Archiv für Dienstag, 12. Februar 2008

Lars und die Frauen

Posted in Cinemanie with tags , , , , , , on Dienstag, 12. Februar 2008 by mediensucht

Liebe in Zeiten der Einsamkeit

larsandtherealgirl.jpgLars (Ryan Gosling) ist schüchtern und lebt zurückgezogen in einer Garage. Eines Tages stellt er seinem Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen schwangeren Frau Karin (Emily Mortimer) seine neue Freundin vor, die er über das Internet kennen gelernt hat. Sie heißt Bianca, ist Halbbrasilianerin mit Krankenschwesterausbildung … und aus gefühlsechtem Gummi! Was nach einer albernen Trampelkomödie der Farrelly-Brüder aussieht, entpuppt sich als einfühlsames Drama über die Folgen der Einsamkeit mit einem großartig aufspielenden Ryan Gosling (Stay, Das perfekte Verbrechen).

Einsamkeit kann krank machen. Seelisch krank. Geisteskrank? Um es mit Paolo Coehlo in Veronika beschließt zu sterben zu sagen: Verrücktheit ist die individuelle Wahrnehmung der Realität. Demzufolge sind alle Menschen verrückt – oder keiner! Wie auch die Ärztin (Patricia Clarkson) in Lars und die Frauen erkennt, hat Lars eine Wahrnehmungsstörung, deren Ursache erkannt werden muss. Sie empfiehlt, Lars seine Störung ausleben zu lassen.

Das Setting ist treffend gewählt. Nur in einem kleinen amerikanischen Dorf („auf dem Lande“) ließ sich die Idee so umsetzen, dass sie nicht der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Die Bewohner machen das Spiel (teils auch widerwillig) mit und geben sich so, als wäre die Real Doll Bianca eine richtige Frau. Man kennt sich und hilft sich. Lars ist ein seltsamer, aber liebenswerter Bursche, dem man nicht schaden will. So erhält das seinem eigentlichen Verwendungszweck beraubte „Sexspielzeug“ sogar Eintritt in die Kirche des Ortes.

Regisseur Craig Gillespie inszeniert sehr zurückhaltend, ganz gegen die Regeln seiner ehemaligen Tätigkeit als Werbefilmer. Er bedient kaum Klischees und versucht Lars so normal wie möglich darzustellen. Der Film ist keine Freakshow. Hinter dem schrägen Äußeren verbirgt sich eine feinfühlig erzählte Geschichte, die oft anrührend und auch nachdenklich ist. Auf einige situationsbedingte Späße zur Auflockerung wird aber nicht verzichtet. Die Mischung stimmt. Nur ganz selten wirkt das Gezeigte etwas künstlich und fast zu zurückhaltend.

Ryan Gosling folgt seinem Regisseur. Er gibt nicht den abgedrehten Irren aus dem Lehrbuch, er macht Lars vielmehr menschlich, lässt den Wahn nur dezent aufblitzen und die Figur so sympathisch erscheinen, dass man sich als Zuschauer mit ihr identifizieren kann. So fühlt und leidet man mit ihm – ein weiterer Punkt, dass der Film überhaupt funktioniert.

lars2.jpg

Lars and the real girl (so der etwas treffendere Originaltitel) ist ein sympathischer unaufgeregter kleiner Film über die Folgen der Einsamkeit, den Umgang mit dem Abnormen und nicht zuletzt ein Aufruf, nicht nur das Offensichtliche zu sehen. Das eigentliche Wesen eines Menschen liegt meist hinter einem Schutzwall verborgen, der durch die Gesellschaft auferzwungen wurde. Mit etwas Willen kann man sogar in einer Gummipuppe einen Menschen mit Charakter sehen, ihn respektieren und lieben.

8/10 Pillen zur Entwöhnung

(auch auf kino.de)

Superhelden gemeinsam

Posted in Videomanie with tags , , , , , , , , , , on Dienstag, 12. Februar 2008 by mediensucht

Viele Comicfans träumen davon, ihre Superhelden vereinigt in einem Film zu sehen. Eine Einstellung im Film I Am Legend nährte Gerüchte zur Verfilmung eines Kampfes zwischen Batman und Superman. Im verlassenen New York war im Hintergrund ein Filmplakat mit dem Titel Superman vs. Batman und dem Starttermin 15. Mai 2010 zu sehen. Die Produzenten widersprachen aber, solche Plane zu verfolgen. Vielleicht entwickelt sich dennoch irgendwann aus einer solchen Idee ein wirklicher Film.

Wie so ein Kampf der Superhelden aussehen könnte, zeigen drei Videos, die momentan im Internet herumschwirren. Es scheint sich um von Marvel in Auftrag gegebene Werbefilme zu handeln. Spider Man, Iron Man und der Hulk bekämpfen darin einen bösen Metallroboter. Viel Spaß!

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Videos via: Ehrensenf