt. Schade! 4/10

Pi
Erschreckend, verwirrend, beeindruckend. Ich glaube, der war gut! Irgendwas zwischen 6/10 und 9/10.

Arumdabda / Beautiful (Berlinale)
Junge Frau zerbricht an ihrer Schönheit. Interessantes Thema, das m.E. viel zu überzogen und klischeehaft umgesetzt war. Da habe ich wohl ziemliche Probleme mit der koreanischen Mentalität gehabt. Einige Ungereimtheiten taten ihr übriges. Gerade so 4/10.

Fireflies In The Garden (Berlinale)
Dieser Film hat mich nun wiederum voll gepackt. Wunderbar einfühlsam erzähltes und schön bebildertes Familiendrama mit sehenswerten Schauspielleistungen, das mit vielen Szenen direkt ins Herz getroffen hat. Großartig! 9-10/10

Der Krieg des Charlie Wilson
Sehr kurzweilige Politsatire, die oft zynisch und witzig daherkommt, aber ab und zu auch recht seicht ist. 7-8/10

Lars und die Frauen (Sneak)
Siehe Kritik!

There Will Be Blood
Enttäuschend, wenn auch nicht schlecht. Lange Einstellungen und ein brillanter Hauptdarsteller machen noch kein Meisterwerk. Der Film erzählt mir zu wenig. Die einzelnen Szenen sind zu lang und es ist schon am Anfang klar, worauf sie abzielen. Dazu schöne Bilder und teils nervende Musik! Überbewertet! So 6/10

The Other Boleyn Girl (Berlinale)
Hat mir gefallen, aber nicht der Knaller, da nicht von Joe Wright gemacht ;o) Solide umgesetztes und historisch relativ korrektes Geschwisterdrama mit guten Schauspielern und toller Atmosphäre! Ordentlich! 7-8/10

Das Vermächtnis des geheimen Buches
Den Unterhaltungsfaktor von Teil 1 kann der Film nur anfangs halten, dann wird er immer stupider und kopiert nur noch von sich selbst. 3/10

No Country For Old Men
Großartig! 10/10
Siehe Kritik!

I’m Not There
Finde den Ansatz, die Persönlichkeit von Bob Dylan zu spalten und die unterschiedlichen Teile von verschiedenen Schauspielern spielen zu lassen, sehr interessant. Mir stellte sich nur die Frage, ob der Film auch für einen Nicht-Fan funktioniert, der sich nicht so detailliert mit der Biografie auskennt. Mit etwas Konzentration ist das durchaus der Fall. Sicher ist der Film an einigen Stellen zu artifiziell, insgesamt ergibt sich aber ein ziemlich interessantes Bild von Dylan. Besonders der Teil mit Cate Blanchett fasziniert schon allein durch die brillante Darstellung! Wow!!! 7/10

Sweeney Todd
Der Film sieht verdammt geil aus, er ist verdammt gut gemacht, nur die Musik geht einem verdammt auf die Eier! Ich steh’ da mehr auf die popigere/rockigere Variante Musicals! Naja! 7/10

The Brown Bunny
Was man in einem schönen Kurzfilm hätte erzählen können, wälzt Gallo auf dilettantische Weise auf 90 Minuten aus (der Film war ursprünglich noch länger!) und langweilt mit langen Autofahrten usw. Ein Homevideo ist spannender! 1/10