Die Fantastischen Vier – live in Berlin (Hangar 2)

Es gibt Bands, bei denen kann man mit einem Konzertbesuch nichts falsch machen. Man weiß genau, dass man gut unterhalten wird. Genauso ist es bei den Fantastischen Vier. Sie sind nicht nur die „Erfinder“ des deutschen HipHop, sie haben es auch geschafft, über Jahre erfolgreich zu bleiben. Dabei setzen sie sich erfrischend vom aktuellen Pöbel-Rap von Prekariatsproleten wie Sido oder Bushido ab (ein paar Seitenhiebe dürfen freilich nicht fehlen). Intelligente Texte paaren sich mit ausgefeilten Musikunterlagen und sympathischen Sprechgesangsstimmen.

Besser als die Longplayer der Fantas waren schon immer die Konzerte. Der Einsatz von „echten“ Instrumenten zahlt sich auch bei HipHop-Musik aus. Ein hämmerndes Schlagzeug, ein wummernder Zupfbass und eine echte Stromgitarre klingen einfach besser als die Konserve. Die Fantas selbst hüpfen auf der Bühne herum, als würden sie nicht älter. Gute Laune vom ersten Lied an. Das Publikum der aktuellen Stadt ist sowieso immer das Beste. Zu Berlin merkt man aber dennoch eine besondere Beziehung. Die Fantas waren hier schon sehr früh beliebt und hatten Erfolg. Michi Beck ist sogar vom Ländle in die Hauptstadt gezogen, was er auch extra erwähnte.

Fantakarte

Während die Alben auf hohem Niveau stagnieren, werden die Fantas live immer besser. Das mag nicht zuletzt an der immer ausgereifteren Bühnentechnik liegen, die selbst dem langjährigen Konzertbesucher noch Überraschungen bietet. Faszinierend waren beispielsweise sieben riesige Lampenschirme über der Bühne, deren Unterseite zum Publikum gedreht werden konnte und als Projektionsfläche für beidruckende Bilder und Filme fungierten. Für die ersten Zugaben wurde die Beleuchtungsanlage über dem Publikum herunter gelassen, die sich nun als Minibühne entpuppte. Plötzlich standen die Zuschauer in den hinteren Reihen „ganz vorn“. Eine einfache, aber schöne Idee!

An Sound wurde alles herausgeholt, was der umgebaute Flugzeughangar 2 des Flughafens Tempelhof hergab. Als akustische Zerreißprobe diente „Krieger“ von Thomas D, das die Lautsprecheranlage fast zum Explodieren brachte. Das Programm bestand aus Hits der 16 Jahre und Stücken der neuen Platte. Als Zugaben gab es dann auch die obligatorischen „Tag am Meer“ und „Populär“. Schön war zudem das von der letzten Tour schon bekannte „Oldie“-Intermezzo, bei dem Michi Beck an den Turntables sein Können zeigen durfte und den Ursprüngen der Fantas gefrönt wurde. Die Fantastischen Vier live in Berlin – ein lohnender Besuch!

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